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Tesla-Werk in Deutschland: Justiz prüft Vorwürfe gegen Werksleiter

Tesla Gruenheide DEU, Deutschland, Germany, Gruenheide, Brandenburg,14.07.2023 Luftaufnahme der Tesla Giga Factory mit der Batteriefabrik im Ortsteil Freienbrink in Gruenheide Brandenburg Deutschland  ...
Die einzige Tesla-Fabrik in Europa steht in Grünheide bei Berlin.Bild: www.imago-images.de

Tesla-Werksleiter in Deutschland gerät ins Visier der Justiz

Schwere Vorwürfe und gegenseitige Strafanzeigen: In Grünheide bei Berlin führen Tesla und die Gewerkschaft IG Metall einen Rechtsstreit. Im Zentrum des Disputs steht der Werksleiter.
20.02.2026, 21:1420.02.2026, 21:41
Markus Abrahamczyk / t-online
Ein Artikel von
t-online

Der Streit zwischen Tesla und der IG Metall beschäftigt nun auch die Staatsanwaltschaft Frankfurt an der Oder. Die Behörde leitete Ermittlungsverfahren gegen beide Seiten ein. Auslöser ist eine Betriebsratssitzung, die mit einem massiven Vorwurf endete.

Werksleiter unter Verdacht

Gegen Tesla-Werksleiter André Thierig, ein enger Vertrauter von Elon Musk, wird wegen übler Nachrede ermittelt. Die IG Metall erstattete Anzeige und will dem Werksleiter eine heikle Aussage verbieten (siehe unten). Die Gewerkschaft spricht von einer Schmutzkampagne kurz vor der Betriebsratswahl.

Tesla CEO Elon Musk, left, and Andr
Elon Musk und Werksleiter André Thierig. Bild: keystone

Der Spionage-Vorwurf

Zuvor hatte Tesla selbst die Justiz eingeschaltet. Das Unternehmen wirft einem Gewerkschafter vor, am 10. Februar eine Sitzung heimlich mit einem Laptop aufgezeichnet zu haben. Die Staatsanwaltschaft prüft nun zwei Vorwürfe:

  • Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes
  • Verstoss gegen das Betriebsverfassungsgesetz

Laut Thierig gibt es Dutzende Zeugen für den Vorfall. Der IG-Metall-Vertreter habe vor diesen Zeugen erklärt, er habe vergessen, sein Mikrofon auszuschalten. Die Gewerkschaft weist das zurück: Der Laptop habe lediglich zum Anfertigen eines schriftlichen Protokolls gedient. Der Vertreter habe den Ermittlungsbehörden angeboten, seinen Laptop für eine Untersuchung zur Verfügung zu stellen. «So können die Ermittler sehr schnell erkennen, dass er anders als von Tesla behauptet die Betriebsratssitzung nicht aufgezeichnet hat», teilte die IG Metall mit.

Showdown vor Gericht

Der Streit landet nun vor dem Arbeitsgericht Frankfurt (Oder). Wie eine Gerichtssprecherin mitteilte, wurde das Verfahren bereits eingeleitet. Die Verhandlung findet am 26. Februar statt. Die IG Metall will dem Tesla-Werksleiter Thierig per einstweiliger Verfügung untersagen lassen, seine Behauptungen weiter zu verbreiten.

Hintergrund: Kampf um Arbeitsbedingungen

Bei Tesla gibt es aktuell einen Kampf um die Mehrheit im Betriebsrat, der eigentlich die Interessen der Arbeitnehmer vertritt. Derzeit sind aber nur rund 40 Prozent des Betriebsrats IG-Metall-Vertreter.

Die Gewerkschaft hofft auf eine Mehrheit nach den nächsten Wahlen und möchte künftig einen Gesamtarbeitsvertrag durchsetzen. Dieser regelt die Mindestarbeitsbedingungen wie Lohn, Arbeitszeit, Ferien und Kündigungsschutz. Konzernchef Elon Musk lehnt das strikt ab.

Tesla musste Stellen streichen

Die Fabrik in Grünheide mit rund 11'000 Mitarbeitern ist das einzige europäische Tesla-Werk. Tesla kämpft in Europa aber mit massiv sinkenden Verkaufszahlen. Das Werk in Deutschland ist daher laut eines Berichts von Spiegel Online bei Weitem nicht ausgelastet, ein früher angekündigter Ausbau ist derzeit kein Thema mehr. Ende Januar machten deutsche Medien publik, dass Tesla zuletzt rund 1700 Arbeitsplätze in Deutschland gestrichen hatte. Interne Dokumente zeigten einen Stellenabbau von fast 14 Prozent.

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Die beliebtesten Kommentare
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mMn
20.02.2026 22:12registriert September 2020
Leute wie Musk denken, sie könnten in Europa hire and fire betreiben wie in den USA. Das läuft hier so nicht... wer das nicht verstehen will, wird es auf die harte Tour lernen müssen.
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