Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Oft fehlt den Betroffenen das nötige Geld für die Behandlung und von den Behörden will niemand einspringen. Bild: keystone

Oberster Gefängnisarzt schlägt Alarm: 2000 Häftlinge in der Schweiz ohne Krankenkasse

In Schweizer Gefängnissen sitzen 2000 Menschen ohne Krankenversicherung. Sie haben nur Anspruch auf Nothilfe. Die Grünen-Nationalrätin Lisa Mazzone hat die Problematik nun im Parlament auf den Tisch gebracht – doch der Bund schiebt die Verantwortung an die Kantone ab. 

23.05.18, 09:46 23.05.18, 17:14


Der Spanier Alain* schreit und schlägt um sich, als er im Frühjahr 2018 in die Isolationszelle einer Westschweizer Haftanstalt gesteckt wird. Er ist in Panik. Das Personal ruft den Gefängnisarzt. Doch als dieser mit Alain sprechen will, verweigert der Spanier das Gespräch. Er sei nicht krankenversichert und könne sich keine Konsultation leisten. «Da blieb er also ohne die medizinische und psychologische Hilfe, die er dringend benötigt hätte, in seiner Zelle», kritisiert Bruno Gravier, Präsident der Konferenz Schweizerischer Gefängnisärzte.

«Inhuman und gänzlich inakzeptabel.»

Bruno Gravier, Präsident der Konferenz Schweizerischer Gefängnisärzte

Beim geschilderten Fall handelt es sich nicht um eine Ausnahme. Experten schätzen, dass hierzulande rund 2000 Häftlinge nicht krankenversichert sind. Bei den Betroffenen handelt es sich vor­wie­gend um ausländische Straftäter ohne Wohnsitz in der Schweiz, sogenannte «Kriminaltouristen». Aufgrund ihres Status' fallen sie nicht unter das Krankenkassenobligatorium. Werden sie im Gefängnis krank, haben sie je nach Kanton nur Anrecht auf Nothilfe oder müssen jegliche Behandlungskosten selbst übernehmen. Somit haben sie nur begrenzt Zugang zur nötiger Pflege. Denn oft will keine Behörde für ihre Behandlungen zahlen und sie selbst können dafür nicht die nötigen finanziellen Mittel aufbringen. 

Schweiz verletzt internationale Richtlinien

Die Problematik wird nun auf dem politischen Parkett diskutiert.  Die Grünen-Nationalrätin Lisa Mazzone hat eine entsprechende Interpellation eingereicht. Darin fragt sie: «Ist der Bundesrat bereit (...), in sämtlichen Kantonen inhaftierten Personen, die nicht krankenversichert sind, den Zugang zu medizinischer Versorgung zu gewährleisten?»

Eine berechtigte Frage, findet Gefängnisarzt Bruno Gravier. Der jetzige Zustand mit lediglich der Nothilfe sei «inhuman – und gänzlich inakzeptabel»: «Das verletzt klar fundamentale Prinzipien, welche die Schweiz anerkennt, die im Ärzte-Kodex stehen und die international gelten.» So unter anderem die Mandela-Rules der UNO, sagt Gravier. Laut diesen sollen alle Insassen – egal welchen Status sie haben – Anrecht auf dieselbe medizinische Betreuung wie die Staatsangehörigen des Landes haben, in dem sie inhaftiert sind.

Wichtig sei dies auch aus epidemiologischer Sicht, so der Arzt: «Diese Personen müssen auch präventive Massnahmen wie beispielsweise zur Hepatitis-Vorbeugung oder HIV-Screeningtests aus der eigenen Tasche zahlen – und lassen diese deshalb oft nicht machen.» Das sei bedenklich: «Gefängnisinsassen gehören zur Risikogruppe. Irgendwann werden diese Menschen aus der Haft entlassen und könnten zum Krankheitsüberträger werden.»

Sprachliche Hürde beim Hilfe suchen 

Arztrechnungen zulasten von Insassen ohne Krankenversicherung würden in gewissen Kantonen mehrere Tausend Franken erreichen, so der Arzt. Dies sei bei Austritt aus dem Gefängnis ausserdem eine Hürde für die Resozialisierung, ergänzt er.

Sein Lösungsansatz ist simpel: Die Versicherungspflicht sollte auf Häftlinge ohne Aufenthaltsbewilligung ausgeweitet werden. «Hier müsste die gleiche Regelung gelten wie bei Asylsuchenden», so Gravier. Asylsuchende und Schutzbedürftige ohne Aufenthaltsbewilligung müssen in der Schweiz gegen Krankheit versichert sein. Allerdings können die Kantone die Wahl der Krankenkasse sowie der Ärzte und Spitäler einschränken.

«Grosse Sauerei, dass so etwas in der Schweiz möglich ist.»

«Reform 91»-Präsident Peter Zimmerman.

Bei der Organisation für Strafgefangene und Ausgegrenzte «Reform 91» ist die Problematik bekannt. Präsident Peter Zimmermann: «Salopp gesagt ist es eine grosse Sauerei, dass so etwas in der Schweiz möglich ist.» Die Betroffenen würden sich oft nicht an die entsprechenden Stellen wenden um sich Hilfe zu suchen: «Auch weil sie dazu sprachlich nicht in der Lage sind.» 

Bund schiebt Verantwortung ab

Umstritten sind auch die derzeit herrschenden kantonalen Unterschiede. Denn während die Behörden gewisser Kantone die anfallenden Kosten teils übernehmen, behandeln andere Kantone Kostengutsprachen wesentlich restriktiver wie der Bund berichtete. In weiteren Kantonen werden Behandlungskosten direkt vom Lohn der Insassen abgezogen. Nationalrätin Lisa Mazzone plädiert deshalb für eine schweizweite Lösung: «Das würde viel mehr Sinn machen und wäre weniger willkürlich als zig verschiedene kantonale Beurteilungen.» Ausserdem sei es am Bund zu gewährleisten, dass die Menschenrechte in der Schweiz respektiert werden. 

Der Bundesrat sieht das anders. In seiner Stellungnahme vom 16. Mai anerkennt er die Problematik, stellt aber die Verantwortung des Bundes in Frage: «Es liegt nicht in der Kompetenz des Bundes, Standards zur Gesundheitsversorgung in Haft festzulegen.» Vielmehr falle dies in den Kompetenzbereich der Kantone. Die Problematik wird gegenwärtig im Rahmen einer Arbeitsgruppe durch Experten des Bundes und der Kantone näher analysiert. Wann mit den Ergebnissen gerechnet werden kann, ist nicht bekannt.

Leiden bis zum Haftende 

Bereits 2016 machte ein von der Tagesschau veröffentlichter Fall aus der Zürcher Justizvollzugsanstalt Pöschwies Schlagzeilen. Ein Arzt diagnostizierte bei einem Häftling ohne Krankenkassendeckung einen drohenden Harnverhalt und plädierte für einen dringenden Eingriff. Gleichwohl wollte niemand die anfallenden Kosten übernehmen – auch der Kanton nicht. 

*Name geändert. 

Günstigere Krankenkasse für einen gesunden Lebensstil

Video: srf

Ein Tag im Gefängnis

Das könnte dich auch interessieren:

In der Schweiz leben 2 Millionen Ausländer – aber aus diesen 3 Ländern ist kein einziger

Norilsk no fun? «Im Gegenteil», sagt Fotografin Elena Chernyshova

Die 7 schlimmsten Momente, die du an einer Prüfung erleben kannst

Die Grünen sind die unverbrauchten Linken

Jetzt kommt das Gratis-Internet in den Zügen – es sei denn, du bist Swisscom-Kunde

Norilsk – no fun. Das ist Russlands härteste Stadt

«In einer idealen Welt wären Solarien verboten»

Wir haben Schweizer Eishockey-Stars verunstaltet – erkennst du sie trotzdem?

Wenn Instagram-Posts ehrlich wären – in 7 Grafiken

Diese Frauen haben etwas zu sagen – und der SVP wird dies nicht gefallen

Wieso, verdammt, find ich mich ein Leben lang hässlich?

Ist Trump nun ein Faschist oder nicht?

Diese Nachricht lässt jede Playstation 4 sofort abstürzen – so schützt du dich

«Dünne Menschen sind Arschlöcher»

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.

Abonniere unseren Daily Newsletter

61
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
61Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Lester McAllister 23.05.2018 20:27
    Highlight Mehr als Nothilfe wäre schon ok.
    Aber bitte nicht Zahnstellungskorekturen, Geschlechtsumwandlungen, Haartra splantationen zur Herstellung des Selbstvertrauen als Therapie oder so
    10 2 Melden
  • Factfinder 23.05.2018 19:26
    Highlight Wer Nothilfe bekommt dessen Asylgesucht und Einsprachen wurden abgelehnt.
    Er hat kein Recht auf Asyl und müsste wieder in sein Heimatland zurückkehren.
    Wir Schweizer sind so sozial (naiv?) und versorgen die Rückkehrverweigerer mit Nothilfe.
    Im Gefängnis sitzt üblicherweise wer kriminell ist.
    Ich habe ehrlichgesagt recht wenig Mitleid mit Leuten die uns so schamlos ausnutzen.
    Schweizer (oder legal hier eingereiste Ausländer) die arbeiten, keine Verbrechen begehen und sich die KK nicht leisten können, landen auf schwarzen Listen - was (hier auf watson nachzulesen) schon zu toten führte...
    13 6 Melden
  • redeye70 23.05.2018 18:20
    Highlight Die KK bezahlen für Kriminaltouristen kommt für mich nicht in Frage. Braucht er eine Behandlung soll die über denselben Weg finanziert werden wie alle anderen Kostenstellen eines Gefängnis. Also Eintrittsuntersuchung und ab dann nur noch bei Bedarf. Der Aufenthalt im Gefängnis soll einschneidend sein wie nur möglich. Möchte ein ausländischer Gefängnisinsasse mehr als der Basisbedarf soll er sich entweder über seinen Heimatstaat oder Familie finanzieren lassen. Machen wir es zu attraktiv haben wir noch mehr Kriminaltouristen.
    18 7 Melden
  • Staatsgebeutelter 23.05.2018 16:38
    Highlight Das ist eine weitere unschöne Facette der ach so schönen Schweiz, einfach abschieben an die Kantone und meinen man wäre nicht zuständig. Mensch ist Mensch ob mit CH Pass oder nicht, wo ist da der Unterschied, Menschenrechte sind für alle gleich.
    20 17 Melden
  • Eisbärenablagerung 23.05.2018 16:06
    Highlight Mich macht es nachdenklich, dass man in ecuador sogar als tourist gratis ins krankenhaus kann (und ja, die medical care ist super). Und in der schweiz nicht mal alle häftlinge?
    Vielleicht sollten wir eher unser versicherungssystem generell überdenken.
    19 12 Melden
  • Natürlich 23.05.2018 15:16
    Highlight Wird ja immer besser!
    Langsam dämmerts mir warum ich jeden Monat 340.- kk blechen darf ohne jemals selbst davon profitiert zu haben.
    Kriminaltouristen, Asylanten und andere Schmarotzer sonnen sich in unserem Sozialstaat und ich verarsch mich jeden Tag selber und geh noch für einen Hungerlohn arbeiten damit ich wenigstens meine Rechnungen bezahlen kann dabei ginge es doch so einfach...
    20 18 Melden
    • aglio e olio 23.05.2018 19:21
      Highlight "Langsam dämmerts mir warum ich jeden Monat 340.- kk blechen darf ohne jemals selbst davon profitiert zu haben."
      Weil 2000 Gefängnisinsassen nicht krankenversichert sind und demnach den KK keine Kosten verursachen, zahlst du 340.-?
      🤔
      15 7 Melden
    • Factfinder 23.05.2018 19:49
      Highlight aglio, als ob du seinen Kommentar nicht zu Ende gelesen hättest. ;)

      Was denkst du denn wer die Prämien für Asylbewerber, Geduldete... bezahlt? Das Christchindli? ;)
      Glaubst du Leute aus Ländern mit eher schlechteren Gesundheitssystemen als hier oder gar aus Kriegsgebieten usw. verursachten weniger Behandlungskosten als üblich?
      https://www.sem.admin.ch/dam/data/sem/asyl/beschleunigung/infoveranstaltungen/themen/11-gesundheitsversorgung-d.pdf
      Was denkst du wer bezahlt das am Ende, wenn "der Kanton" oder "der Bund" für etwas aufkommt?
      16 3 Melden
    • aglio e olio 23.05.2018 21:51
      Highlight Factfinder, es tut mir leid, ich kann keinen Bezug zum Inhalt meines Kommentars finden.
      Ich möchte deine Fragen dennoch beantworten. Kurz und knapp der Reihe nach.
      1.Der Staat, also wir
      2.nein
      3.weiss nicht
      4.siehe 1.
      4 1 Melden
  • Sonnenfeld28 23.05.2018 15:01
    Highlight Ich habe 32 Jahre im Strafvollzug gearbeitet. Es gab auch immer wieder Schweizer-Insassen ohne KK. Diese wie auch Ausländer ohne KK haben jeweils die notwendigen medizinischen Hilfen erhalten.
    18 1 Melden
    • Factfinder 23.05.2018 19:29
      Highlight Wahrscheinlich dann auf Kosten des Strafvollzugs.
      Da hätte sicher manch Gefängnisdirektor diesen Budgetposten gerne "für sich" und die Finanzierung zukünftig via Krankenkasse.
      Der Schweizer lässt sich ja gleich mehrfach ausnehmen. Einmal mehr geht immer.
      4 5 Melden
  • amore 23.05.2018 13:08
    Highlight Die KK-Prämien für die reine Grundversicherung sollten sowieso nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der einzelnen Bürgerinnen und Bürgern abgezogen werden. Für Ausländerinnen und Ausländer sollen die entsprechenden Staaten die Solidarhaftpflicht übernehmen.
    15 5 Melden
  • meine senf 23.05.2018 12:57
    Highlight Nur Nothilfe wäre grundsätzlich schon OK. Wenn darunter verstanden wird, dass man etwa wegen Haarausfall oder Pickel oder Heuschnupfen (sofern nicht ganz extrem) keine Behandlung bekommt.

    Nur scheint die "Nothilfe" etwas gar eng definiert zu sein, wenn etwa ein AIDS-Test nicht dazu zählt (das Unwissen über den Status und die Folgen davon könnte man ja durchaus als Not betrachten).
    5 5 Melden
    • Factfinder 23.05.2018 19:33
      Highlight Nothilfe = Leute deren Asylbescheid negativ war und die nicht ausreisen wollen obwohl sie müssten erhalten Nothilfe.

      Du hast das wohl im medizinischen Sinne verstanden. Am besten liest du den Artikel nochmals ;)
      4 7 Melden
  • Candy Queen 23.05.2018 12:41
    Highlight O mein Gott, die Armen!
    ................... ich sag nix mehr...
    6 7 Melden
    • aglio e olio 23.05.2018 19:22
      Highlight Besser ist das...
      7 3 Melden
  • Edwin Schaltegger 23.05.2018 12:30
    Highlight Die Humanität wird hier wieder arg strapaziert. Die meisten CH-Bürger leiden unter den exorbitanten und steigenden KK-Prämien. Wir finanzieren bereits die KK-Kosten von x-tausend Asylanten. Nun sollen wir noch Kriminialtouristen mitfinanzieren. Zuerst in der CH stehlen und rauben und dann noch grosszügig medizinisch versorgt werden. Hier hört für mich die Humanität auf.
    Bitte, dieses Gesindel in die Herkunftsländer abschieben oder nur mit der bestehenden Nothilfe versorgen!
    18 10 Melden
  • He nu.. 23.05.2018 12:02
    Highlight Ich gehe mal nach Saudi oder irgendwohin...., möchte schauen, ob dort auch sog. Regeln gelten od. umgesetzt werden, wie wir hier zelebrieren.
    8 5 Melden
    • aglio e olio 23.05.2018 19:28
      Highlight Ich finde ja, dass man sich nicht am Schlechten orientieren sollte.
      13 6 Melden
    • Andi Weibel 23.05.2018 21:28
      Highlight @Wie funktioniert das! - Sollen wir uns Saudi-Arabien als Vorbild nehmen? Sind wir schon so tief gesunken?
      3 1 Melden
  • aglio e olio 23.05.2018 11:58
    Highlight Der Zustand einer Gesellschaft zeigt sich darin wie sie mit ihren Gefangenen umgeht.
    17 9 Melden
    • Factfinder 23.05.2018 19:31
      Highlight Diverse Anti-Folterkommissonen kritiseren die Zustände speziell in der Zürcher U-Haft.
      Dort kommen jährlich mehrere Leute in U-Haft ums Leben (Selbstmord).
      Das liegt aber nicht an der Krankenkasse.
      4 3 Melden
    • aglio e olio 23.05.2018 22:53
      Highlight Factfinder, dass ist auch ein Punkt.
      Aber kein Grund das obige Thema zu ignorieren. So als Gesellschaft.
      1 0 Melden
    • Factfinder 24.05.2018 18:33
      Highlight Ich sehe das Thema eben nicht. Die Gefängnisse haben für die Sicherheit und Gesundheit ihrer Inhaftierten (und somit Schutzbefohlenen) zu sorgen.
      Ich hoffe das tun sie bereits in genügender Weise, ansonsten sollen die für die Überprüfung zuständigen Stellen eingreifen.
      Mit Krankenkassenalimentation hat das dann aber nichts zu tun, meine ich.
      0 0 Melden
  • Hugo Wottaupott 23.05.2018 11:55
    Highlight Hö? Arbeiten all die unersetzlichen Psychiater da auf Pump?
    5 1 Melden
  • bebby 23.05.2018 10:57
    Highlight Das grenzt effektiv an Folter...ganz abgesehen, dass die Folgekosten deutlich höher sind, wenn jemand erst dann behandelt wird, wenn er im Sterben liegt.
    Egal ob Ausländer oder Inländer - eine Gefängnisstrafe besteht darin, dass die Leute eingesperrt sind, nicht dass sie physisch leiden müssen.
    Früher oder später wird ein solcher Fall vor Gericht landen und wieder mal steht dann die Schweiz ziemlich übel da. Wie wenn wir uns das nicht leisten könnten.
    Die Krankenkassenprämien steigen nicht an, wegen ein paar Häftlingen, sondern weil wir immer älter werden und keiner sterben will (logisch).
    79 81 Melden
    • Gar Manarnar 23.05.2018 17:10
      Highlight Krank, dass dieser Post so viele Blitze bekommt. Die Aussage, dass die Gefängnisstrafe im Einsperren besteht ist absolut korrekt. Aber mich erstaunt das nicht. Die meisten Schweizer haben null Ahnung, die der CH-Strafvollzug aufgebaut ist und wie er funktioniert (oder in diesem Fall funktionieren sollte).
      13 2 Melden
  • DomKi 23.05.2018 10:55
    Highlight Ich denke die Lösung ist einfach: wenn Sie eine Behandlung unbedingt benötigen kann der Staat (Steuerzahler) zahlen. Das ist sicher günstiger als wenn der Staat allen 2000 Häftlingen die Krankenkasse jeden Monat zahlen würde.
    84 20 Melden
  • Rumbel the Sumbel 23.05.2018 10:17
    Highlight Warum müssen sie mehr haben als Nothilfe. Wenn sie rauskommen werden sie eh noch unterstützt. Und wenn sie sich wieder in die Gesellschaft eingebunden haben, kommt es eh besser. Wenn dazu der Wille fehlt, warum verhätscheln. Ist ja klar, aus welcher Ecke solches kommt.
    130 95 Melden
    • ands 23.05.2018 10:51
      Highlight Weil die Nothilfe nicht reicht, wenn man davon Arztrechnungen selbst bezahlen muss.
      26 43 Melden
    • Mutzli 23.05.2018 11:44
      Highlight Mal abgesehen davon, dass die Schweiz gemäss inter. Regeln verpflichtet wäre die Versorgung sicherzustellen und es auch nicht gerade proportional wäre z.B. einen einmaligen straffälligen Dieb zu bleibenden Schäden wegen unterlassener Hilfestellung kommen zu lassen, steht a im Artikel, wieso es in aller unser Interesse ist die Leute richtig zu versorgen. Um die Weiterverbreitung von Krankheiten zu verhindern, welche die Gesamtpopulation betreffen können. Nix also mit verhätscheln, sondern klares Eigeninteresse.
      48 20 Melden
    • aglio e olio 23.05.2018 12:10
      Highlight Warum nicht bis zum Notfall warten? Eventuell hast du folgenden Absatz überscrollt:

      "Wichtig sei dies auch aus epidemiologischer Sicht, so der Arzt ... «Gefängnisinsassen gehören zur Risikogruppe. ... könnten zum Krankheitsüberträger werden.»"

      Ich kenne einen Vollzugsbeamten aus DTL, der sich im Knast eine Tuberkulose eingefangen hat. In diesem Fall gab es keine weiteren Ansteckungen. Stell dir mal vor, man liesse einen Häftling monatelang rumhusten...
      10 5 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • bintang 23.05.2018 10:14
    Highlight Ist doch kein Problem, neben den vielen Asylanten und anderen Sozialtouristen können wir diese auch noch bezahlen. Himmel traurig was hier abläuft, der Summe ist der ehrliche Arbeitnehmer der sein Leben solide finanziert und ordentlich seine Steuern bezahlt.
    10 7 Melden
  • fcf1945 23.05.2018 10:06
    Highlight Jetzt soll ich auch noch für Straftäter und Kriminaltouristen die KK mitfinanzieren?
    Man könnte ja deren Herkunftsland dafür zahlen lassen...oder diejenigen, welche von einer staatlich subventionierten Medizinausbildung profitiert haben, dazu verpflichten diese Leute ohne Entschädigung zu behandeln...
    187 153 Melden
    • Fabio Haller 23.05.2018 10:10
      Highlight Denken Sie wirklich dass die Herkunftsländer überhaupt etwas dazuzahlen?
      41 22 Melden
    • Andreas Vetsch 23.05.2018 10:17
      Highlight Gehts noch? Auch Straftäter ausländischer Herkunft sind Menschen und haben Anrecht auf medizinische Versorgung und die Einhaltung der Menschenrechte.

      Und dein Vorschlag die "staatlich subventionierten" Ärzte zu unbezahlter Zwangsarbeit zu zwingen zeugt von einem sehr kruden Weltbild.

      Ich hoffe du bist einfach ein Troll und das ist nicht wirklich deine Meinung...
      111 92 Melden
    • bebby 23.05.2018 10:52
      Highlight Die sind ja nicht freiwillig dort drin.
      Und der zweite Teil ist ein Witz - jeder der hier zur Schule ging wurde subventioniert...
      56 21 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • wasps 23.05.2018 10:01
    Highlight Das sind unmögliche Zustände. So geht man in einem zivilisierten Land nicht mit Gefängnisinsassen um.
    90 110 Melden
    • P. Hodel 23.05.2018 12:14
      Highlight In einem zivilisierten Land ist niemand gezwungen, Dinge zu tun, welche einem ins Gefängnis bringen!
      Selbs schuld, wer dort sitzt.
      25 11 Melden
    • wasps 23.05.2018 17:20
      Highlight Tja, wer sitzt, der büsst. Reicht das nicht aus? Warum nicht gleich die Folter einführen? Das macht ja eh nichts, denn wer sitzt ist vogelfrei?
      7 10 Melden
  • .:|Caballito de Mantequilla|:. 23.05.2018 10:00
    Highlight Sozialer Wahnsinn!

    Eritreer machen Ferien im Heimatland währen CH-Bürger ihre K-kasse nicht mehr zahlen können und im schlimmsten Fall auf Blacklists von einigen Kantonen kommen und womöglich eine Notwendige Therapie nicht mehr erhalten. Aber schön Steuern bezahlen damit jeder Wirschaftsflüchtling brav seine Feiren im Heimatlan verbringen darf. Sozialer Wahnsinn.
    21 14 Melden
  • Normi 23.05.2018 09:54
    Highlight Wie viele sind ohne KK die keine Verbrecher sind ?
    201 36 Melden
    • DerSimu 23.05.2018 10:01
      Highlight Um das herauszufinden, muss man doch nur kurz die Ausländerstatistik zu suchen.

      Anzahl Amis = Anzahl ohne KK 😂
      30 11 Melden
    • Astrogator 23.05.2018 10:04
      Highlight Gemäss SVP sind alle in Freiheit ohne Krankasse zu faul zum bezahlen und werden durch die schwarze Liste die sie von medizinischer Versorgung abschneidet motiviert wieder zu zahlen.

      Viel wichtiger ist aber, dass wir demnächst der Familie Blocher und der Wirtschaft die Steuern wieder mal senken können.
      66 26 Melden
    • häxxebäse 23.05.2018 10:15
      Highlight sehe ich auch so... man hat ja die wahl, ob man straffällig wird oder nicht... beim niedriglohn sieht dies anders aus. mein mitleid hält sich in grenzen.
      81 43 Melden
    Weitere Antworten anzeigen

Wie enthornen Bauern eigentlich ihre Kälber?

In der Schweiz lassen Bäuerinnen und Bauern jährlich rund 200'000 Kälber enthornen. Oder tun dies eigenhändig. Was löst die Enthornung bei einem Landwirt und einer Tierärztin aus? Eine Reportage

Leika ist hornlos geboren. Das rund drei Wochen alte Kälblein wurde durch einen Samen gezeugt, bei dem das Horngen nicht ausgebildet ist. Tierärztin Sandra Gloor greift dem zierlichen Jungtier an das Stirnbein, wo üblicherweise die Hornknospen wachsen würden. «Nichts», sagt sie.

Leika wird eine mittelgrosse Milchkuh werden, die Bauer Alois Huber in seine 60-köpfige Herde eingliedern will. «Wenn sie gesund bleibt», schränkt Huber ein. Der Aargauer SVP-Grossrat begann vor zwei Jahren hornlose …

Artikel lesen