Schweiz
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Rütlischwur

Die Legende des Rütlischwurs: Mythen behaupten die Schweiz wurde 1291 durch ihn gegründet.  bild: wikimedia

Wie gut kennst du deine Mitmenschen? Die Schweizer Bevölkerung in 7 Grafiken

Weisst du, wie der durchschnittliche Schweizer Mann zum Vornamen heisst? Wohin die meisten Schweizer auswandern? Und um welchen Faktor die Bevölkerung in den letzten 150 Jahren gewachsen ist? Mit diesen Fakten kannst du am Stammtisch blöffen.



Der französische Schriftsteller Viktor Hugo bezeichnete die Schweizer im 19. Jahrhundert als «Les Crétins des Alpes» – die Idioten der Alpen. Zum Glück hat sich dieses Bild in den meisten Fällen in den letzten 100 bis 200 Jahren verändert. Doch wer sind wir und wenn ja, wie viele? Diese 7 Grafiken zur Schweizer Bevölkerung des 21. Jahrhunderts liefern Antworten:

1. Schweizer Durchschnitt: Daniel und Sandra Müller

Das Schweizer Medianalter beträgt für Männer 41 und für Frauen 43 Jahre. Das bedeutet, die Hälfte der Bevölkerung ist älter, die andere Hälfte jünger. In den Geburtsjahren 1974 beziehungsweise 1976 waren die Namen Daniel und Sandra besonders beliebt.

Der üblichste Schweizer Nachname bleibt nach wie vor Müller. Nach wie vor verdient Daniel im Schnitt mehr als Sandra. Dafür lebt Sandra länger. Die Männer in der Schweiz sind im Schnitt knapp unter 1,80 Meter gross und 85 Kilogramm schwer. 40 Prozent der Männer in der Schweiz sind übergewichtig, 11 Prozent fettleibig. 

Die Frauen sind im Schnitt etwas kleiner (1,60 Meter) und schmaler (64 Kilogramm). Bei den Frauen sind rund 23 Prozent übergewichtig und 9 Prozent fettleibig.  

2. Bevölkerungswachstum

Bevölkerungswachstum Schweiz Grafik Bevölkerung ohne Einwanderung

daten: bfs / berechnung: philippe wanner, terra cognita s. 30

Die Schweizer Bevölkerung hat sich in den letzten 150 Jahren etwas mehr als verdreifacht. Die Zuwanderung ist heute der grösste Antrieb des Bevölkerungswachstums in der Schweiz. In einer wissenschaftlichen Arbeit von 2012 berechnete der Genfer Professor Philippe Wanner, dass die Schweiz 2012 nur 6,3 anstatt 7,8 Millionen Einwohner gehabt hätte, hätte man 1980 die Grenzen komplett geschlossen. 

Das Problem: Das ältere Bevölkerungssegment (+65) hätte im Verhältnis zum jüngeren (<65) sehr viel stärker zugenommen. So würden rund eine Million arbeitstüchtige (Alter 18 bis 65) Menschen fehlen. Fatal wäre diese Entwicklung auch für die Altersvorsorge geworden. 

Das Bundesamt für Statistik erwartet, dass die Schweiz im Jahr 2020 eine Bevölkerung von rund 8,8 Millionen Menschen umfasst.

3. Wer kommt?

Die folgenden Grafiken zeigen, wer von wo in die Schweiz einwandert. Nicht berücksichtigt ist die Auswanderung im jeweils gleichen Zeitraum, die natürlich auch stattfindet. 

Bevölkerung Herkunft Asyl Migration Schweiz EU Einwanderung

daten: bfs

Die Zuwanderung in die Schweiz hängt stark von internationalen Geschehen und Verträgen ab. So sind in der Statistik markante Veränderungen während den Jugoslawienkriegen, dem syrischen Bürgerkrieg und dem Abschluss des Dubliner Erstasylabkommens zu beobachten.

Auch im Jahr 2016 wurden die meisten Asylgesuche von Personen aus Eritrea gestellt. Doch im Vergleich zum Vorjahr haben sich diese fast halbiert. Auch die Gesuche aus Syrien und Afghanistan sind zurückgegangen. Proportional am meisten gestiegen sind die Gesuche aus Guinea, dies liegt jedoch auch an der kleinen Anzahl.

Im Vergleich mit anderen europäischen Ländern hat die Schweiz eine durchschnittliche bis hohe Zuwanderung. Nur in Österreich, Ungarn und Schweden sind die Zuwanderungsraten pro Einwohner höher. Diese Zahlen stammen jedoch von 2014.

4. Wer bleibt?

Schweiz Bevölkerung

daten: bfs / interaktive Karte zur Binnenwanderung: statlas

Besonders hoch ist die Ausländerrate in den Städten der Westschweiz und im Tessin. Doch mehr als drei Viertel der Secondos haben ihren Migrationshintergrund in EU- oder EFTA-Staaten. Nur 1607 Personen kamen 2016 aus aussereuropäischen Ländern in die Schweiz.

Auch bei der Binnenwanderung innerhalb der Schweiz ist Interessantes zu beobachten: In den grünen Bezirken wanderten 2016 mehr Menschen ab als zu. Das Engadin im Graubünden war davon am stärksten betroffen. Interessanterweise auch die grossen Städte der Schweiz: Zürich, Genf und Basel.

Bei den pinken Flächen verhielt es sich genau umgekehrt, hier wanderten mehr Personen zu als ab. Besonders stark betroffen davon war der Ober- und der Unterklettgau in Schaffhausen, Lenzburg im Aargau und Affoltern im Kanton Zürich. Auch in der Westschweiz gibt es mehrere Bezirke, die eine hohe (Binnen-)Zuwanderung verzeichneten.

5. Wer geht?

Auswanderung aus der Schweiz

daten: bfs 

Das Lieblingsauswanderungsland der Schweizer ist Frankreich. Aber auch Deutschland und das Vereinigte Königreich stehen hoch im Kurs. Hauptgründe dafür dürfte wohl die niedrige Sprachbarriere und die geografische Nähe sein.

Deutsche wandern am meisten aus der Schweiz aus. Mehr als 15'000 verliessen im Verlauf des Jahres 2016 das Land. Danach folgen Italiener und Franzosen.

6. Einbürgerungen und Familiennachzug

Schweiz Bevölkerung

daten: einbürgerung (bfs), familiennachzug (bundesrat)

In der Westschweiz ist die rohe Einbürgerungsziffer höher als in den übrigen Landesteilen. Das heisst, dort werden im Schnitt pro niedergelassene Person mehr Ausländer eingebürgert, als anderswo.

Der Familiennachzug ist umstritten. Die Zahlen aber zeigen, dass mehr als die Hälfte dieser Nachzügler aus EU- oder EFTA-Staaten stammen. Weiter sind mehr als 99 Prozent der Nachgezogenen Teil der Kernfamilie, also Ehepartner oder Kinder.

7. Die Haushalte

Schweiz Bevölkerung

daten: bfs/statlas

Die Einpersonenhaushalte haben besonders in den Städten Zürich und Basel, aber auch im Engadin Hochkonjunktur. Grosshaushalte – also Haushalte mit fünf und mehr Bewohnern – gibt es interessanterweise besonders viele im Luzerner Entlebuch. 

Im Schnitt kann man sagen, dass die Haushalte auf dem Land und in der Westschweiz grösser sind als in der Stadt und im Rest der Schweiz.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Hustler 26.12.2017 20:34
    Highlight Highlight Sehr informativer Artikel. Aber bitte lasst es doch in Zukunft bezahlte Werbung für Parteien zumachen. Danke😊
  • lichtler 26.12.2017 19:46
    Highlight Highlight Also Punkt drei Check ich nicht ganz: das sind doch asylzahlen oder nicht? Weil es gibt ja noch andere Zuwanderung also bloß Asyl zB. aus eu.
    • Saraina 26.12.2017 20:54
      Highlight Highlight Das hat mich auch gewundert. Es sieht aus, als ob die Zuwanderung nur durch Asylgesuche zustande käme, was ja ganz und gar nicht stimmt.
    • lichtler 27.12.2017 11:09
      Highlight Highlight Der Titel ist bei dem Punkt irreführend.
  • Illuminati 26.12.2017 18:21
    Highlight Highlight Spannende Grafiken, danke dafür. Spannend scheint mir, dass mit Österreich und Ungarn zwei Ländern die Grenzen so radikal zumachen, welche 2014 noch vergleichsweise viele Ausländer pro 100'000 Einwohner aufgenommen haben.
  • Illuminati 26.12.2017 18:17
    Highlight Highlight Bei der ersten Grafik habt ihr beim Lohn aber den Durchschnittslohn genommen oder?
    Der ist meiner meinung nach nicht wirklich aussagekräftig. Besser wäre der Medianlohn und der ist meiner Meinung nach ganz grob geschätzt ca. bei 5'500 CHF.
  • Mutzli 26.12.2017 17:56
    Highlight Highlight Sehr nett die Grafiken, aber für mich ist die Passage zur Einwanderung und Asyl ein bisschen durcheinander gewürfelt. Da fehlen irgendwo noch die Länder aus denen die tatsächlich hohe EInwanderung stattfand und findet wie z.B. Italien, Portugal und Deutschland.
    • i schwörs 27.12.2017 09:43
      Highlight Highlight Richtig bemerkt. Die Kurve "Zuwanderung seit 1981" beinhaltet die Gesamtzuwanderung, also die wirtschaftlich motivierte wie auch die Flüchtlinge (nehme ich mal an, klar ist das auch nicht). Die darauffolgende Grafik "Woher kommen sie" beschränkt sich auf die Herkunftsländer der Asylsuchenden, als ob sich die hohe Zuwanderung auf diese Herkunftsländer beschränken würde. Das ist unsauber, liebes Watson. Entweder ihr beschränkt Euch auf die allgemeine Zuwanderung, oder weist die jeweiligen Zahlen sauber getrennt aus.
  • rodman 26.12.2017 16:51
    Highlight Highlight Herzlichen dank für diesen wohltuend informativen Artikel!
  • Scaros_2 26.12.2017 16:37
    Highlight Highlight Mich erstaunt es überhaupt nicht das es im Raum Zürich scheinbar 45% und höher Einpersonenhaushalte gibt.

    Gerade bei diesen Statistiken hätte ich noch gerne meh gewusst. Wie viele dieser Haushalte sind durch Expats bewohnt etc.
    • Baffes 26.12.2017 19:17
      Highlight Highlight Was genau möchtest du mit dieser Zahl anfangen? Geht's um all die expats die die grossen Wohnungen alleine bewohnen und den Familien den Wohnraum nehmen?
    • Hoppla! 26.12.2017 19:19
      Highlight Highlight Wie definierst du Expats?

      Aber was die Aussage davon sein soll, weiss ich nicht genau.
    • G. 26.12.2017 21:20
      Highlight Highlight Soweit meine Wenigkeit den Ausdruck Expats versteht, sind das sündhaft teure Fachkräfte von ausserhalb der Schweiz. Also diejenigen, die die Wirtschaft der Schweiz je längers je mehr bevorzugt, anstatt in Weiterbildungen des Schweizers zu investieren. Was meines Erachtens zu einer zunehmenden Verdummung von Frau und Herrn Müller führt. Bedeutet weniger Lohn, zunehmend schwierigeres Finden eines neuen Jobs. Der Expat geht nach ein paar Jahren zurück in sein Heimatland. Der Schweizer Bürger geht dann zum RAV
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