Schweiz
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FILE - This June 5, 2017, file photo shows a marijuana leaf in the vegetative room at a cannabis cultivator in Fairbanks, Alaska. Some states that have legalized marijuana are considering providing so-called sanctuary status for licensed marijuana businesses, hoping to protect them from a shift in federal enforcement policy. Alaska, California and Massachusetts lawmakers are among those mulling similar bills at the state level. (Eric Engman/Fairbanks Daily News-Miner via AP, File)

Die Hanf-Pflanze ist Gegenstand politischer Diskussionen rund um den Globus. Bild: AP/Fairbanks Daily News-Miner

Cannabis-Versuche in der Schweiz: Das musst du als Kiffer jetzt wissen

Der Ständerat gibt grünes Licht für die Cannabis-Versuche. Nun muss der Antrag noch durch den Nationalrat, die Chancen stehen gut. Dann dürften die ersten Versuche in Schweizer Städten starten.

17.03.18, 10:18 17.03.18, 21:57


Im November hatte das Bundesamt für Gesundheit entschieden, dass die Cannabis-Versuche in Bern und anderen Städten nicht stattfinden dürfen. Der Grund: Es gebe keine gesetzliche Grundlage für die Abgabe von illegalen Drogen zu Forschungszwecken. 

Kurz darauf gingen im National- und Ständerat diverse Motionen dazu ein. Ihr Ziel: Das Parlament soll möglichst schnell diese Gesetzesgrundlage schaffen. Zur Diskussion steht ein Experimentierartikel, der solche Versuche erlauben soll. Der Ständerat gab dafür am Donnerstag grünes Licht, nun liegt der Ball beim Nationalrat.

Doch was bedeutet dieses Ja für die Cannabis-Legalisierung und was soll mit diesen Studien überhaupt untersucht werden? Hier die fünf wichtigsten Fragen und Antworten:

Wird kiffen jetzt legal?

Nein. Im Fall der Cannabis-Studien geht es darum, dass wissenschaftliche Versuche durch einen gesetzlichen Experimentierartikel ermöglicht werden sollen. Bei der Abstimmung im Ständerat ging es also nicht um eine allgemeine Legalisierung von Cannabis, sondern um eine Vereinfachung der Untersuchungen zu diesem Thema.

Sorry liebe Kiffer! Bild: giphy

Welche Auswirkungen eine mögliche Durchführung der Studie und deren Resultate auf eine Legalisierung hätten, ist ambivalent. Sollte die Studie zum Schluss kommen, dass durch die legale Abgabe die Gesundheit der Bevölkerung bedroht wird und sich das Suchtverhalten der Probanden verstärkt, könnte dies einer Legalisierung hinderlich sein.

Sollten die Studien gegenteilige Resultate erzielen, könnte die Akzeptanz in Politik und Gesellschaft ähnlich wie durch den CBD-Boom steigen.

Was soll mit diesen Studien erforscht werden?

Im Vordergrund der Studie steht die Auswirkung der legalen Abgabe auf den Konsum. Greifen Kiffer häufiger zum Joint, wenn sie diesen legal in der Apotheke beziehen können? Weiter sollen die gesundheitlichen Folgen des Konsums untersucht werden.

Die Hoffnung der Politik: Die Studie soll dazu beitragen, «faktenbasiert zu gegebener Zeit eine Liberalisierungs- oder Legalisierungsdebatte führen zu können», sagte SP-Ständerat Roberto Zanetti, Autor der Motion, zur NZZ.

2016 wurde die Universität Bern im Interesse der Stadt Bern beauftragt, ein solches Forschungsprojekt aufzugleisen. Dazu sollte 1000 Personen ermöglicht werden, kontrolliert Cannabis in Berner Apotheken zu beziehen.

Hier wird erstmal gewissenschaftlet. Bild: giphy

Wann wird die Studie durchgeführt?

Sollte nach dem Stände- auch der Nationalrat grünes Licht geben, dürfte es trotzdem noch ein bis zwei Jahre dauern, bis die Studien durchgeführt werden können. «Ich gehe davon aus, dass die Gesetzesgrundlage für solche Versuche bis Anfang 2020 vorliegen könnte», sagt Joachim Eder (FDP), Präsident der ständerätlichen Gesundheitskommission (SGK) zum «Tages Anzeiger».

Der Studienverantwortliche Sven Trelle von der Universität Bern meint, man könne etwa sechs Monate nach Inkrafttreten des neuen Gesetzesartikels mit dem praktischen Teil der Studie beginnen. «Es muss aber absolut klar sein, dass wir die Studie auch durchführen können, ansonsten werden wir keine weiteren Vorbereitungen treffen», so Trelle.

Kiffer müssen sich also noch gedulden. Bild: giphy

Wo kann ich mich für die Studie anmelden?

Man kann sich anmelden? Bild: giphy

Um an der Studie in Bern teilzunehmen, musst du mindestens 18 Jahre alt sein, in der Stadt Bern wohnen und bereits regelmässig Cannabis konsumieren. So weit hatten die Studienautoren bereits geplant. Ein Anmeldefenster gab es bisher aber noch nicht.

«Wir wollen nicht jetzt schon für 2020 planen und dann findet die Studie doch nicht statt», sagt Trelle. Zum gegebenen Zeitpunkt würden aber Annoncen in verschiedenen Medien geschalten und so nach Probanden gesucht.

Wann kommt denn nun die Legalisierung?

Wer soll hier noch die Übersicht behalten? Bild: giphy

Eine schwierige Frage. Fest steht, dass die Legalisierung von Cannabis in der Schweiz keineswegs gewiss ist. Durch den CBD-Boom und die daraus resultierenden Steuereinnahmen ist auf jeden Fall die Akzeptanz gestiegen. Auch unter bürgerlichen Politiker finden sich nun Exponenten, die sich für die Legalisierung aussprechen.

Die Frage jedoch bleibt: Was sind die Folgen einer Legalisierung? Genau dies versucht die Studie der Universität Bern herauszufinden. Die Resultate lassen sich nicht vorhersagen. Diese dürften aber einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf das allgemeine Bild von Cannabis in der Schweiz haben. 

Konkret stecken mehrere Pfeile im Legalisierungs-Köcher. BDP-Nationalrat Heinz Siegenthaler hat erst am Dienstag eine Motion im Rat eingelegt, um Cannabis vor dem Gesetz mit Alkohol gleichzustellen. Er ist damit nicht allein: Auch der Verein Legalize It startet demnächst mit der Unterschriften-Sammlung für eine Legalisierungs-Initiative.

Studienverantwortlicher Trelle jedoch wäre es lieber, wenn man die Legalisierungsdebatte noch etwas verzögern könnte. Denn: «In vielen Ländern wurde die Legalisierung vorangetrieben, bevor man verlässliche Daten und Befunde zu den möglichen Folgen eines solchen Entscheids hatte», sagt Trelle.

«Mit unserer Studie wollen wir für die Regulierungs-Debatte eine fundierte Grundlage schaffen.» Solche wichtigen Entscheidungen sollten nicht aus dem Bauch heraus getroffen werden, meint Trelle. Ob sich die Legalisierungs-Befürworter jedoch bis 2020 gedulden werden, wird sich zeigen.

Uni Bern wollte Testkiffer mit Gras beliefern

Video: srf

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42
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42Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Selbstdenker 18.03.2018 15:54
    Highlight Ich denke die USA ist in dieser Hinsicht ein gutes Beispiel.

    In Kalifornien kann man schon seit 1996 medizinisches Cannabis konsumieren und seit diesem Jahr ist es sogar komplett legal.

    Wohl kaum würde man den Schritt zur kompletten Legalisierung wagen, hätte man in den 22 Jahren zuvor überweigend negative Erfahrungen damit gemacht.

    Zudem sind die positiven Folgen der Legalisierung klar messbar: Millionen an Steuereinnahmen, keine Kosten für die Strafverflogung, besseres Cannabis, weniger Schwarzmarktgeschäfte und Kriminalität...

    Im Gegensatz zu den Kontraargumenten sind das alles Fakten
    20 1 Melden
  • Selbstdenker 18.03.2018 15:30
    Highlight Stellt sich die Frage wozu diese ganzen Studien?

    Tabak ist legal, Alkohol ist legal - da hat sich auch noch nie jemand um eine Studie geschert und das obwohl beide Nachweislich schlechte Folgen für den Körper haben.

    "Liegt im Ermessen des Konsumenten" - das sehe ich genauso für Cannabis...

    Deshalb einfach JA zur Legalisierung und dann können wir uns Zukünftig dieses ganze Theather hier auch sparen:

    https://www.cannabis-initiative.ch/

    17 1 Melden
  • paterpenn 18.03.2018 08:33
    Highlight Das Katzenbild bei: "man kann sich anmelden?!" 😂
    10 0 Melden
  • barbablabla 17.03.2018 23:14
    Highlight Leagaliz it. Wir leben 2018
    23 1 Melden
  • Banana-Miez 17.03.2018 20:57
    Highlight Stelle mich als Versuchskaninchen zur Verfügung!☝️
    23 0 Melden
  • RemoAchilles 17.03.2018 18:46
    Highlight Ob legal ode illegal. Ich rauch mein kraut sowieso
    48 0 Melden
  • Majoras Maske 17.03.2018 14:56
    Highlight Wir könnten ja auch noch wissenschaftliche Gesandte zu jedem Land der Welt schicken um auch wirklich ganz und gar eine Ahnung über dieses sogenannte "Cannabis" zu erhalten. Danach debattieren wir noch ein Jahrzehnt darüber, ob wir wirklich über die Legalisierung nachdenken wollen. Anschliessend arbeiten sie während weiteren zehn Jahren ein Gesetz aus..
    76 1 Melden
  • HPOfficejet3650 17.03.2018 13:41
    Highlight Ich frage mich, was es da noch so lang zu diskutieren gibt. Cannabis gleich setzen wie Alkohol und Tabak und gut ist. Ade merci👋🏻
    158 4 Melden
  • pascii 17.03.2018 12:35
    Highlight Kiffen ist überbewertet und gehört schon lange legalisiert wie sagen wir mal Hooch oder Bacardibreezer.
    61 1 Melden
    • EvilBetty 18.03.2018 11:25
      Highlight Gibts Hooch immer noch? 😂
      2 0 Melden
  • Trump's verschwiegener Sohn 17.03.2018 12:18
    Highlight "Ob sich die Legalisierungs-Befürworter jedoch bis 2020 gedulden werden, wird sich zeigen."

    Es könnte sich zeigen, oder der "Journalist" des Artikels hätte mit den Befürwortern Kontakt für eine Stellungnahme aufnehmen können. Oder wäre das zu viel verlangt? Ist es eher ein oberflächlicher Artikel zu einem populären Thema um die Seite zu füllen?
    29 2 Melden
  • You will not be able to use your remote control. 17.03.2018 12:10
    Highlight Kann einer diesen Nasen mal erklären, dass es hier um ARBEITSPLÄTZE geht?

    Es gibt wirklich genug Studien zu diesem Thema.
    36 3 Melden
    • 7immi 17.03.2018 14:46
      Highlight es gibt ziemlich viele umstrittene studien oder metastudien. wirklich genau und aussagekräftig sind aber die wenigsten. daher ist es wichtig, fakten zu schaffen. nur so kann man sinnvoll diskutieren...
      7 29 Melden
    • You will not be able to use your remote control. 17.03.2018 15:27
      Highlight Was ist umstritten?
      Welche Frage ist offen?
      Was tut es zur Sache, ob mehr oder weniger Cannabis kosumiert wird?

      Die Idee, dass man anderen vorschreiben will, kein Cannabis zu konsumieren, ist so absurd, dass auf dieser Basis sowieso keine Diskussion stattfinden kann.
      45 3 Melden
    • 7immi 17.03.2018 16:27
      Highlight es ist umstritten welche spätfolgen und auswirkungen auf das nervensystem kannabis hat usw. wenn man etwas legalisiert dann sollte man darüber bescheid wissen. schliesslich kommt das verbot ja nicht aus dem nichts. anhand von fakten können dann kritiker und befürworter argumentieren. es ist und bleibt ein suchtmittel.alkohol und tabak kennt man sehr gut (nicht dass es besser wäre), kannabis nicht.

      nunja nach deiner logik können wir ja auch wieder bpa in trinkwasserlaschen zulassen, lärmschutzgrenzwerte aufheben, die strahlenschutzgesetze aufheben etc. kann ja jeder selber aufpassen?
      7 52 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Trump's verschwiegener Sohn 17.03.2018 12:09
    Highlight Wenn die Initiative schon vorher angenommen wird, dann können sie sich das ganze auch sparen. Mal sehen, ob die im April die Unterschriften zusammen bekommen.
    46 0 Melden
  • abishot 17.03.2018 11:44
    Highlight Witzig mit was sich die Politiker in der Schweiz rumschlagen. Was diese Studien bringen soll, bleibt mir verborgen. Die Schweiz soll sich ein Beispiel an Portugal nehmen. Dort wurden alle Drogen entkriminalisiert, sprich, Besitz und Konsum werden nicht unter Strafe gestellt. Man setzt dort eher auf Aufklärung und Prävention. Und was ist passiert? Die Zahl der Drogentoten ist massiv zurück gegangen. Aber ja, nach gewissen Politiker landet man nach einmaligem Kiffen gleich an der Nadel..
    63 2 Melden
  • Frances Ryder 17.03.2018 11:05
    Highlight Ich check nicht was da noch lange untersucht werden muss. Colorado allein hat 2017 250 Millionen USD durch den Cannabis Verkauf an Steuern erwirtschaftet und der Staat hat gerade mal 2/3 der Einwohner der Schweiz. Das sind jedes Jaht hier bis zu einer halben Milliarde
    40 0 Melden
  • ARoq 17.03.2018 11:03
    Highlight Warum eine weitere Studie, wenn es bereits hunderte gibt?
    Oder praxisnahe Daten von Staaten die die Legalisierung bereits umgesetzt haben.
    Z.B. Colorado wo der Cannabiskonsum von Minderjährigen seit der Legalisierung stark zurückgegangen ist:
    https://www.washingtonpost.com/news/wonk/wp/2017/12/11/following-marijuana-legalization-teen-drug-use-is-down-in-colorado
    35 1 Melden
  • UserInput 17.03.2018 10:59
    Highlight Die Katzen Gifs sind köstlich
    29 1 Melden
  • DaBoong 17.03.2018 10:57
    Highlight Liebe Politik
    Hör doch mal auf uns mündige und entscheidungsfähige Bürger zu bevormunden. Wir wissen selbst was wir können und was nicht.... zudem ist Alkohol legal!!! In was für ner Welt leben wir eigentlich?
    171 12 Melden
    • Sir Konterbier 17.03.2018 14:31
      Highlight Ist doch keine Bevormundung der Politik, ein entsprechender Artikel wurde ja vor 10 Jahren vom Volk abgelehnt.

      Die Politik macht ja jetzt selbst vorwärts (wenn auch gutschweizerisch etwas langsam).

      Ansonsten absolut deiner Meinung. Legalisieren und nichts anderes.
      34 1 Melden
  • Gipfeligeist 17.03.2018 10:54
    Highlight Eigentlich tragisch, dass die Wissenschaft durch die öffentliche, irrationale Meinung behindert wird.
    Täglich werden Phase III Medikamente an Menschen getestet und untersucht, ich verstehe nicht warum die Politik verbietet an "illegalen" oder auch illegalen Drogen zu forschen. Für die Bevölkerung ist dies von mindestens so hoher Bedeutung
    36 0 Melden
  • Posersalami 17.03.2018 10:50
    Highlight "Was soll mit diesen Studien erforscht werden?"

    Wozu braucht es eigentlich eine Studie? Kiffen ist in etlichen Ländern legal oder quasi legal. Man kann doch einfach schauen, was die Polizei und Justiz dort dazu zu sagen hat!
    125 5 Melden
  • Valon Behrami 17.03.2018 10:40
    Highlight Ja, ein guter Anfang. Bitte einfach legalisieren und Ressourcen anderswo einsetzen.
    35 1 Melden
  • Hugo Wottaupott 17.03.2018 10:39
    Highlight Also 2-Weg-Studien? Wie verträglich THC mit allen Gattungen an Führerausweisen ist?
    14 2 Melden
  • chnobli1896 17.03.2018 10:36
    Highlight Die GIFs 😂😂😂
    [...] Um an der Studie in Bern teilzunehmen musst du mindestens 18 Jahre alt sein, in der Stadt Bern wohnen und bereits regelmässig Cannabis konsumieren. [...]
    Stell dir vor die Liste wird geleakt, dein Name steht drauf und jeder weiss nun dass du kiffst. 🙈
    11 1 Melden
    • RemoAchilles 17.03.2018 19:01
      Highlight Und wenn scho
      8 0 Melden

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