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Sie wollen zu Mutti: Flüchtlinge an der serbisch-ungarischen Grenze.
Bild: MARKO DJURICA/REUTERS

Terror, Eurokrise, Flüchtlinge: 2015 war das Jahr, in dem Europa auf die Welt kam

Der europäische Kontinent hat 2015 eine beispiellose Häufung von Krisen erlebt. Von der Verunsicherung profitieren die Nationalisten. Will Europa nicht irrelevant werden, muss das Einigungsprojekt gerettet werden.



Das Jahr fängt ja gut an! Dieser Gedanke ging einem durch den Kopf, als islamistische Terroristen am 7. Januar 2015 die Redaktionsräume von Charlie Hebdo in Paris stürmten. Was niemand ahnen konnte: Die Mordserie bei der Satirezeitung und in einem koscheren Supermarkt bildete nur den Auftakt zu einem Jahr, das Europa in seinen Grundfesten erschüttern sollte.

Denn es kam noch besser (Achtung Ironie!). Im Frühjahr erlebte die Eurokrise mit voller Wucht ein Comeback. Wochenlang hielt uns die griechische Tragödie in Atem, die gefundene «Lösung» steht auf wackeligen Beinen. Im Spätsommer entwickelten sich die Flüchtlingsströme über das Mittelmeer zu einer Flutwelle auf der Balkanroute. Und am 13. November kehrte der Terror nach Paris zurück, noch blutiger, noch schockierender als im Januar.

Attentat auf «Charlie Hebdo»

Man darf das Jahr 2015 ohne Übertreibung als Zeitenwende in der europäischen Geschichte bezeichnen. Seit dem Ende des Kalten Krieges 25 Jahre zuvor lebten die Europäer in einem Zustand der Selbstgenügsamkeit. Die Gemeinschaftswährung und die EU-Osterweiterung liessen den Kontinent nach Jahrhunderten von Kriegen und Zerstörung zusammenrücken. Der Traum von einem vereinigten und grenzenlosen Europa schien sich erfüllt zu haben.

An Krisen mangelte es nicht. Kaum war der Eiserne Vorhang gefallen, brachen die Kriege im ehemaligen Jugoslawien aus. Obwohl ihre Folgen längst nicht bewältigt sind, erschütterten sie das Selbstverständnis im übrigen Europa nur kurz. Auch der Terror schlug lange vor Paris zu. Der blutigste Anschlag in der Europäischen Union seit dem Zweiten Weltkrieg fand 2004 in Madrid statt, als Bomben in Nahverkehrszügen explodierten und 191 Menschen töteten.

Die Bedrohung wirkte dennoch irgendwie abstrakt. Das Terrornetzwerk al-Kaida hauste weit entfernt hinter den sieben Bergen im Hindukusch. Der «Islamische Staat», dessen Terror das heutige Europa bedroht, ist anders, realer. Dafür sorgen seine clevere Propaganda und die jungen, frustrierten Europäer, die ihm zugelaufen sind. Wenn sich dann noch unzählige Flüchtlinge in die Gegenrichtung bewegen, wird die Bedrohung konkret, wachsen Verunsicherung und Angst.

Europa zahlt einen hohen Preis für die fehlende Weitsicht seiner Politiker. Gräben, die zugeschüttet schienen, wurden neu aufgerissen.

Europa wurde 2015 knallhart mit der Realität einer unruhigen Welt konfrontiert. «Die Friedensdividende ist verbraucht», brachte es der frühere deutsche Aussenminister Joschka Fischer im Interview mit watson auf den Punkt. Vermeintliche Meilensteine wie der Euro und die Abkommen von Schengen und Dublin haben sich als Schönwetter-Konstrukte entpuppt.

Dabei sind die erwähnten Krisen nur ein Teil des europäischen Problems. Die demographische Alterung ist ebenso eine Herausforderung wie die seit Jahren schwächelnde Wirtschaft. Europa kann das Versprechen eines stetig steigenden Wohlstands nicht mehr erfüllen. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt in einigen Ländern bei 50 Prozent. Und im Osten spielt Russlands Präsident Wladimir Putin weiterhin mit den Muskeln. Die Ukraine-Krise ist längst nicht gelöst.

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Die vielfältigen Herausforderungen scheinen Europa zu überfordern und zu lähmen. Symptomatisch dafür ist das Verhalten der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel, der heimlichen «Chefin» des Kontinents. Spielte sie in der Griechenland-Krise die knallharte Zuchtmeisterin, wurde sie angesichts der Flüchtlingswelle zur empathischen «Mutter Teresa», die mit ihrer «Willkommenskultur» die Menschen gleichzeitig bewegte wie erschreckte.

Zuvor war Merkel vorab als Verwalterin des Status Quo bekannt. Sie kürzte die Hilfe vor Ort für die syrischen Flüchtlinge. Nun kamen sie halt nach Deutschland. Sie wehrte sich gegen den EU-Beitritt der Türkei und hielt sich Recep Tayyip Erdogan vom Leib, als dieser noch mehr ein Reformer denn ein Autokrat war. Nun musste sie vor ihm regelrecht zu Kreuze kriechen, wenn dieser Ausdruck in Zusammenhang mit Erdogan nicht irgendwie deplatziert wirken würde.

In der Krise wächst die Versuchung, sich in die vermeintliche Geborgenheit des Nationalstaats zu verkriechen.

Europa zahlt einen hohen Preis für die fehlende Weitsicht seiner Politiker. Gräben, die zugeschüttet schienen, wurden neu aufgerissen. In der Eurokrise öffnete sich die Kluft zwischen dem Norden und den überschuldeten Ländern des Südens. Die Flüchtlingskrise offenbarte, dass die kulturellen Differenzen zwischen West und Ost längst nicht überwunden sind. Es zeigt sich nun, wie sehr die Staaten hinter dem Eisernen Vorhang von der wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Dynamik im westlichen Europa der Nachkriegszeit abgekoppelt waren.

Image

In der Krise wächst die Versuchung, sich in die vermeintliche Geborgenheit des Nationalstaats zu verkriechen. In Polen und Ungarn haben nationalistische Parteien die Mehrheit im Parlament erobert. Sie wollen den Staat auf eine Weise umbauen, die Besorgnis erregt. In Dänemark sind sie indirekt an der Regierung beteiligt. In Frankreich rüttelt Front-National-Chefin Marine Le Pen an den Türen zur Macht. Unrühmlicher Spitzenreiter im westlichen Europa in Sachen Rechtsnationalismus ist die Schweiz, wo die SVP bei den Wahlen im Oktober knapp 30 Prozent erreichte.

Pegida protestiert in Dresden

Von allen Seiten zerren Fliehkräfte am europäischen Einigungswerk, nicht nur im Osten. Im Norden zeigte sich Schweden in der Flüchtlingskrise von der grosszügigen Seite, Dänemark und Finnland setzten auf Abschottung. In den Südländern befindet sich die Linke auf dem Vormarsch, sie hat die Wahlen in Griechenland, Portugal und zuletzt Spanien gewonnen und propagiert ein Ende oder zumindest eine Lockerung der Sparpolitik. Und im Westen wird der britische Premierminister David Cameron wohl schon nächstes Jahr über den Verbleib in der EU abstimmen lassen.

Cameron ist gegen einen «Brexit», aus gutem Grund. Er weiss, dass selbst das stolze Britannien als «Einzelkämpfer» in der Welt einen schweren Stand hätte. Gleiches gilt für Deutschland und Frankreich, wie Joschka Fischer bei seinem Auftritt in Zürich betonte. Sie sind nur kleine Akteure im Vergleich mit den USA oder den aufstrebenden Riesen China und Indien. Man könnte auch Brasilien oder Nigeria erwähnen, zwei Länder mit grosser Bevölkerung und  Potenzial. Ein Zerfall der EU macht Europa zum irrelevanten Kontinent.

Das Ende der EU, dieser feuchte Traum vieler SVP-Anhänger, könnte sich als Alptraum entpuppen.

Die Antwort auf das Krisenjahr 2015 lautet deshalb nicht weniger, sondern mehr Europa. Mit einer gemeinsamen Finanz- und Wirtschaftspolitik lassen sich künftige Eurokrisen eindämmen. Eine gemeinsame Aussen- und Sicherheitspolitik erlaubt eine bessere Sicherung der Aussengrenzen und ein stärkeres Auftreten des Kontinents auf der Weltbühne. Dazu gehört auch die militärische Option. Die alte Masche, wonach die Europäer die «Drecksarbeit» den Amerikanern überlassen, zieht nicht mehr. Die USA werden sich ohnehin zunehmend nach Asien orientieren.

Für derart radikale Schritte sind viele Europäer mental nicht bereit. Realistischerweise muss die EU sich von der Illusion einer «immer engeren Union» verabschieden. Dieser Schritt bleibt einer «Koalition der Willigen» um das Führungsduo Deutschland und Frankreich vorbehalten, die die Integration vertieft. Die übrigen Staaten nehmen auf der Basis des Binnenmarkts mehr oder weniger stark daran teil. Ein solches Europa könnte auch für die Schweiz zum Thema werden.

Anschlagsserie erschüttert Paris

Ein dickes Fragezeichen ist mit dieser Idee verbunden: Das Hauptproblem im heutigen Europa ist nicht Orban oder Kaczynski, weder Griechenland noch Grossbritannien. Es ist das notorisch reformresistente Frankreich, das seiner glorreichen Vergangenheit nachtrauert. Erschreckend viele junge Wähler lassen sich von den abstrusen Abschottungs-Fantasien des Front National anziehen. Zwar hat die zweite Runde der Regionalwahlen gezeigt, dass der Weg für Marine Le Pen in den Elysée-Palast weit ist. Aber was geschieht, wenn der Terror noch mehrmals zuschlägt?

Im besten Fall findet Frankreich einen Ausweg aus seinem Dauer-Malaise, kommt die Wirtschaft ohne das «Doping» durch die Europäische Zentralbank in Fahrt, sorgen die Flüchtlinge für eine Revitalisierung des alternden Kontinents. Kommt es hingegen knüppeldick, erleben wir eine Renationalisierung. Der Kontinent zerfällt in seine Einzelteile, die versuchen werden, sich die Zumutungen dieser Welt vom Leibe zu halten.

Die Syrer wollen nicht in die reichen Golfstaaten, sie haben keine Lust auf den dortigen Steinzeit-Islam samt Religionspolizei. Sie träumen von Frieden und Wohlstand in Europa.

Die stark globalisierte Schweiz wäre davon massiv betroffen. Den Kriegen und Katastrophen des 20. Jahrhunderts konnte sich unser Land mit Schlaumeierei, Skrupellosigkeit und einer gehörigen Portion Glück entziehen. In einem Europa, in dem jeder gegen jeden agiert und der Protektionismus blüht, dürfte dies kaum mehr gelingen. Das Ende der EU, dieser feuchte Traum vieler SVP-Anhänger, könnte sich als Alptraum entpuppen.

Die Schweiz hat allen Grund, auf eine Weiterführung des europäischen Einigungsprojekts zu hoffen. Die Chancen sind intakt, dass es gelingen wird, auch wenn der Weg dorthin schmerzhaft sein dürfte. Weitere Terroranschläge sind nicht nur möglich, sondern wahrscheinlich. Die Eurokrise und die Integration der zahlreichen Flüchtlinge bleiben grosse, ja herkulische Aufgaben.

Syrer preisen «mitfühlende Mutter Merkel»

Dabei zeigen gerade die Flüchtlingsströme, dass die europäischen Werte Freiheit, Demokratie und Marktwirtschaft eine ungebrochene Attraktivität ausstrahlen. Warum sonst ist der vermeintlich marode Kontinent ein solcher Magnet für Menschen auf der Suche nach einer besseren Zukunft? Die Syrer wollen nicht in die reichen Golfstaaten, sie haben keine Lust auf den dortigen Steinzeit-Islam samt Religionspolizei. Sie träumen von Frieden und Wohlstand in Europa. Gleiches gilt für zahlreiche junge, gut ausgebildete Russen, die dem Putinismus den Rücken kehren.

«Am Ende dieser Krisen werden wir es mit einem stärkeren Europa zu tun haben», ist Joschka Fischer, dieser leidenschaftliche Europäer, überzeugt. Seinen Optimismus begründete er in Zürich mit einer Anekdote. Oft genug habe er sich in seiner Zeit als deutscher Aussenminister grün und blau geärgert, wenn in den EU-Gremien stundenlang bis aufs Komma um einen Kompromiss gefeilscht wurde. «Aber dann sagte ich mir: Keep cool, Fischer, deine Vorväter sind wegen solchen Streitigkeiten aufs Schlachtfeld gezogen.»

Eine Rückkehr zu einem solchen Europa kann sich definitiv niemand wünschen.

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58Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • runner 31.12.2015 10:16
    Highlight Highlight abwarten: Wenn die Deutschen die Rechnung präsentiert bekommen (steigende Krankenkassenbeiträge, sinkende Schul- und Kindergartenqualität , steigende Steuern) dann werden wir mal sehen, was passiert.
    Zu Europa: 1. Eine einzige Währung für starke UND schwache Länder kann nicht funktionieren. Man sollte allen Mittelmeeranrainern ihre alte Währung so lange zurück geben bis sich ihre Wirtschaft erholt hat.
    2. Der EU Bürokratismus ist teuer und wirtschaftsfeindlich!
  • Hierundjetzt 27.12.2015 10:34
    Highlight Highlight Der gedankliche Ansatz des Europa mit 2 Geschwindigkeiten finde ich sehr prüfenswert. Als kontinentalen "Anker" soll sich der Kernbereich, DE, FR, Benelux et al wie geplant weiterentwickeln (1. Geschwindigkeit). Dies wird einen positiven Ausstrahlungseffekt für alle anderen haben.

    Zur 2 (langsamen) Geschwindigkeit zähle ich auch uns, d.h. Übernahme der Grundüberzeugungen der EU (PFZ, Freihandel usw) Rest nach Willen und Möglichkeit
    • Triesen 27.12.2015 12:01
      Highlight Highlight Das ist doch mal ein guter Ansatz. Der gefällt mir. Bitte unbedingt in Brüssel einreichen... 👍
    • Hierundjetzt 27.12.2015 12:44
      Highlight Highlight Sehen wir doch den Tatsachen ins Auge: mit dem EWR wären wir bis in alle Ewigkeit selbstbestimmt gewesen (Norwegen als sehr gutes Beispiel). Infolge Blochers Weitsicht sind wir am Ende des SVP-geprägten Weges angelangt. Siehe gefordertes institutionelles Rahmenabkommen ("Fremde Richter").

      Wir als CH sind Dank Blocher nicht mehr Schrittmacher sondern Vollzieher. Punkt. Alles andere ist schlicht gelogen. Daher empfinde ich nur noch agressive Ablehnung gegenüber der SVP
  • Berggurke 26.12.2015 23:27
    Highlight Highlight Wenn ich mir die Kommentarspalte so anschaue, weiss ich, warum ich watson und nicht mehr 20 min und Blick lese. Hier werden ernsthaft Meinungen ausgetauscht, ohne dass man jemanden, der eine andere vertritt, gleich beileidigt, wie es in den Kommentaren der oben genannten Boulevardzeitungen der Fall ist. Hier gibt es noch eine Diskussionskultur, wie sie sein sollte.
    Ausserdem finde ich, dass die Artikel von watson immer sehr gut geschrieben und recherchiert sind. Das sollte auch mal so gesagt werden! Weiter so!
    • Triesen 27.12.2015 08:15
      Highlight Highlight Das kann ich nur unterschreiben. Das Forum von Blick kann ich mir vorstellen, ohne dort gewesen zu sein und bei 20Minuten bin ich geflüchtet. Aber auch hier laufen User herum die behaupten, dass 90% von irgendetwas passiert sind. Dann ist es wichtig nachzufragen und damit zu zeigen, dass fiktive Zahlen eben so wenig ein Argument sind wie Beleidigungen...,
    • TaZe 27.12.2015 09:34
      Highlight Highlight @ Triesen und @ Berggurke
      Ich musste gerade ein bisschen schmunzeln. Meiner Meinung nach, ist watson (und deren User) eher links eingestellt und bei 20 Minuten ist es umgekehrt. Dies ist mir schon öfter aufgefallen und ist vielleich auch der Grund, warum Sie sich auf dem anderen Portal nicht wohlfühlen :)
    • Triesen 27.12.2015 10:04
      Highlight Highlight @TaZe ...vielleicht ist es eher die Frage nach einem Umgang geprägt durch Respekt und Abstand, was eben nicht Sache der Rechtspopulisten und Wutbürger ist. Auch sachliche Argumente sollen einer wertvollen Diskussion nicht schaden...
  • Jol Bear 26.12.2015 22:05
    Highlight Highlight Eine gemeinsame Währung für Länder mit völlig verschiedener Wirtschaftsleistung, viele kompetente Ökonomen hatten davor gewarnt. Ein "Friedensprojekt" indem man möglichst schnell viele Länder zum EU-Mitglied machte. Allein mit Fördergeldern für EU-Mitglieder lassen sich zwar viele ködern, aber ihre Identität und Nationalstolz verkaufen sie so nicht. Das Problem der EU ist das dilettantische zentralistische Vorpreschen ihrer politischen Eliten unter Missachtung der Befindlichkeit der Völker. Die Probleme sind hausgemacht. Die EU täte gut daran, sich wenigstens im Sinne Camerons zu reformieren.
    • Triesen 26.12.2015 22:20
      Highlight Highlight Interessante Gedanken. Grundsätzlich möchte ich trotzdem daran erinnern, dass die EU noch sehr jung ist, sagen wir ein Teenager. Und weil das Gebilde so viele Kulturen unter einem Dach vereint, ist klar, dass nicht alles perfekt läuft. Erschwerend kommt die zahlreichen Krisen 2015 dazu. Es wäre spannend zu sehen, wie die Schweiz damit umgegangen wäre.

      Die Reformvorschläge von Cameron sind zum Teil wirklich sinnvoll. Er wäre aber glaubwürdiger, wenn GB aktiv mitarbeiten würde, statt immer wieder zu blockieren. Mir macht er etwas zu viel Opposition...

    • Jol Bear 26.12.2015 23:16
      Highlight Highlight Die "europäische Idee", Friedensprojekt usw. mögen o.k. sein. Doch ihre Wortführer handeln trotzdem nach nationalen Interessen. Wenn Merkel sagen würde: "Ja, wir befürworten den Schuldenschnitt für Griechenland, wir schaffen dort Rahmenbedingungen, dass auch die deutsche Industrie Arbeitsplätze nach Süd- und Osteuropa verlagert und wir müssen bei uns vorübergehend mit Arbeitslosigkeit von über 15% und Wohlstandsverlust rechnen. Alles für ein gemeinsames Europa." Dann würde sie als MutterEuropa glaubwürdig, aber bald a.D. sein. Selbiges gilt für la grande Nation und andere. Alles Illusionen.
    • Triesen 27.12.2015 08:24
      Highlight Highlight @Jol Bear ...jetzt sind wir fast auf einer Linie. Die Aussage die du dir von Merkel wünscht wirst du so aber nie erhalten, weniger wegen ihrer Wähler - mehr wegen anderer Mitglieder, die ihre Hausaufgaben erledigt haben.

      Zum Beispiel Irland. "Give us our Money back" würde es schnell heissen und das zu Recht. Mitglied der EU zu sein bedeutet nicht seine Eigenverantwortung abzugeben.

      Es bedeutet übrigens auch nicht den Verlust der Autonomie: Die EU hat ein Parlament, wo die Länder ihre Vertreter hinschicken, um ihre Interessen zu vertreten.
  • MaskedGaijin 26.12.2015 20:17
    Highlight Highlight und mittendrin merkel. zu erst den griechen die renten kürzen und dann das übrige europa mit ihrer "willkommenskultur" überrumpeln. und wer nicht mitmacht gehört nur noch zur 2. liga der eu.
    • NWO Schwanzus Longus 26.12.2015 20:30
      Highlight Highlight Fast alle Länder wie Dänemark, Polen, Grossbritanien, Frankreich zum Teil, Ungarn, Österreich, Griechenland, Italien und viele Weitere mehr, sind gegen die Politik von Frau Merkel. Merkels alleingang hat Europa erst instabiler gemacht. Deutschland hat sich ins Abseits manövriert.
    • Triesen 26.12.2015 20:43
      Highlight Highlight Ich denke das Krisenmanagement der Merkel war - gemessen an der Anzahl Probleme in sehr kurzer Zeit - durchaus gut. Natürlich war es nicht ideal und sie konnte es nicht allen Recht machen.

      Darüber hinaus sei daran erinnert: Die Regeln für Griechenland hat nicht Merkel diktiert, dass war die Troika. Nur um bei den Fakten zu bleiben.

      Würden die Griechen ihre Steuern eintreiben, die Hilfe welche Schäuble angeboten hat wurde abgelehnt, sähe es besser für die Rentner aus.

      Dabei könnten die Schweizer auch etwas beitragen, sie könnten das hinterzogene Geld der Griechen zurückschicken....
    • Triesen 26.12.2015 21:30
      Highlight Highlight @Zuagroasta ...Danke für den ergänzenden Hinweis. Der Zusammenhang ist tatsächlich offensichtlich. Aber das überrascht mich auch nicht, denn @Macho hat schon öfter demonstriert, wessen Geistes Kind er ist.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Kookaburra 26.12.2015 19:42
    Highlight Highlight Durch die EU wurde der wichtigste europäische Wert "Freiheit" durch einen zentralistischen Moloch ersetzt, der sich sogar über den anderen Wert "Demokratie" plaziert.
    Durch den Euro, durch die #*¢# europäische Geldpolitik und durch den "Lobbyismus" wurde der dritte Wert "Marktwirtschaft" ausgehölt und durch die "Fiat-Money"-Absurdität pervertiert.

    Dank dem karnickelhaften gebaren der Baby Boomer und dem "Heiligtum" Wachstumszwang, wird die Schweiz und Europa immer mehr an die Mindestbieter verschachert.

    Der Preis für "Relevanz" ist hoch, aber den zahlen ja, wie bei links üblich, die Kinder!
    • Triesen 26.12.2015 20:28
      Highlight Highlight Links-Rechts. Ist das nicht langweilig? 😴Das ewig gestrige Denkschema, mit dem nichts gewonnen wird. Nur verloren. Hört denn der ****** Wahlkampf nie auf? Schade.
    • Oberon 26.12.2015 21:04
      Highlight Highlight @Triesen
      Naja, viele können halt nicht im Ansatz verstehen wie die verschiedenen System miteinander funktionieren. Deshalb kann man den Leuten auch nicht böse sein, da nicht mal Experten diese Auswirkungen im ganzen überblicken können. Argumentationen wie z.B. Links oder Rechts sind nur ausdrücke von Hilflosigkeit nicht mehr und nicht weniger. Viel wichtiger wird es sein das neue Wege in Zukunft gegangen werden müssen. Trotzdem muss dies in einem kontrollierten mass passieren sonst wird es nicht möglich sein die Menschen mitzunehmen, da Überforderung meistens in Gewalt oder Abschottung endet.
    • FrancoL 26.12.2015 21:07
      Highlight Highlight Gargamel können Sie mir ein wenig Ihren Satz: "….aber den zahlen ja, wie bei links üblich, die Kinder!". ich bin ein Befürworter von der EU (nicht den Beitritt der CH) und verfolge die politischen Geschehnisse in den Nachbarländern seit 2 Dutzend Jahre, so richtig mag der Satz sich mir nicht erschliessen; ausser vielleicht wenn man mit Links alle politischen Kräfte links von den rechts Populisten meint. Ja dann macht er Sinn, allerdings diese Abgrenzung würde ein grosser Teil der liberalen Kräfte wohl nicht akzeptieren, bzw. mit Grund abweisen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Triesen 26.12.2015 18:17
    Highlight Highlight An grossen Aufgaben zeigt sich die Qualität. Ich bin überzeugt die EU wird die Prüfung bestehen und gestärkt daraus hervorgehen. Es wäre schade, wenn das erfolgreichste Friedens- und Wirtschaftsprojekt scheitert. Auch für mich war es kein einfaches Jahr, aber ich habe alle Krisen bewältigt und gehe optimistisch ins 2016...
    • Hierundjetzt 27.12.2015 13:28
      Highlight Highlight Unaufgeregt auf den Punkt gebracht. Merci.
    • Triesen 27.12.2015 15:25
      Highlight Highlight @Hierundjetzt ...diesen Optimismus wünsche ich allen Usern im Forum. Es wird oft vergessen, dass wir auf einem sehr hohen Niveau jammern und klagen...

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