Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Niklas Schlegel hat die Nummer nur auf dem Trikot. Bild: KEYSTONE

ZSC-Goalie Niklas Schlegel ist bereits «auf halbem Weg» nach Kloten

Denis Hollensteins Wechsel von Kloten zu den ZSC Lions wird die Hockeylandkarte nicht dramatisch verändern. Niklas Schlegels Wechsel von Zürich nach Kloten hingegen schon. Und wohin zieht es eigentlich Dean Kukan?

18.12.17, 11:46 18.12.17, 16:51


Wechselt Niklas Schlegel von den ZSC Lions zum EHC Kloten, um dort Luca Boltshauser (künftig Lausanne) zu ersetzen? Sein Agent André Rufener bestätigt auf Anfrage erstmals, dass ganz konkrete Verhandlungen in dieser Sache laufen. Wie weit sind die Gespräche schon? «Na ja, wir sind auf halbem Weg von Zürich nach Kloten. Ein Entscheid kann noch in diesem Jahr fallen.» Das will etwas heissen.

Nicht oft kehrt einer um, wenn er den halben Transferweg schon gegangen ist. Will ZSC-Sportchef Sven Leuenberger seinen Torhüter zurückhalten, muss er ihm wohl den Lohn verdreifachen. Nicht um Klotens Angebot zu überbieten. Sondern um bei einem Verbleib in Zürich eine nicht auszuschliessende sportliche Stagnation finanziell abzugelten.

Niklas Schlegel muss nächste Saison die Nummer 1 sein – egal wo. Bild: KEYSTONE

Aber warum wird überhaupt an diesem Wechsel gearbeitet? Weil André Rufener über den Tag hinaus denkt. Er ist der beste «Karrieren-Architekt» unseres Hockeys. Unter viel schwierigeren Umständen hat er in der NHL (!) durch Wechsel im richtigen Augenblick – die zu orchestrieren ist eine der grössten sportdiplomatischen Leistungen unseres Hockeys – unter anderem Nino Niederreiter und Sven Bärtschi, die kurz vor dem Scheitern standen, zu Dollar-Millionären gemacht.

Niklas Schlegel (23) kann hexen, wie er will – an Lukas Flüeler (29) kommt er aus politischen und wirtschaftlichen Gründen einfach nicht vorbei: Lukas Flüeler hat einen Vertrag bis 2020. Er kommt zurzeit nur zum Einsatz, weil Lukas Flüeler wieder einmal verletzt ist. Inzwischen riskiert der ZSC-Meistergoalie von 2012 und 2014 bald bei jeder aussergewöhnlichen Parade eine Blessur. Er ist ein zerbrechlicher Titan geworden.

Hat Niklas Schlegel erst einmal den Schwefelgeruch einer ewigen Nummer 2, ist seine Karriere geknickt, bevor sie richtig begonnen hat. Dabei spielt er längst wie eine Nummer 1 – bei der 1:2-Niederlage in Langnau wehrte er hinter einer taktisch verwahrlosten Abwehr sagenhafte 94,87 Prozent der Schüsse ab.

Hat Niklas Schlegel sogar das Zeug zum Meistergoalie? Bild: KEYSTONE

Schweizer Goalies werden rar. Jonas Hiller ist 35, Tobias Stephan 34, Leonardo Genoni und Reto Berra sind 30 Jahre alt. Luganos Elvis Merzlikins und Langnaus Ivars Punnenovs (beide 23) sind zwar künftige Meistertorüter – aber die Wahrscheinlichkeit ist gross, dass sie in die KHL oder die NHL wechseln. Joren van Pottelberghe (20) und Gilles Senn (21) stecken mit Verträgen bis 2019 noch in der Ausbildung beim HC Davos. Und der nächste grosse Schweizer Schlussmann (Langnaus Akira Schmid) ist erst 17.

Kloten, Rappi oder Olten

Die Rechnung ist einfach: Niklas Schlegel wechselt auf nächste Saison für drei Jahre mit Ausstiegsoption nach Kloten, wird zur unumstrittenen Nummer 1 (und dadurch auch mindestens die Nummer 2 im Nationalteam) – und dann kann er im Frühjahr 2019 oder 2020 in Bern, Lugano oder Zug Millionär werden.

Als ewige Nummer 2 bei den ZSC Lions hat er hingegen diese Option nicht. Bleibt er unter den aktuellen Voraussetzungen im Hallenstadion, ist er eher der nächste Daniel Manzato als der nächste Leonardo Genoni. Er riskiert mit einem Kloten-Transfer so oder so nichts – steigt Kloten im Frühjahr ab, dann wird er halt beim Aufsteiger – den Lakers oder Olten – die Nummer 1. Entscheidend ist für seine Karriere, dass er nächste Saison in der NLA eine Nummer 1 wird.

Lakers-Goalie Melvin Nyffeler könnte ein Schlegel-Ersatz sein. Bild: KEYSTONE

Die ZSC Lions haben in ihrer Nachwuchsorganisation keinen spielfähigen NLA-Torhüter, um im Falle eines Falles Niklas Schlegel zu ersetzen. Das muss kein Problem sein. Sportchef Sven Leuenberger kann Melvin Nyffeler (23) von den Lakers umwerben. Und seine Mannschaft ist in der Verteidigung und im Sturm bis in die vierte Linie hinein mit helvetischen Nationalspielern besetzt. Es ist so oder so Zeit für einen ausländischen Weltklasse-Torhüter. Zeit für den nächsten Ari Sulander.

Kukan zu Lugano?

Heimlich still und leise hat auch das Werben um einen Verteidiger im besten Alter eingesetzt, der in jeder Mannschaft eine führende Rolle im Verteidigungs-Ministerium einnehmen kann: Dean Kukan (24), zurzeit im Farmteam der Columbus Blue Jackets beschäftigt. Ohne gute Aussichten auf eine NHL-Zukunft und mit auslaufendem Vertrag. Sein Agent André Rufener bestätigt auf Anfrage, dass es wohl seine Aufgabe sei, sich mit einer möglichen Rückkehr seines Klienten zu befassen.

Dean Kukan hat in dieser Saison noch kein NHL-Spiel absolviert. Bild: AP/FR52593 AP

Biels Sportchef Martin Steinegger war beispielsweise sehr interessiert, winkt aber inzwischen desillusioniert ab: «Das Bieten beginnt bei mindestens 500'000 Franken. Da können wir nicht mithalten. Der Kukan ist einer für die Grossen.»

Dean Kukan hat keine realistischen Aussichten, in Nordamerika Millionär zu werden. Es wird Zeit, dass er sein enormes Talent im heimischen Markt kapitalisiert. Er würde perfekt zu Lugano passen.

HCD, SCB, ZSC und? Diese Klubs wurden schon Schweizer Hockey-Meister

Unvergessene Eishockey-Geschichten

Bobby Orr entscheidet mit dem «Flying Goal» den Stanley-Cup-Final

Ralph Krueger schreibt das wichtigste SMS der Schweizer Hockey-Geschichte 

Deutschland verpasst die grosse Sensation, weil der Puck auf der Linie kleben bleibt

NHL-Star Darryl Sittler stellt einen Rekord für die Ewigkeit auf

04.01.1987: Als nach der grössten Prügelei aller Zeiten die Lichter ausgingen und ein Spiel die Eishockey-Welt veränderte

16.01.1905: Nach 23 Tagen Anreise werden die Dawson City Nuggets im Stanley-Cup-Final mit 2:23 vermöbelt

19.10.1996: Del Curto klärt seine Spieler auf: «Zum Schiri nüma ‹Fuck you› sägä, äs git zwei Minuta, hä!»

24.02.2006: Neunmal das F-Wort in einer Minute – Greg Holst macht sich mit legendärem Ausraster-Interview unsterblich

14.05.2008: Philippe Furrer schiesst das kurioseste Eigentor der Schweizer Hockey-Geschichte

10.10.1979: Ein gewisser Wayne Gretzky bestreitet sein erstes Spiel in der NHL – er wird sämtliche Rekorde pulverisieren

18.02.2006: Die «Eisgenossen» spielen kanadischer als die Kanadier und rächen sich für eine uralte Schmach

11.03.1979: NHL-Haudegen Randy Holt prügelt sich zu einem bis heute gültigen Rekord – 67 Strafminuten in einem einzigen Spiel

08.04.1980: Sie wissen nicht, was sie tun, als sich zwei Schweden als erste Hockeyspieler einen Playoff-Bart wachsen lassen

28.01.2009: Die Zürcher Löwen krönen sich zu Europas Eishockey-Königen

24.03.1936: Im längsten Hockey-Spiel aller Zeiten fällt das goldene Tor erst im 9. Drittel – um 2.35 Uhr nachts

28.12.1999: «La Montanara» erklingt in Berlin – Ambri krönt sich zum europäischen Champion

31.03.2009: Nie haben wir uns mehr über ein Tor gegen die Schweizer Nati gefreut als bei Omarks Penalty-Trick

22.09.2012: Rick Nash meldet sich mit einem Blitz-Hattrick in der Schweiz zurück

30.12.1981: Wayne Gretzky schafft den verrücktesten seiner Rekorde: 50 Tore in 39 NHL-Spielen

26.12.1993: Dank Chomutow und Bykow träumt Aufsteiger Davos vom ersten Spengler-Cup-Titel seit 35 Jahren

Amerikas College-Boys erlegen den russischen Bären

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.

Abonniere unseren Daily Newsletter

18
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
18Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • San_Fernando 18.12.2017 16:45
    Highlight Ich verstehe die ganze Aufregung um Schlegel nicht. Letztes Jahr hatte er eine sehr gute Saison, einverstanden.
    Aber dieses Jahr hat er eine Fangquote von unter 90%. Und das ist miserabel.
    Und Flüeler ist schon zweifacher Meister und hat mit 92.31% die dritthöchste Fangquote. Einzig die Verletzungsanfälligkeit macht mir effektiv Sorgen...
    34 2 Melden
  • BeatBox 18.12.2017 15:31
    Highlight Niederreiter war kurz davor in der NHL zu scheitern? Wohl kaum! Die Islanders haben ihn damals einfach völlig falsch eingesetzt. Aber ein Spieler mit seiner Postur und Fähigkeiten hätte sich in vielen Teams durchgesetzt.

    Bei Bärtschi ist die Situation wegen des Spielerprofils völlig anders, da gebe ich Chlöisu recht.

    16 1 Melden
  • Boston5 18.12.2017 14:39
    Highlight Der ZSC ist auf einen sehr starken 2. Torhüter angewiesen. Mein Eindruck ist es, das Flüeler die letzen 2-3 Saisons mehr verletzt war als dass er gespielt hat.
    26 1 Melden
    • gusg 18.12.2017 17:11
      Highlight @Boston5: Vielleicht wird ja Flüeler die Nr. 2 - hinter Genoni ;)
      18 8 Melden
  • tösstaler 18.12.2017 14:29
    Highlight einen wie Sulo würde man in Zürich bestimmt mit Handkuss wieder unter Vertrag nehmen, einen Goli, der seinen Vorderleuten mal wieder während des Spiels ganz zärtlich von hinten heraus zuflüstert was Sache ist ...
    20 1 Melden
  • HabbyHab 18.12.2017 14:27
    Highlight Schlegel war zu Beginn der Saison ziemlich schlecht. Nun, war sicher nicht nur seine Schuld. Aber Flüeler war schneller wieder in Form als Schlegel, und deshalb stand er hinten an.
    14 0 Melden
  • mad_aleister 18.12.2017 14:25
    Highlight Auch wenn Schlegel (noch) besser als Nyffeler ist, wird der SCRJ kaum tauschen. Nyffeler ist zu einer Identifaktionsfigur geworden und der Klub, wie auch die Fans stehen hinter ihm. Ähnlich wie Bayer damals.
    Zu dem besitzt, wie man aktuell sieht Nyffeler durchaus das Potential zu einem guten NLA Torhüter zu werden. Die Stats und seine aktuelle Form sprechen da für sich.
    Bleibt Berra entgegen den Erwartungen Ende Saison doch nochmal ein Jahr in Amerika ist Fribourg am Pokertisch um Schlegel vertreten!
    22 3 Melden
  • AlpenMaradona 18.12.2017 14:04
    Highlight Speziell die Geschichte. Man will ums Verrecken den Flüeler als Nr.1, obwohl Schlegel gute Leistungen bringt. Dazu kommt noch, dass man um Genoni ringt, welcher für die Saison 19/20 zu haben wäre, der Vertrag von Flüeler ist aber für die Saison 19/20 auch noch gültig. Was genau will man eigentlich beim Z?
    74 9 Melden
    • John McClane 18.12.2017 15:40
      Highlight Das sind in erster Linie mal einfach Thesen von Klaus Zaugg. Solange nichts von einzelnen Spielern oder Clubs bestätigt wird, gebe ich da nicht viel drauf.
      26 14 Melden
  • Arutha 18.12.2017 13:33
    Highlight Also wenn Rappi aufsteigt, dann wird Nyffeler sicherlich dort auch in der NLA der Stammgoalie sein. Da könnte er nicht hin.
    Schlegel zu Kloten? Nehmen wir gerne.
    56 3 Melden
  • no-way 18.12.2017 13:09
    Highlight Lugano könnte Kukan wirklich brauchen, da es auf die linke Seite im Abwehr nicht so gut besetzt sind wie auf der rechte, besonders mit Furrer Abgang.
    26 10 Melden
  • Avalanche89 18.12.2017 13:00
    Highlight Unglaublich der ZSC. In meinen Augen der klar bessere Torhüter als Flüeler. Und nun darf er in Kloten in der Schiessbude stehen.
    26 36 Melden
  • dechloisu 18.12.2017 12:33
    Highlight Eine Verpflichtung von Schlegel wäre ein klares Zeichen für weitere Transfer.
    Denn es ist für einen Spieler attraktiver in eine Klub mit guten Goalie zu wechseln wir wenn der Name Saikkonen zu oberst steht
    35 10 Melden
    • MARC AUREL 18.12.2017 19:22
      Highlight Dafür muss nur das Geld stimmen...
      5 6 Melden
  • 1848BO 18.12.2017 12:25
    Highlight Wenn schlegel geht fehlt dem ZSC seit langem wieder mal eine gute nummer 2. Das Nyffeler kommt halte ich für ausgeschlosse auch wenn Rappi nicht aufsteigt könnte er bei Biel, Genf oder Ambri die nr. Eins sein im Tor.
    Bei Zürich lässt man wieder mal ein Torhüter auf der bank versauern weil nimand Flüeler aussortieren würde der nachfolger des Grossen ari, aber mit flüeler gewinst du keine Meisterschaft mehr mit Schlegel schon.
    28 25 Melden
    • HabbyHab 18.12.2017 14:30
      Highlight Mit Flüeler hat man aber schon zweimal eine Meisterschaft gewonnen, und mit Schlegel noch keine ;)
      22 13 Melden
    • 1848BO 18.12.2017 19:00
      Highlight Darum auch keine MEHR
      ein wort kann so ein unterschied machen 😜
      12 1 Melden

«Yes we can» – heute ist ein guter Tag, um Eishockeygeschichte zu schreiben

Heute haben die Schweizer die Chance, zum dritten Mal nach 1998 und 2013 das WM-Halbfinale zu erreichen. Es gibt keinen Grund, weshalb sie im Viertelfinale Finnland nicht besiegen könnten. 

Die Geschichte sagt uns, es sei unmöglich. Der letzte Sieg gegen Finnland an einem Titelturnier liegt 30 Jahre (1988, Olympia Calgary/1:2) und bei einer WM noch länger zurück (1972 in Prag/2:3). Und das waren erst noch Vorrundenspiele. Eine «K.O-Partie» haben wir gegen Finnland überhaupt noch nie gewonnen.

Die Gegenwart ist ganz anders. Ohne das Wissen um die Geschichte wäre klar: Die Chancen stehen heute mindestens bei 50:50. Es gibt, ausser der guteidgenössischen Pessimismuskultur («Äs …

Artikel lesen