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Shannon Sigrist (rechts) tröstet Alina Müller. Bild: KEYSTONE

Lara Stalder: «Ich hatte alleine mehrere Chancen, um den Sieg zu sichern»

Die Medaillenhoffnungen haben sich in Tränen aufgelöst. Die Schweizerinnen verlieren ein dramatisches Viertelfinale gegen Russland 2:6 und nicht nur die tragische Heldin Lara Stalder weinte bittere Tränen.

Publiziert: 17.02.18, 10:52 Aktualisiert: 17.02.18, 11:46
klaus zaugg, südkorea

Verstecken ist nicht möglich. Eine Flucht auch nicht. «Face the music», sagen die Nordamerikaner. Der Weg nach dem Spiel zurück in die Kabine führt durch die «Mixed Zone». Vorbei an den wartenden Abgesandten der schreibenden und sendenden Medien.

Für eine Spielerin war dieser Gang besonders bitter: für Lara Stalder. Die Luzernerin war letzte Saison «Swiss Ice Hockey Woman of the Year». Nach vier Jahren in Nordamerika stürmt sie nun in Schweden. Eine charismatische Powerstürmerin. Für die Schweizerinnen ungefähr das, was Nino Niederreiter im Männerteam wäre. Sie personifiziert das dramatische Scheitern.

Auch Lara Stalder ist bitter enttäuscht. Bild: KEYSTONE

Vor vier Jahren haben die Schweizerinnen in Sotschi den Russinnen im Viertelfinale auf dem Weg zu Bronze eine bittere Niederlage beschert. Das sensationelle Spiel krönte Lara Stalder mit dem 2:0 ins leere Tor. Die Russinnen hatten das Spiel mit 41:25 Schüssen dominiert.

Jetzt, vier Jahre später, sind die Schweizerinnen spielerisch besser, dominanter als vor vier Jahren. Aber die Russinnen haben ihre Lektion gelernt. Sie mauern und kontern. Sie sind taktisch cleverer.

«Ich hatte alleine mehrere Chancen, um den Sieg zu sichern.»

Lara Stalder

Das tragische Scheitern zeichnet sich früh ab. Die Schweizerinnen überrennen ihre Gegnerinnen und bekommen ein Powerplay fünf gegen drei. Lara Stalder verliert den Puck und es steht nach acht Minuten 0:1. Später wird sie zwar im Powerplay den Führungstreffer zum 2:1 erzielen. Aber am Ende mit einer −3-Bilanz vom Eis gehen.

Verschwörung der Hockeygötter

Die Hockeygötter haben sich gegen die Schweizerinnen verschworen. Das Spiel der Schweizerinnen ist mit einer Prise Hektik und Panik durchzogen. Die Gelassenheit, die es braucht, um ein so wichtiges Spiel zu gewinnen, kehrt nach dem 0:1 nie mehr ganz zurück. Das ist die psychologisch fatale Folge von Lara Stalders Missgeschick.

«Gestern wären die Pucks reingegangen. Morgen wohl auch. Aber heute nicht.»

Daniela Diaz

Aber sie hat alles versucht und ihre Ehre gerettet. Sie sagt unter Tränen trotzig: «Wir waren besser. Ich hatte alleine mehrere Chancen, um den Sieg zu sichern.» Sie sucht nicht nach Ausreden und sagt, sie habe einen dummen Fehler gemacht. «Aber wir kämpften immer weiter. Wir haben nie aufgegeben.»

Florence Schelling muss den siegreichen Russinnen gratulieren. Bild: EPA/EPA

Das Spiel verloren, aber nicht die Ehre. Nationaltrainerin Daniela Diaz sagt, sie sei stolz auf ihr Team. Und findet treffende Worte für die Hilflosigkeit gegenüber dem Hockey-Schicksal. «Gestern wären die Pucks reingegangen. Morgen wohl auch. Aber heute nicht.» Der Puck wollte nicht den Weg der Schweizerinnen gehen.

Und dazu passt, dass Florence Schelling diesmal nicht spielte wie die beste Torhüterin der Welt. Es ist zumindest statistisch mit einer Fangquote von 75,00 Prozent die schwächste wichtige Partie der Kult-Torhüterin, die zuvor in diesem Turnier mehr als 97 Prozent der Schüsse abgewehrt hatte.

«Wir waren besser»

Aber hier sagt die Statistik nicht die ganze Wahrheit. Sie war gegen die Konter «aus der Tiefe des Raumes» gegen allein anstürmende oder freistehende oder den Puck ablenkende gegnerische Stürmerinnen fast machtlos. Der einzige Vorwurf: Es gelingt ihr kein «Big Save» («Glanzparade») in der entscheidenden Phase, als beim Stande von 2:1, 2:2 und 2:3 noch alles offen ist und Alina Müller den Pfosten trifft statt zum 3:3.

Daniela Diaz ratlos: Dieses Mal gibt es keine olympische Medaille für die Schweizer Hockey-Frauen. Bild: KEYSTONE

Sie sagt, es sei für sie ein schwieriges Spiel gewesen. Tränen hat die erfahrene Torhüterin nach dem Scheitern in ihrem vierten olympischen Turnier als eine der wenigen keine in den Augen. Aber sie trauert der grossen Chance nach. Es wäre möglich gewesen, nach 2014 ein zweites Hockey-Märchen zu schreiben. Auch sie sagt: «Wir waren in diesem Spiel besser.»

Besser? Ja, es ist die gefühlte Wahrheit. Die Schweizerinnen hatten tatsächlich mehr Torchancen. Aber der Zweck des Spiels ist der Sieg und wer siegt, ist immer besser.

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Gut aufgelegt: Ivanka Trump, Tochter von US-Präsident Donald Trump, mit Südkoreas First Lady Kim Jung-Sook beim Big-Air-Final der Männer. EPA/YNA / YONHAP
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Scheiss-Wind! Man kann es nicht anders sagen, sorry … AP/AP / John Locher
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Endlich sehen wir mal, wie sich ein Baby im Kinderwagen anfühlt, wenn es durch die Stadt geschoben wird. AP/Pool Getty Images / Bruce Bennett
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Handtaschen im Ausverkauf! EPA/EPA / HOW HWEE YOUNG
Halfpipe-Olympiasiegerin Chloe Kim überlegt sich einen Moment lang, ob sie sich die US-Hymne als Pippi Langstrumpf anhören will. EPA/EPA / ANTONIO BAT
Anastasia Bryzgalova und Aleksandr Krushelnitckii holen Bronze beim Mixed Curling. Beim Synchron-Curling hätte es wohl für Gold gereicht. AP/AP / Aaron Favila
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Eiskunstläufer Pavel Trikhichev hat sich versehentlich für die Skirennen angemeldet. KEYSTONE / JEAN-CHRISTOPHE BOTT
Halfpipe-Olympiasiegerin Chloe Kim verdrückt ein Freudentränchen. EPA/EPA / FAZRY ISMAIL
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Der kanadische Buckelpistenfahrer Philippe Marquis macht Kontakt mit Koreas Schnee. EPA/EPA / FAZRY ISMAIL
Hirono Asami taucht beim windigen Slopestyle-Event der Frauen aus dem Schneegestöber auf. EPA/EPA / FAZRY ISMAIL
Maskottchen gefällig? EPA/EPA / HOW HWEE YOUNG
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«Do muess mer wüsche, do muess mer wüsche!» EPA/EPA / JAVIER ETXEZARRETA
Das Eis macht den Bart vom deutschen Langläufer Lukas Bögl noch viel spektakulärer. EPA/YNA / YONHAP
Andi Naude (Kanada) im Buckelpiste-Final. EPA/EPA / FAZRY ISMAIL
Schon fast eine optische Täuschung, diese Figur von den Eistänzern Alex und Maia Shibutani aus den USA. EPA/EPA / TATYANA ZENKOVICH
Die italienische Eiskunstläuferin Valentina Marchei reagiert auf ihre ganz eigene Weise nach dem Paarlauf. EPA/EPA / HOW HWEE YOUNG
Andreas Wellinger kann nach seinem Überraschungssieg die Tränen nicht mehr zurückhalten. EPA/EPA / DIEGO AZUBEL
Am Ende ihrer Kräfte nach dem Skiathlon: Nathalie von Siebenthal (oben rechts), Jessica Diggins (unten) und Teresa Stadlober. EPA/KEYSTONE / GIAN EHRENZELLER
Shorttrack-Trainingsmethoden. EPA/EPA / Javier Etxezarreta
Alles muss stimmen mit den Kufen. EPA/EPA / HOW HWEE YOUNG
Während von Siebenthal noch erschöpft am Boden liegt, jubelt Charlotte Kalla (Nummer 5) schon über Olympiagold. EPA/KEYSTONE / GIAN EHRENZELLER
Mans Hedberg, gleich schmerzt's. AP/The Canadian Press / Jonathan Hayward
Er stahl an der Eröffnungsfeier allen die Show! Pita Taufatofua kommt wieder oben ohne und ziemlich grosszügig eingeölt. AP/AP / Jae C. Hong
Die Athleten aus Bermuda tragen ... Bermudas. AP/AP / Matthias Schrader
Feuerwerk über dem Stadion! Die Eröffnungsfeier der XIII. Olympischen Winterspiele ist ziemlich spektakulär. AP/AP / Kirsty Wigglesworth
Ein symbolischer Akt! Hwang Chung Gum und Won Yun Jong tragen gemeinsam die Flagge des vereinten Korea ins Stadion. AP/AP / Jae C. Hong
Die Athleten marschieren um die olympischen Ringe. AP/AP / Charlie Riedel
Fahnenträger Dario Cologna führt seine Landsleute an. KEYSTONE / GIAN EHRENZELLER
Das olympische Feuer brennt. AP/Pool AFP / Christof Stache
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Nicht allen gelingen die Kunststücke so souverän. Hier Mikhail Kolyada. EPA/EPA / TATYANA ZENKOVICH
Rohan Chapman-Davies aus Australien. EPA/EPA / FAZRY ISMAIL
Sie ist Schweden-Fan. Sie weiss es nur noch nicht. EPA/EPA / FAZRY ISMAIL
Die Sinnlichkeit der Curler. EPA/EPA / JAVIER ETXEZARRETA
Erinnerungsfotos am Strand von Gangneung. EPA/EPA / LARRY W. SMITH

Weil wir sie bei Olympia leider nie hören werden: Die russische Nationalhymne in ganzer Pracht

Video: YouTube/Ich liebe Russland

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