International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa06340240 A handout photo made available by the Zimbabwean government through 'The Herald' daily newspaper on 20 November 2017 shows Zimbabwean President Robert Mugabe addressing the nation at the State House in Harare, Zimbabwe, late 19 November 2017. Mugabe in the broadcasted address declared that he plans to remain the country's president. Media reports that the deadline set by the the ruling Zanu-PF party for Robert Mugabe to resign has past on 20 November 2017 and later in the day Zanu-PF will meet to discuss the possible impeachment of President Mugabe.  EPA/THE HERALD HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Robert Mugabe ist nicht mehr Präsident von Simbabwe. Bild: EPA/ZIMBABWEAN GOVERNMENT

Robert Mugabe tritt zurück – Parlament bricht in Jubel aus

Es ist vorbei. Robert Mugabe hat sich bis zuletzt an die Macht geklammert. Ein Militärputsch leitete seinen Niedergang ein. Für Simbabwe bricht mit Mugabes Rücktritt eine neue Ära an, die von grossem Jubel begleitet wird.



In den Strassen von Simbabwes Hauptstadt herrscht am Dienstagabend scheinbar grenzenlose Freude. Tausende Menschen tanzen, singen, umarmen sich - und viele haben Freudentränen in den Augen.

Nach der Verkündigung des Rücktritts bricht das Parlament in Jubel aus.

«Der Diktator ist weg», skandierten viele im Zentrum von Harare. «Wir sind einfach so froh», sagte Sheila Chairs, scheinbar überwältigt. «Ich kann es gar nicht erklären; dieser Mann hat unsere Leben ruiniert», sagte die 26-Jährige. Ein Software-Ingenieur jubelte: «Jetzt werden sich die Dinge in Simbabwe ändern, Arbeitslose werden wieder Jobs finden.»

epa06342521 People react after the speaker of the House of Assembly Jacob Mudenda read a letter sent to him by Zimbabwean President Robert Mugabe on his resignation at the Harare International Conference Centre in Harare, Zimbabwe, 21 November 2017. Mugabe has resigned after tens of thousands of people took to the streets of the capital to call him to step down. Mugabe was President of Zimbabwe for 37 years.  EPA/AARON UFUMELI

Die Reaktion des Parlaments, als der Sprecher des Parlaments den Rücktritt Mugabes verkündet. Bild: EPA/EPA

Die meisten Menschen in Simbabwe haben nie einen anderen Präsidenten als Robert Mugabe gekannt: Er hielt sich 37 Jahre lang an der Macht, wirtschaftete das Land herunter und regierte mit zunehmend harter Hand. Auch mit 93 Jahren plante er schon für seine nächste Amtszeit, um die er sich nächstes Jahr bewerben wollte.

Doch der Militärputsch vom vergangenen Mittwoch machte ihm einen Strich durch die Rechnung: Sobald klar war, dass die Armee Mugabes skrupellosen Sicherheitsapparat im Zaum hielt, sagten sich seine Anhänger in Windeseile von ihm los.

Der erste Morgen ohne Mugabe

Nach Anbruch der Dunkelheit sind die Strassen Harares normalerweise ganz schnell leer. Doch an diesem geschichtsträchtigen Tag schienen sie in der Innenstadt von Harare mit jeder Minute voller zu werden. Freudenschreie hallen durch die Nacht, Musik dröhnt aus Lautsprechern und Handys, überall schwenken Menschen die farbenfrohe Flagge Simbabwes.

Zimbabweans celebrate in neighbouring Hillbrow, Johannesburg, South Africa, Tuesday, Nov. 21, 2017. Mugabe resigned as president with immediate effect Tuesday after 37 years in power, shortly after parliament began impeachment proceedings against him. (AP Photo/Themba Hadebe)

Heute Nacht ist alles anders in Harare. Bild: AP/AP

Die Menschen setzen auf eine Wiedergeburt ihres einst stolzen Landes. «Wir stecken seit Jahren in Schwierigkeiten. Ich kann gar nicht darauf warten, morgen dass erste Mal Tageslicht zu sehen, ohne Mugabe als Präsident», sagte Benjamin Serena, der vor dem Parlament in Harare feierte. Der Tag von Mugabes Rücktritt solle der neue Nationalfeiertag werden, scherzte er.

«Die Ekstase und Freude in den Strassen von Harare ... vermittelt einen Eindruck davon, was es heisst, unter einem Diktator zu leben», erklärte Analyst Charles Laurie von der Risikoberatung Verisk Maplecroft. «Als ich es gehört habe, habe ich geweint. Ich kann es immer noch nicht glauben», sagte Lyle Peters. «Ich dachte, ich würde es nicht mehr erleben», sagte der 38-Jährige. «Ich dachte, er wäre unsterblich.»

Selfies mit Soldaten

Viele der Jubelnden machten auch Selfies mit den Soldaten, die seit dem Militärputsch im Zentrum von Harare stationiert sind. Die Soldaten holten sogar Kinder auf ihre gepanzerten Fahrzeuge und feierten mit.

Zimbabweans reach out to touch and thank army soldiers, as they celebrate outside the parliament building immediately after hearing the news that President Robert Mugabe had resigned, in downtown Harare, Zimbabwe Tuesday, Nov. 21, 2017. Mugabe resigned as president with immediate effect Tuesday after 37 years in power, shortly after parliament began impeachment proceedings against him. (AP Photo/Ben Curtis)

Werden wie Erlöser gefeiert: Soldaten in Harare. Bild: AP/AP

«Wir sind so froh, dass das Militär eingeschritten ist», sagte auch Peters. Mugabe habe so viele Leben zerstört und unzählige Simbabwer aus Mangel an Perspektiven in der Heimat in die Flucht getrieben. «Ich bin mir sicher, dass die Leute die ganze Nacht feiern werden.»

In der Euphorie des Abends blieb unklar, wie es nun in Simbabwe weitergehen würde. Die Regierungspartei Zanu-PF und die Putschisten wollen wahrscheinlich den vor Kurzem von Mugabe geschassten Vizepräsidenten Emmerson Mnangagwa zum Nachfolger küren.

Der unter dem Spitznamen «das Krokodil» bekannte 75-jährige Mnangagwa gilt als Hardliner und ist seit Jahrzehnten führendes Mitglied der politischen Elite. Seine Beziehung zu Mugabe bezeichnete er noch diesen Monat als eine wie von «Vater und Sohn».

Ob er die Hoffnung für einen kompletten Neuanfang erfüllen kann, ist daher zweifelhaft. Die meisten Menschen hoffen jedoch, dass er nur übergangsweise die Macht halten wird, bis die für 2018 ohnehin geplanten Wahlen abgehalten werden können. Das fordert auch Simbabwes Opposition. Und die Bevölkerung ist aufgewacht und fordert ihre Rechte. (sda/dpa)

Historische Bilder von Robert Mugabe

Vom Freiheitskämpfer zum Despoten: Robert Mugabe

abspielen

Video: srf

Das könnte dich auch interessieren:

«Das Beste im Mann» – mit diesem Anti-Sexismus-Werbespot läuft Gillette voll in den Hammer

Link zum Artikel

Feuz am Lauberhorn nur von Kriechmayr geschlagen

Link zum Artikel

Ein ziemlich seltsames Outfit – so erklärt Serena Williams ihren Netzstrumpf-Auftritt

Link zum Artikel

Drei Lawinen fordern eine Tote und mehrere Verletzte im Wallis

Link zum Artikel

Nico soll Schneeketten montieren und bringt damit den Chef zur Verzweiflung 😂

Link zum Artikel

Wie der Schweizer Arzt Ruedi Lüthy in Simbabwe tausende Menschen vor dem Aids-Tod rettete

Link zum Artikel

So hast du die Karriere von Roger Federer noch nie gesehen

Link zum Artikel

Warum die Bezahl-App Twint bei Schweizer Teenagern gerade so richtig durchstartet

Link zum Artikel

Vorsicht! Mit den Apple-Ohrstöpseln wird das iPhone zur Wanze 😳

Link zum Artikel

«Der Zug stellt einfach ab»: So leiden die Lokführer unter den SBB-Pannen-Doppelstöckern

Link zum Artikel

Der Lambo-Trottel, sein High-Heels-Schrank und ich

Link zum Artikel

Die grössten Apple-Irrtümer – was nicht nur iPhone-Fans wissen sollten

Link zum Artikel

Die grosse Game-Vorschau: Auf diese 50 Spiele dürfen wir uns 2019 freuen

Link zum Artikel

So cool ist es WIRKLICH, im Januar auf Alkohol zu verzichten 🤔😂

präsentiert vonMarkenlogo
Link zum Artikel

Trump will den Notstand ausrufen – aber darf er das überhaupt?

Link zum Artikel

«Gölä ist die falsche Art von Büezer» – Nico bügelt mit dem Berner Rapper Nativ

Link zum Artikel

Samsung, Huawei oder doch Nokia? Diese Android-Handys erhalten am längsten Updates

Link zum Artikel

Sie wollte dieses Kleid kaufen – und brach bei der Lieferung (zu Recht) in Tränen aus

Link zum Artikel

Bacsinszky scheitert an Muguruza

Link zum Artikel

Genfer Caritas-Lagerleiter vergriff sich an jungen Mädchen

Link zum Artikel

Warum Trump plötzlich die Sowjets verteidigt

Link zum Artikel

«Die toten Hoden» – neue Twitter-Challenge ruiniert die Namen deiner Lieblingsbands

Link zum Artikel

«Familie wird mich töten»: Rahaf auf Flucht aus Saudi-Arabien in Thailand vorerst sicher

Link zum Artikel

Wenn sogar Fox News Trumps Grenz-Lüge anprangert

Link zum Artikel

Das Beste an den Golden Globes? Diese Wasserträgerin

Link zum Artikel

Die bizarre Liebesgeschichte der KZ-Aufseherin, die sich in eine Gefangene verliebte

Link zum Artikel

7 Wahlen hat er analysiert – jetzt meint er: «Das System könnte aus den Fugen geraten»

Link zum Artikel

Sexy Särge oder phallische Felsen – welcher Wandkalender darf's denn sein?

Link zum Artikel

Bellydah: «Diesen Job nennt man ‹Rap-Video-Bitch›»

Link zum Artikel

Kann man wirklich zu lange schlafen?

Link zum Artikel

Der einzige Schweizer auf Mikronesien braut Bier und lebt auf diesem Inselcheln

Link zum Artikel

6 Webseiten, auf denen du dir toll die Zeit totschlagen kannst – klicken auf eigene Gefahr

Link zum Artikel

7 Dinge, die dir bei diesen bekannten Weihnachtsfilmen noch nie aufgefallen sind

Link zum Artikel

Jetzt muss Trump die Börse mehr fürchten als Mueller 

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

Themen
8
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • welefant 21.11.2017 18:59
    Highlight Highlight tschüüss du alter rassist!
  • studmed 21.11.2017 18:47
    Highlight Highlight Der Diktator ist weg - lang lebe der nächste Diktator!
    • Zeyben 21.11.2017 21:23
      Highlight Highlight Der steht schon an. Jubel hält meist nicht lange an.
  • tagomago 21.11.2017 17:34
    Highlight Highlight Gemäss dem BBC video oben ist Mugabe schon gestorben haha.
  • meglo 21.11.2017 17:26
    Highlight Highlight Armes Simbabwe, mit Mugabe herschte die Pest, mit dem Krokodil nun die Cholera. Eine Chance für das Land sieht anders aus.
  • Majoras Maske 21.11.2017 17:12
    Highlight Highlight Schön, dass es scheinbar nicht zu Blutvergiessen kommt. Allerdings bleibt der Machtzirkel ja bestehen, nur das Aushängeschild wird gewechselt..
  • Der Bojenmensch 21.11.2017 16:55
    Highlight Highlight "Zurückgetreten" hat so etwas von Freiwilligkeit... "zurückgetreten worden", oder "hat ein Angebot bekommen, das er nicht ablehnen konnte" wäre wohl korrekter ;-). Aber: Eine echte Chance für Simbabwe!
    • Linus Luchs 21.11.2017 17:32
      Highlight Highlight Wenn Emmerson Mnangagwa die Macht übernimmt, und danach sieht es ja aus, dann gibt es leider bis auf Weiteres keine Chance für Simbabwe.
      Vgl. https://www.watson.ch/!904068034

USA: Seit Monaten vermisstes Mädchen gefunden – 21-Jähriger soll Eltern getötet haben 

Vor knapp drei Monaten wurden ihre Eltern erschossen. Seither galt eine 13-Jährige in den USA als vermisst, jetzt ist sie wieder aufgetaucht. Jayme Closs sei nahe der Stadt Gordon im US-Staat Wisconsin gefunden worden, berichtete der Nachrichtensender CNN, das örtliche Sheriff-Büro bestätigt: Das Mädchen sei gefunden worden. Ein 21-Jähriger wurde kurze Zeit später festgenommen. 

Den Behörden zufolge sei Jayme sein einziges Ziel gewesen. Der Verdächtige habe die Eltern wohl getötet, …

Artikel lesen
Link zum Artikel