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Del Curto hat den HCD zu sechs Meistertiteln geführt.  Bild: KEYSTONE

Die 22 HCD-Jahre unter Del Curto – so verlief die Amtszeit des Unvergleichlichen

Nach mehr als 22 Jahren hat Arno Del Curto heute seinen Rücktritt als Trainer des HC Davos bekanntgegeben. Der charismatische Engadiner schaut auf eine äusserst erfolgreiche Zeit mit dem HCD zurück.

Publiziert: 27.11.18, 19:46

Die Anfänge:

Die Ära von Arno Del Curto als Trainer des HC Davos begann denkbar schlecht. Mit einem 0:4 im Heimspiel gegen Zug startete «ADC» am 21. September 1996 in seine erste Saison mit den Bündnern. Doch Del Curto schaffte auf Anhieb, was seinem schwedischen Vorgänger Mats Waltin seit dem Wiederaufstieg 1993 nicht gelungen war: Er gewann mit dem HCD eine Playoff-Serie. Im Halbfinal war dann gegen Zug Schluss. Gegen den EVZ verlor er ein Jahr später auch seinen ersten von neun Playoff-Finals.

Arno Del Curto mit Harry-Potter-Brille im März 1998. Bild: KEYSTONE

Der historische Erfolg

In seiner fünften Saison als HCD-Coach holte Del Curto seinen ersten Titel. Mit einem 4:2-Sieg im Final gegen das Team Canada gewann der Schweizer Rekordmeister im Jahr 2000 erstmals nach 42 Jahren den Spengler Cup. Bis 2011 folgten vier weitere Triumphe am europaweit prestigeträchtigsten Klubturnier, das sich bis heute zur wichtigsten Einnahmequelle des Vereins entwickelt hat.

Die Spengler-Cup-Sieger im neuen Jahrtausend

2019: Das Team Canada gewinnt im Final gegen Ocelari Trinec mit 4:0 und krönt sich mit dem 16. Titel zum alleinigen Rekordsieger. KEYSTONE / GIAN EHRENZELLER
2018: KalPa Kuopio schlägt im Final das Team Canada 2:1 nach Penaltyschiessen. SPENGLER CUP / GIAN EHRENZELLER
2017: Team Canada nach einem 3:0 im Final gegen die Schweizer Nationalmannschaft. SPENGLER CUP / MELANIE DUCHENE
2016: Team Canada nach einem 5:2 im Final gegen den HC Lugano. EPA/KEYSTONE / GIAN EHRENZELLER
2015: Team Canada nach einem 4:3 im Final gegen den HC Lugano. SPENGLER CUP / GIAN EHRENZELLER
2014: Servette Genf nach einem 3:0 im Final gegen Salawat Julajew Ufa. KEYSTONE / PETER SCHNEIDER
2013: Servette Genf nach einem 5:3 im Final gegen ZSKA Moskau. KEYSTONE / PETER SCHNEIDER
2012: Team Canada nach einem 7:2 im Final gegen den HC Davos. KEYSTONE / SALVATORE DI NOLFI
2011: HC Davos nach einem 3:2 im Final gegen Dinamo Riga. KEYSTONE / PETER SCHNEIDER
2010: SKA St.Petersburg nach einem 4:3 im Final gegen das Team Canada. KEYSTONE / ARNO BALZARINI
2009: Dinamo Minsk nach einem 3:1 im Final gegen den HC Davos. KEYSTONE / PETER SCHNEIDER
2008: Dynamo Moskau nach einem 5:3 im Final gegen das Team Canada. KEYSTONE / SALVATORE DI NOLFI
2007: Team Canada nach einem 2:1 gegen Salawat Julajew Ufa. KEYSTONE / SALVATORE DI NOLFI
2006: HC Davos nach einem 3:2 im Final gegen das Team Canada. KEYSTONE / SALVATORE DI NOLFI
2005: Metallurg Magnitogorsk nach einem 8:3 im Final gegen das Team Canada. KEYSTONE / ALESSANDRO DELLA VALLE
2004: HC Davos nach einem 2:0 im Final gegen Sparta Prag. KEYSTONE / FABRICE COFFRINI
2003: Team Canada nach einem 7:4 im Final gegen den HC Davos. KEYSTONE / FABRICE COFFRINI
2002: Team Canada nach einem 3:2 im Final gegen den HC Davos. KEYSTONE / EDI ENGELER
2001: HC Davos nach einem 4:3 n. V. im Final gegen das Team Canada. KEYSTONE / MICHELE LIMINA
2000: HC Davos nach einem 4:2 im Final gegen das Team Canada. Der erste Turniersieg der Gastgeber seit 1958. KEYSTONE / EDI ENGELER

Der erste Meistertitel

Zwölf Jahre, nachdem der Traditionsverein in der Anonymität der 1. Liga verschwunden war, führte Del Curto den HCD im Frühling 2002 wieder zurück auf den NLA-Thron. Im Final servierten die Bündner den ZSC als Titelverteidiger gleich mit 4:0 Siegen ab. Del Curto schaffte sich damit ein Denkmal im Landwassertal. Er war der erste gebürtige Schweizer Meistercoach seit dem legendäre Bibi Torriani (1962 mit Visp).

Del Curto wird 2002 im alten Hallenstadion auf Händen getragen. Bild: KEYSTONE

NHL-Stars & ungerade Erfolgsjahre

Weitere vier Meistertitel kamen zwischen 2005 und 2011 dazu, und zwar immer in den ungeraden Jahren. Besonders in Erinnerung bleibt die Meistersaison 2004/05, als wegen des Lockouts in der NHL plötzlich Weltstars wie die beiden Nummer-1-Drafts Joe Thornton und Rick Nash oder Niklas Hagman unter Del Curtos Regie spielten. Thornton, der noch heute in den Sommermonaten in Davos anzutreffen ist, wie auch Nash kehrten 2012 beim nächsten NHL-Lockout noch einmal für einige Spiele ins Bündnerland zurück.

Niklas Hagman und Joe Thornton feiern mit Del Curto 2005 den Meistertitel. Bild: PHOTOPRESS

Der Bruch mit von Arx

Del Curto erarbeitete sich nicht nur einen ausgezeichneten Ruf als Ausbildner, der Engadiner verstand es auch, mit Spielern auszukommen, die andernorts als schwierig galten. Reto von Arx war einer davon. Der Emmentaler gehörte jahrelang zu den Eckpfeilern in Del Curtos HCD – am Ende trennten sich die beiden 2015 mit dem Meisterpokal in den Händen allerdings im Unfrieden.

Reto von Arx war über Jahre Del Curtos verlängerter Arm auf dem Eis. Bild: PHOTOPRESS

Die Ehrung für Reto und Jan von Arx. Video: streamable

Das abrupte Ende

In seiner 23. Saison mit den Davosern geriet Del Curtos System ins Stocken. Der gewiefte Taktiker, für sein Unterstatement bekannt, sah sich im Sommer auch unter dem Spardruck wiederholt zu einem grösseren Umbruch gezwungen. Vor allem wegen der Heimschwäche droht der HCD erstmals seit 1993 die Playoffs zu verpassen. Um der negativen Entwicklung Gegensteuer zu geben, zog Del Curto nun selbst die Handbremse und machte den Weg für einen neuen Mann an der Bandes des HCD frei. (pre/sda)

HCD, SCB, ZSC und? Diese Klubs wurden Hockey-Meister:

HC Davos: 31 Titel, 6 seit 1986; zuletzt Meister: 2015. KEYSTONE / ENNIO LEANZA
SC Bern: 16 Titel, 9 seit 1986; zuletzt Meister: 2019. KEYSTONE / ENNIO LEANZA
EHC Arosa: 9 Titel, 0 seit 1986; zuletzt Meister: 1982. KEYSTONE / STR
ZSC Lions: 9 Titel, 6 seit 1986; zuletzt Meister: 2018. KEYSTONE/TI-PRESS / GABRIELE PUTZU
HC Lugano: 7 Titel, 7 Titel seit 1986; zuletzt Meister: 2006. PHOTOPRESS / KARL MATHIS
HC La Chaux-de-Fonds: 6 Titel, 0 seit 1986; zuletzt Meister: 1973.
EHC Kloten: 5 Titel, 4 seit 1986; zuletzt Meister: 1996. KEYSTONE / STR
EHC Biel: 3 Titel, 0 Titel seit 1986; zuletzt Meister: 1986. Ebenfalls drei Titel: EHC St. Moritz (zuletzt: 1928), HC Rosey-Gstaad (zuletzt: 1925), HC Bellerive Vevey (zuletzt: 1920), HC Bern (zuletzt: 1918). KEYSTONE / STR
Zwei Titel: EV Zug (zuletzt: 2021), HC Villars (zuletzt: 1964), HC Les Avants (zuletzt: 1913). keystone / URS FLUEELER
Ein Titel: SCL Tigers (1976), Grasshopper Club Zürich (1966), EHC Visp (1962), Club des Pâtineurs de Lausanne (1911), HC La Villa Lausanne (1910). PHOTOPRESS-ARCHIV / PHOTOPRESS-ARCHIV

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