Blogs

Betender Otter: Glaubt er an Gott?
Bild: Flickr/Tambako

Beten heisst nicht, dass Gott tatsächlich existiert

03.02.16, 16:46 04.02.16, 09:53

Schreckensmomente bringen uns rasch an den Rand der Verzweiflung. Wenn es ganz arg kommt, flehen die meisten Menschen reflexartig Gott an, er möge die Katastrophe abwenden oder das Unglück ungeschehen machen. Gott schiesst selbst Menschen in den Kopf, die eigentlich nicht an ihn glauben.

Hugo Stamm

Glaube, Gott oder Gesundbeter – nichts ist ihm heilig: Religions-Blogger und Sekten-Kenner Hugo Stamm befasst sich seit den Siebzigerjahren mit neureligiösen Bewegungen, Sekten, Esoterik, Okkultismus und Scharlatanerie. Er hält Vorträge, schreibt Bücher und berät Betroffene.
Mit seinem Blog bedient Hugo Stamm seit Jahren eine treue Leserschaft mit seinen kritischen Gedanken zu Religion und Seelenfängerei. Neu befasst er sich mit dem Thema wöchentlich auf watson.

Du kannst Hugo Stamm auf Facebook und auf Twitter folgen.

Für Fromme ist dieser Reflex ein Zeichen für die Existenz Gottes, der angeblich unser Bewusstsein prägt. Dies entspricht aber eher einem Wunschdenken. Der Rückgriff auf Gott ist ein Archetyp unserer christlich geprägten Mentalität. In Notsituationen hoffen wir auf ein Wunder. Da wir nicht mehr an Märchenfiguren mit dem Zauberstab glauben, kommt uns halt Gott in den Sinn.

Kann Gott im Gebet erfahren werden?

Fromme Christen – vornehmlich aus Freikirchen – sind hingegen überzeugt, im Gebet in einen realen Dialog mit Gott treten zu können. Dies nährt ihre Überzeugung, ihn authentisch zu erfahren. Ihre subjektive Erfahrung werten sie als unumstösslichen Gottesbeweis.

Die Erfahrungen zeigen auch, dass wir Menschen Meister der Selbsttäuschung sind. Wir finden, was wir suchen.

Doch dieses Phänomen hat viel mit Angst und Sehnsucht zu tun. Und mit Einbildungskraft. Das menschliche Hirn ist sehr flexibel. Es produziert Eindrücke, Bilder, Ideen und Gedanken, die wir herbeisehnen. Wir halten sie für echt und wahr und realisieren häufig nicht, dass es Täuschungen sind. 

Du hast watson gern?
Sag das doch deinen Freunden!
Mit Whatsapp empfehlen

Es gibt keinen Gottesbeweis

Gläubige vergessen gern, dass es eine unverrückbare Erkenntnis gibt, die sich durch die ganze Geistesgeschichte der Menschheit zieht: Es gibt keinen Gottesbeweis. Glauben heisst denn auch: Für wahr halten. Die Gefahr der Selbsttäuschung ist schon im Begriff angelegt.

Tatsächlich sind Gotteserfahrungen lediglich subjektive Phänomene. Doch diese blenden wir gern aus. Vielmehr sind für uns persönliche Erfahrungen meist als relevanter als psychologische oder philosophische Erkenntnisse.

Gott kann unser Gebet nicht erhören

Die Erfahrungen zeigen auch, dass wir Menschen Meister der Selbsttäuschung sind. Wir finden, was wir suchen. Und wir blenden aus, was uns missfällt. Ja, wir unterdrücken gern unangenehme Aspekte, die schmerzen oder unser Selbstwertgefühl untergraben.

Dazu gehört eben auch die Möglichkeit, dass Gott unser Gebet nicht erhört. Nicht erhören kann, weil es ihn nicht gibt.

Das könnte dich auch interessieren:

Hier werden zwei Olympia-Skicrosser spektakulär durch die Luft geschleudert

Rumantsch, du hast die schönsten Fluchwörter! Errätst DU, was sie bedeuten?

Apple veröffentlicht Notfall-Update für iPhone, Mac und Watch (und TV)

Die Geburtsstunde einer Legende: Jamaika hat 'ne Bobmannschaft!

Keine Abstimmung zu Olympischen Spielen

Kremlkritiker Nawalny vorübergehend festgenommen

Die Reaktionen dieser Basler Fussball-Reporter nach ihrer falschen Prognose? Unbezahlbar

«Vorwärts Marsch!» – hier findest du die schönsten Laternen des Morgestraichs

Die irische Rebellin, die lieber stirbt, als auf die britische Krone zu schwören

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Yanik Freudiger, 23.2.2017
Die App ist vom Auftreten und vom Inhalt her die innovativste auf dem Markt. Sehr erfrischend und absolut top.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
45
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
45Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • pony c 23.03.2016 00:22
    Highlight Ich verstehe das nicht ganz. Ist es nicht viel schöner, zu wissen, dass es einen Gott gibt, der einen von ganzen Herzen liebt, zu dem man immer gehen kann wenn man seine Hilfe braucht (oder auch einfach so:)) und der einen nach dem Tod erwartet?
    5 6 Melden
  • Pasionaria 19.02.2016 14:47
    Highlight Auch wenn Menschen Götter verehren, Hilfe können sie nur vom Mitmenschen, vom Zufall und vorallem von sich selbst erwarten.......
    7 2 Melden
    • Spooky 27.02.2016 23:58
      Highlight
      @Pasionaria:

      "...vorallem von sich selbst erwarten......."

      Du hast total recht. Es ist genau so, wie du es sagst. Ich erlaube mir in Zitat (mit dem ich einverstanden bin):

      „Dein eigener Wille ist das einzige, was auf deine Gebete antwortet; aber er erscheint jedem Geist in der Verkleidung verschiedener religiöser Vorstellungen. Wir mögen ihn Buddha, Jesus, Krishna, Jehovah, Allah, Agni nennen; aber er ist stets das Selbst, das Ich.“ [das höhere Selbst, nicht das Ego]
      Swami Vivekananda (1863-1902, am 2.8.1895 in USA)
      3 3 Melden
  • Maon 07.02.2016 15:06
    Highlight Ich bin überzeugter Atheist, jedoch habe ich in schwierigen Situationen auch schon gebetet, jedoch nicht an einen Gott oder eine Göttin (da ich nicht an Solches glaube). Ich habe für mich ins innere gebetet. In Schwächemomenten hilft beten sicher.
    6 7 Melden
  • olive 07.02.2016 07:05
    Highlight @Rhabarber

    Semmelweis ist ein gutes Beispiel:

    Was ihm geschah, war tragisch und ist dem Neid und der Überheblichkeit der Menschen geschuldet.
    Aber: seine Thesen haben sich bewahrheitet, andere wie Gott oder die Homöopathie nicht und das seit hunderten von Jahren .

    Es gibt auch heute Irrtümer und Versäumnisse in der Medizin, die aber über kurz oder lang korridiert werden.
    Wie auch die Ansicht, dass die Erde eine Scheibe sei.
    So arbeitet Wissenschaft, alles andere ist Glaube.
    (meist über lang )
    5 3 Melden
    • Gelöschter Benutzer 09.02.2016 10:54
      Highlight Deine Theorie bringt nur den Faktor Zeit neu dazu. Meine Beispiele sollten aufzeigen, dass Menschen jeweils nur das glauben, was in ihr persönliches Weltbild passt.

      Ich bin auch nicht religiös. Aber diese verallgemeinernde Überheblichkeit gegenüber Menschen, die Spiritualität leben, nervt. Wenn Religion manipuliert und Kriege führt, bin ich auch für die Abschaffung. Aber man darf nicht grundsätzlich jede Spiritualität verdammen.

      ps:
      Seit Pythagoras (6. Jhd vZ) ist die Erde rund. Der MA-Glaube an eine flache Erde ist ein Märli von 1830 um das Mittelalter als primitiv darzustellen.
      6 1 Melden
  • Spooky 06.02.2016 23:08
    Highlight "Tatsächlich sind Gotteserfahrungen lediglich subjektive Phänomene." (Hugo Stamm)

    Es gibt NUR subjektive Erfahrungen. Ob diese Erfahrungen Gotteserfahrungen sind oder gewöhnliche Welterfahrungen, spielt keine Rolle.

    Um objektive Erfahrungen zu machen, müsste das Bewusstsein fähig sein, die Welt (oder Gott) von einem Punkt aus zu betrachten, der ausserhalb der Welt (oder von Gott) liegt.
    Das ist bis jetzt aber noch niemandem gelungen, soviel ich weiss.

    Ob es dem Bewusstsein irgendwann einmal möglich sein wird, die Welt von aussen zu sehen, "das wissen die Götter" ;-))
    20 2 Melden
    • Lutz Pfannenstiel 09.02.2016 13:19
      Highlight Sehr schön ausgedrückt, Spooky Red.
      1 1 Melden
    • Spooky 10.02.2016 11:49
      Highlight @Lutz Pfannenstiel: Danke ;-)
      1 1 Melden
  • NatValCas 06.02.2016 22:19
    Highlight Interessante Überlegungen von Herr Hugo Stamm, ich glaube mit einem hellwachen und kritischen Geist wie dem Seinen würde ich gerne mal eine Nacht durchdiskutieren.

    Und es ist mutig von Euch, dies zu veröffentlichen, Watson.

    Das regt zum Denken an...
    9 8 Melden
  • Spooky 06.02.2016 19:12
    Highlight Das ist ein guter Artikel, aber er behandelt das Thema "Glauben" allzu oberflächlich. Glauben heisst nicht nur: Für wahr halten. Es gibt nicht nur EINE Realität, es gibt davon viele, vielleicht sogar zahllose. Und die Grundlage jeder dieser Realitäten ist ein bestimmter Glaube. Der Glaube erschafft Realität. Ein Hindu glaubt an die Wiedergeburt, und darum wird er wiedergeboren, und zwar ganz real. Die Heiden glauben ans Walhalla, und darum kommen sie nach dem Tod ins Walhalla. Die Christen glauben and den Himmel oder an die Hölle, und darum kommen sie nach dem Tod in den Himmel oder die Hölle.
    6 11 Melden
  • Elvenpath 05.02.2016 01:10
    Highlight Ein Gang durch eine Irrenanstalt zeigt sehr deutlich, dass fester Glaube an etwas kein Beweis ist.
    16 7 Melden
    • Spooky 06.02.2016 23:40
      Highlight @Elvenpath: Du hättest auch schreiben können: Ein Gang durch die Stadt zeigt sehr deutlich, dass...usw. usw.

      Die verrücktesten Irren leben nämlich nicht in der Irrenanstalt, sondern in völliger Freiheit, meistens sogar in Führungspositionen.

      ;-))
      15 1 Melden
  • Gelöschter Benutzer 04.02.2016 21:22
    Highlight https://soundcloud.com/bilobilly/exhibitchee-1
    0 0 Melden
  • Pointer 04.02.2016 19:47
    Highlight «Und mit Einbildungskraft. Das menschliche Hirn ist sehr flexibel.»: Manch einer bildet sich sogar ein, dass Gott nicht existieren würde.
    39 20 Melden
  • rodolofo 04.02.2016 16:52
    Highlight Hallo erst mal!
    Ja beten kann nur, wer sich einbildet, er oder sie werde erhört...
    Aber vielleicht ist es auch sinnvoll, eigene Wünsche zu äussern und sich so über den eigenen Willen klar zu werden!
    Der eigene Wille ist sozusagen "Plan A".
    "Gottes Wille", also das, was dann tatsächlich passiert ist für mich "Plan B".
    Der -nüchtern wissenschaftlich gesagte- "Plan B", oder der -romantisch altmodisch gesagte- "Willen Gottes" entsteht durch das Zusammenwirken aller Willenskräfte, jener der Menschen, der Tiere, der Pflanzen, der Naturgewalten und der kosmischen Kräfte.
    11 10 Melden
  • Lutz Pfannenstiel 04.02.2016 10:33
    Highlight "Nicht erhören kann, weil es ihn nicht gibt." Mit dieser Aussage disqualifiziert sich Hugo Stamm selbst, oder - um es in seinen schönen Worten zu sagen - er schiesst sich selber in den Kopf. Denn die Nicht-Existenz eines - wie auch immer gearteten - Gottes ist ebenso wenig empirisch beweisbar wie dessen Existenz. Die apodiktische Behauptung, Gott existiere nicht, ist im Grunde fundamentalistisch und in diesem Sinne stellt sich Stamm auf die selbe Stufe wie jene, die er kritisiert.
    80 22 Melden
    • Gelöschter Benutzer 04.02.2016 15:17
      Highlight Schön argumentiert! Im Kontext mit dem vorhergehenden Satz von Hugo Stamm ist aber nicht ganz klar, ob die "Möglichkeit" nicht für seine beide Sätze gilt – also dass Gott möglicherweise nicht zuhört weil es ihn möglicherweise nicht gibt.
      8 3 Melden
    • Abnaxos 04.02.2016 17:33
      Highlight Dass die Nicht-Existenz Gottes nicht bewiesen ist, liegt in der Natur der Sache: Nicht-Existenz von etwas lässt sich nicht beweisen, niemals. Oder beweise mir, dass KEINE rosarote Teekanne um den Mars kreist.

      Man muss von der anderen Seite kommen: Wenn etwas existiert, hinterlässt es Hinweise auf seine Existenz. Millionen von Menschen haben es in Jahrtausenden nicht geschafft, auch nur einen Anflug eines Hinweises auf die Existenz Gottes zu liefern.

      Das ergibt grob geschätzt eine Wahrscheinlichkeit von 1:1'000'000'000'000, dass Gott existiert. Das entspricht ungefähr "unmöglich".
      31 14 Melden
    • Elvenpath 05.02.2016 01:15
      Highlight Ich kann mir ein paar Millionen Fabelwesen ausdenken, deren Nichtexistenz du nicht beweisen kannst.

      Dass man die Nichtexistenz von etwas nicht beweisen kann, bedeutet deswegen gar nichts.

      Dass man die Existenz von etwas nicht beweisen kann, sagt dagegen eine Menge aus.

      Um es klar zu sagen: Dass man die Existenz "Gottes" (welchen Gottes eigentlich? Shiva? Zeus? Osiris?), trotz aller Mühen, nicht beweisen kann, ist eines der stärksten Argumente, dass es keinen Gott gibt.
      24 7 Melden
    • NatValCas 06.02.2016 22:49
      Highlight @Abnaxos, ahhh... Ein Betrand Russell-Kenner!

      Chapeau
      3 0 Melden
    • Spooky 08.02.2016 11:03
      Highlight @Abnaxos.
      Jeder Beweis gründet auf unbewiesenen Annahmen, die man glauben muss, um etwas beweisen zu können.
      Der Glaube an die Wissenschaft ist folglich eine Glaubensrichtung wie jede andere Religion. Die Wissenschaft ist jene Religion, die sich seit der Neuzeit am Besten behaupten konnte. Auch die Wissenschaft wird irgendeinmal untergehen, wie alle jene Religionen, die zur Zeit in Mode sind. Das wird zwar noch etwas dauern, ich schätze so ungefähr 20'000 Jahre, aber irgendwann werden wir mit diesem Unsinn aufhören müssen, um uns weiter zu entwickeln.
      4 5 Melden
    • C0BR4.cH 08.02.2016 11:10
      Highlight @Spooky Red
      Ist das dein Ernst oder Sarkasmus? : )
      6 1 Melden
    • Spooky 08.02.2016 11:55
      Highlight Ich meine das im Ernst. Wenn etwas sarkastisch ist, dann nicht ich, sondern der Lauf der Welt, die Geschichte, die Kriege, die Kulturen, die Religionen und Wissenschaften, die Weltreiche, die auftauchen und wieder verschwinden. Kurz: Die Welt ist sarkastisch, nicht ich.
      4 5 Melden
    • gioferra 09.02.2016 12:28
      Highlight Die Wissenschaft stellt keine Glaubensrichtung dar sondern eine Methode zur Analysierung. Danke.
      8 2 Melden
  • Simsim 04.02.2016 06:42
    Highlight Oh Mein Gott
    Ich kenne ihn nicht und habe ihn nie kennen gelernt. Eines ist aber sicher, niemand hatte einen besseren Propagandaminister wie er
    28 14 Melden
  • Gelöschter Benutzer 04.02.2016 01:32
    Highlight Was man nicht beweisen kann, das gibts nicht. Punkt fertig. Ach wie schön muss so ein einfach gestricktes Leben sein.

    Soll ich aufzählen, was alles nicht existiert, weil es früher nicht bewiesen werden konnte? Die Sonne dreht sich um die Erde.

    Nein, ich bin nicht religiös. Ich denke auch nicht, dass es einen Gott gibt. Aber Phänomene, die seit Urzeiten weltweit Menschen aller Kulturen begleiten, als Dummheit abzutun ist, sorry, Dummheit.

    Früher hiess es auch, Meditation sei abergläubischer Blödsinn. Nun bringt die Wissenschaft laufend neue Beweise für diverse Wirkungen an.
    41 28 Melden
    • Gelöschter Benutzer 04.02.2016 06:59
      Highlight Rhabarber, Hugo Stamm hat recht, dass es in der Philosophie keinen Gottesbeweis gibt. Daher macht es Sinn, sich die Frage zu stellen, warum Menschen dennoch Gott anrufen. Die Erklärung der Projektion von Ängsten auf einen Gott ist plausibel, was nicht heissen soll, dass damit die Frage abschliessend geklärt wäre.
      30 9 Melden
    • Zuagroasta 04.02.2016 12:42
      Highlight @Rhabarber:
      Könnte es einen Zusammenhang zwischen den, von dir beschriebenen, Phänomenen und dem was wir als unser Bewusstsein bezeichnen geben? Du weisst sicherlich auch, dass wir Menschen nur einen ziemlich kleinen Teil unserer "Gehirnleistung" bewusst benützen. Vielleicht kann man diese Phänomene rational erklären.
      Was vorher unterbewusst ablief, konnten wir plötzlich, durch Zufall, z.B. Assoziation, bewusst wahrnehmen und deshalb betrachten wir es als Phänomen. Es war eventuell vorher schon da, nur waren wir uns dessen nicht bewusst. Sry, weiche hier evtl etwas vom Thema ab. :)
      2 7 Melden
    • Gelöschter Benutzer 04.02.2016 14:30
      Highlight Menschen rufen Gott aus denselben Gründen an wie sie svp wählen: Sie brauchen EINFACHE Antworten für ihren Seelenfrieden. Entweder weil sie nicht tiefer nachdenken wollen oder weil sie nicht tiefer nachdenken können.

      Das Externalisieren von Unangenehmem passt 1a dazu. Für Gottesgläubige sind Teufel und Ungläubige verantwortlich für das Böse auf der Welt, für Rechtsextreme Ausländer und Flüchtlinge.

      Solch kindliche Denk- und Glaubensmuster sind aber kein Beweis für die Nichtexistenz - um nur ein Beispiel zu nennen - eines Lebens nach dem Tod. Solche Fragen werden noch lange offen bleiben.
      16 14 Melden
    • Zuagroasta 04.02.2016 16:16
      Highlight Rhabarber, über was reden wir hier eigentlich? Über Politik oder Religion?
      Auch wenn das ein netter Vergleich zwischen Gläubigen und SVP (hat mir ein Grinsen entlockt!) ist,
      sollten wir beim Thema bleiben. ;)

      Aber nicht alle Religionen glauben an das Leben nach dem Tod. Und dass würde wiederrum eher für die Nichtexistenz dessen sprechen. Von den 3 abrahamitischen Religionen glauben das Christentum und der Islam an das Leben nach dem Tod,
      und zwar auf teils ziemlich krude Art und Weise (Belohung usw.).
      Im Judentum kennt man das nicht.
      2 4 Melden
    • Gelöschter Benutzer 04.02.2016 17:16
      Highlight Für mich bleibt das Thema gleich, Zuagroasta. Die Verhaltensmuster sind in beiden Fällen identisch.

      Das mit dem Leben nach dem Tod sollte nur ein Beispiel sein. Das hab ich auch deutlich geschrieben :-)

      Spirituelle Bedürfnisse über einen Gott zu personifizieren kann psychologisch sehr hilfreich sein. Aber wenn das in Religionen mündet, die fast immer von machtgeilen Soziopathen beherrscht werden, ... naja, die Geschichte der Menschheit sagt genug.

      Glaube ist ok, solange Freiheiten anderer nicht tangiert werden.
      Religion hingegen führen früher oder später fast immer zu Zwist und Krieg.
      14 0 Melden
    • Zuagroasta 04.02.2016 20:08
      Highlight Rhabarber, du hast da schon Recht.
      Aber es gibt sehr viele Themen, bei denen wir ähnliche Verhaltensmuster entdecken können, trotzdem sollten wir sie nicht ein einen Topf werfen. Was für dich klar erscheint, mag für andere unlogisch sein. :)
      In Punkto Sekten gebe ich dir in Sachen machtgeiler Soziopath Recht. Aber bei den grossen Weltreligionen sieht es etwas anders aus. Sagen wir mal bedingt.
      Das man Religionen für Kriege missbrauchen kann ist unwiderlegbar.
      Nur werden diese bzw. auch die Spirualität gerne als Schutzschild benützt, um nieder Gründe zu verschleiern. zB. Rassismus.
      3 1 Melden
    • Gelöschter Benutzer 04.02.2016 20:20
      Highlight Seh ich genauso.
      2 0 Melden
    • Elvenpath 05.02.2016 01:24
      Highlight Wenn man die Existenz einer Sache nicht beweisen kann und wenn es nichts Beobachtbares gibt, was auf diese Existenz schließen lässt, dann JA, muss man davon ausgehen, dass es nicht existiert.
      Das ist kein "einfach gestricktes Leben", sonder pure Logik.
      4 1 Melden
    • Gelöschter Benutzer 05.02.2016 09:50
      Highlight Weil Wissenschaftler wie du argumentierten, verloren Piloten Lizenz und Existenzgrundlage, z.T. landeten sie gar in der Psychiatrie. Weil es keine Kobolde und Elfen gibt. Ja genau. Was ich nicht sehen kann, gibts nicht. Ha ha ... Allerdings wurden in den 90ern Kobolde und Elfen fotografiert und nachgewiesen und werden seither erforscht. Nur bei den Piloten hat sich keiner entschuldigt. Typisch. Einige Wissenschaftler verhalten sich wie Kirchendiktatoren im Mittelalter und beanspruchen die Deutungshoheit über die Realität.
      (Die Rede ist vom Wetterphänomen, nicht von Tolkien!)
      8 2 Melden
    • Gelöschter Benutzer 05.02.2016 09:54
      Highlight Oder hast du schon mal was von Semmelweis gehört? Dieser Arzt wurde auch in den Ruin getrieben. Von anderen Ärzten, die seine Theorie zur Hygiene für lächerlichen Aberglauben hielten. Es wird sogar in Betracht gezogen, dass er deswegen ermordet wurde.

      Wegen solcher Ignoranz von Leuten, die für sich Logik reklamieren ohne wirklich logisch zu sein, starben dann noch viel zu lange zu viele Menschen durch einen Mangel an Hygiene.
      7 2 Melden
    • Gelöschter Benutzer 05.02.2016 09:58
      Highlight Was du behauptest, Elvenpath, ist KEINE Logik. Es ist kindliches Denken. Oder alternativ die übliche selbstherrliche Überheblichkeit von Menschen.

      Oder gehst du ernsthaft davon aus, dass der Mensch schon alles entdeckt hat und kennt, was es zu entdecken und kennen gibt?

      Man muss auch mal etwas offen lassen können. Eben im Bewusstsein, dass menschliche Wissenschaft noch längst nicht am Ende ist. Dieser allgegenwärtige Entweder-Oder-Zwang ist ziemlich krank.
      10 2 Melden
    • Spooky 09.02.2016 02:48
      Highlight @Elvenpath
      Wenn du, Elvenpath, etwas nicht siehst, dann heisst das noch lange nicht, dass ich etwas nicht sehe. Zum Beispiel: Wenn DU keine Elfen siehst, dann heisst das noch lange nicht, dass ICH keine Elfen sehe.
      1 1 Melden
  • minsänfdezue 04.02.2016 00:43
    Highlight Dass Christen mit Gott in Verbindung treten wollen ist etwas urchristliches, das hat nichts mit "freikirchlich" zu tun, das wird in allen christlichen Staatskirchen, Freikirchen, Gemeinden und Gruppen gelehrt. Das praktizieren sogar Solochristen. Aussagen wie "Gotteserfahrungen sind lediglich subjektive Phänomene", "Gott kann unsere Gebete nicht erhören" sind reine Polemik, eine Aussage wie "Gott schiesst selbst Menschen in den Kopf..., ist eine Provokation, die ich nicht ernst nehmen kann. Wozu dient dieser "Sekten"Blog? Betende Christen als Sektierer zu betiteln? Nicht ernsthaft, oder?
    29 24 Melden
  • Zuagroasta 03.02.2016 17:34
    Highlight Dass Gott auch "Ungläubigen" in den Kopf schiesst (nette Formulierung Herr Stamm ;) ), ist eigentlich sehr logisch.
    Es haben sich doch über die Jahrhunderte Redewendungen entwickelt, die heutzutage zum normalen Sprachgebrauch gehören. "Oh mein Gott", um eine zu nennen.
    10 1 Melden
  • Yelina 03.02.2016 17:01
    Highlight Beten und Gottglaube können auch genau wie ein Placebo funktionieren und z.B. Schmerzen lindern. Persönlich glaube ich an keinen Gott oder Überwesen, aber mich stört es nicht, wenn andere glauben. Aber wer mir den Wachturm andrehen will, hört ein "ich bin Satanistin, nein danke" 😉
    31 6 Melden
    • Luca Brasi 04.02.2016 13:32
      Highlight Auch Satanistinnen wollen doch informiert sein, was die Gegenseite so denkt, nicht? Kein Luzifer ohne Gott. Der Wachturm eignet sich hervorragend für Papierflieger, etc. :D
      5 1 Melden
    • rodolofo 04.02.2016 18:45
      Highlight Guter Spruch! Den will ich mir merken.
      Religion und Placebo haben tatsächlich vieles gemeinsam. Ich denke da an den Busfahrer in den Anden, der sein Fahrzeug knapp am Abgrund vorbei manövriert und dem die aufgehängten Heiligenbildchen dabei helfen, trotzdem locker zu bleiben.
      Aber was die "Sünden" angeht, kann Religion auch sehr belastend und verkrampfend wirken.
      Summa sumarum halten sich wohl die Vorteile und die Nachteile die Waage.
      4 3 Melden
    • Spooky 09.02.2016 03:07
      Highlight @Luca Brasi

      Luzifer war der schönste der 4 Erzengel. Weil Gott der Herr nicht so schön war wie Luzifer, wurde er eifersüchtig und stürzte Luzifer in die Tiefe, genauer gesagt: er stürzte ihn auf die Erde. Seitdem durchstreift Luzifer die Erde und bringt Unruhe unter die Menschen, wo immer er kann. Luzifer hat recht. Ich würde es genau so machen, wenn ich derart fies behandelt worden wäre.
      1 2 Melden

Heilsbringer Blocher mutiert zum Führer

Er schwört die Gefahr einer Diktatur herauf und lenkt davon ab, dass er die Schweiz spaltet.

Wenn seine Parteisoldaten und Fans seine Taten rühmen, huscht ein verklärtes Lächeln über ihr Gesicht und ihre Augen glänzen. Für sie ist er ein Heilsbringer, der das Böse abwenden und die Erlösung erzwingen soll.

Der hemdsärmlige Polterer und empathielose Volkstribun geniesst bei einem beträchtlichen Teil der Schweizer Bevölkerung nahezu einen Heiligenstatus: Christoph Blocher, der (angebliche) Kämpfer der Armen und Entrechteten. Die Verehrung hat pseudoreligiösen Charakter angenommen. Und …

Artikel lesen