Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Die Strafanstalt Frauenfeld. google streetview

Thurgauer Rentner geht freiwillig in den Knast – und schildert seine «Luxuswoche» 

Weil er eine Verkehrsbusse nicht bezahlen wollte, sass ein Senior seine Strafe kurzerhand im Gefängnis Frauenfeld ab. 

12.04.18, 15:41


Rentner haben Zeit, viel Zeit. Da überlegte ein Senior nicht lange, als ihm wegen eines Verkehrsdelikts eine Busse von 700 Franken aufgebrummt wurde. Anstatt zu zahlen, sass er seine Strafe im Gefängnis Frauenfeld ab. «Diesen Luxus wollte ich mir einfach mal gönnen», sagte der Senior zu den Frauenfelder Nachrichten. Sieben Tage verbrachte er hinter schwedischen Gardinen. 

Seine Schilderungen hören sich schon fast wie ein Scherz an. «Ich habe die Woche wirklich sehr genossen. Musste nicht kochen, wurde bewirtet und betreut. Sogar das Bett war so bequem wie zu Hause.» Langeweile sei in seiner Einzelzelle wegen des Fernsehers nie aufgekommen. Morgens habe er jeweils einen Spaziergang mit den anderen Häftlingen gemacht – Drogendealer, Diebe, Raser. «Nur mit dem Kaffee waren sie etwas knausrig», bilanziert der Mann. 

Über Sinn oder Unsinn des Rentner-Experiments kann man sich streiten. Bei ihm hat der Gefängnisaufenthalt einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen. «Ich finde es unverhältnismässig, dass Verbrecher so gut behandelt werden. Man könnte sie geradeso gut in ein Hotelzimmer einschliessen.» Man müsse sich fragen, ob ein Gefängnisaufenthalt überhaupt noch als Strafe angesehen werden könne. «Immerhin hat jeder Tag den Staat viel Geld gekostet.»

Ob ein Insasse eine Gefängnisstrafe nach bloss sieben Tagen beurteilen kann, scheint allerdings mehr als fraglich.

(red)

Häftlinge restaurieren Kult-Spielsachen

Video: srf/SDA SRF

Das könnte dich auch interessieren:

«Who is America?» – 7 Fakten über die neue Skandal-Show von Sacha Baron Cohen

Das sind die Tops und Flops der WM

So gross müsste ein Gebäude sein, um die gesamte (!) Menschheit zu beherbergen

Hat die Queen gerade Trump getrollt? Diese Bloggerin ist davon absolut überzeugt

8 Dinge, die purer Horror sind, wenn sie morgens vor deinem ersten Kaffee passieren

Die 10 wichtigsten Fragen und Antworten zur WM 2022 in Katar

Nach diesen 5 Dokus wirst auch du deine Ernährung hinterfragen

Bei welchen Fluglinien hast du gratis oder günstig WLAN? Der Preisvergleich zeigt's

Erkennst du alle Filme an nur einem Bild? Wer weniger als 7 hat, muss GZSZ* gucken!

WEKO eröffnet Untersuchung gegen AMAG

Warum das chinesische Modell über den Westen siegen wird

Wie mich Sekten mundtot machen wollten – und was ich daraus gelernt habe

Ein kleiner Vorgeschmack, was uns bei der nächsten WM erwartet

«Nur no ä halbs Minipic»: Lara Stoll steckt für 127 Stunden mit dem Finger im Abfluss fest

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

Abonniere unseren Daily Newsletter

35
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
35Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Influenzer 13.04.2018 08:00
    Highlight Wenn die rente pro Tag weniger als 100.- ist lohnt sich ja der Aufenthalt auch ökonomisch gesehen. Jedenfalls für den delinquenten. Gemeinnützige Arbeit wäre aus Sicht der Gesellschaft sicher sinnvoller in solchen Fällen.
    25 1 Melden
  • JoeyOnewood 13.04.2018 06:37
    Highlight Soviel ich weiss, kann man in der Schweiz nicht zwischen Gefängnis und Busse wählen. Man kommt zwar ins Gefängnis, wenn die Busse nicht bezahlt wird, die Busse besteht aber nachwievor... Weiss da jemand genaueres? wäre für mich auch logischer.
    3 18 Melden
    • DonChaote 13.04.2018 10:10
      Highlight Auf einem strafbefehl steht jeweis etwas von pro hundert franken einen tag knast zum abgelten. Natürlich nicht in diesem wortlaut, aber sinngemäss.
      Habe ich mir sagen lassen 😉

      Somit besteht in meinem verständnis die busse nicht mehr.
      4 0 Melden
  • Luku luku 12.04.2018 22:28
    Highlight Ich denke auch nicht das eine schlechte Behandlung so viel billiger kommt. Der Freiheitsentzug ist die Strafe und nicht das der Aufenthalt scheisse ist.
    45 6 Melden
    • phreko 13.04.2018 11:00
      Highlight Schlechte Behandlung führt zu einer höheren Rückfallquote, da weniger Resozialisierung stattfindet. Da hast du absolut recht.
      8 0 Melden
  • Blutgrätscher 12.04.2018 19:17
    Highlight "Ich war eine Woche lang auf Diät - Hunger leiden ist gar nicht so schlimm!"
    71 7 Melden
  • olmabrotwurschtmitbürli 12.04.2018 19:11
    Highlight Er hätte das Experiment vor einigen Jahren für etwas länger machen sollen, während er Kinder hat, sein Arbeitgeber ihn deswegen entlässt und seine Partnerin den Hypothekar- oder Mietzins ohne sein Einkommen nicht mehr bezahlen kann.

    Dann hätte er eher einen Eindruck bekommen, was Freiheitsstrafe heissen kann.



    77 13 Melden
  • Restseele 12.04.2018 18:42
    Highlight Das scheint mir nicht sehr glaubwürdig.
    24 11 Melden
  • Nosgar 12.04.2018 18:38
    Highlight Er vergisst, dass er 1. nicht in einem Hochsicherheitsknast war und v.a. 2. wusste, dass er nach einer Woche wieder draussen ist.

    Erstaunlich, dass sowas in den Medien Resonanz findet.
    60 7 Melden
  • Sarkasmusdetektor 12.04.2018 18:32
    Highlight 7 Tage ist echt nix. War im Militär mal 4 Tage im Arrest, dass war auch nicht schlimm. Und da gab's nicht mal einen Fernseher.
    27 3 Melden
    • Jere 13.04.2018 08:15
      Highlight Hast du gekifft oder warum warst du im Arrest? :D
      3 1 Melden
    • Sarkasmusdetektor 13.04.2018 12:48
      Highlight Nö, bin ohne Ausrüstung in die UO eingerückt, weil ich keinen Bock auf Weitermachen hatte. Nach den 4 Tagen musste ich dann nicht mehr. ;)
      4 0 Melden
  • RedRover 12.04.2018 17:57
    Highlight Schrecklich! Da werden Menschen bei uns im Gefängnis ja gar nicht wie menschlicher Abschaum behandelt! Ich sag ja schon lange, dass wir ein Schweizer Guantanamo auf der Insel Ufenau bauen sollten.

    Spass bei Seite, die das Justizsystem gehört lange überholt, es gibt genügend Studien die beweisen, das Gefängnisse im klassischen Sinne vor allem etwas tun: Kriminelle kriminell halten. Sinnvoller wären Massnahmen sie besser in die Gesellschaft zu integrieren und die Ursachen für Armut zu bekämpfen.

    Ausserdem wird eine Woche Gefängnis auch kaum die gleiche Wirkung haben wie mehrere Monate/Jahre.
    37 11 Melden
  • ThePower 12.04.2018 17:27
    Highlight Es ist wahrscheinlich schon ein Unterschied, ob man das freiwillig und für einen kurzen Zeitraum macht oder jahrelang und unfreiwillig. Für mich als freiheitsliebender und spontaner Mensch wäre es der blanke Horror, 23 Std in einer Zelle rumzugammeln, nicht spontan rauszugehen und mein Essen nicht selber wählen zu können. Dazu geht wohl nach einer gewissen Zeit das Sozialleben vor die Hunde, weil man kaum Zeit mit seinem Umfeld verbringen kann. Also unter dem Strich finde ich schon, dass Knast eine Strafe ist..
    164 16 Melden
    • Kong 13.04.2018 08:14
      Highlight Evtl ist das Leben dieses Rentners ziemlich so wie von Dir beschrieben... das gäbe dann auch zu denken.
      In kenne Leute im Bereich Care, die vermitteln schon ein Bild von (selbstauferlegter oder gesundheitlich bedingter) Einsamkeit. Challenge für Gesellschaft 😐
      4 1 Melden
    • ThePower 13.04.2018 13:10
      Highlight @Kong
      Absolut ja. Man merkt es ja häufig schon an der Supermarktkasse, wenn ältere Leute ihre halbe Lebensgeschichte erzählen wollen
      2 0 Melden
  • alterecht? 12.04.2018 17:16
    Highlight Falls er sich schlecht fühlt und härter bestraft werden möchte er kann mir gerne einen noch zu bestimmenenden Betrag als zusätzliche Strafe überweisen...
    41 7 Melden
  • Elendil91 12.04.2018 17:07
    Highlight Weiss nicht ob sieben Tage aussagekraft haben.
    Wenn man mehrere Jahre sitzt dann glaube ich ändert sich die Lage.
    Müsste mal die anderen Häftlinge fragen.
    43 7 Melden
  • ujay 12.04.2018 17:04
    Highlight Ein Dummschnorrer. 7 Tage Knast sind doch gar nichts. Anscheinend genügt ihm ein Fernseher fürs Lebensglück. Wer täglich stundenlang vor der Glotze hockt, wie er anscheinend auch zu Hause, hat sich schon selber freiwillig die Freiheit genommen. Darum heisst Gefängnis auch Freiheitsstafe. Brot und Wasser war im Mittelalter. Wer Jahrelang im Gefängnis sitzt, wird da sicher eine andere Geschichte erzählen, aber nicht von Luxus.
    101 13 Melden
    • äti 12.04.2018 23:04
      Highlight Genau. Und sowieso, 7 Tage sind ein Witz für ein solches Statement. Ich möchte den Herrn heulen hören, wenns das nächste Mal 4 Wochen sind.
      11 2 Melden
  • Gigle 12.04.2018 16:42
    Highlight Interessant ist auch, dass er die anderen als Verbrecher sieht, sich selbst aber von dieser Definition ausschliesst. Das lässt sein Kommentar jedenfalls vermuten.
    246 31 Melden
    • Sarkasmusdetektor 12.04.2018 18:30
      Highlight Streng genommen stimmt das ja auch, eine Übertretung der Verkehrsregeln ist kein Verbrechen, sondern nur eine Ordnungswidrigkeit.
      22 0 Melden
    • demokrit 12.04.2018 21:16
      Highlight Naja eine Busse bei einem Verkehrsdelikt ist jetzt noch kein Verbrechen. Kann jedem passieren.
      20 3 Melden
    • Roterriese 13.04.2018 13:00
      Highlight Er hat kein Verbrechen begangen, sondern eine Übertretung. Ergo ist er tatsächlich kein Verbrecher.
      1 0 Melden
  • Siebenstein 12.04.2018 16:35
    Highlight Gilt man so dann nicht als vorbestraft?
    Das wäre mir dann jedenfalls nicht egal!
    Ansonsten, lustige Geschichte... 😂
    31 7 Melden
  • Ollowain 12.04.2018 16:32
    Highlight Ein interessantes Video zum Thema:
    14 3 Melden
    • Datsyuk 12.04.2018 19:12
      Highlight Ollowain, super. Danke!
      3 0 Melden
    • Wahrsager 13.04.2018 09:25
      Highlight Eigentlich ist ja die gesellschaftliche Übereinkunft, dass wer Schuld auf sich geladen hat, auch durch ein Verbrechen, diese Schuld zu sühnen hat, danach aber die Schuld als getilgt gilt, und der Schuldige also wieder ein Unschuldiger ist und in die Gemeinschaft wieder aufgenommen wird, z. B. am Arbeitsplatz.
      Das tun wir aber nicht. Wir sind erbarmungslos und ungerecht. Wir lassen unsere Sünder büssen, verweigern ihnen aber die Versöhnung mit uns und verdammen sie obendrein für den Rest ihres Lebens. Das ist falsch. Die Norweger haben recht. Wir sollten es ihnen gleichtun.
      0 0 Melden
  • Wahrsager 12.04.2018 16:13
    Highlight Gerade unter Rentnern könnte das Schule machen.
    Die Inhaftierung spart Lebenshaltungskosten ein, aber insbesondere Rentern bringt sie keine Nachteile.
    125 4 Melden
    • B-Arche 12.04.2018 18:47
      Highlight In Konstanz (oder war es Singen?) gab es (oder gibt es noch?) ein "Rentnergefängnis" wo die Insassen sofort nach Entlassung eine kleinere Straftat begehen (kleiner Diebstahl) um wieder in das Gefängnis zu kommen. Weil sie niemanden anderes haben als die Kumpels im Gefängnis. Und auch die Rente nicht zum Leben reicht geschweige denn ein Dach über dem Kopf....
      10 0 Melden
    • Ylene 12.04.2018 23:06
      Highlight In Japan ist das unter Seniorinnen anscheinend schon recht verbreitet.
      https ://www.bloomberg.com/news/features/2018-03-16/japan-s-prisons-are-a-haven-for-elderly-women 'Complaints and arrests involving elderly people, and women in particular, are taking place at rates above those of any other demographic group.' Grund Einsamkeit.
      6 0 Melden
  • Diavolino666 12.04.2018 15:58
    Highlight Naja - wenn ich mir so Gedanken über drohende Altersarmut mache, dann ist das nicht ganz abwägig, zwischen Pension und Altersheim "Urlaub auf Staatskosten" zu beantragen...
    52 3 Melden

Whistleblower-Plattform Swiss Leaks nimmt Betrieb auf

Swiss Leaks ist am Freitag offiziell gestartet. Die Whistleblowing-Plattform soll Leuten, die in der Schweizer Wirtschaft, Politik oder Verwaltung Missstände aufdecken wollen, eine Meldung unter Wahrung der Anonymität ermöglichen.

Das Team besteht aus rund 30 Freiwilligen, unter anderem auch dem Julius Bär-Whistleblower Rudolf Elmer, wie die Kampangenenorganisation Campax, die Gründerin von Swiss Leaks, am Freitag mitteilte.

Eingaben über die Website swiss-leaks.net sollen nach einer ersten …

Artikel lesen