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Guaidó siegessicher: «Bald gehe ich in mein Büro im Präsidentenpalast»

Publiziert: 13.03.19, 09:12

Juan Guaidó Bild: EPA/EFE

Nach einem wochenlangen Machtkampf mit dem venezolanischen Staatschef Nicolás Maduro gibt sich der selbst ernannte Interimspräsident Juan Guaidó siegessicher. «Wir sind kurz davor, unsere Freiheit zurückzuerobern», sagte der 35-Jährige am Dienstag bei einer Demonstration gegen die Regierung in der Hauptstadt Caracas.

Obwohl Guaidó in Venezuela selbst bislang noch keine echte Machtposition aufbauen konnte, zeigte er sich selbstbewusst. «Das Ende der illegalen Machtübernahme ist nah», sagte er unter dem Jubel seiner Anhänger. «Bald brauche ich ein neues Büro zum Arbeiten. Bald gehe ich in mein Büro im (Präsidentenpalast) Miraflores.»

Allerdings könnte der selbst ernannte Übergangspräsident auch im Gefängnis landen. Wegen Sabotage gegen die Energieversorgung des Erdöllandes leitete die Staatsanwaltschaft am Dienstag Ermittlungen gegen ihn ein.

Die Venezuela-Krise im Januar 2019

In ganz Venezuela protestiert das Volk gegen das Maduro-Regime.
Dieser Mann steht derzeit in der Mitte des Chaos in Venezuela: Juan Guaido, 35, Parlamentspräsident. Wie kam es dazu? AP/AP / Fernando Llano
Am 10. Januar liess sich Venezuelas Präsident Nicolas Maduro für eine zweite Amtszeit vereidigen. EPA/EFE / MIGUEL GUTIERREZ
Während es der venezolanischen Elite gut geht, steckt das Land in einer tiefen politischen und wirtschaftlichen Krise. EPA/EFE / MIGUEL GUTIERREZ
Die wirtschaftliche Situation veranlasste etwa 2,5 Millionen Venezolaner, aus dem Land zu flüchten. Im Bild sieht man Flüchtlinge in Pacaraima, Brasilien. AP/AP / Eraldo Peres
Am 22. Januar gab US-Vize Pence bekannt, dass die USA den Parlamentspräsidenten Juan Guaido unterstützen wollen.
24 Stunden später erklärte sich Juan Guaido vor Tausenden in Caracas zum Übergangspräsidenten. EPA/EFE / Cristian Hernandez
Die Menschenansammlung um Guaido aus der Vogelperspektive. twitter @mariaalesiasosa
Nur wenige Minuten danach anerkannte Trump den Oppositionsführer als rechtmässigen Interims-Präsidenten. EPA/EPA / MICHAEL REYNOLDS
Auch die EU steht hinter Guaido. Donald Tusk (2.v.r.) schrieb auf Twitter: «Im Gegensatz zu Maduro verfügt das Parlament, Juan Guaido eingeschlossen, über ein demokratischen Mandat der venezolanischen Bürger.» AP/AP / Martin Meissner
Die Proteste wurden von Gewalt begleitet: Polizisten setzten stellenweise Tränengas gegen Protestanten ein ... EPA/EFE / CRISTIAN HERNANDEZ
... mussten manchmal jedoch auch in die Defensive, da die Menschenmassen zu gross waren. EPA/EFE / Miguel Gutierrez
Auch in Barquisimeto, der viertgrössten Stadt des Landes, wird gegen Maduro protestiert. twitter @thomasvlinge
Demonstrationen gab es in allen 23 Staaten in Venezuela, hier etwa in San Cristobal, der Hauptstadt des Staates Tachira. twitter @thomasvlinde
Aber nicht nur in Venezuela protestierten sie: Hier gehen Venezolaner in Chile gegen das Maduro-Regime auf die Strasse. EPA/EFE / ALBERTO VALDES
Maduro kann derzeit noch auf das Militär zählen: Venezuelas Verteidigungsminister Vladimir Padrino sicherte die Unterstützung der Armee zu. AP/AP / Ariana Cubillos
«Die Soldaten des Vaterlandes akzeptieren keinen Präsidenten, der von dunklen Mächten eingesetzt wird oder sich abseits des Rechts selbst einsetzt», sagte Padrino auf Twitter. EPA/EFE / Cristian Hernandez

Bereits seit Januar wird gegen Guaidó ermittelt, nachdem sich der Abgeordnete zum Übergangspräsidenten erklärt und Staatschef Maduro damit offen herausgefordert hatte. Dabei wurde auch eine Ausreisesperre gegen ihn verhängt. Seine Konten wurden eingefroren.

Warnung der USA

Die US-Regierung warnte die venezolanischen Behörden vor Schritten gegen Guaidó. «Die Vereinigten Staaten machen die venezolanischen Sicherheitskräfte für die Sicherheit von Präsident Guaidó und der Nationalversammlung verantwortlich», schrieb US-Sicherheitsberater John Bolton auf Twitter. «Jede Art von Gewalt gegen sie oder ihre Familien wird eine starke Antwort erfahren. Die Welt schaut zu.»

Tote und Verletzte an den Grenzen zu Venezuela

Video: srf

In Venezuela gingen am Dienstag Tausende Menschen auf die Strasse, um gegen die Regierung und die seit Tagen andauernden Stromausfälle zu protestieren. Maduro machte einen von den USA und der Opposition geplanten Cyberangriff für den Zusammenbruch der Energieversorgung verantwortlich.

Guaidó und seine Anhänger hingegen sehen die Schuld bei der Regierung, die die notwendige Investitionen verschleppt und das Netz nicht richtig gewartet habe.

«Wir haben kein Licht, wir haben kein Wasser», sagte eine Bewohnerin des Viertels Santa Mónica im Süden der venezolanischen Hauptstadt im Fernsehsender VPI. Informationsminister Jorge Rodríguez erklärte hingegen: «In diesem Moment ist die Stromversorgung fast im ganzen Land wieder hergestellt.» Der Stromausfall begann am Donnerstagabend und gilt als der längste in der Geschichte des südamerikanischen Krisenstaats.

Armee hält zu Maduro

Guaidó will die Wut vieler Venezolaner über den Stromausfall nutzen, um im Machtkampf gegen Maduro die Oberhand zu gewinnen. Obwohl ihn viele Staaten, darunter die USA und Deutschland, bereits als rechtmässigen Interimspräsidenten anerkannt haben, kann er sich im eigenen Land nicht so recht durchsetzen. Solange das mächtige Militär Maduro die Treue hält, dürfte sich daran auch nicht viel ändern.

Bei den Demonstrationen am Dienstag schwor Guaidó seine Anhänger darauf ein, sich nicht entmutigen zu lassen. «Nicht die Dunkelheit, der Hass oder der Groll werden unsere Schritte leiten», sagte er. «Wir bleiben auf der Strasse, bis wir Freiheit für ganz Venezuela erreicht haben. Hier weicht niemand zurück.» (aeg/sda/dpa)

Juan Guaidó erklärt sich zum Staatschef Venezuelas

Video: srf

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