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Fellaini freut sich mit Mourinho über seinen späten 1:0-Siegtreffer. Bild: AP/AP

De Gea hext – Fellaini trifft! YB wird für grossen Kampf nicht belohnt

Die Young Boys kamen dem zweiten Punkt in der Champions League ganz nah. Das 0:1 bei Manchester United fiel erst in der Nachspielzeit.

Publiziert: 27.11.18, 23:36 Aktualisiert: 28.11.18, 07:49

Der Exploit, der erste in der Champions League für YB, war zum Greifen nah. Die Voraussetzungen waren ideal. Ein Gegner, der komplett glücklos agierte, zahlreiche Torchancen vergab und zunehmend Selbstvertrauen verlor auf der einen Seiten. Und auf der anderen Seite der Aussenseiter, der sich steigerte und zwischen der 60. und 75. Minute gleich zu mehreren Torchancen kam, darunter eine exzellente. Manchester Uniteds Goalie David de Gea wehrte einen mehrfach abgelenkten Schuss spektakulär auf der Torlinie ab.

Die Glanzparade von De Gea. Video: streamja

Der Beweis: Kein Tor. bild: screenshot

Als dann zumindest der eine Punkt gesichert schien, fiel dann doch noch das Gegentor. In der 91. Minute lenkte Romelu Lukaku eine Flanke zum Marouane Fellaini weiter, der sich gegen die YB Defensive durchsetzt. Das 0:0 wäre schon ein Erfolg für die Young Boys gewesen und angesichts der Leistungssteigerung nach der Pause auch nicht unbedingt ein unverdienter. Allerdings hätte bei normalem Spielverlauf schon zur Pause alles verloren sein können für den Schweizer Meister.

Der 1:0-Siegtreffer von Fellaini in der Nachspielzeit. Video: streamja

Dass am Ende eine Niederlage resultierte war über die gesamte Spielzeit gesehen logisch. YB war lange Zeit ungefährlich und unsicher, auch wenn ihnen der gute Wille nie abzusprechen war. Sie stürmten bei jeder Gelegenheit mit viel Personal Richtung Tor von Manchester United. Sie unternahmen immer wieder den Versuch, den Spielaufbau der Engländer zu stören. Bloss: Die guten Vorsätze wurden selten wirksam umgesetzt.

Mourinho lobt sich selbst 😂

YB solid – Fans grandios

Der verletzte Guillaume Hoarau fehlte als ruhender Pol im Sturm, als Ankerpunkt im Angriff. Viel zu rasch gingen die Bälle verloren und viel zu einfach gelang es Manchester United, in gefährliche Abschlusspositionen zu kommen. Das zentrale Mittelfeld mit den jungen Michel Aebischer, Djibril Sow und Sandro Lauper, der den gesperrten Sékou Sanogo auf dessen Position ersetzte, musste meistens sehr tief in der eigenen Platzhälfte agieren und konnte kaum Impulse setzen. Erst als Manchester United begann mehr Risiken einzugehen und Räume offen liess, kam YB besser zurecht.

Grandios! Eine gelbe Wand mit 3000 YB-Fans unterstützte ihr Team im Old Trafford. Bild: KEYSTONE

Gerardo Seoane musste nicht nur mit den Ausfällen von Hoarau und Sanogo zurecht kommen, sondern zur Pause auch noch die Verletzung von Captain und Abwehrchef Steve von Bergen kompensieren. Nach der Pause bildeten deshalb Loris Benito, der in die Verteidigung zurückbeorderte Lauper und Mohamed Camara eine Dreierabwehr. Für Camara war es der erste Einsatz seit fast einem Monat. Er hielt sich wie die ganze Defensive gut, auch wenn in erster Linie Manchester United dafür verantwortlich war, dass YB so lange um einen Gegentreffer herumkam.

Chancentod Rashford

Über mangelndes Wettkampfglück konnte sich der Gast nicht beklagen. Die Voraussetzungen für den ersten Champions-League-Sieg waren fast ideal. Da waren zum einen 3000 eigene Fans im Old Trafford, die eine herrliche gelbe Wand im Stadion bildeten und das Team lautstark unterstützen. Und da war zum anderen ein Gegner, der sich im Abschluss bemerkenswert ungeschickt anstellte.

Marcus Rashford schoss schon nach weniger als fünf Minuten alleine vor Goalie David von Ballmoos übers Tor und erhöhte danach etwa im Viertelstunden-Takt seine Fehlschussquote. Die beste Möglichkeit der Gastgeber vor dem 1:0 vergab Fellaini, als er nach 56 Minuten aus zehn Metern das leere Tor verfehlte.

Mourinhos Reaktion auf Rashfords vergbenen Grosschance:

José Mourinho hatte seine Startaufstellung gegenüber dem letzten Match, dem 0:0 am Wochenende gegen Crystal Palace, stark umgestellt und zunächst unter anderem auf Paul Pogba, Lukaku und Alexis Sanchez, der es nicht mal aufs Matchblatt schaffte, verzichtet. Das Trio, das zusammen auf einen Marktwert von 250 Millionen Euro kommt, bezahlte für die zuletzt schwache Leistung. Nach dieser hatte Mourinho einen Spielern vorgeworfen, mit zu wenig Herz agiert zu haben. Allerdings kam der Portugiese nicht umhin, nach einer guten Stunde doch auf Lukaku und Pogba zurückzugreifen.

Das Telegramm:

Manchester United - Young Boys 1:0 (0:0)
73'000 Zuschauer. - SR Brych (GER).
Tor: 91. Fellaini 1:0.
Manchester United: De Gea; Valencia (72. Mata), Jones, Smalling, Shaw; Fellaini, Matic, Fred (64. Pogba); Lingard (64. Lukaku), Martial, Rashford.
Young Boys: Von Ballmoos; Mbabu, Camara, Von Bergen (46. Garcia), Benito; Assalé, Sow, Lauper, Aebischer, Sulejmani (66. Fassnacht); Nsame (82. Moumi Ngamaleu).
Bemerkungen: Manchester United ohne Rojo, Lindelöf (beide verletzt) und Alexis Sanchez (nicht im Aufgebot). YB ohne Sanogo (gesperrt), Hoarau, Wüthrich und Lotomba (alle verletzt). Verwarnungen: 22. Matic (Foul). 48. Camara (Foul). 61. Benito (Foul). 72. Valencia (Foul). (pre/sda)

Die Tabelle:

bild: screenshot srf

Die besten Sprüche von José Mourinho

«Bitte bezeichnen Sie mich nicht als arrogant, aber ich bin Champions-League-Sieger und ich denke, ich bin ein ‹Special One›.» Mourinho vor seinem ersten Engagement bei Chelsea. EPA PA / ANDREW PARSONS
«Wir haben Top-Spieler und, entschuldigen Sie, wenn ich arrogant bin, wir haben einen Top-Trainer.» Mourinho vor seinem ersten Engagement bei Chelsea 2004. AP / PETAR PETROV
«Der Zweite ist immer nur der Erste der Letzten. Da ist es egal, ob man zehn Punkte zurückliegt oder 500 Tore erzielt hat.» Mourinho als Porto-Trainer. AP / JON SUPER
«Wenn ich einen einfachen Job gewollt hätte, dann wäre ich in Portugal geblieben – wunderschöne blaue Stühle, den Champions-League-Pokal, Gott und direkt hinter Gott, Ich.» Mourinho vor seinem ersten Engagement bei Chelsea 2004. AP / DAVE THOMPSON
«Wenn er mir beim Training aushelfen würde, wären wir das Schlusslicht der Liga, und wenn ich in seiner Welt arbeiten müsste, dann würden wir bankrott gehen.» Mourinho über Chelsea-Besitzer Roman Abramowitsch. EPA / HARRY McGUIRE.
«Wir sind momentan die Nummer 1, aber nicht weil der Klub so viel Geld hat. Wir sind momentan im Wettbewerb um so viele Pokale wegen meiner guten Arbeit.» Mourinho 2005 über sich selbst. AP / DAVE CAULKIN
«Wir haben nicht verloren. Das Spiel stand nach 120 Minuten unentschieden. Also haben wir nicht verloren.» Mourinho nach einer Cup-Niederlage von Chelsea im Penaltyschiessen gegen Charlton Athletic 2005. AP / JASPER JUINEN
«Nach allem was passiert ist in dieser Saison, und das war sehr viel, bin ich der Meinung, dass ich ein guter Verlierer bin.» Mourinho 2007 über sich selbst. AP / ALASTAIR GRANT
«Das war nicht beleidigend gemeint, auch wenn man es als Beleidigung verstehen kann.» Mourinho, nachdem er 2007 den Schiedsrichter in einem Cupspiel gegen Tottenham als «Hurensohn» beschimpft hatte. AP / MATT DUNHAM
«Es ist wie mit Omeletten und Eiern. Ohne Eier keine Omelette! Es hängt von der Qualität der Eier ab. Im Supermarkt hat es Eier der ersten, zweiten und dritten Klasse. Einige sind teurer, einige lassen dich bessere Omeletten machen. Wenn die Erstklass-Eier weg sind, hast du ein Problem.» Mourinho über seine ersatzgeschwächte Mannschaft AP / FERNANDO BUSTAMANTE
«Es ist eine Tatsache, dass der Schiedsrichter aus einem Land kommt, in dem es keinen Fussball gibt.» Mourinho nach einer Niederlage mit Chelsea in der Champions League 2007. Der Unparteiische Alain Hamer stammte aus Luxemburg. AP / SCOTT HEPPELL
«Ich mag die Truppe und habe grosses Vertrauen in die Jungs. Ab sofort bin ich der grösste Inter-Fan.» Mourinho bei seinem Amtsantritt bei Inter Mailand 2008. AP / LEFTERIS PITARAKIS
«Für mich ist der Job bei Inter eine grosse Herausforderung. Und ich glaube, für die Journalisten könnte es sehr unterhaltsam werden.» AP / ANTONIO CALANNI
«Als Inter-Trainer fühle ich mich wie Robin Hood. Aber auch Jesus Christus wurde nicht von allen geliebt. Welche Hoffnung bleibt da also noch für mich?» Mourinho während seiner Zeit bei Inter. EPA / DANIEL DAL ZENNARO
«Was ich sage, sind keine Klagen, sondern Wahrheiten.» Mourinho 2011 zu seiner Dauerkritik an Schiedsrichtern. AP / Martin Meissner
«Gott denkt bestimmt, dass ich ein geiler Typ bin, deswegen hat er mir so viel gegeben.» Mourinho 2012 als Real-Trainer. EPA / PETER POWELL
«Wenn ich dem Schiedsrichter und der UEFA sagen würde, was ich denke und fühle, würde meine Karriere heute enden.» Mourinho nach Real Madrids Hinspiel-Niederlage im CL-Halbfinal 2011 gegen Barcelona. EPA / JUAN CARLOS HIDALGO
«Der Unterschied zwischen mir und Pellegrini ist, wenn mich Real rauswirft, werde ich nicht den FC Malaga trainieren.» Mourinho über seinen Real-Vorgänger Manuel Pellegrini. AP / Alberto Di Lolli
«Du würdest im nächsten Spiel nicht mal dann spielen, wenn das Flugzeug von Real Madrid abstürzen würde und du als einziger zu Hause sitzen würdest.» Mourinho 2011 zu seinem Spieler Pedro Leon.
«Er spielt, weil ich keinen anderen habe. Wenn man keinen Hund zum Jagen hat, muss man eine Katze mitnehmen.» Mourinho über Real-Stürmer Karim Benzema. AP / PAUL WHITE
«Wenn meine Spieler im Cup gegen einen unterklassigen Gegner verlieren, wie es vor meiner Zeit gegen Alcorcon passiert ist, kreuzige ich sie und sie sind tot.» Mourinho warnt die Real-Spieler vor dem Cup. X01080 / HEINO KALIS
«Nach dem Spiel unterhielten wir uns in meinem Büro und tranken Wein. Leider war es ein schlechter Wein und er hat sich beschwert. Beim Rückspiel in Old Trafford an meinem Geburtstag werde ich dann eine teure Flasche portugiesischen Wein mitbringen.» Mourinho auf die Frage, ob er mit Alex Ferguson persönliche Probleme habe. EPA / PETER POWELL
«Jetzt bin ich der ‹Happy One›.» Mourinho vor seinem zweiten Engagement bei Chelsea. EPA / FACUNDO ARRIZABALAGA
«Er ist ein Voyeur. Er redet von nichts anderem, immer nur Chelsea, Chelsea, Chelsea, Chelsea. Ich weiss nicht, ob er meinen Job will, aber er liebt Chelsea.» Mourinho 2015 über seinen Erzfeind Arsène Wenger. AP PA / NICK POTTS
«Nichts zu sagen, ich habe nichts zu sagen.» Mourinho 2015 nach der Niederlage gegen Liverpool. Getty Images Europe / Charlie Crowhurst
«Druck? Was für ein Druck? Druck ist, wenn arme Menschen sich dumm und dämlich arbeiten, um ihre Familie ernähren zu können. Im Fussball gibt es keinen Druck.» Mourinho über seine Arbeit als Fussball-Trainer. EPA / FACUNDO ARRIZABALAGA
«Junge Spieler sind ein bisschen wie Melonen. Nur wenn du sie öffnest und probierst, bist du dir 100 Prozent sicher, ob die Melone gut ist. Manchmal hat man wunderschöne Melonen, aber sie schmecken nicht sehr gut, und andere Melonen sind ein bisschen hässlich, aber wenn man sie öffnet, schmecken sie fantastisch.» Mourinho über seine Arbeit mit jungen Spielern. X01095 / Carl Recine
«Wenn mein Leben verfilmt wird, wäre George Clooney die ideale Besetzung.» Mourinho schielt nach Hollywood. AP/AP / Tim Ireland
«Meine Frau mag nicht, wenn ich zu Hause bin. Deswegen verbringen meine Mannschaften die Nacht vor den Heimspielen im Hotel.» Mourinho über seine Beziehung. X01981 / LUKE MACGREGOR
«Ich habe nicht gesagt, dass ich der Beste bin. Ich kenne nur keinen besseren.» Mourinho über sich selbst. EPA/EPA / ANDY RAIN

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