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FILE - In this June 27, 2012, file photo, Donald Trump stands on the 14th fairway during a pro-am round of the AT&T National golf tournament at Congressional Country Club in Bethesda, Md. A set of golf clubs that Trump gifted to a former caddie before becoming president is being auctioned off. Boston-based RR Auction says Trump used the TaylorMade RAC TP ForgedIrons clubs at the Trump National Golf Club in Bedminster, New Jersey. (AP Photo/Patrick Semansky, File)

Freizeitvergnügen sollen angeblich eine Seltenheit sein. US-Präsident Donald Trump wehrt sich gegen die Vorwürfe, dass er sehr entspannte Arbeitstage habe.  Bild: AP/AP

Von wegen «Erstklässler haben es strenger»: Trump ist ein harter «Büäzer» (sagt er)



US-Präsident Donald Trump hat sich vor dem Vorwurf eher entspannter Arbeitszeiten verwahrt. «Fakt ist, ich habe wahrscheinlich längere Arbeitstage als fast alle Präsidenten vor mir», schrieb Trump am Sonntag im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Als er das Präsidentenamt übernommen habe, habe in den USA Chaos geherrscht. «Ich hatte keine andere Wahl, als sehr lange Arbeitstage hinzulegen!»

Die US-Website «Axios» hatte vor einer Woche Trumps vertraulichen Kalender für die vergangenen drei Monate veröffentlicht. Demnach wurden ganze 60 Prozent der Arbeitszeit des Präsidenten als «Exekutivzeit» eingestuft. Dies sind Phasen ohne durchstrukturierte Abläufe und Termine, in denen Trump telefonieren, frühstücken, twittern oder Nachrichtensender verfolgen kann. Meist stehen offizielle Termine erst gegen 11.00 Uhr oder noch später an.

Medien: «Erstklässler haben es strenger»

Die Terminpläne sorgten besonders bei Trump-kritischen Medien für Spott. Der Sender CNN warf mit Blick auf die Frisur und den Teint des Präsidenten etwa die Frage auf, ob Trump in den Stunden vor dem ersten Termin sein Haar frisiere oder Bräunungscreme auftrage. Wenn Trump nicht auf Reisen sei, wirkten die Terminpläne «weniger voll als die eines Erstklässlers».

Der CNN-Bericht:

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Video: YouTube/CNN

«Wenn der Begriff Exekutivzeit verwendet wird, dann arbeite ich in der Regel und entspanne nicht», schrieb Trump nun. Diese Zeit müsse als «positiv, nicht negativ» angesehen werden.

«Executive Time» lässt sich sinngemäss mit «Chefzeit» oder «Führungszeit» übersetzen und ist als präsidialer Tagesordnungspunkt eine Erfindung von Trumps Weissem Haus. Trump meinte am Sonntag, die Medien hätten positiv über seine Terminpläne berichten sollen. «Wenn der Begriff ‹Executive Time› genutzt wird, arbeite ich in der Regel und ruhe mich nicht aus.»

Oft schon vor 6 Uhr wach

Axios hatte berichtet, der Frühaufsteher Trump sei oft schon vor 6.00 Uhr wach. In den Zeitplänen sei meist die Zeit bis 11.00 Uhr als «Executive Time» aufgeführt, die Trump demnach im Oval Office verbringe. Trump sei nach Angaben von sechs Quellen in dieser Zeit aber nie in seinem Büro. Stattdessen sei er in der Residenz, schaue Fernsehen und lese Zeitungen. Dann reagiere er auf das, was er sehe und lese, und rufe etwa Berater, Freunde oder Kongressabgeordnete an. Häufig schickt Trump am Morgen auch Twitter-Botschaften in die Welt.

Trumps unkonventioneller Regierungsstil macht es schwierig zu definieren, wo die Grenze zwischen Freizeit und Arbeit verläuft. Mit seinen Tweets beispielsweise macht er auf jeden Fall Politik, auch in der «Executive Time».

Dennoch erscheint sehr fragwürdig, ob Trump – wie er nun behauptet – wirklich mehr arbeitet als die meisten seiner Vorgänger. Bekannt ist Trumps Hang zu Übertreibungen und zum Selbstlob. So behauptet er auch, dass seine Regierung in den ersten zwei Jahren mehr erreicht habe als alle zuvor.

FILE - In this Dec. 26, 2008 file photo, President George W. Bush walks with his father, former President George H.W. Bush, at Andrews Air Force Base, Md.  Presidents George H.W. Bush and George W. Bush were both conservatives, but during very different times. The elder Bush was a Republican who could carve an occasional moderate path without a crushing response from the right. His was an era of stepping back from the prospect of doomsday, with the collapse of the Soviet Union, and a far more limited threat emerging with Iraq’s invasion of Kuwait. But that was not at all like the Sept. 11 terrorist attacks that came early to his son. (AP Photo/Evan Vucci, File)

George W. Bush mit seinem verstorbenen Vater George H.W. Bush Bild: AP/AP

Axios berichtete, der Terminplan von Präsident George W. Bush sei über Monate hinaus ausgebucht gewesen. Auch sei Bush immer ab 6.45 Uhr im Büro gewesen. Der Terminplan seines Vater und Vor-Vorgängers im Amt, George H.W. Bush, sei in Zehn-Minuten-Intervallen getaktet gewesen. Trumps Vorgänger Barack Obama habe an einem typischen Arbeitstag sechs Meetings gehabt.

Suche nach Leck

Auch Trumps Übergangs-Stabschef Mick Mulvaney nahm den Präsidenten in Schutz. «Die Exekutivzeit ist dazu da, sich auf das nächste Treffen vorzubereiten und das letzte Treffen nachzubereiten», sagte Mulvaney in der NBC-Sendung «Meet the Press». «Die Telefonate beginnen um 6.30 Uhr und gehen bis 23.00 Uhr.» Trump arbeite also mehr, als was im Kalender festgehalten sei.

Dass die internen Terminpläne an die Öffentlichkeit gerieten, sorgte in den USA für Schlagzeilen. Trumps amtierender Stabschef Mick Mulvaney spielte das am Sonntag herunter. Die Inhalte seien ohnehin «nicht so vertraulich» gewesen, sagte er dem Sender Fox News. Rund 400 Menschen hätten Zugriff auf die Pläne. Dennoch suche man nach der Person, die die sie gesammelt und weitergegeben habe, sagte Mulvaney. «Ich hoffe, dass wir dafür in dieser Woche eine Lösung haben werden.» (sda/afp/dpa)

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