DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Raiffeisen macht im ersten Halbjahr satten Gewinn

25.08.2021, 08:32
Bild: keystone

Die Raiffeisen-Gruppe hat im ersten Halbjahr 2021 operativ klar zugelegt und unter dem Strich deutlich mehr verdient. Alle Kernbereiche der Bank konnten sich steigern, wobei der Marktanteil im Hypothekargeschäft - von hohem Niveau aus - leicht sank.

Wie die drittgrösste Bankengruppe der Schweiz am Mittwoch mitteilte, stieg der Reingewinn um 46 Prozent auf 505 Millionen Franken. Dass der Anstieg so stark war, hat vor allem mit der Corona-Pandemie zu tun. So hatte die Genossenschaftsbank im ersten Halbjahr 2020 in diesem Zusammenhang zusätzliche Reserven von 75 Millionen Franken gebildet, was sich entsprechend auf den Gewinn ausgewirkt hatte.

Aber auch beim Geschäftserfolg, also dem operativen Ergebnis, gab es in der Periode von Januar bis Juni 2021 ein Plus von knapp einem Fünftel auf 614 Millionen Franken. Zu diesem «starken Ergebnis» hätten sämtliche Ertragspositionen beigetragen, hiess es. Insbesondere im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft und im Zinsengeschäft habe die Gruppe ein erfreuliches Wachstum verzeichnet.

Konzernchef Hans Huber zeigte sich in der Mitteilung denn auch zufrieden: «Im operativen Geschäft konnten wir sowohl bilanz- als auch erfolgsseitig eine bemerkenswerte Steigerung verzeichnen.» Und bei der Strategieumsetzung sei man auf Kurs.

Rückstellungen aufgelöst

Der Nettoerfolg aus dem Zinsgeschäft, dem wichtigsten Ertragspfeiler, stieg um 3.4 Prozent auf 1.20 Milliarden Franken. Die rasche wirtschaftliche Erholung, die mit den Lockerungen der Corona-Schutzmassnahmen in der Schweiz einhergehe, habe sich positiv auf die Risikosituation ausgewirkt. Entsprechend konnte Raiffeisen netto Wertberichtungen für Kreditrisiken in der Höhe von 12.3 Millionen Franken auflösen.

Deutlich gewachsen ist dank der guten Börsenentwicklung der Erfolg im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft, das allerdings viel kleiner ist als das Zinsgeschäft. Hier erzielte Raiffeisen ein Plus von 10.4 Prozent auf 256 Millionen Franken. Dazu beigetragen habe insbesondere das Wertschriften- und Anlagegeschäft.

Der Erfolg aus dem Handelsgeschäft konnte mit 14.0 Prozent gar noch etwas deutlicher gesteigert werden. Dieses ist aber mit 116.8 Millionen Franken nochmals deutlich kleiner.

Insgesamt stieg der Geschäftsertrag um 6.0 Prozent auf über 1.6 Milliarden Franken an. Da der Geschäftsaufwand mit +2.6 Prozent auf 926 Millionen weniger stark zunahm, verbesserte sich auch das Kosten-Ertrags-Verhältnis (Cost-Income-Ratio) im Vergleich zum Vorjahr um knapp 2 Prozentpunkte auf 56.3 Prozent.

Mit dem Markt gewachsen

Auch das Bilanzgeschäft habe sich positiv entwickelt, so Raiffeisen weiter. So wurden im ersten Halbjahr 2021 wieder mehr Hypotheken vergeben: Das Total der entsprechenden Forderungen lag per Ende Juni mit 192.9 Milliarden nämlich um 1.4 Prozent über dem Stand von Ende 2020. Der Marktanteil in diesem Geschäft sank damit leicht auf noch immer sehr hohe 17.5 Prozent.

Das Wachstum sei im Rahmen der Vorjahresentwicklung gelegen und widerspiegle das Bestreben zu Wachstum «in etwa auf Niveau des Marktes», heisst es in der Mitteilung dazu. In früheren Jahren und unter dem alten Chef Pierin Vincenz war Raiffeisen bekanntlich oft deutlich über dem Markt gewachsen.

Auch Kundeneinlagen hätten im ersten Semester derweil über alle Landesteile hinweg nochmals deutlich gesteigert werden können (+10.1 Mrd Franken). Höher waren Mitte Jahr auch die verwalteten Kundenvermögen. Sie stiegen im Vergleich zu Ende 2020 um 5.6 Prozent auf 236.3 Milliarden Franken, wobei netto Neugelder im Höhe von knapp 10 Milliarden dazu gekommen seien.

Für den weiteren Jahresverlauf gibt sich das Management vorsichtig optimistisch. Zwar bleibe aufgrund der Pandemie die Prognoseunsicherheit hoch, erklärte Raiffeisen. Man gehe aber davon aus, dass sich die positive Entwicklung im Kerngeschäft im zweiten Halbjahr 2021 fortsetzen werde.

Es sei aber möglich, dass das operative Ergebnis der ersten sechs Monate «nicht als Massstab für die weitere Entwicklung des gesamten Geschäftsjahres» gelten könne, heisst es einschränkend. Der Fokus im zweiten Semester bleibe auf dem Ausbau des Ökosystems Wohnen, der digitalen Kanäle und des Vorsorge- und Anlagegeschäfts. (aeg/sda/awp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Raiffeisen verweigert Ehe-für-alle-Gegnern ein Konto: Strafanzeige wegen Diskriminierung

Gegen die «Ehe für Alle» wird das Referendum zustande kommen. Aber nicht nur das Zusammenbringen der Unterschriften war ein Weg mit Hindernissen. Recherchen zeigen: Auch bei der Eröffnung eines Bankkontos in Zug gab es Schwierigkeiten.

Offiziell bestätigen mag es Anian Liebrand, der Koordinator des Trägervereins «Nein zur Ehe für alle» nicht. Doch es ist klar: Das Referendum gegen die «Ehe für alle» kommt an die Urne. Gemäss watson-Recherchen werden die Gegner die dafür notwendigen 50'000 Unterschriften am Montag bei der Bundeskanzlei einreichen.

Unter anderem erlaubt die «Ehe für alle» homosexuellen Paaren die Adoption und lesbischen Paaren den Zugang zu Samenspenden. Ein Komitee um SVP- und EDU-Politiker erzwingt nun …

Artikel lesen
Link zum Artikel