Schweiz
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Bild: KEYSTONE

Swiss hebt Zwei-Personen-Cockpit-Regel wieder auf

28.04.17, 14:57 28.04.17, 17:48

Die Fluggesellschaft Swiss hebt ab Mai die Zwei-Personen-Cockpit-Regel wieder auf. Eine Sicherheitsprüfung hat ergeben, dass sie eher zu neuen Gefahren als zu mehr Sicherheit führt. Dies teilte die Fluggesellschaft am Freitag mit.

Seit dem absichtlichen Germanwings-Absturz vor zwei Jahren mussten sich in den Cockpits der Flugzeuge der Lufthansa-Gruppe immer zwei Besatzungsmitglieder aufhalten. Damals machte sich ein Co-Pilot die Sicherheitsmassnahme zunutze, dass sich die Cockpit-Tür nur von innen öffnen lässt. Er sperrte den Piloten aus dem Cockpit aus und liess das Flugzeug abstürzen.

«Die Zwei-Personen-Cockpit-Regel wurde damals nach dem Unglück auf Basis einer Sicherheitsempfehlung der EASA als Sofortmassnahme eingeführt», sagte Karin Müller von der Swiss auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. In der Zwischenzeit wurde sie wie geplant überprüft.

Dabei stellte sich heraus, dass die Regel eine neue Gefahr birgt, da mit der Regelung die Cockpit-Türe länger und häufiger offen ist. Für Attentäter ist es damit leichter, ins Cockpit einzudringen.

Grössere Gefahr durch Attentäter

«Diese Risiken sind der Hauptgrund, wieso wir die Regel wieder abschaffen», sagte Karin Müller. Eine Gefahr von ausserhalb der Swiss – also durch einen Passagier oder einen Attentäter – sei um ein Vielfaches höher, als jene, die durch Mitarbeitende ausgehe, sagt sie. «Wir haben vollstes Vertrauen in unsere Piloten», ergänzt Müller.

Aus diesem Grund und in Absprache mit der Europäischen Agentur für Flugsicherheit hat sich die Swiss entschieden, die Regel wieder abzuschaffen. Die anderen Gesellschaften der Lufthansa-Gruppe tun es ihr gleich. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) unterstützt gemäss der Mitteilung den Entscheid der Swiss.

Psyche wird bei Anstellung getestet

«Ein Fall wie das Germanwings-Unglück ist sehr, sehr selten», sagte Müller. Die Piloten würden bereits bei der Einstellung auf ihre psychische Verfassung hin untersucht. Zudem gäbe es für Piloten psychologische Beratungs- und Unterstützungsprogramme, die sie bei Bedarf in Anspruch nehmen könnten.

Auf die erhöhte Gefahr betreffend der offenen Tür zum Cockpit wiesen seit Einführung der Zwei-Personen-Cockpit-Regel Aeropers, der Pilotenverband der Swiss, sowie die europäische Cockpit-Organisation hin. Sie forderten, die Regel abzuschaffen. Entsprechend begrüsst Aeropers den Entscheid.

Der Verband fordert jedoch, dass eine firmenunabhängige Gruppe gegründet wird, in welcher sich Piloten unter Gleichgesinnten mit gleichen Problemen austauschen können. «Wir sind derzeit daran, ein solches Angebot zu implementiere», sagte Müller. (nfr/sda)

Der Absturz von Germanwings 4U9525 in Frankreich

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6Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Mikee 28.04.2017 18:38
    Highlight "Die Piloten würden bereits bei der Einstellung auf ihre psychische Verfassung hin untersucht."

    Ich hoffe jetzt mal nicht nur bei der Einstellung. Man bleibt ja nicht an einem Punkt im Leben stehen...
    1 0 Melden
  • EvilBetty 28.04.2017 16:05
    Highlight «Eine Gefahr von ausserhalb der Swiss - also durch einen Passagier oder einen Attentäter - sei um ein Vielfaches höhe... »

    Hier wäre ein Gedankenstrich (halbgeviert) statt eines Divis zu verwenden...
    5 1 Melden
    • Juliet Bravo 30.04.2017 01:43
      Highlight Absolut. Es scheint, der Gedankenstrich existiert nicht beim von Watson verwendeten Programm - auch wenn man Kommentare schreibt (verwende ihn oft).
      0 0 Melden
  • valiii 28.04.2017 15:11
    Highlight Gute Entscheidung, hat aus meiner Sicht nichts gebracht.
    11 1 Melden
    • Juliet Bravo 28.04.2017 17:14
      Highlight Sei froh, dass der Beweis, dafür oder dagegen nicht tatsächlich erbracht werden musste!😅
      2 6 Melden
    • Juliet Bravo 29.04.2017 00:25
      Highlight wäre ein FA im Germanwingscockpit gewesen, hätte der Copi das
      A) nicht durchgezogen
      Oder
      B) das FA hätte dem Commander die Türe aufgemacht
      0 0 Melden

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