Wirtschaft
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Der Neoliberalismus hat versagt – das sagen nicht Linke, sondern der IWF

In seiner jüngsten Publikation rechnet der Internationale Währungsfonds mit dem Neoliberalismus ab – und wird dafür heftig kritisiert.



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Mann mit verkehrter Baseballmütze: So sieht die «Financial Times» den IWF.

«Neoliberalism: Oversold» (Der Neoliberalismus wird überbewertet) lautet die Schlagzeile im jüngsten Magazin des IWF. Drei Spitzenökonomen rechnen darin mit allem ab, was neoliberalen Ökonomen in den letzten Jahrzehnten heilig war: freie Märkte, freier Kapitalverkehr, Deregulierung und Austeritätspolitik.  

«Es gibt nichts, worüber man sich bei der neoliberalen Agenda freuen könnte.»

Jonathan Ostry, IWF-Ökonom

Der Begriff «Neoliberalismus» wird in der Regel von seinen Kritikern verwendet. Darin versteht man die Lehre vom reinen Markt, die auf die Ökonomen Friedrich Hayek und Milton Friedman zurückgeht. Linke Kritiker bringen das in Verbindung mit Turbo-und Kasino-Kapitalismus.  

Der IWF hingegen war bisher als eigentlicher Hort des Neoliberalismus bekannt. In den 90er Jahren war der von IWF-Ökonomen ausgearbeitete «Washington-Konsens» so etwas wie die zehn Gebote des Neoliberalismus. Umso erstaunlicher ist daher, dass jetzt aus der gleichen Ecke auf die Doktrin geschossen wird.  

Beunruhigende Schlussfolgerungen

16583 - Dr. Milton Friedman of the University of Chicago, who won the 1976 Nobel Prize for economics, is a recognized leader of the conservative Chicago School of Economics, shown Nov. 29, 1976. He is associated with laissez-faire, or hands-off policy toward business and trade. (AP Photo/Eddie Adams)

Gilt als Vater des Neoliberalismus: Milton Friedman.
Bild: AP NY

«Es gibt nichts, worüber man sich bei der neoliberalen Agenda freuen könnte», stellen die drei Ökonomen fest. Die Liberalisierung des Kapitalverkehrs, das Abreissen der Zollschranken und das Sparen hätten den Wohlstand der Menschen nicht erhöht. Im Gegenteil, die «beunruhigende Schlussfolgerung» dränge sich auf, dass diese Politik zu mehr Ungleichheit und weniger Wachstum geführt habe – etwas, das linke Kritiker wie Joseph Stiglitz schon längst bemängeln.

«Unterdrückerische Regimes erhalten durch die IWF-Kritik Unterstützung.»

«Financial Times»

Die IWF-Kritiker sind keine Aussenseiter. Einer von ihnen ist Jonathan Ostry, der stellvertretende Forschungschef. «Viele Menschen sind inzwischen zur Ansicht geraten, dass die Grundfesten der neoliberalen Agenda neu überdacht werden müssen», erklärte er der «Financial Times» (FT).  

Erstaunt gibt sich Harvard-Professor Dani Rodrik. Er hat sich als Gegner einer «Hyperglobalisierung» einen Namen geschaffen. «Was geht hier ab?», twitterte er und sprach von einem «tiefen Graben» zwischen der Forschung und der Praxis des IWF.

Echt jetzt?

In die gleiche Kerbe schlägt die «Financial Times» in einem redaktionellen Kommentar. Sie spottet, die IWF-Ökonomen benähmen sich wie «Männer mittleren Alters, welche die Baseball-Mütze verkehrt herum tragen». Die Attacke auf den Neoliberalismus sei mehr als kindisch, keift die FT weiter. Sie sei gefährlich, denn sie gebe «unterdrückerischen Regimes» rund um den Globus, die sich ebenfalls als IWF-Kritiker gebärden, eine willkommene Gelegenheit, sich zu rechtfertigen.  

Diese Schelte wiederum erscheint Dani Rodrik lächerlich. «Die FT hyperventiliert», twitterte er. «Die milde Kritik der neoliberalen Agenda des IWF soll autoritäre Regimes unterstützen?» Oder wie der watson-User fragen würde: Echt jetzt?

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82
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    Alle Leser-Kommentare
  • Rebel#193 01.01.2017 14:20
    Highlight Highlight
    Globale Kostenverursacher korrekte Marktwirtschaft würde wahrscheinlich schon gerecht funktionieren. Aber globales Finanzsystem? Das Geldsystem ist im prinzip eine staatliche Dienstleistung für den effizienten Austausch von Waren- und Dienstleistungen. Globalisiert kann das Geldsystem gegen Staat und Wirtschaft missbraucht werden (z.b Aufwertung CHF). Auch der Euro wurde von der globalen Geldwirtschaft missbraucht und hat so ganze Regionen (z.b. Südeuropa) in die Krise befördert. Korrektur von Ungleichgewichten z.b. durch lokale Abwertung ist nicht mehr möglich.
    1 0 Melden
  • Slavoj Žižek 17.06.2016 11:00
    Highlight Highlight kt
    User Image
    9 1 Melden
  • Alexander P. 01.06.2016 10:46
    Highlight Highlight Weshalb soll Freihandel schlecht sein? Freihandel sorgt für Produktevielfalt, Technologietransfer und letztlich für Konkurrenz, die das Geschäft belebt.
    6 21 Melden
    • Deleted93 01.06.2016 11:27
      Highlight Highlight Schon mal was von unterschiedlichen Wohnstandards und Lebenskosten und dadurch verbundener Standortnachteil für die hiesige Wirtschaft gehört? Alles Geld in Asien ausgeben und im Ausland einkaufen gehen und dann über Arbeitslosigkeit heulen? Echt jetzt nehme mal an dein Kommentar war ironisch gemeint?
      18 7 Melden
    • Alexander P. 01.06.2016 11:44
      Highlight Highlight Meistens sind diejenigen, die frech werden nicht die intelligentesten.

      Schon mal was von Bildung gehört, mit der die Produktivität gesteigert werden kann? Die Schweiz ist eine offene Volkswirtschaft und wie Du siehst, herrscht hier nicht Massenarbeitslosigkeit.

      Ich gehöre nicht zu denen, die heulen.
      9 14 Melden
    • Pafeld 01.06.2016 11:47
      Highlight Highlight Freihandel ermöglicht den Firmen mit grösserem finanziellem Polster sich weiter auszubreiten als kleinere Firmen der selben Sparte. Es beginnt sich ein Monopol zu entwickeln, bei dem nicht zwingend das Produkt mit dem besten Preis-Leistungsverhältnis den Markt dominiert sondern schlicht jenes, welches sich über eine grössere Fläche verkauft.
      21 1 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Homes8 01.06.2016 09:06
    Highlight Highlight Die Erkentnis der IWF-Spitzenökonomen ist in etwa wie die eines Drogendealers, der merkt, dass sein Stoff die Leute krank macht, obwohl sie das Zeugs mit Freuden kaufen.
    17 4 Melden
    • Homes8 01.06.2016 09:28
      Highlight Highlight Oder statt Drogendealer vieleicht eher die Chemiker eines Drogenlabors.
      8 3 Melden
  • Kookaburra 31.05.2016 21:47
    Highlight Highlight Der Neoliberalismus, besonders die freie Kapitalwirtschaft hat 2008, auch einem US-Wahljahr, die Immobilien-Blase platzen lassen. Im Wahljahr um Bush, platzte die Dotcom-Blase und vor Clinton, Anfangs der 90er, war die Wirtschaft wegen der von Reagean und Thatcher gestarteten Neoliberalobotomie das erste Mal in Schieflage.
    Jede Blase war grösser.
    Seit 2008 wurde die Kapitalmenge durch Derivate, also quasi pure Wetten, mindestens Ver20facht.

    Der Wahnsinn könnte uns noch vor Jahresende um die Ohren fliegen.

    Das "Nichtfunktionieren" ist das eine.
    Gross genuge Rettungsschirme das Andere.
    34 4 Melden
    • zigi97 01.06.2016 01:06
      Highlight Highlight An den grossen Blasen ist nicht der Neoliberalismus schuld, sondern das manipulierte Fiatgeldsystem und die damit zusammenhängende Inflation. Der Staat versucht die Bevölkerung dazu zu bewegen Geld auszugeben und drückt die Zinsen. Gleichzeitig wird durch die Erweiterung der Geldmenge der einfache Preismechanismus Angebot-Nachfrage manipuliert. Die Preise sind höher als sie sein sollten, was zu (Fehl-)Investitionen in die Produktion führt obwohl gar keine Nachfrage da ist.
      Lösung: Rückkehr zu Zahlungsmitteln mit echtem Wert, das nicht manipuliert werden kann (z.B. Gold, Silber)
      7 17 Melden
    • FrancoL 01.06.2016 08:07
      Highlight Highlight @zigi97; Das Fiatgeldsystem steht in engster Verbindung und Korrelation zum Neoliberalismus. Das hat mit dem Staat herzlich wenig zu tun. Der Neoliberalismus hat zum Tanz mit der Angebot-Nachfrage aufgerufen. Ja die Preise sind teilweise höher als sie sein sollten weil dies eben auch mitunter ein Auswuchs des Neoliberalismus ist, alles läst man sich entwickeln und lenken wie es vom Anbieter angedacht ist, die Folgen sehen wir. Wenig hinterfragen, einfache Modelle, Ziel der kurzfristige Gewinn auf der Strecke bleibt die Nachhaltigkeit bzw. der wahre Gewinn.
      11 0 Melden
    • zigi97 01.06.2016 08:51
      Highlight Highlight Das Fiatsystem hat wenig mit dem Neoliberalismus zu tun. Friedman selbst hat eine Mindeszreserve von 100% gefordert.
      Die Staatlichen Eingriffe in den Markt sind weitasu grösser, als sie denken. Vor allem über das Geldsystem und die damit zusammenhängende Inflation wird sehr viel gesteuert und manipuliert.
      1 4 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • cassio77 31.05.2016 21:27
    Highlight Highlight Als junger Giel war ich überzeugter Neoliberaler, dachte, ich verstehe alles von Wirtschaft. Heute, einige Jobs und Wirtschaftskrisen später, rechne ich mit mir selber ab. Neoliberalismus existiert nicht. Shareholder Value existiert nicht. Es gibt heute einzig und allein legalisiertes Raubrittertum. Ich bin und bleibe liberal, aber wenn es keine Moral mehr gibt, dann müssen es leider die Gesetze richten....
    60 5 Melden
    • The Writer Formerly Known as Peter 31.05.2016 22:05
      Highlight Highlight "aber wenn es keine Moral mehr gibt, dann müssen es leider die Gesetze richten...." - ich glaube das ist der Unterschied zwischen heute und früher. Zwischen Hayek/Friedmann und den heutigen Oligarchen und Kleptokraten. Heute kennt man keine Moral mehr.
      27 5 Melden
    • FrancoL 31.05.2016 22:46
      Highlight Highlight Ach Gasser die Moral kennt man schon seit Jahren nicht mehr, was heute so riesig erscheint hat nicht vorgestern begonnen.
      Gier ist nicht plötzlich vor 10 Jahren erwacht. Die Schere geht seit Jahrzehnten auseinander.
      Es wäre fatal zu glauben dass die Moral plötzlich abhanden kam, SIE die Moral war in den letzten 50 Jahren NIE da.
      13 5 Melden
    • The Writer Formerly Known as Peter 31.05.2016 23:06
      Highlight Highlight "Die Schere geht seit Jahrzehnten auseinander." - gebe dir Recht, die Moral mag früher nicht grösser gewesen sein. Doch was ist es, dass die Schere sich immer weiter öffnet und sich sowohl Management, wie auch Kleptokraten der Regierung, auch prozentual mehr bedienen? Schaut man heute eher weg? Wurden Aktionärsrechte abgebaut? Was hat sich dann verändert, dass sich die Schere heute stärker öffnet wie früher?
      9 0 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • The Writer Formerly Known as Peter 31.05.2016 19:56
    Highlight Highlight Eine vertiefte Auseinandersetzung mit dem Thema findet im Artikel leider nicht statt... immerhin ein Artikel ohne Putin oder anderes pashing (z.B. Daniele Ganser) und auch ohne Kriegspropaganda... ist das die Wende? Wann kommt der Artikel gegen die NATO?
    29 29 Melden
    • MrJS 31.05.2016 22:16
      Highlight Highlight Bin genau gleicher Meinung! Ich finde die Standpunkte von Herr Löpfe meist interessant und gewagt, allerdings fehlt mir meistens die Tiefe... Eigentlich schade für einen Journalisten mit solch langer Erfahrung...
      12 4 Melden
    • The Writer Formerly Known as Peter 31.05.2016 22:47
      Highlight Highlight Hab mir überlegt warum das so sein könnte. Wirklich eine Antwort habe ich nicht gefunden. Watson das falsche Format? Doch bei anderen Artikel scheint es durchaus Tiefe zu geben... wenn es um Putin geht gibt es auch eine gewisse, leider einseitige, Tiefe... immer auch der difffamierende Verweis auf Kritiker der gängigen Meinung... Nein, eine Antwort dazu habe ich keine gefunden... doch glaube ich nicht, dass es die Schuld des Journalisten ist. Vielleicht schreibt er ja wieder mal ein Buch. Und wenn es nicht unbedingt um Putin geht...
      7 9 Melden
    • BennyG 01.06.2016 12:28
      Highlight Highlight Warum muss ein Artikel immer gegen oder für was sein? Sollte ein Artikel nicht eher eine Aufklärende Funktion mit möglichst geringer Wertung haben? Immer dieses suchen nach Monokausalitäten. Jedem Problem liegen mehrere Ursachen zugrunde. Dem Leser sollte die Chance gegeben werden, seine Meinung auf neutralem Boden aufzubauen, dass ist das Problem.
      4 0 Melden
  • Der Zahnarzt 31.05.2016 19:47
    Highlight Highlight Der Sinn der Wirtschaft ist es doch, potentiell unbegrenzte Bedürfnisse trotz begrenzter Ressourcen optimal und ohne Verschwendung zu befriedigen. - Dem Neoliberalismus ist dies nicht gelungen. Beispiel: Obwohl es genug Lebensmittel gibt, müssen immer noch viele Menschen vor Hunger streben. Das Wirtschaftssystem hat also versagt. Warum merken die Ökonomen das nicht? Warum halten sie an offensichtlich falschen Modellen fest?
    43 3 Melden
    • strieler 31.05.2016 20:39
      Highlight Highlight Weil die Ökonomen sich nicht um Menschen kümmern, welche nicht am Markt teilnehmen. Egal ob kein Geld oder Zugang - was nicht lukrativ ist, ist im Kapitalistischen System irrelevant.
      30 2 Melden
    • St0771 31.05.2016 20:44
      Highlight Highlight Weil das Ganze in Modellen auch aufgeht... Dass wir Menschen aber immer noch Menschen sind und unvorhersehbare Entscheidungen treffen, die durchaus emotional und nicht rational begründet sind, wird dabei halt ausser Acht gelassen...
      18 1 Melden
    • Töfflifahrer 31.05.2016 21:18
      Highlight Highlight Einerseits weil es das System der Ökonomen ist, sie haben kein anderes. Andererseits weil Ökonomen nur in abstrakten Modellen rechen, aber komplett ausser Acht lassen, dass da noch Menschen sind die nicht so agieren wie die Modelle es möchten. Bsp. in den Modellen fehlt die absolute Gier nach Geld und Macht.
      11 0 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • stadtzuercher 31.05.2016 19:26
    Highlight Highlight Die neoliberalen Prediger haben zu recht Angst vor solcher Kritik: Plötzlich wird die Unterdrückungspolitik ihrer Regimes (In Europa schön illustriert am Fall Griechenland) als das sichtbar, was sie ist.
    47 2 Melden
    • Töfflifahrer 01.06.2016 07:42
      Highlight Highlight Viel besser kann man es fast nicht mehr ausdrücken! Neo-Liberalismus ist nichts weiter als Neo-Kolonialismus, nur, dass die Kontrolle nicht mehr durch Regierungen erfolgt sondern direkt durch multinationale Firmen.
      12 0 Melden
  • pamayer 31.05.2016 19:06
    Highlight Highlight Heute ist der iwf den linken einiges voraus. Sicher linksextrem. Nause! Abhorchen!
    19 16 Melden
  • FancyFish - Stoppt Zensur! 31.05.2016 19:05
    Highlight Highlight Endlich kritisieren auch die "hohen Tiere" der Wirtschaft den raubtierkapitalistischen Neoliberalismus. Es ist schon lange Zeit ein besseres, gerechteres Wirtschaftssystem zu etablieren und das ist ein Schritt in die richtige Richtung
    41 3 Melden
    • Sibiria 31.05.2016 21:46
      Highlight Highlight Und welches soll das sein?
      5 11 Melden
  • http://bit.ly/2mQDTjX 31.05.2016 19:01
    Highlight Highlight Auch andere Ur-Kapitalisten sehen inzwischen das Versagen ein.

    So sagt zb. die Bank für international Zahlungsausgleich (BIZ): "Final Conclusion: We cannot afford to rely on the current debt-fuelled growth model any longer. The sooner we realise this, the better."
    http://www.bis.org/speeches/sp160210_slides.pdf

    Nachdem das eigentlich unbestritten wäre, lohnt es sich doch kaum mehr, weiterhin auf dem Neo-Kapitalismus herum zu hacken, Herr Löpfe. Interessanter fände ich, wenn Sie erstens alternative makroökonomische Modelle vorstellen, und zweitens gangbare Transformationsprozesse aufzeigen.
    18 7 Melden
  • Kronrod 31.05.2016 18:30
    Highlight Highlight "oversold" heisst im Börsenjargon nicht etwa "überbewertet", sondern "überverkauft" bzw "an einem Tiefpunkt".
    19 1 Melden
    • Philipp Löpfe 31.05.2016 19:15
      Highlight Highlight Das stimmt, aber nicht alle sind Börsianer. Die Bedeutung ändert sich nicht gross.
      18 10 Melden
  • CreatorsWolf 31.05.2016 17:56
    Highlight Highlight Das Versprechen des Neoliberalismus in allen Bereichen Marktkräft spielen zu lassen kann niemals erfüllt werden und ist damit unnütz. Diese Theorieschule wurde aber von anfang an benutzt um quasi-monopole, zwischenstaatliche Machtgefälle oder Ungleichheit zu rechtfertigen.
    41 3 Melden
  • Mafi 31.05.2016 17:34
    Highlight Highlight Erklärt doch mal was Neoliberalismus genau bedeutet - gibt oft Verwirrungen. Und wie er momentan umgesetzt ist. Wäre ne gute Artikelserie!
    51 8 Melden
  • Robert K. 31.05.2016 17:28
    Highlight Highlight Zu dumm, dass der Neoliberalismus gar nie umgesetzt wurde, Bsp. Schweiz, Regulierungen wo man hinschaut, Protektionismus an der Grenze (Bsp. Auto usw), Kartelle und Preisabsprachen, Bsp. kantonale Unterschiede in den Benzinpreisen usw., Subventionen an alles mögliche und unmögliche. Die kontinuierlich steigenden Staatsquoten sind der Fussabdruck der nicht liberalen Wirtschaftspolitik.
    29 59 Melden
    • Philipp Löpfe 31.05.2016 17:52
      Highlight Highlight Vielleicht geht es der Schweiz deshalb so gut...
      83 24 Melden
    • saukaibli 31.05.2016 18:04
      Highlight Highlight Glücklicherweise wurde der totale Neoliberalismus nur in einem Land praktisch umgesetzt, in Chile. Und es hat Chile nichts gebracht und würde auch sonst nirgends etwas Positives bringen. Schlussendlich gewinnt im Neoliberalismus immer der Egoistischste und Skrupellostste, dieser wird am Schluss alles besitzen. Der Markt muss den Menschen dienen, nicht umgekehrt. Das kann nur durch die Regulierung des Marktes erreicht werden, wie in den "goldenen 30 Jahren" und noch mehr.
      64 6 Melden
    • Robert K. 31.05.2016 18:20
      Highlight Highlight Hr Löpfe, es könnte ihr viel besser gehen, wenn die Politiker in Bern es nicht zuliessen, dass z.B. der Preis für identische Auto-Ersatzteile in Zürich ein vielfaches des Preises sind wie unmittelbar jenseits der Grenze, dass Subventionen gerade in jene Bereiche fliessen, welche sich dringend anpassen der Nachfrage anpassen müssten (Bsp. Landwirtschaft), mir kommt in diesem Zusammenhang immer die Erinnerung an M. Thatcher, welche die GB Steuerzahler fragte: "Wollt ihr, dass ich Euere Steuern für nicht profitable Unternehmen ausgebe?"
      21 20 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • BennyG 31.05.2016 17:27
    Highlight Highlight PS. Ich würde Milton Friedmann nicht gerade als Vater des Neoliberalismus bezeichnen. Hayek und Röpke hatten da in der Mont Pelerin Society viel mehr Einfluss auf das was der Neoliberalismus heute ist.
    14 4 Melden
  • BennyG 31.05.2016 17:23
    Highlight Highlight Ist ja schön und gut dass der gelebte Neoliberalismus schon in den eigenen Reihen des IWF auf Skepsis stösst. Nur mit dem Begriff Neoliberalismus alleine ist aber noch nichts geklärt.
    Der Begriff Neoliberalismus enthaltet zu viel um das Problem des IWF und der Weltwirtschaft zu begründen. Was ist mit der Sperrminorität der USA und dessen Auswirkungen auf die Kreditvergabe?
    Der Neoliberalismus ist schlussendlich nur ein Begriff, unter dem man verstehen kann was man will.
    Die Leser auf die grundlegenden Probleme sensibilisieren, das wäre der erste Schritt zu einer nachhaltigen Ökonomie
    31 2 Melden
    • sowhatopinion 31.05.2016 19:35
      Highlight Highlight Gut analysiert, Neoliberalismus ist ein Begriff so ausgelutscht wie der Begriff Nachhaltigkeit... Real existiert hat er genau so wenig wie der "real existierende" Marxismus. Der Osten ist nicht mehr rot und der Westen nicht mehr wirtschafts-liberal. So sind wir heute im Schlepptau der USA und umter dem Deckmantel Gesundheit, Sicherheit etc. dermassen überreguliert und kontrolliert wie noch nie. Die Gewaltentrennung bzw Aufgaben (Staat, Bretton Woods Institutionen, Notenbanken etc) ist nicht mehr, Apple&Co. lässt man in Ruhe (Oligopol, Steuern etc.). Ist dies neoliberal?
      12 0 Melden
    • BennyG 31.05.2016 22:43
      Highlight Highlight Kommt drauf an was du unter neoliberal verstehst. Gehst du nach Röpke landest du bei der sozialen Marktwirtschaft. Gehst du nach Hayek landest du beim Laissez-faire Liberalismus.
      Ich sage immer der Neoliberalismus ist wie eine Leuchtrakete, er beinhaltet zu viel um nur als Worthülse zu fungieren. Aber auch zu wenig um einen genauen Sachverhalt zu klären. Er dient eher dazu um unsere Wirtschaftssituation zu beleuchten, Fehler, Missstände, Ungerechtigkeiten aufzudecken. Vor allem woher diese entstanden sind.
      3 0 Melden
  • phreko 31.05.2016 17:00
    Highlight Highlight Der Leidensdruck ist noch nicht gross genug. Erst wenn der Neoliberalismus grosse Gebilde, wie die EU, zerstört, werden dann ein paar Hirnzellen angestrengt, um zu schauen wie das passieren konnte. Jedoch "hat der Markt immer Recht", weshalb ich zweifle , dass Anhänger des Neoliberalismus je die richtigen Schlüsse ziehen werden... Es wäre als ob der Papst die Bibel durch den Koran ersetzen würde.
    53 5 Melden
  • Kookaburra 31.05.2016 16:54
    Highlight Highlight Wieso erkennen die, die es am besten wissen sollten, solche Dinge immer erst als letzte?

    Ökonomen sind ja schlimmer wie Politiker.
    Aber vielleicht finden sie immerhin bald sogar heraus, dass die linke EU-, Migrations- und Antinationalpolitik der letzten 25 Jahre genauso verheerend und mitschuldig war... wer weiss.
    16 58 Melden
    • phreko 01.06.2016 00:14
      Highlight Highlight Welche Länder wurde von Linken/Sozialdemokraten niedergewirtschaftet?
      10 2 Melden

«Wir haben es in der Hand, ein Massensterben zu verhindern»

Die Artenvielfalt ist in den letzten 50 Jahren dramatisch gesunken. Das zeigt der WWF in seiner neuesten Ausgabe des Living Planet Index auf. Zum Glück findet ein Umdenken bei den Menschen statt. Das sagt Thomas Vellacott, CEO des WWF Schweiz. 

60 Prozent der Tierarten sind in den letzten 50 Jahren verschwunden. Ist es also gerechtfertigt, von einem sechsten Massensterben zu sprechen? Ja, heute sterben 100 bis 1000 Mal mehr Arten aus als in vergangenen Zeiten. Das ist einmalig – und wir Menschen sind die Ursache. Der Living Planet Index des WWF untersucht die Populationstrends und zeigt so Veränderungen sehr früh an.

Ist dieses Massensterben nicht mehr aufzuhalten? Die kurze Antwort lautet: doch. Taucht man tiefer in die Daten ein, …

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