bedeckt, wenig Regen
DE | FR
14
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Blogs
FragFrauFreitag

Wir haben viel und oft Sex, aber bisher ohne Orgasmus.

Sex ohne Orgasmus ist wie ein Buch nur bis zur Hälfte lesen. Und ja stimmt; Nettsein ist auch keine Lösung.
Sex ohne Orgasmus ist wie ein Buch nur bis zur Hälfte lesen. Und ja stimmt; Nettsein ist auch keine Lösung.kafi freitag. 
FragFrauFreitag

Liebe Kafi. Ich liebe meinen Freund. Wir sind seit 1/2 Jahr zusammen, es ist meine erste ernsthafte Beziehung. Wir haben viel und oft Sex, aber ich hatte bisher keinen Orgasmus.

Ihn beschäftigt es, mich frustriert es. Es geht mittlerweile so weit, dass ich nicht mehr so gerne mit ihm schlafe, weil ich mich nicht mehr für attraktiv halte. Und ich habe auch das Gefühl, ihm nicht zu genügen. Ich habe auch schon ganz viel über das Thema Orgasmus gelesen und z.B. probiert, eine Woche nicht zu onanieren, damit es dann vielleicht klappt. Ich sage meinem Freund auch, was ich toll finde und was mich anmacht. Nichts hilft! Die ganze Sache nagt extrem an meinem Selbstwertgefühl. Kannst du mir einen Rat geben? Martina, 25
29.07.2016, 10:3025.07.2016, 10:22
Kafi Freitag
Folge mir

Liebe Martina

Vielen Dank für Ihre offene Frage. Leider schreiben Sie nichts darüber, ob es Ihre erste sexuelle Erfahrung ist, oder ob es davor mit einem anderen Mann besser geklappt hat. Dafür schreiben Sie in einem Nebensatz, dass Sie es damit versucht haben, eine Woche lang nicht zu onanieren. Ich gehe darum davon aus, dass Sie darin etwas Übung haben. Es ist sehr wichtig, sich selber zu kennen und zu wissen, was einem gut tut. Und Sie können getrost damit aufhören, damit aufzuhören. Weil ich glaube nicht daran, dass sich bei uns Frauen so etwas wie eine Sättigung einstellen kann, die dann zu einer Orgasmusunfähigkeit führt. Ich glaube viel mehr daran, dass es richtig und wichtig ist, dass man es sich regelmässig selber macht, und dadurch eine autonome Sexualität pflegt und kultiviert.

Und darüber hinaus kenne ich kaum eine Frau, die allein vom Rein und Raus Ihres Partners kommt. Die für einen Orgasmus verantwortlichen Nerven liegen nun mal nicht genau dort, wo die eigentliche Reibung stattfindet und darum führt diese Stimulation allein auch selten zum Glück. Ich weiss ja nicht, wie Sie genau onanieren, aber die meisten Frauen tun es nicht, indem sie sich innerhalb der Vagina berühren. Meistens wird in irgend einer Form die Klitoris stimuliert und die liegt nun mal ausserhalb. Ich kann mich gut an meinen ersten Sex erinnern, ich war damals sechzehn und hatte etwa 170'000 «Dr. Sommer Team»-Artikel zum Thema Sex gelesen. Ich war also bestens vorbereitet und dann sehr enttäuscht, weil ich auch nicht kommen konnte. Wenn ich es mir aber selber machte, dann klappte es bestens. Mein Freund und ich waren experimentierfreudig und haben das Kamasutra hinauf- und heruntergeturnt. Wir fingen uns damit einige böse Muskelzerrungen ein, Orgasmus erlebte ich allerdings keinen. Darum wurde ich irgendwann erfinderisch und suchte nach Stellungen, in denen ich mich selber noch zusätzlich stimulieren konnte. Und das sollten Sie auch tun!

Ich weiss ja, dass oftmals der Weg das Ziel ist. Und viele Experten würden Ihnen raten, den Orgasmus nicht als Ziel des Liebesspiels zu sehen und dieses auch ohne den Höhepunkt zu geniessen. Aber das ist meiner Meinung nach Stuss. Natürlich ist es nicht tragisch, wenn man nicht immer kommt. Aber der Höhepunkt würde nicht Höhepunkt heissen, wenn er nicht die Krönung der Vereinigung wäre und ich kenne keinen Alpinisten, der kurz vor dem Gipfel zufrieden umkehrt.

Nehmen Sie die Sache darum selber in die Hand. Sie wissen schliesslich selber am besten, wie Sie «funktionieren» und es gibt Dinge, die kann man beim besten Willen nicht delegieren. Sagen Sie Ihrem Freund, dass Sie zusätzliche Stimulation brauchen und sich diese ab sofort auch selber geben werden. Wenn er halbwegs aufgeschlossen ist und sein Wissen über Sex nicht aus Pornofilmen bezieht, dann wird er wissen, dass das vollkommen normal ist. Wenn er Ihnen aber erzählt, dass Sie die erste Frau in seinem Leben sind, die er nicht allein mit seinem Schwanz zum Orgasmus bringt, dann faken Sie beim nächsten mal einen und klären ihn danach über den Schwindel auf.

Viele Frauen täuschen lieber einen Orgasmus vor, als offen darüber zu reden, dass sie von der Penetration allein keinen haben können. Darum gibt es auch heutzutage noch Männer, die sich darüber definieren, ob sie eine Frau zum Kommen bringen können, oder nicht. Und wenn sie sich dann noch mit den brettharten Kerlen aus Pornos messen, die Frauen lediglich den Schwengel um den Kopf schlagen müssen, um diese in die totale Ekstase zu versetzen, wird es auch nicht wirklich besser.

Onanieren Sie also beherzt weiter, wann immer Ihnen der Kopf danach steht. Und vernachlässigen Sie diesen bitte auch nicht dabei. Ob man Sex grossartig findet, oder hundsmiserabel, entscheidet sich meistens in der Einstellung darüber. Wenn Sie also mit dem Vorsatz des Genügens ins Bett steigen, dann wird sich Ihr Kopf wenig kooperativ verhalten. Sie wissen genau, dass Sie einen Orgasmus haben können. Und Sie wissen genau, wie Sie ihn erreichen. Das einzige, was Sie also tun müssen ist, ihn sich zu gönnen. Das braucht am Anfang vielleicht etwas Mut, weil das Masturbieren vor dem Anderen noch immer ein Tabu darzustellen scheint. Aber es lohnt sich, dieses über Bord zu werfen! Und es wäre für Sie doch sicher auch spannend zu erleben, wie Ihr Freund es sich selber macht, nicht wahr?

Alles Liebe und Gute! Ihre Kafi

FragFrauFreitag
AbonnierenAbonnieren

Kafi Freitag - Das Buch

Die 222 besten Fragen und Antworten in einem schön gestalteten und aufwendig hergestellten Geschenkband.

www.fragfraufreitag.ch
www.salisverlag.com

Fragen an Frau Freitag? ​
Hier stellen!

Kafi Freitag (40!) beantwortet auf ihrem Blog Frag Frau Freitag Alltagsfragen ihrer Leserschaft. Daneben ist sie Mitbegründerin einer neuen Plattform für Frauen: Tribute.

Im analogen Leben führt sie eine Praxis für prozessorientiertes Coaching (Freitag Coaching) und fotografiert leidenschaftlich gern. Sie lebt mit ihrem 11-jährigen Sohn in Zürich.

Haben Sie Artikel von FRAG FRAU FREITAG verpasst?
Sälber tschuld! Hier nachlesen!

Hol dir jetzt die beste News-App der Schweiz!

  • watson: 4,5 von 5 Sternchen im App-Store ☺
  • Tages-Anzeiger: 3,5 von 5 Sternchen
  • Blick: 3 von 5 Sternchen
  • 20 Minuten: 3 von 5 Sternchen

Du willst nur das Beste? Voilà:

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

14 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Zeit_Genosse
29.07.2016 16:21registriert Februar 2014
Aus männlicher Perspektive lässt sich sagen, dass das Ziel das Ziel ist. Männer kommen einfacher zum Ziel weil sie ob onanieren oder beim GV eigentlich die gleiche Reibung und Kontraktion erfahren. Bei Frauen liegt zwischen dem Masturbieren (meist streicheln der Klitoris und umliegende S-Lippen) und dem meist von Männern dominierten GV eine Varianz, die teilw. überbrückt werden muss um zum Ziel zu kommen. So würde ich zusätzlich zu den guten Empfehlungen von Kafi vorschlagen, dass ihr Freund sie so streicheln soll wie sie es mögen -durch sie geleitet. GV erst danach (für sie evtl. zum 2. Ziel)
231
Melden
Zum Kommentar
14
Wie das Elektroauto im Zweiten Weltkrieg neu auflebte
Das Elektroauto wurde in den 1920er Jahren zu einem Nischenmarkt degradiert, verschwand aber nicht völlig von der Bildfläche. Das ermöglichte ihm, vor allem in Frankreich, während des Zweiten Weltkriegs vorübergehend wieder neu aufzuleben.

Die Begeisterung über die verschiedenen Rekorde, die Elektrofahrzeuge zu Beginn des 20. Jahrhunderts aufstellten, war nicht von langer Dauer und führte nicht zu einem kommerziellen Aufschwung in der Belle Époque. Dennoch gab es Anfang der 1930er Jahre in der Schweiz drei grosse Hersteller von Elektrofahrzeugen, die alle in der Entwicklung von leichten Nutzfahrzeugen tätig waren. Aus der Pionierfirma Tribelhorn wurde EFAG (Elektrische Fahrzeuge AG), bevor sie 1937 unter Hans Weiss einen neuen Anlauf nahm und bis 1980 als NEFAG (Neue Elektrische Fahrzeuge AG) bekannt war. Ihre Hauptkonkurrenten sind die SIG (Schweizerische Industrie Gesellschaft) in Neuhausen am Rheinfall und Oehler & Co. in Aarau. Ihre Hauptkunden sind die schweizerischen öffentlichen Dienste, allen voran die SBB und Die Post.

Zur Story