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epa06331441 French President Emmanuel Macron (C) and Germany Chancellor Angela Merkel (L) during the opening ceremony of  the UN Climate Change Conference COP23 in Bonn, Germany, 15 November 2017. The 23rd session of the United Nations Framework Convention on Climate Change Conference (UNFCCC), the 2017 UN Climate Change Conference COP23 will take place from 06 to 17 November in Bonn, the seat of the Climate Change Secretariat, under the presidency of Fiji.  EPA/RONALD WITTEK

Klimagipfel in Bonn: Auf die Teilnehmerstaaten wartet noch viel Arbeit.  Bild: EPA/EPA

Rate mal, wie viele Länder gerade auf Kurs zur Erreichung der Pariser Klimaziele sind

15.11.17, 17:10 15.11.17, 17:30


Die Antwort ist: Keines!

Es gelingt weiterhin keinem Land, die im Pariser Klima-Abkommen gesteckten Ziele zur Begrenzung der Erderwärmung auf unter zwei Grad zu erreichen. Am besten macht es laut einem Ländervergleich noch Schweden. Die Schweiz liegt im ersten Drittel.

Die 13. Ausgabe des Ländervergleichs der Umweltorganisation Germanwatch lässt weiterhin die ersten drei Podestplätze leer. Kein Land tue genug für den Klimaschutz und die Erreichung der Ziele des Pariser Abkommens. Besonders beim Energieverbrauch brauche es noch Anstrengungen, hiess es in dem am Mittwoch veröffentlichten Ranking.

Musterschüler auf dem 4. Rang ist Schweden. Das Land punkte vor allem bei der Senkung der Treibhausgase und dem Ausbau erneuerbarer Energie, sagte Jan Burck von Germanwatch vor den Medien an der Klimakonferenz in Bonn. Und Schweden wolle bis 2045 CO2-neutral sein, das heisst nicht mehr Treibhausgase ausstossen als kompensiert werden.

Aber auch beim bestplatzierten von 56 untersuchten Ländern gibt es Mängel. Es fehle ein Klimaschutzziel für 2030, das mit dem 2-Grad-Ziel von Paris vereinbar sei. Auch sollte Schweden im Transportsektor und bei den Emissionen aus dem Konsum Massnahmen ergreifen, heisst es in der Studie.

Auf den nächsten zwei Rängen finden sich Litauen mit einem starken Ausbau in fossilfreier Energie und das Entwicklungsland Marokko mit ehrgeizigen Klimaschutzzielen bis 2030.

Nicht nur Kohleausstieg nötig

Deutschland, Gastgeberland der diesjährigen Klimakonferenz, platziert sich im Mittelfeld. Das Land habe auf diplomatischer Ebene grosse Anstrengungen für den Klimaschutz unternommen, nicht aber bei nationalen Massnahmen wie etwa einem Ausstieg aus der Kohle.

Deutschland liege beim Treibhausgasausstoss 20 Prozent über dem EU-Schnitt. Da würde ein Kohleausstieg allein nicht genügen, sagte Studienmitverfasser Niklas Höhne. Es müssten auch Fortschritte beim Transport, der Industrie und bei den Gebäuden gemacht werden.

Am andern Ende der Länderliste sind die USA, Australien, Südkorea, Iran und als Schlusslicht Saudi-Arabien. Die USA, die aus dem Paris-Abkommen aussteigen wollen, seien «im freien Fall».

Die USA und Saudi-Arabien müssten ihre Reduktionsziele für 2030 drastisch erhöhen. Südkorea, Iran und Saudi-Arabien zeigten bei ihren Bemühungen um weniger Treibhausgase «kaum Fortschritte oder den Willen dazu», hiess es weiter.

Schweiz «klar ungenügend»

Die Schweiz ist auf Rang 12, eine ähnliche Position wie in den vergangenen Jahren. Diese Platzierung sei nicht wegen einer guten Schweizer Klimapolitik, sondern weil die meisten anderen Länder so schwach seien, kommentierte Patrick Hofstetter vom WWF Schweiz.

Gerade bei den Klimazielen für 2030 sei die Schweiz «klar ungenügend». Die meisten anderen Staaten schnitten da besser ab. Die Schweiz müsse ihre Reduktionsziele mindestens verdoppeln, wenn sie auf Paris-Kurs sein wolle, zitierte WWF Schweiz am Mittwoch Hofstetter in einem Communiqué.

Die Schweiz habe auch keine Ziele für erneuerbare Energien und der Ausbau komme nur schleppend voran. Die Schweizer Energieversorgung beruhe noch immer zu vier Fünfteln auf importiertem Erdöl, Erdgas und Uran, kritisierte WWF Schweiz.

Bei dem Ländervergleich sei für die Schweiz nur die Treibhausgasreduktion im Inland berücksichtigt worden. Zudem müsse aber im Ausland bis 2030 zusätzlich eine Reduktion von 20 Prozent erreicht werden, sagte Marc Chardonnens, Direktor des Bundesamts für Umwelt (BAFU), in Bonn. Aber auch für die Schweiz gebe es noch etliches zu tun, räumte er ein.

Neue Methodik

Das jährliche Klimaschutzranking von Germanwatch und dem NewClimate Institute untersucht 56 Staaten und die EU. Sie sind zusammen für rund 90 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich.

Dieses Jahr wurden erstmals neben Ausstoss, Energieproduktion und -effizienz auch die Leistungen der Länder stärker an den Zielen des Pariser Abkommens gemessen. Deshalb ist ein direkter Vergleich mit Ergebnissen früherer Jahre nicht möglich. (sda)

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Video: srf

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!

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23
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23Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • fcsg 16.11.2017 15:46
    Highlight Realistischerweise sollte man jetzt nicht mehr forschen wie der Klimawandel abgeschwächt werden kann (da wird nichts mehr passieren), sondern wie wir uns an die neuen Bedingungen anpassen können.
    5 2 Melden
  • saukaibli 16.11.2017 07:33
    Highlight Bei unserer momentanen Regierung sind die Zukunftsaussichten für die Schweiz leider sehr traurig. Wieso interessieren sich Liberale und Konservative eigentlich nicht für die zukünftigen Generationen? Wenn man schon immer behauptet, das Land und das Volk liege einem am Herzen, wieso handelt man denn immer nur so kurzsichtig? Eigentlich müssten doch die Patrioten am grünsten von allen sein, wenn sie denn wahre Patrioten wären.
    13 8 Melden
  • Menel 16.11.2017 05:42
    Highlight Wer gerne Animationen hat, die NASA bietet welche, die sehr gut sich die Klimafaktoren über die Zeit verändert haben:

    https://climate.nasa.gov/interactives/climate-time-machine
    7 0 Melden
  • demian 16.11.2017 01:30
    Highlight Betrifft uns alle, von daher müsste es von jedem Land das Ziel sein auf Platz 1 zu landen.
    11 2 Melden
  • Olf 15.11.2017 22:19
    Highlight Vor lauter kritisieren hat man übersehen das Indien im vorderen Drittel mit dabei ist.
    26 0 Melden
  • Thinktank 15.11.2017 22:18
    Highlight Wieso wird hier der Anschein erweckt, dass ein Bericht einer linken Umweltlobbyorganisation irgend eine Relevanz hat? Kann ich Euch auch meinen Klimabericht senden?
    9 46 Melden
  • stamm 15.11.2017 20:55
    Highlight Muuuahhh....... Coole Statistik! Hopp, da geht noch mehr!
    5 4 Melden
  • Mirjjrim 15.11.2017 19:05
    Highlight Island? Von diesem Land sollten wir lernen!
    7 12 Melden
    • Michèle H. 15.11.2017 21:07
      Highlight Nicht ganz so einfach übertragbar, Island sitzt auf riesigen Thermalquellen mit ungeheuren Massen an Wärmeenergie. Wir hier haben eine andere Ausgangslage (mehr Potential für z.B. Wasser- und Windkraft)
      25 0 Melden
    • Menel 16.11.2017 05:39
      Highlight @kleiner_Schurke, wir brauchen mehr Vulkane 😉

      Was die Isländer einsparen, das machen ihre Vulkane, bei einem Ausbruch, wieder zunichte 😅
      11 0 Melden
  • Nelson Muntz 15.11.2017 18:58
    Highlight Wieso wird die EU sowie deren Länder gelistet? Nicht entweder/oder?
    2 17 Melden
    • Sarkasmusdetektor 16.11.2017 11:21
      Highlight Wieso nicht?
      3 0 Melden
  • @ursus 15.11.2017 18:05
    Highlight die Schweiz sei ungenügend - ok, was ist dann Deutschland? untererdisch?
    21 4 Melden
    • Freddie 15.11.2017 22:53
      Highlight @silent
      Aso hä was?!
      Kannst du das besser ausführen?
      7 1 Melden
    • Freddie 16.11.2017 09:58
      Highlight Danke für die Ausführung. Ich verstehe den Artikel so, was gegen die Klimaerwärmung unternommen wird. Schuld dafür sind wir alle gleich, ob wir nun ein Auto kaufen, graue Energie spielt immer mit. Staatenunabhängig. Das tragische ist, dass DE einen sehr grossen Anteil an Energie durch Kohle herstellt, während in der CH 70% durch Wasserkraft.
      Mit dem Konsum kann ich jedoch zustimmen.
      0 1 Melden
  • D(r)ummer 15.11.2017 17:45
    Highlight Bei dieser Olympiade ist der Planet Gastgeber.
    Es kostet ihn verdammt viel, also müssen alle Gold gewinnen.
    Los, voll(gas) rangehen!
    20 6 Melden
  • Ökonometriker 15.11.2017 17:18
    Highlight Die Schweiz hat ihre Treibhausgas-Emissionen pro Kopf seit 1990 um 21 Prozent gesenkt, Schweden um 6 Prozent. Trotzdem soll Schweden vor der Schweiz sein?
    106 41 Melden
    • Klaus07 15.11.2017 18:38
      Highlight Weil vielleicht Schweden gar nie so hohe Emissionenswerte wie die Schweiz hatte?
      56 11 Melden
    • Posersalami 15.11.2017 21:16
      Highlight Haha Reduziert, der war gut. Wir haben verlagert und zwar ins Ausland! Reduziert haben wir nichts.
      23 4 Melden
    • Ökonometriker 16.11.2017 07:35
      Highlight @Klaus07 1990 war die Schweiz tatsächlich noch dreckiger als Schweden, heute ist der CO2-Ausstoss pro Kopf aber tiefer.
      @Posersalami: guter Punkt, aber das ist nicht des Rätsels Lösung.
      Grund liegt in der Statistik selber: sie rechnet mit den Gesamtemissionen, nicht mit den Emissionen pro Kopf - und durch die Zuwanderung ist die Bevölkerung der Schweiz stark angewachsen, was trotz tieferem Pro-Kopf-Ausstoss zu einem höheren Nettoausstoss geführt hat.
      5 1 Melden
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