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Juha

Juha Jarvinen vor seinem Haus im Westen Finnlands: Nach jahrelanger Arbeitslosigkeit will Jarvinen dank des BGE eigene Projekte lancieren. bild: zvg

Wie das Bedingungslose Grundeinkommen das Leben dieses Finnen verändert hat

Nach einem Burnout lebt der Finne Juha Jarvinen jahrelang von Arbeitslosengeld – bis Post von den Behörden in seinem Briefkasten landet: Im Zuge eines Experiments bekommt der sechsfache Familienvater zwei Jahre lang ein Bedingungsloses Grundeinkommen. Ein Gespräch über Couchpotatoes, scheue Finnen und senegalesische Brunnen.



Juha Jarvinen, markantes Gesicht, stechender Blick, leicht zerzaustes Haar, sitzt am Couchtisch in seinem Haus im Westen Finnlands. Ein Holzhaus, geräumig, ofenbeheizt, eines von vielen in der von der Metallindustrie geprägten Region des skandinavischen Landes. Der 38-Jährige nimmt sich Zeit für das Skype-Interview, wie für alle Anfragen von Journalisten. Mehr als hundert seien es in den letzten Tagen gewesen. Und allen will Jarvinen seine Geschichte erzählen.

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Juha stellte Holzrahmen her, bis ihn ein Burnout in die Arbeitslosigkeit zwang. Auf Skype zeigt er den Katalog mit seinen früheren Arbeiten. bild: watson

Juha Jarvinen, Sie haben im Januar erstmals ein Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE) erhalten –  frönen sie jetzt dem Lotterleben?
Finnland ist ein teures Land, das Grundeinkommen [umgerechnet 600 Schweizer Franken pro Monat Anm.d.Red.] reicht ja nur knapp, um Essen zu kaufen. Meine Frau ist Pflegerin, wir haben sechs Kinder. Wir führen also immer noch ein armes Leben, an Rumhängen ist nicht zu denken.

Das BGE ist sogar tiefer als das Arbeitslosengeld, das Sie bis jetzt erhalten haben. Ist das nicht irrsinnig?
Nein, überhaupt nicht. Es ist grossartig. Das BGE macht mich frei, ich kann endlich meine eigenen Entscheidungen treffen, meine Ideen umsetzen. Mein Leben hat sich markant verbessert.

Und das schon nach einem Monat?
Ich habe sehnlichst darauf gehofft, für das Experiment ausgewählt zu werden. Während meine sechs Kinder auf Weihnachten warteten, bangte ich um den Entscheid. Zu wissen, dass ich jetzt während zwei Jahren keine bürokratischen Hürdenläufe mehr absolvieren und keine Arbeitslosenprogramme mehr besuchen muss, hat mein Leben schon jetzt verbessert, ja.

Das BGE-Experiment

Finnland versteht sich bereits seit der Nachkriegszeit als ausgeprägter Wohlfahrtsstaat. Arbeitslose erhalten eine Unterstützung in Form von Taggeldern, die nicht vom früheren Einkommen abhängig sind. Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 erholt sich Finnlands Wirtschaft dank Umstrukturierungen und Investitionen in die Hochschulbildung. Die Arbeitslosenquote lag im Jahr 2016 dennoch noch bei rund 9,1 Prozent – und damit um einiges höher als in Norwegen (4,7 Prozent) und Schweden (6,9 Prozent). Jarvinen ist einer von 2000 arbeitslosen Finnen, die von der Regierung zufällig für ein BGE ausgewählt wurden. Seit Anfang dieses Jahres läuft das Experiment nun. Es soll testen, ob ein BGE das soziale System vereinfachen und mehr Menschen in Jobs bringen kann. Seit einem Monat bekommt Jarvinen umgerechnet knapp 600 Franken statt des Arbeitslosengeldes. Ohne etwas dafür tun zu müssen. (dwi)

Sind denn Arbeitslosenprogramme etwas Schlechtes?
Ich habe mal für eine Kirche Putzarbeiten erledigt. Für neun Euro pro Tag. Das nenne ich Sklavenarbeit. Und ein Mal musste ich an einen Kurs, der den Arbeitslosen hätte dabei helfen sollen, einen Job zu finden. Wir lernten, einen Computer einzuschalten und Word zu benutzen. Eine Woche lang! Obwohl ich und sicher 20 andere schon lange wussten, wie das geht. Das ist wahnsinnig teuer und nützt den wenigsten etwas. Ich dachte mir, ich würde viel besser fischen gehen.

«Hey, Mark Zuckerberg wusste auch nicht, ob Facebook funktionieren wird.»

Das finnische Sozialsystem gilt als eines der besten
Klar, es ist gut, aber es bringt die Menschen nicht auf den Arbeitsmarkt zurück – im Gegenteil. Wir sind Schauspieler in einem Theater: Wer den Behörden vorgaukeln kann, er suche Arbeit, oder habe bald Arbeit, schlüpft durch. Wer mal einen Job für Geld erledigen will, dem wird das Arbeitslosengeld gestrichen. Man fährt also besser, wenn man sich einfach durchmogelt. Zudem ist das System einfach nicht mehr zeitgemäss.

Warum nicht?
In meiner Region dominiert die Metallindustrie, viele Stellen sind wegen der Automatisierung verloren gegangen. Das ist gut, das fühlt sich an wie eine zweite industrielle Revolution. Doch nun müssen wir uns von den alten, riesigen Fabriken verabschieden und uns umorientieren. Denn im Moment rennen wir noch Jobs nach, die es nicht mehr gibt.

Und das BGE könnte bei der Umorientierung helfen?
Auf jeden Fall. Jetzt kann ich mit allen möglichen Jobs Geld zusätzlich verdienen, was ich vorher nicht konnte. Mein Nachbar beispielsweise wollte mich dafür bezahlen, dass ich ihm eine Hundehütte baue. Aber das geht nicht, selbst wenn er mir zehn Euro überweisen würde, würden die Behörden sagen: «Du verdienst ja, wir streichen dir dein Arbeitslosengeld.» Jetzt kann ich auch solche Jobs annehmen, die kein geregeltes Einkommen bedeuten.

«Wenn es hier funktioniert, funktioniert es überall.»

Fischen, Hundehütten bauen, was haben Sie sonst für Pläne?
Ich habe lange davon geträumt, mir wieder ein eigenes Business aufzubauen. Und ich habe viele Ideen. Diesen Monat war ich drei Wochen in Senegal, um mit einer Freundin einen Film zu drehen. Wir haben ein Skript in der Pipeline für eine weitere Produktion. Ich baue Trommeln, für die ich schon viele Anfragen erhalten habe, flicke elektronische Geräte für Bekannte. Und ich überlege mir nun, von Couchsurfing auf Airbnb umzustellen und mit Tourismus etwas zu verdienen.

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Juha Jarvinen in Senegal. bild: facebook

Was haben Sie gemacht, bevor Sie arbeitslos wurden?
Ich hatte mein eigenes Unternehmen, fertigte Holzrahmen an. Es lief gut, ich hatte viele Kunden. Doch vor fünf Jahren hatte ich ein Burnout und verlor alles. Es war eine harte Zeit, aber ich bin nicht verbittert, es hat auch seine guten Seiten. Auf jeden Fall hätte ich in den letzten Jahren immer gern gearbeitet, doch das Risiko, sechs Kinder durchzubringen und wieder etwas eigenes aufzubauen, war einfach zu gross.

Sie sind der perfekte Botschafter für das BGE. Sie sind kreativ und haben eigene Ideen. Das dürfte längst nicht für alle gelten.
Viele meinen, wenn jemand ein BGE bekommt, hängt er einfach in seinem Sofa rum und chillt. Aber das glaube ich nicht. Sicher findet es jeder toll, einfach mal frei zu haben, ein paar Tage, Wochen, vielleicht sogar ein Jahr. Aber dann wollen doch alle zurück und etwas tun. Ausser ein paar Hippies vielleicht. Ich bin überzeugt, dass das BGE die Gesellschaft weiter bringt. Es ist wie ein Brunnen in Senegal. 

Was?
In Senegal war ich überrascht, wie viel Zeit die Frauen dort damit verbringen, Wasser zu holen. Hätten Sie alle einen besseren Zugang zu einem Brunnen, könnten Sie sich in der restlichen Zeit anderem widmen. Eine Stufe höher setzt das BGE an: Statt sich mit Behördenkram rumschlagen zu müssen und frustriert arbeitslos zu bleiben, kann ich mich um Projekte kümmern oder mit meinen Kindern spielen. Natürlich ist auch das ein Risiko – ich weiss ja nicht, ob meine Projekte gelingen und irgendwem etwas bringen. Aber hey, Mark Zuckerberg wusste auch nicht, ob Facebook funktionieren wird.

«Es bedeutet Humanität.»

Mark Zuckerberg wäre aber gerade ein Beispiel dafür, dass es das BGE für Innovationen nicht zwingend braucht.
Natürlich wird niemand zum Zuckerberg nur weil er ein BGE bekommt. Aber es braucht Pioniere, und wenn das BGE kreative Menschen dazu bringt, Dinge auszuprobieren und ihre Fähigkeiten zu testen, schafft das neue Jobs. Ich kenne auf jeden Fall viele Menschen, die arbeitslos sind und gern etwas tun würden, denen das Risiko aber zu gross ist. 

Juha

Jarvinen in der Küche mit drei seiner sechs Kinder. Bild: zvg

Das Risiko, ein BGE einzuführen, ist auch gross. Es ist teuer.
Das jetzige System ist auch teuer, schadet der Regierung und den Menschen. Das BGE wäre eine Investition. Es würde wohl eine Weile dauern, bis etwas daraus entsteht und der Wandel sichtbar ist. Aber wir investieren ja auch in die Infrastruktur, warum nicht in den Menschen, ganz direkt?

Es ist eine schöne Vorstellung, Menschen würden trotzdem arbeiten, aber die schlechten Jobs ablehnen. Aber was, wenn aus der Autonomie auch Überforderung erwächst?
Ich glaube einfach nicht, dass jemand ein Jahr lang Vodka trinken und auf der Couch rumhängen, oder ein Jahr lang Ferien haben will.

Ausser die Hippies.
Ausser die Hippies. Aber von denen gibt es nicht so viele. Und dass es Menschen gibt, die ein System für sich ausnutzen, ist ein Fakt, den man akzeptieren muss.

Solche, die dann tatsächlich nur Vodka trinken.
Das macht doch niemand freiwillig. Das sind Schicksale, die sich niemand wünscht und die niemand wählt. Das sind persönliche Tragödien, die einfach nicht vermeidbar sind. 

Einverstanden. Wird Ihnen in den nächsten zwei Jahren eigentlich auf die Finger geschaut?
Tatsächlich habe ich diese Woche einen Brief bekommen, in dem es hiess, ich müsse einen Sozialarbeiter treffen und meine Visionen und Pläne besprechen. Ich habe viele Ideen, aber konkrete Pläne habe ich noch keine gemacht. Bis jetzt musste ich mich noch mit all den Journalisten rumschlagen!

Sie sind auch der einzige der Probanden, der sich öffentlich gezeigt hat.
Finnen sind scheu, die zeigen sich nicht gern. Ich weiss auch nichts über die anderen. Vielleicht lerne ich die ja mal kennen. Aber ich gebe gerne mein Gesicht für dieses Experiment. Es wird sich auszahlen, besonders für die sozial schwachen. Es bedeutet Humanität. Wenn es hier funktioniert, wird es überall funktionieren, davon bin ich überzeugt. Also laufe ich jetzt noch ein bisschen rum und erzähle allen, wie toll es ist. Bevor die Wahrheit rauskommt (lacht).

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    Alle Leser-Kommentare
  • Midnight 20.02.2017 22:06
    Highlight Highlight ❤️ Hoffentlich kommt es in der Schweiz irgendwann auch noch...
    23 9 Melden
  • pierolefou 20.02.2017 17:44
    Highlight Highlight @evan: danke für deine zeilen. bin absolut mit dir einverstanden. pierolefou
    3 0 Melden
  • Evan 20.02.2017 00:14
    Highlight Highlight Vielen Dank für diesen Beitrag. Genau solche Dinge sind die Stärken von Watson.
    Schade haben wir Schweizer uns gegen ein Grundeinkommen entschieden. Ich bin immer noch davon überzeugt, dass es auch ein kleiner Beitrag als 2500 Franken getan hätte. Ich sehe das BGE eigentlich als logische Konsequenz. Wenn wir bedenken, dass wir in einem zivilisierten Land wie der Schweiz einen Menschen nicht seinem Schicksal überlassen können, wenn sich dieser nicht selber versorgen kann, dann erachte ich ein BGE als die wirksamste Art der Unterstützung - gerade wegen den Nachteilen des heutigen Systems.
    154 40 Melden
    • dmark 20.02.2017 10:59
      Highlight Highlight Kleiner Betrag von 2500 Franken... das sind aber im Vergleich zu Finnland das Vierfache.
      20 15 Melden
    • poga 20.02.2017 12:02
      Highlight Highlight @Evan ich bin deiner Meinung. Es qar jedoch schlicht zu früh dafür. Wirklich davon profitiert hätten im Moment vor allem Künstler und Studenten. Eventuell noch Sozialhilfenezüger. Darum wurde es abgelehnt.
      20 1 Melden
    • Evan 20.02.2017 12:50
      Highlight Highlight @dmark, ich wollte schreiben "kleinerer Betrag".

      Und was soll ich zu deiner Aussage sagen... Finnland's Löhne und Lebensunterhaltskosten sind glaube ich nicht ganz auf unserem Niveau.
      20 8 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Tschedai 19.02.2017 23:15
    Highlight Highlight Diese Tests sind jetzt sehr wichtig. Warum? Selbst wenn es nach der vierten Industriellen Revolution wieder mal genügend Jobs geben wird, so sehen wir, dass in der Vergangenheit in den Übergangsphasen sehr viele Menschen gelitten haben. Und auf solche Probleme scheinen wir auch jetzt wieder zu stossen. Denn nicht alle werden mitkommen mit dem digitalen Wandel. Die Staaten tun noch sehr wenig. Aber man muss sich bewusst sein, dass auch das Schweizer Sozialsystem nicht für 30% Arbeitslose und Ausgesteuerte ausgelegt ist.
    78 8 Melden
  • Cyberpunk 19.02.2017 22:22
    Highlight Highlight In Bezug auf die weltweite voranschreitende Digitalisierung der Wirtschaft/Gesellschaft, erachte ich es als besonders wichtig, dass wir die Veränderungen welche jetzt stattfinden, wahrnehmen und allenfalls in zukünftigen politischen Abstimmungen miteinbeziehen. Interessanter Artikel, vielen Dank.
    102 6 Melden
  • seventhinkingsteps 19.02.2017 21:57
    Highlight Highlight Das wird sich jetzt sehr polemisch anhören, aber nachdem Elon Musk sagte, das BGE sei unvermeidbar, muss ich sagen: Das bedingungslose Grundeinkommen ist reine Symptombekämpfung und der letzte verzweifelte Versuch den Kapitalismus in seiner jetzigen Form am Leben zu erhalten. Geht die wirtschaftspolitische Entwicklung so weiter, wird das BGE in 20 Jahren nichts weiter sein als ein kleiner Trostpreis der einen Scherenspitze zur anderen. Ein kleiner Anteil des ganzen Reichtums, der durch Automation und Kostensenkung angesammelt werden wird. Und jetzt happy blitzing :D
    52 75 Melden
    • Tschedai 19.02.2017 23:17
      Highlight Highlight Ja, du hast die Blitze schon kommen sehen, da du unterbewusst weisst, dass das nicht durchdacht war, was du sagtest. Das BGE ist keine Symptombekämpfung sondern ein Teil von vielen um dem digitalen Wandel zu begegnen. Geld allein löst noch nicht alle Probleme, aber es ist wichtig, dass man dafür eine schlaue Lösung hat. Wichtig ist auch, dass Menschen weiterhin die Möglichkeit haben sich zu verwirklichen. Das allein wird schon viele Jobs schaffen. Da stehen wir vor einer grossen kulturellen Veränderung.
      60 9 Melden
    • Charlie Brown 20.02.2017 06:48
      Highlight Highlight @seventhinkingsteps: Das sehe ich ziemlich gleich wie du. Diese kritische Haltung kommt aber nicht so gut an.

      Das BGE ist zudem ein einziger Denkfehler. Hört sich zwar super an fürs Individuum, ist aber gesellschaftlich unmöglich. Vom sich selbst verwirklichen kommt erstmal nix zu essen auf den Tisch, zumindest nicht, wenn es alle tun wollen. Es funktioniert nur zu Lasten der Allgemeinheit.
      11 25 Melden
    • Töfflifahrer 20.02.2017 10:31
      Highlight Highlight @charlie brown: und auf welche Kosten gehen ALV und Sozialhilfebzw. Ergänzungsleistungen? Vor allen wenn es immer mehr werden?
      19 4 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • DonPedro 19.02.2017 21:29
    Highlight Highlight Juha Jarvinen ist ein Medienaushängeschild, war Unternehmer, kreativ, eigene Ideen etc
    Es dürfte in diesem Experiment auch negative Beispiele geben, von denen wir dann auch hören möchten
    Und mir sind die finnischen Rahmenbedingungen auch nicht klar
    Bekommt jeder Einwohner (Bürger, Mensch, Werktätige usw ein BGE
    Kinder-dann hätte er schon 6mal eines) ? Wie verhält es sich mit KZ, IV
    Tagegeldern etc)
    Was wenn seine Frau dreimal mehr verdient als das BGE? Wird der Mehrbetrag abgeschöpft?
    Die Rahmenbedingungen sind ganz entscheidend!
    50 8 Melden
    • Tierra Y Libertad 20.02.2017 07:52
      Highlight Highlight Es handelt sich hier nur um eine bedingungslose Grundsicherung. (Ein anderes Arbeitslosengeld)
      10 1 Melden
    • Töfflifahrer 20.02.2017 10:34
      Highlight Highlight Richtig, die Diskussion sollte sich um die Rahmenbedingungen drehen, nich nur ob Ja oder Nein.
      10 0 Melden
  • 7immi 19.02.2017 20:56
    Highlight Highlight hier handelt es sich um ein bedingungsloses arbeitslosengeld (geld, das jeder arbeitslose ohne weitere bedingungen erhält) und nicht um ein bedingungsloses grundeinkommen (jeder bekommt geld, ohne weitere bedingungen). das ist ein markanter unterschied, auch betreffend kosten und systemstabilität. das sind zwei komplett verschiedene dinge, die man so nicht vergleichen kann.
    83 4 Melden
    • Michael Mettler 19.02.2017 21:21
      Highlight Highlight Korrekt, die Veränderung des Menschen durch Veränderung der Bezahlbedingungen können Sie hingegen nicht wegdiskutieren.
      44 6 Melden
    • trio 19.02.2017 21:31
      Highlight Highlight Es ist ein Experiment, 2000 Menschen profitieren im Moment davon. Noch ein bisschen früh um über Kosten und Systemstabilität zu sprechen, oder?
      33 7 Melden
    • FrancoL 19.02.2017 22:02
      Highlight Highlight Richtig und der Artikel ist alles andere als vorteilhaft für das BGE, weil er das BGE ja wie du darlegst gar nicht betrifft.
      Schade dass die Journalistin nicht einmal den Versuch gemacht hat diese Problematik des "falschen BGE" zu klären.
      28 6 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Redly 19.02.2017 20:15
    Highlight Highlight Der Arme musste etwas tun fürs Arbeitslosengeld, ui nei. Andere arbeiten nicht einfach so für ihn und seine 6 (!) Kinder. Andere wollen das hart verdiente Geld nicht bedingungslos an ihn abgeben. So schlimm.
    Mir kommen die Tränen. 😪

    Und jetzt lässt Blitze regnen. Aber alle die's gut finden, dürfen ihm gerne Geld überweisen. Von anderen das zu verlangen ist hingegen egoistisch.
    73 147 Melden
    • trio 19.02.2017 21:33
      Highlight Highlight Und was nützt es uns, wenn Arbeitslose sinnlose Kurse belegen müssen oder unnütze Bürokratie erledigen müssen? Das kostet nur noch mehr.
      90 6 Melden
    • Tschedai 19.02.2017 22:53
      Highlight Highlight Er musste nichts tun für das Arbeitslosengeld. Die Pseudo-Massnahmen vom Arbeitslosenamt wurden ihm auferlegt. Sie haben nichts zu tun mit dem Geld. Und genau diese Pseudo Massnahmen, wie einwöchige Computerkurse für Leute, die sich schon damit auskennen, sind massive Geldverschwendungen. Wie jemand sowas nur annährend gutheissen kann, ist mir schleierhaft. Vermutlich liegt Neid dahinter, dass jemand Geld aus einer Versicherung beanspruchen kann und man selbst nicht gerne arbeitet.
      61 3 Melden
    • Neruda 19.02.2017 23:15
      Highlight Highlight Dass ein Arbeitsloser für einen Dumpinglohn für eine Kirche arbeiten muss, ist eine Sauerei. Und sinnlose Kurse sind auch für die Steuerzahler ein Ärgernis und können eingespart werden.
      41 2 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Bowell 19.02.2017 20:07
    Highlight Highlight Ich denke es wäre vernünftiger die Testphase abzuwarten und das Ganze nicht schon nach ein wenig mehr als einem (!) Monat für die Lösung all unserer Probleme zu verkaufen.
    66 4 Melden
  • Imfall 19.02.2017 20:01
    Highlight Highlight der perfekte botschsfter fürs bge... vor fünf jahren ein burnout beim selbstständigen bilderrahmen fertigen... sechs kinder und viele visionen und ideen! aber noch keine konkreten natürlich..!

    viel spass beim blitzen!
    68 40 Melden
    • FrancoL 19.02.2017 21:59
      Highlight Highlight Kein Blitz; Dein Urteil ist hart (ohne genaueres zu wissen zu hart), aber für mich genau das Beispiel das man nicht bringen sollte wenn man das BGE pushen möchte. Es sind diese Artikel die dem BGE mehr schaden als dienen. und vor allem auch wieder ein Artikel der mit keinem Wort die mögliche und im Versuch reelle Finanzierung darstellt. Für mich eine Nullnummer.
      31 8 Melden
    • Charlie Brown 20.02.2017 06:56
      Highlight Highlight @Franco: Frage nie nach der Finanzierung, damit outest du dich als visionsloser Verhinderer ;-)

      Der konkrete Versuch wird wohl mit den eingesparten ALV-Geldern finanziert. Das klappt, wenn ein bedingtes Arbeitslosengeld in ein inbedingtes gewandelt wird. Die Frage wäre ja bei einer flächendeckenden Einführung, woher das Geld für alle anderen kommt. Aber eben, das fragen nur rückständige Verhinderer wie du und ich.
      4 7 Melden
    • FrancoL 20.02.2017 10:19
      Highlight Highlight @Charlie Brown; Ja Du magst recht haben, aber ich wage zu behaupten dass das BGE auch in naher oder ferner Zeit nur eine Chance hat wenn die Finanzierung MITBETRACHTET wird. Visionen die das Geld betreffen sind erst Visionen wenn sie das Geld mit betrachten, dh. die Finanzierung Teil der Vision ist.
      Und ich verstehe wirklich nicht wieso die vielen BGE-Befürworter ihre Vision durch das hartnäckige "Weglassen" der Finanzierung schon in der Grundlage einer Mehrheit entziehen.
      Es wäre im Artikel zudem sinnvoll darzulegen wer genau die 2'000 Probanten sind; alles Arbeitslose?
      6 0 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • FrancoL 19.02.2017 19:25
    Highlight Highlight Wie ich das verstehe dann ist das nicht das BGE das ein jeder bekommen würde, ob arbeitend oder arbeitslos ist, ob man gerade eine Auszeit nimmt oder ob es der Haus-Mann/Frau ist der/die sich dem Heim und den Kindern widmet oder für den Studenten etc.

    Es ist so eine Art Arbeitslosengeld in neuem Mantel, eine etwas weniger sture Kontrolle, das mehr eingehen auf den Einzelnen und deren Visionen. Er spricht ja dauernd davon dass er mit neuen Ideen sich wieder selbst ernähren will, dass er gegenüber dem Arbeitslosengeld WENIG Druck verspürt.
    Man kann es BGE nennen ist es aber nmM nicht.
    49 3 Melden
  • Pitsch K. Matter 19.02.2017 18:58
    Highlight Highlight Das BGE würde unser System der sozialen Marktwirtschaft vollkommen machen. Soziale Absicherung bei tiefen Löhne und Kapitalismus bei hohen Löhne. Wer viel leistet hat mehr, wer frei sein will kann überleben.
    72 33 Melden
    • FrancoL 19.02.2017 19:49
      Highlight Highlight Und wer übernimmt das Finanzieren? Kapitalismus bei den hohen Löhnen bringt noch keine Besteuerung die das BGE stützen kann.

      Wer viel leistet mag im schnitt auch nicht unbedingt viel Steuern bezahlen und ist (leider) auch schnell einmal nicht bereit diejenigen die weniger leisten wollen über die Steuern zu stützen.

      Das BGE steht und fällt mit der Finanzierung. Und da höre ich kaum Vorschläge.
      21 11 Melden
    • Richu 19.02.2017 21:02
      Highlight Highlight @Fabio Kunger: Tatsache ist, das die Schweizer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger die Voksinitiative für ein bedingungsloses Grundeinkommen mit 77% Nein Stimmen ganz klar abgelehnt hat!
      16 7 Melden
    • Wolkensprung 19.02.2017 21:15
      Highlight Highlight Schon mal etwas von der negativen Einkommensteuer gehört? Das wäre die Lösung - was den Bürgerlichen aber gegen den Strich geht und deshalb wohl nie kommen wird...
      18 9 Melden
  • Theor 19.02.2017 18:48
    Highlight Highlight Einzelschicksale sind doch kein Gegenarment gegen das Missbrauchsrisiko durch die breite Masse.
    38 81 Melden
    • Posersalami 19.02.2017 20:17
      Highlight Highlight Ein anbeblicher Missbrauch durch die breite Masse ist aber auch kein Argument!
      38 5 Melden
    • Vernon Roche 19.02.2017 20:23
      Highlight Highlight 'Missbrauchstisiko durch die breite Masse' , schön wie Sie ihre Mitmenschen beurteilen. Ich empfehle ihnen, gehen Sie wieder einmal vor die Tür und unterhalten sich mit dieser 'breiten Masse'. Das sind keine blutsaugenden Parasiten, sondern Mitmenschen mit persönlichen Ideen und Visionen wie sich Leben gestalten lässt.
      Gruss aus der Arbeiterschicht, die gerne arbeitet und ihren Beitrag leistet.
      47 7 Melden
    • Theor 20.02.2017 08:21
      Highlight Highlight Ach so einen blödsinn. Es gibt kaum einen Beruf, der besser dazu geeignet ist, die breite Masse einzuschätzen wie der meine. ;) Sie sind hoffnungslose Träumer und Weltverbesserer, die mit geschlossenen Augen durch das Leben laufen und die Wahrheit nicht sehen wollen.
      1 13 Melden
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  • Widmer 19.02.2017 18:33
    Highlight Highlight Bedingungsloses Grundeinkommen. Hört auf mit dieser Idee. Stellt euch dich einmal vor, wenn die Schweiz in Westeuropa das einzige Land wäre mit einem bedungslisen Grundeinkommen wäre. Wir hätten bald alle Asylbewerber und alle faulen Westeuropäer bei uns.
    75 193 Melden
    • Tsunami90 19.02.2017 18:59
      Highlight Highlight Sie sind ein pessimist.
      61 39 Melden
    • Platon 19.02.2017 19:04
      Highlight Highlight @Widmer
      Man kann das ganze schon gescheit ausgestalten. Man könnte meinen, Berset würde bei einem BGE Geld auf den Bundesplatz regnen lassen. Dem ist einfach nicht so. Es braucht schon Hürden für Empfänger...
      62 11 Melden
    • bokl 19.02.2017 19:22
      Highlight Highlight @Widmer: Warum sollen wir dann die Einzigen sein, wenn es dann funktioniert?

      Und den Artikel überhaupt gelesen? In FIN ist das BGE kleiner als ein normales Arbeitslosengeld. Man ist zwar frei, aber es ist kein Zuckerschlecken. Also nix für die "Faulen", vor denen sie sich fürchten.
      65 7 Melden
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