Tag 7: Klo-Streit, Pfannen-Drama und was sonst niemandem auffiel
Wir nähern uns der Halbzeit im Dschungel, und sieben Tage Reis und Bohnen zeigen allmählich Wirkung. Auch Z-Promis sind Menschen, auch sie haben ihre Bedürfnisse, und um die wird jetzt gestritten. Und wie! Es geht: um's Essen und um's Klo.
Doch erst einmal beginnen wir mit ...
... der Dschungelprüfung!!!
Zunächst die guten Nachrichten: Gisele könnte bald (Auflösung siehe später) etwas erreicht haben in ihrem Leben. Sie könnte die neue «Dschungelprüfungs-Rekordhalterin in Serie» werden. Das ist bisher Larissa Marolt, doch mit dieser 8. Prüfung zog Gisele mit ihr gleich. Es sind die kleinen Dinge im Leben ...
Die Prüfung trug den Namen (Achtung, uninspiriertes RTL-Wortspiel incoming): «Alarm in Cobra 11». Gisele schlich mit einer derart demotivierten Schluffi-Körpersprache herbei, dass man sie schütteln will.
Gisele sollte in das Innere einer schlangenförmigen Höhle voller Schlangen und Spinnen herabsteigen.
Es fallen typische Mimosen-Model-Zitate. Eine Auswahl:
- «Ich bin ängstlich. Oh Gott.»
- «Es ist Angst!» (ok, das ist für Oppermann'sche Verhältnisse fast poetisch!)
Es folgen ein Versuch, die Prüfung anzutreten, ganz viele «Ahhhs» und ähnlich piepsige Kreischer wie die, die Angela Finger-Erben (ja, die heisst wirklich so) in der RTL-Werbepause loslässt.
Wir spulen vor.
- «Da war schon eine sehr grosse Spinne, direkt neben mir.»
- «Ich wollte eigentlich nicht abbrechen, aber: Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!»
Heisst mal wieder: null Sterne. Und wir haben uns allmählich satt gesehen an einer Gisele, die eh immer nur verweigert. Laaaangweilig! So war das bei Topmodel damals auch: erst war sie lustig (weil doof), aber ziemlich schnell nervig (weil doof).
Das Camp-Drama ...
... dreht sich um das Essen. Morgens wurde das Frühstück zubereitet und Leila war mit ihrem Geschirr an der Feuerstelle. Currywurst-Chris wollte seine kulinarische Raffinesse ebenso unter Beweis stellen und holte dafür die grosse Pfanne aus der Campingkiste.
Leila (das war die, von der man viel erwartet hatte, die stattdessen aber einfach nur langweilig ist, Anmerkung der Redaktion) wollte jedoch erstmal ihr Zeugs fertigkochen.
Wir haben es auch nicht genau verstanden... Jedenfalls eskalierte die Lage.
Beziehungsweise: Chris eskaliert.
«Ich koche seit 35 Jahren, was erzählst du jetzt hier? Ich kann die Pfanne hinstellen wo ich will! Nur ihr seid immer die Ersten, mit euren Scheiss-Pfannen hier drauf. Ich will, dass wir jetzt auch mal unsere Pfanne als erstes drauf stellen.»
Chris und Leila streiten über Töpfe, über Pfannen, darüber, wer das Feuer meistens macht und welche Platz-am-Feuer- und Pfannen-Zuerst-Platzier-Rechte damit einhergehen.
Wir ersparen euch Genaueres.
Das zweite Camp-Drama ...
... dreht sich um das Klo. Was wäre eine Staffel ohne Diskussionen und Streit um das stille Dschungelörtchen?
Protagonist auch dieses Mal (unterhaltsam ist er ja): Chris. Er stört sich daran, dass der Deckel nicht unten war – und ihm deswegen eine in die Toilette vorgedrungene A****loch-Ameise in, nun ja, sein selbiges gekrochen ist. Das brennt bestimmt ... Chris ist entsprechend on 🔥.
Top:
- Currywurstking und Teamchef-Diktator Chris. Hat zwar definitiv eine Meise, aber im Gegensatz zum Grossteil seiner Mitcamper macht er wenigstens etwas und ist unterhaltsam.
- Evelyns Bitte: «Herr Gott, lass Regen regnen.»
- Giseles Knüller-Scherz, als sie schon zur Dschungelprüfung aufgebrochen war und kurz darauf wieder zurückkam, weil sie etwas vergessen hatte: «Null Sterne. Spass.» Fanden die anderen eher so semi-witzig, weil sie schon ahnten, dass das wenig später Realität wird.
- IQ-Allergikerin Evelyn weiss was (zum Ersten): Sie zitiert Lebensweisheiten. Klappt so gut, wie ihr es vermutet. «Wie nennt man noch mal den Spruch: was dich nicht härter macht, macht dich stärker!»
- Evelyn weiss was (zum Zweiten). Sie erklärt das Steuersystem in Deutschland:
«Man kriegt ja ne Summe und von dieser Summe gehen ja Steuern weg. Zum Beispiel für Ämter, das Tierheim, für Lehrer, fürs Schwimmbad, für den Zoo. Zum Beispiel bei 10'000 Euro. Dann muss man ja die Mehrwertsteuer abgeben. Das sind mal sechs Prozent, mal zehn Prozent, mal zwölf, das geht bis zu 30 Prozent. Und der Rest ist dann für mich!»
Quelle (wir garantieren für nix): Evelyn Burdecki
Flop:
- Yotta nennt Gisele «kleine Schl****». Wir verstehen ja, dass er sie nicht leiden kann. Aber: WTF? Schwelle überschritten, Yotta untendurch. Tschöö!
- Alle Tage wieder: Gisele in der Dschungelprüfung. Flop gleich doppelt, für ihre Performance an Tag 7, und dafür, dass sie an Tag 8 nochmal ran muss. Auch wenn sie damit den ewigen Rekord geknackt hat.
- Klo-menico (©Sonja Zietlow) schwärzt Evelyn in der Klodeckel-Affäre an, um danach kleinlaut zuzugeben, dass er den Deckel selbst manchmal offen lässt. Die Meute schreit: Buuuuh!
- Leila: Jetzt bekommt sie endlich mal Sendeminuten – UND DANN STREITET SIE SICH ÜBER PFANNEN? Ernsthaft? Sogar, wenn sie streitet, ist sie irgendwie... langweilig.
Was niemandem auffiel:
Sonja Zietlow und Daniel Hartwich haben ihn heute selbst als «Prince of bad Hair» bezeichnet. Wir fühlen uns damit von offizieller Seite verpflichtet, unsere Domenico-Tradition fortzuführen:
Was wir gerne wüssten:
- Ob das Finanzamt Evelyns Steuererklärungen jetzt nochmal genauer unter die Lupe nimmt.
- Wie hat sich Sybille all die Jahre lang geschminkt? Die Versuche im Dschungel waren ja eher, nun ja, speziell...
- Warum genau glaubt Chris, dass es fürs Leben prägt, wenn man mit seinem Vater zum Tanken fahren muss (etwas, das die in seinen Augen so verwöhnte Leila nicht mitmachen musste)?
- Wie geht Evelyn auf ein Klo, dessen Deckel verschlossen ist, ohne den Deckel anzufassen? Fragen über Fragen...
Alle Folgen kannst du hier nachlesen:
Das echte Dschungelcamp: Alltag bei den kolumbianischen FARC-Rebellen
Es ist nicht die kolumbianische Version des RTL-«Dschungelcamps», sondern Alltag bei der FARC: Rebellen baden Anfang Januar 2016 in einem Fluss nahe ihres Unterschlupfs im Bundesstaat Antioquia. Bei der marxistischen Guerilla gibt es viele Paare ... AP/AP / Rodrigo Abd
... das Wenige wird geteilt. Das Camp selber ist kein Luxus. Hier cremt sich Yira Castro ein: Die Kommandantin mittleren Ranges ist sowas wie die Mutter des Lagers der 36. Brigade, in dem sich immer öfter Frauen des Machotums erwehren. AP/AP / Rodrigo Abd
Vernetzt auch im kolumbianischen Urwald: Auch Yira Castro ist mit einem FARC-Kämpfer liiert. Die Gruppe ist heute etwa 8000 Mann (und Frau) stark und wurde 1964 gegründet. In dem blutigen Konflikt wurden bisher mindestens 220'000 Menschen getötet ... AP/AP / Rodrigo Abd
Die jungen Kämpfer haben oftmals schon viel erleben müssen: Oft sind sie mehr von persönlichen Tragödien gezeichnet als von politischer Ideologie. Diese 20-Jährige ist mit 16 aus ihrem verarmten Zuhause zusammen mit ihrem Onkel geflohen, nachdem ihr Stiefvater sie vergewaltigt hat. AP/AP / Rodrigo Abd
Das Leben im Dschungel ist hart, doch meist kommen die Kämpfer ohnehin aus bescheidenen Verhältnissen: Harrison zieht ein Schwein zum Feuer, bevor die Borsten entfernt werden. Das Tier wird 26 Menschen einige Tage ernähren. AP/AP / Rodrigo Abd
Hier verwertet die Gruppe Innereien des Schweins. Und wo wir schon beim Allttag sind: Und in den Töpfen, sieht es ... AP/AP / Rodrigo Abd
... dann so aus: Reis, Eier, Wurst und Bohnen kommen auf den Blättertisch. Das ist für die meisten Kämpfer mehr als früher: Die FARC ist für sie Familienersatz, ernährt sie und vermittelt Zugehörigkeit. AP/AP / Rodrigo Abd
Nach wie vor verdient die FARC Geld durch Entführungen. Erst Mitte Januar hat das Militär in der Stadt Aguachica mit 200 Soldaten 15 Fischer, darunter drei Minderjährige, aus der Hand der Rebellen befreit. Im Bild: Commander Juan Pablo, 41, mit einer Patrouille. AP/AP / Rodrigo Abd
Doch in den Konflikt ist Bewegung gekommen: Regierung und Guerilla haben sich bei Verhandlungen auf eine von der UNO überwachte Waffenruhe geeinigt. Die Beobachter sollen nach der Unterzeichnung eines Friedensvertrages auch ...
AP/AP / Rodrigo Abd
... zwölf Monate lang eine Entwaffnung der Rebellen kontrollieren. Marcela beim Baden im besonders undurchlässigen Dschungel. Grosse Camps gehören der Vergangenheit an: Einheit 36 (eigentlich Front 36) besteht aus 22 Soldaten, 4 Kommandeuren und 2 Hunden. AP/AP / Rodrigo Abd
Durchschnaufen im Bürgerkrieg: Seit die FARC am 20. Juli 2015 eine einseitige Waffenruhe ausgerufen hatte, stellte die kolumbianische Regierung die Luftangriffe auf Rebellenstellungen ein. Seit Mitte November sind die Kämpfe ganz zum Erliegen gekommen. AP/AP / Rodrigo Abd
Bei der Küchenarbeit müssen alle ran – doch vielleicht ist die Mission bald vorbei. Bis März wollen die Konfliktparteien in Kolumbien den Friedensvertrag unterzeichnen. AP/AP / Rodrigo Abd
Kommandeur Juan Pablo mit Freundin und Mitkämpferin Tania. Die 25-Jährige hat grosse Ambitionen: «Wenn der Friedensvertrag unterzeichnet wird, würde ich mit Juan gerne zwei Kinder haben, Zahnarzt werden und Armen mit meiner Arbeit helfen.» AP/AP / Rodrigo Abd
Feldärztin Cindy wickelt ihre Waffe ein, um sie vor Feuchtigkeit zu schützen. Sie ist bei der FARC, seit sie 18 Jahre alt ist. «Wenn es Frieden mit der Regierung gibt, müssen wir in die Politik gehen, Bildung schaffen – und nach all den Jahren endlich unsere Familien wiedersehen.» AP/AP / Rodrigo Abd
Juliana und Alexis vor ihrem Zelt: Innerhalb des Camps spielt Geld keine Rolle. Von Medizin bis zu Zigaretten wird alles zugewiesen. «Deshalb gibt es auch keine Abhängigkeit, durch die sie erwartet, dass ich sie versorge – so wie es üblich ist in Lateinamerika», erklärt Alexis. «Zwischen uns gibt es nur Liebe.» AP/AP / Rodrigo Abd
Alexis, 24, schert Juan Pablos Haare. Der denkt erstmals an ein Leben nach dem Dschungel. Im Zuge des Friedensprozesses sind die ersten 16 Rebellen aus der Haft entlassen worden. Es handle sich um eine «erste Geste der Regierung» nach dem Andauern der Waffenruhe. AP/AP / Rodrigo Abd
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