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Aktivistinnen und Aktivisten der Scientologen propagieren in Zelten mit Buechern und Spruechen ihre

Unter dem Deckmäntelchen der Religionsfreiheit: Scientologen dürfen in der Schweiz sogar am Sonntag ihre Ware verkaufen. Bild: KEYSTONE

Sektenblog

Wenn Scientology mehr Rechte hat als die Migros, nennt man das «Religionsfreiheit»



Unsere Freiheitsrechte sind stark verknüpft mit der Religionsfreiheit, denn früher knebelten die christlichen Glaubensgemeinschaften ihre Gläubigen nach Noten. So hatten die Religionen über Jahrhunderte oft mehr Einfluss auf die Menschen als die Staatsorgane.

Meist keinen guten, denn Geistliche traten häufig mit diktatorischen Allüren auf. Man denke nur an Inquisition und Hexenverbrennungen.

Mit der Aufklärung und den Menschenrechten wurde die Macht des Klerus gebrochen, mit der Religionsfreiheit erhielten die Bürger das Recht, Religion und Glauben selbst zu bestimmen und ungehindert auszuüben – solange damit nicht übergeordnete Rechte tangiert werden.

Religionsfreiheit ist selbstverständlich

Inzwischen hat sich der Kerngedanke der Religionsfreiheit in unseren Breitengraden soweit in unserem Bewusstsein verankert, dass der Verfassungsartikel eine Selbstverständlichkeit ist – und somit fast überflüssig. Zumindest müsste er an den aktuellen Zeitgeist und die neuen religiösen Entwicklungen angepasst werden.

Früher hatten christliche Grosskirchen das Monopol, heute schiessen kleine Gruppen und Sekten ins Kraut.

Denn inzwischen wird die Religionsfreiheit gern von radikalen kleinen Glaubensgemeinschaften missbraucht, an die bei der Ausarbeitung dieser Rechte niemand gedacht hat. Das hat folgende Hintergründe: Mit der geistigen Entwicklung, der Individualisierung und der Religionsfreiheit ging die Säkularisierung einher.

Seither verlieren die christlichen Grosskirchen ihre Vormachtstellung – und alternative Glaubensgemeinschaften und Sekten schiessen ins Kraut. Vor 35 Jahren hatte ich etwa 60 Gruppen im Archiv, heute zählen wir allein in der Schweiz gegen 1000.

Sekten missbrauchen Freiheitsgedanken

Die meisten von ihnen sind problematisch und weisen sektenhafte Aspekte auf. Viele Gruppen und Bewegungen verkehren die Religionsfreiheit in ihr Gegenteil und nutzen sie für sich. Oder pervertieren sie sogar.

Konkret: War diese Freiheit ursprünglich zum Schutz der Bürgerinnen und Bürger gedacht, ziehen heute Sekten und radikale Glaubensgemeinschaften Privilegien daraus. Sie missbrauchen den Freiheitsgedanken, um Leute zu missionieren und in die Abhängigkeit zu ziehen.

Zum Beispiel Scientology: Die Psycho- und Wirtschaftssekte darf dank der Religionsfreiheit überall auf öffentlichem Grund Standaktionen durchführen. Auch mit dem Segen des Bundesgerichts.

In Zürich baut Scientology fast jeden Samstag an neuralgischen Punkten wie der Bahnhofstrasse und der Pestalozziwiese ihren Informationsstand auf. Denn Glaubensgemeinschaften dürfen den öffentlichen Grund für Aktionen benützen.

Sekte als Dienst an der Allgemeinheit?

Noch krasser: Das Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) von Basel stufte kürzlich Scientology offiziell als Religionsgemeinschaft im Sinne des Arbeitsgesetzes ein. Rückendeckung bekam das AWA vom Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) in Bern.

Das bringt den Scientologen das Privileg, auch am Sonntag Jagd auf «rohes Fleisch» (Scientology-Jargon für Noch-nicht-Scientologen) machen zu dürfen, ihnen also Bücher und Kurse zu verkaufen.

Die Religionsfreiheit wird auch von den Therwiler Schülern missbraucht, die ihrer Lehrerin den Handschlag verweigern.

Auf Scientologen sei das Arbeitsgesetz nicht anwendbar, da sie Tätigkeiten gegenüber der Gemeinschaft leisten würden, lautet die Begründung der Behörden. Oder anders gesagt: Was die Migros nicht darf (am Sonntag ihre Läden offen haben), ist Scientology erlaubt. Die Arbeitsämter werten die Ausbeutung durch Scientology als Dienst an der Allgemeinheit. Abstruser geht es wohl nicht.

Auch in Therwil wird Religionsfreiheit missbraucht

Meines Erachtens wird die Religionsfreiheit auch von den Therwiler Schülern missbraucht, die ihrer Lehrerin den Handschlag verweigern. Die Religionsfreiheit sollte sich auf zentrale kultische oder religiöse Aspekte beschränken.

Ein Handschlag hat mit den Lehrinhalten des Islams nichts zu tun, zumal die Verweigerung nicht im Koran verankert ist. Es ist allenfalls ein religiöser Brauch, der nicht höher bewertet werden darf als zentrale soziale Werte in unserer Gesellschaft.

Hugo Stamm; Religionsblogger

Hugo Stamm

Glaube, Gott oder Gesundbeter – nichts ist ihm heilig: Religions-Blogger und Sekten-Kenner Hugo Stamm befasst sich seit den Siebzigerjahren mit neureligiösen Bewegungen, Sekten, Esoterik, Okkultismus und Scharlatanerie. Er hält Vorträge, schreibt Bücher und berät Betroffene.
Mit seinem Blog bedient Hugo Stamm seit Jahren eine treue Leserschaft mit seinen kritischen Gedanken zu Religion und Seelenfängerei.
Du kannst Hugo Stamm auf Facebook und auf Twitter folgen.

Passend: Spektakuläre Teufelsaustreibungen in der TV-Serie «Outcast»

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    Alle Leser-Kommentare
  • Hypatia 13.06.2016 01:02
    Highlight Highlight Freiheit ist ein hohes Gut, zumal in einer Demokratie. Schon Platon mahnte in seiner Politeia, dass die politische Herrschaftsform der Demokratie an eben diesem hohen Gut zugrundegehen wird.

    Was die Religionsfreiheit betrifft, so müssen wir uns fragen, was denn genau als Religion und Religionsausübung verstanden werden kann und soll. Die bestehenden Rahmengesetze, die diese Freiheit in diesem Sinn einschränken, sind meines Erachtens hinreichend.

    Es liegt in der Verantwortung jedes einzelnen, mit dieser Freiheit sinnvoll umzugehen. Offensichtlich gelingt das nicht jedem. Das ist bedauerlich
  • Spooky 12.06.2016 20:45
    Highlight Highlight Über die Freiheit:
    Warum wollen Sklaven frei werden? Damit sie selber Sklaven halten können.
  • rodolofo 12.06.2016 13:45
    Highlight Highlight Wenn wir "Freiheit" sagen, sollte vielleicht jemand nachfragen, welche Art von Freiheit wir gerade meinen!
    Ist es die Freiheit, im öffentlichen Raum ein Liedchen zu trällern? Oder ist es die Freiheit, einer Person, die wir nicht mögen, einen Schuhtritt zu verpassen?
    Wie frei fühlen sich diejenigen, welche gerade frühmorgens von lautem Kirchglockengeläut aus dem Schlaf der Gerechten geweckt wurden?
    Die Freiheit der Einen geht meistens einher mit einem Zwang auf Andere, also mit Unfreiheit. Welche Freiheit gilt, ist Teil einer nie endenden Politischen Debatte mit den dazugehörigen Machtkämpfen.
  • Share 11.06.2016 15:52
    Highlight Highlight Die soziale Osmose die uns bevorsteht im Common Sense zu begründen setzt Absolutismus voraus. Darüber streiten sich gerade nicht wenige wenn es darum geht welche Kriterien soziale Netzwerke zur Autozensur einrichten. Der Paradigmenwechsel bemerkt man immer erst wenn es zu spät ist. Aktuelles Beispiel: Warum darf ich mein Selbstbräu nicht mit in die Fanzone nehmen?
    • hm_ 13.06.2016 11:35
      Highlight Highlight Weil so ein Chant eine volonté particulière darstellt, die, wenn alle es so hätten, also als volonté de tous, in dem enden würde, was Sie vielleicht in Marseille verpasst haben, oder dann zumindest bei J.J. Rousseau. Aber natürlich darf jeder so viel trinken, wie es niemand merkt. Wer schon einmal im Winter in Russland war, weiss das. Das wahre Problem scheint also effektiv das der "sozialen Osmose" zu sein, also das Rudelverhalten unter König Alkohol. Für manchen männlich, zwischen 15 und 30, ansteckender als Ebola.
    • Share 13.06.2016 16:29
      Highlight Highlight @hm_
      Marseille? Rousseau? Bei mir formulieren sich Gedanken wie `Tage wie dieser`oder `Schrei nach Liebe`.
      Das alles beantwortet die Frage nach Missionierung im Öffentlichen Raum nicht. Es ist das gute Recht von allen.
    • hm_ 13.06.2016 17:10
      Highlight Highlight Effektiv erschloss sich mir nur der letzte Satz Ihres Statements vom 11.06.16. Ich denke aber, dass: "So ein Tag, so wunderschön wie heute", sich sicher bald wieder wird anstimmen lassen. Ich frage mich dann aber, wohin mit dem neuen Sternchen? Das Trikot der Deutschen ist ja jetzt schon fast so voll wie die stolze Brust eines Sowjet-Generals.
    Weitere Antworten anzeigen
  • http://bit.ly/2mQDTjX 11.06.2016 01:06
    Highlight Highlight "Religionsfreiheit" im Sinne von Hugo Stamm bedeutet vermutlich, dass alle religiösen Inhalte im öffentlichen Raum verboten werden, damit der öffentliche Raum endlich frei von solchem missionierendem Krempel ist. Das Privileg von wenigen Religionsgemeinschaften, regelmässig mit lautem Glockengeläut zu missionieren, würde dann auch abgeschafft.
    • zipper 11.06.2016 11:53
      Highlight Highlight das wäre super.. religionen haben immer nur leid und krieg hervorgebracht.
    • http://bit.ly/2mQDTjX 11.06.2016 12:28
      Highlight Highlight Ich fände es nicht schlecht, wenn man echte (!) Privilegien einzelner Religionsgruppen abschaffen würde, wie etwas das Kirchengeläut-Privileg der Landeskirchen. Die Übervorteilungen einzelner Religionsgruppen gegenüber anderen ist m.E. nicht zeitgemäss.

      Hugo Stamm aber meint nicht die Abschaffung der echten Privilegien einzelner Religionsgruppen, sondern er behauptet, radikale Gruppierungen würden die Freiheit missbrauchen, um sich angebliche Privilegien herauszunehmen, die anscheinend der Migros vorenthalten sind. Das erscheint mir unsachlich, falsche Tatsachenbehauptungen, Hetze.
    • zipper 11.06.2016 13:21
      Highlight Highlight @diotima.. jein .. religionen sind zwar nicht per se negativ stimmt, nur dürfen sie nicht so viel einfluss und macht haben. es sind die menschen, welche das negative daraus ziehen, das ist mir durchaus bewusst. religionen haben aber sehr wenig mit der realität zu tun. es wäre mal an der zeit den religionen dem platz zuzuweisen den ihnen zusteht: im reich der märchen, mythen und legenden... es darf nicht als "wahrheit" verkauft werden.. wir leben nicht mehr im mittelalter sondern am beginn des weltraumzeitalters, naja, bald hoffentlich :D es braucht keine götter damit ein universum entsteht.
  • Michael Bamberger 10.06.2016 22:00
    Highlight Highlight Liebe Nada,

    schön wieder mal von Dir zu hören. Hoffe alles geht genau so wie Du es willst.
    Alles Liebe
    Michael
  • andersen 10.06.2016 21:45
    Highlight Highlight Ursula Caberta, die Aufklärung gegen Scientology machte, hat Herr Jürg Stettler von der OSA (Geheimdienstchef von Scientology) offeriert, dass er umsonst an der E-Meter(Lügendetektor) von Herr Mark Ratburn (hochrangige Aussteiger) Auditiert (der selbst ernannte Therapieform, wo die Leuten 2 Raviolibuchse in der Hand nehmen muss, um alles zum Kotzen und wo sie Wissenberichte schreiben müssen) werden kann.
    Hat er abgelehnt.
    Wie gesagt, Transparenz war nie eine Stärke beim Scientology.
    • Ares 11.06.2016 12:26
      Highlight Highlight Ich habe keine Ahnung, was ich da gerade gelesen habe.
    • Rampart 11.06.2016 16:30
      Highlight Highlight Irgendwas von geheimen Ravioli-Detektoren, welche Wissensberichte über Scientology kotzen und Aussteiger aufklären
    • hm_ 13.06.2016 14:31
      Highlight Highlight Scientologe lässt sich nicht durch Ex-Scientologe auditieren, Ex-Scientologe darf sich nicht mehr "clear" nennen, auch als OT-8-Grad usw. usf.
      An Stamms Stelle würde ich verstärkt den Aspekt Pseudo-Therapie, d.h. Scharlatanerie und Betrug, hervorheben, als den Missbrauch der Religionsfreiheit. Die Berufung darauf ist einfach eine weitere Lüge mehr, wiederum unschön zwar, aber weniger im Vergleich zu den Schäden, die hinterlassen werden. Und die sind übrigens nicht nur finanzieller Art.
    Weitere Antworten anzeigen
  • andersen 10.06.2016 19:49
    Highlight Highlight Ob Scientology ein Religion ist, ist in der Schweiz noch nicht entschieden.

    Der Scientology wünscht eine Welt ohne Krieg, was sie darunter versteht, muss man sich mit ihr befassen, dass heisst, in das scientologische "Denken" wäre, wenn sie von Steuern befreit wird.
    Amerika hat dieser Fehler gemacht und hat gesagt: Ok, ihr sei ein Religion!
    Und jetzt Singen die hochrangige Leute, die Ausgestiegen sind.
    • _kokolorix 11.06.2016 09:41
      Highlight Highlight Ob der vielen Rechtschreibfehler kann ich den Kern deiner Aussage nicht erfassen...
    • andersen 11.06.2016 09:57
      Highlight Highlight Kokolorix

      Das ist unbedeutend, ich war nie in der Scientology, wichtiger ist es, wenn man die Aussteigerberichte lesen kann.
    • andersen 11.06.2016 10:02
      Highlight Highlight Und wenn, denn erfährt man ein Menge über dieser Bude: Scientology.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Kstyle 10.06.2016 19:06
    Highlight Highlight Ich finde Religion sowieso überflüssig da sie sich selber nicht verbessert und hinterfragt. Für mich ist der Himmel und Gott eine erklärung um das nichts nach dem Tod zu erklären bzw besser zu verkraften. Ich denke wir würden auch ohne Bibel nicht wie in sodom und gomorra enden.
    • andersen 10.06.2016 22:57
      Highlight Highlight Danyboy

      Erklären Sie denn genau, was Spiritualität ist.
      Mich genügt es auf zwei Beinen zu stehen.
    • Der Kritiker 11.06.2016 06:23
      Highlight Highlight @Kstyle: wir leben in Sodom und Gomorrha... schau Dich um, was in der Welt abgeht.
    • hm_ 13.06.2016 09:54
      Highlight Highlight
      Ja, wenn Begriffe wie Sodom und Gomorrha, die Strafe Gottes oder die Apokalypse in den Köpfen herumgeistern, dann hat die Falle wohl schon lange zugeschnappt. Ab in die Mottenkiste damit. Dann brauchts auch keine "Spiritualität" oder "Urvertrauen" als quasi positiv gegenteilige Pole dazu.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Kstyle 10.06.2016 18:49
    Highlight Highlight Ich verstehe nicht warum Scientology nicht die Kirchliche "lizenz" entzogen wird sekten können von mir aus als Verein organisiert sein aber nicht unter dem deckmantel der kirche. Für mich ist die religionsfreiheit überhaupt nicht eingeschränkt wenn man ihnen die "lizenz" aberkennen würde. Sie können ja immernoch an ihre ausserirdischen Glauben einfach nicht als Kirche. Sonst könnte ja jeder eine Kirche gründen und keine steuern bezahlen. Religionsfreiheit sollte nur für "richtige" Religionen gelten. Kommt wiedee die frage auf was ist eine richtige religion.
    • andersen 11.06.2016 09:06
      Highlight Highlight Scientology ist nicht Mal als ein Verein organisiert, geschweige wie eine Kirche organisiert.

      Jeder Donnerstag um 14 h müssen die Mitglieder eine Abrechnung vorlegen, wie viele Kurse, wie viele neue Mitglieder sie erworben hat, wie viele Flyers sie verteilt haben, wer zu wenig Verkauft haben, wird in ein Zustand zurückversetzt, wo sie oft in der eigene Straflager(RPF) landet und dort müssen sie die WC's auf die Knien mit ein Zahnbürste putzen.
      Der Europachef Jürg Stettler war auch in das Straflager.
    • _kokolorix 11.06.2016 09:59
      Highlight Highlight Jede Religion ist aus ihrer Sicht die 'Richtige'
      Wie wollen wir denn die Richtigen von den Falschen unterscheiden?
      Das Konzept Religion selbst gehört aus der Verfassung gestrichen, jede Sonderbehandlung von Kirchen ist unnötig. Die könnten sich problemlos als Verein, AG(mit Gott als Hauptaktionär😉) oder GmbH organisieren.
      Das würde ihre Praktiken in keinster Weise einschränken, ausser, dass sie dem Priester eine Sonntagszulage zahlen müssten.
    • Kstyle 11.06.2016 16:21
      Highlight Highlight Ja da stimm ich dir voll und ganz zu das macht es einfacher.
  • Maracuja 10.06.2016 16:11
    Highlight Highlight 2) Akzeptiert man die Berufung auf das Recht auf persönliche Selbstbestimmung nicht, werden sie ebenfalls mit dem Argument Heuchelei/Doppelmoral kommen. Der ISZR hat das bereits getan, indem er darauf hinwies, dass Kinder in der Schweiz dazu erzogen werden, selbst zu bestimmen, von wem sie sich berühren lassen, in Therwil werde dieses Selbstbestimmungsrecht jedoch verweigert. Es gehört zu deren Strategie, den Staat mittels Provokationen dazuzubringen, Freiheiten einzuschränken, um anschliessend die Opferrolle zu zelebrieren und den Staat der Heuchelei zu überführen.
  • Maracuja 10.06.2016 15:55
    Highlight Highlight 1) Zu Therwil. Muslime berufen sich entgegen dem allgemeinen Verständnis nicht nur auf den Koran, sondern ebenso auf diverse Hadithensammlungen und deren Auslegung durch die verschiedenen Rechtsschulen. Eine religöse Begründung dürfte sich somit finden lassen. Wird diese nicht akzeptiert, berufen sich die Schüler halt auf das Recht auf persönliche Integrität - "mein Körper gehört mir". Akzeptiert man die religiöse Begründung nicht, kommen sie mit dem Vorwurf, dass der heuchlerische Westen die Religionsfreiheit nur bestimmten Religionen gewähre.
  • Maracuja 10.06.2016 15:45
    Highlight Highlight Lieber Herr Stamm, wie stellen Sie sich denn eine wirksame Anpassung des Verfassungsartikels vor? Religionsfreiheit ist mit dem Recht auf freie Meinungsäusserung und der Versammlungsfreiheit verknüpft. Wird die Religionsfreiheit eingeschränkt, dann ist damit zu rechnen, dass diese Gruppierungen politische und angeblich wohltätige Tarnvereine gründen. Man kennt das ja von VPM und Scientology. Ich bin mit Ihnen einverstanden, dass Handlungsbedarf besteht, statt Einschränkungen von Freiheit schiene mir ein Opferschutz, der Schadenersatzforderungen ermöglicht, evtl. zielführender.
    • Michael Bamberger 10.06.2016 17:46
      Highlight Highlight Sie rennen offene Türen ein, denn Artikel 18.3 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte stipuliert:

      "Die Freiheit, seine Religion oder Weltanschauung zu bekunden, darf nur den gesetzlich vorgesehenen Einschränkungen unterworfen werden, die zum Schutz der öffentlichen Sicherheit, Ordnung, Gesundheit, Sittlichkeit oder der Grundrechte und -freiheiten anderer erforderlich sind."

      Idem beim Artikel 9.2. der Europäischen Menschenrechtskonvention.

    • Maracuja 10.06.2016 18:51
      Highlight Highlight Lieber Michael

      Ich bin mir durchaus bewusst, dass die Türen offen sind. Ich renn nicht dagegen, sondern halt meinen Fuss in eine der geöffneten Türen, um mich gegen jene zu stemmen, die sie unter dem Eindruck des Missbrauchs durch Gruppen wie Scientology oder "Lies" gerne schliessen möchten. Angesichts der menschlichen Tragödien, die durch diese Gruppe verursacht werden, verstehe ich den Ruf nach Einschränkung der Religionsfreiheit sogar, ich halte es aber für wichtig, auf die Konsequenzen hinzuweisen. Wir sollten intelligentere Wege finden.

      Liebe Grüsse Nada
    • Hugo Stamm 10.06.2016 19:29
      Highlight Highlight Die Religionsfreiheit wurde nicht eingeführt, um Glaubensgemeinschaften Privilegien zu gewähren, sondern die Gläubigen zu schützen. Deshalb müssten religiöse Gruppen wie gewöhnliche Vereine behandelt werden ohne den Anspruch, im öffentlichem Raum zu missionieren. Das wäre dann ein echter Schutz der Bevölkerung vor den Missionsbestrebungen. Ausserdem müsste eine Art Konsumentenschutz eingeführt werden. Zum Beispiel der Rücktritt von einem Vertrag innerhalb einer Frist. Oder einen erleichterten Schadenersatz bei psychischen Problemen, die auf die religiöse Beeinflussung zurückzuführen sind.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Zauberwurst 10.06.2016 14:35
    Highlight Highlight Es ist erstaunlich zu sehen, wie eine totalitäre Organisation innerhalb Europas existieren kann und wie sie allzu oft fähig ist, sich rücksichtslos über unsere Gesetze hinwegzusetzen. Sie schädigen zahllose Einzelpersonen, zerstören Familien und sind imstande damit ungestraft durchzukommen. Es ist wichtig sich über Scientology zu informieren >> http://www.destruktive-gruppen-erkennen.com
  • demokrit 10.06.2016 11:51
    Highlight Highlight "Rückendeckung bekam das AWA vom Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) in Bern." - Das SECO ist halt jetzt in SP-Hand, für die ist automatisch alles gut, was Pluralität fördert. Bei $cientology ist das allerdings nicht der Fall, in Deutschland wird das Wirtschaftsunternehmen vom Verfassungsschutz beobachtet.
    • LaPaillade #BringBackHansi 10.06.2016 17:22
      Highlight Highlight Warum ist das SECO in SP-Hand?
      Vorsitzende des SECO ist Frau Ineichen-Fleisch (FDP). Das Seco gehört zum eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung mit Vorsteher JSA (FDP).
    • demokrit 10.06.2016 17:52
      Highlight Highlight Stimmt. Aber dieser Chabis gehört m.W. noch unter die Amtszeit von Serge Gaillard.
    • LaPaillade #BringBackHansi 10.06.2016 18:26
      Highlight Highlight Serge Gaillard war bis ins Jahr 2012 beim SECO als Leiter der Abteilung Arbeit tätig. Per 1. Oktober 2012 wurde er Direktor der Eidgenössischen Finanzverwaltung.

      Der Entscheid vom Amt für Arbeit und Wirtschaft Scientology als Religion anzuerkennen stammt aus dem Jahr 2015.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Angelo C. 10.06.2016 11:33
    Highlight Highlight Für einmal mit Hugo Stamm auf einer Linie, dies besonders auch mit dem letzten Drittel seines Artikels...


    Es geht auf keine Kuhhaut, was so alles den Begriff der Religionsfreiheit missbraucht 🙄!
  • NWO Schwanzus Longus 10.06.2016 10:53
    Highlight Highlight Russland hat diese Sekte verboten, wieso nicht auch wir?
    • Tscheggsch? 10.06.2016 12:59
      Highlight Highlight Naja, wir sind kein repressiver Staat und gewichten auch die Religionsfreiheit sehr hoch. Ich finde dies grundsätzlich auch richtig. Allerdings müsste die Bevölkerung unter Umständen besser vor den "Seelenfängern" gewisser Gemeinschaften beschützt werden. Wie, weiss ich leider auch nicht. Ein schlichtes Verbot schiesst, so befürchte ich, auch am Ziel vorbei.
    • Tscheggsch? 10.06.2016 13:55
      Highlight Highlight Genau, eine solch ausschliessende Gemeinschaft hat für mich eigentlich keine Daseinsberechtigung, schon gar nicht unter dem Deckmantel der Religion. Deshalb poche ich auf vorbeugende Massnahmen in der Bevölkerung. Ich meine, vor banaleren Sachen wird man auch gewarnt...
    • Hugo Stamm 10.06.2016 20:29
      Highlight Highlight Ich bin ganz klar gegen ein Verbot. Eine freiheitliche Gesellschaft muss mit dem Phänomen Sekten andere Strategien finden. Zum Beispiel das Missionieren auf öffentlichem Grund verbieten. Bei einem Verbot würden problematische Glaubensgemeinschaften eh in den Untergrund abtauchen, was nicht wünschenswert ist.
    Weitere Antworten anzeigen
  • anonymer analphabet 10.06.2016 10:26
    Highlight Highlight In Bern wird man entweder vor dem Scientology-Haus anmissioniert, wenn man z.B. mit den Kinder vom Monbijoupark herkommt, oder beim Käfigturm wo sie dann ihren grossen Stand aufbauen und einem die Flyer unter die Nase stecken! Das sind öffentliche Plätze wo ich mich ungestört bewegen möchte, aber das ist nicht mehr möglich weil diese Geier da kreisen. Echt jetzt mal gebt uns unsere Plätze zurück und behaltetet eure "Religion" für euch!
    • Ürsu 10.06.2016 10:42
      Highlight Highlight Dann sind da noch die JW-Jünger mit ihren Heftchen und einige Meter weiter verteilen Salafisten Korane und so weiter. Wenn schon wäre ich dafür, dass sie alle nebeneinader z.B. vor der Heiliggeistkirche stehen müssen.
  • Stachanowist 10.06.2016 09:55
    Highlight Highlight Eine etwas stark heruntergebrochene Geschichte der Religionen in Europa: Religionen unterdrückten, dann kam die Aufklärung und damit die Freiheit. Mit dieser Übervereinfachung würden Sie in jedem Bachelorseminar in Religionswissenschaften oder Geschichte durchfallen. Aber für Watson scheints zu reichen :)
    • adritschka 10.06.2016 10:39
      Highlight Highlight Toller vergleich, eine mehrwöchig dauernde vorlesung und ein artikel in einem online newsportal.
      Nicht, dass ich bildung nicht toll finden würde. Aber es gilt abzuwägen zwischen "will ich dass die leser das kernthema verstehen, dafür das ganze prägnant und vereinfacht schreibe" oder aber will man die leser komplett detailliert informieren und gefahr laufen, dass ein grosser teil den artikel nicht fertig liest?


    • Stachanowist 10.06.2016 10:45
      Highlight Highlight Naja, wenn man über Geschichte schreibt und den Leser belehrt, sollte man das schon seriös machen.
    • Hugo Stamm 10.06.2016 10:47
      Highlight Highlight Dann liefern Sie uns doch eine Analyse in 6 Sätzen, die einer Habilitation würdig ist. Ich bin gespannt.
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Die Assoziation der Schweizer Psychotherapeuten verurteilt die therapeutische Umpolung, der deutsche Gesundheitsminister will sie verbieten.

Die Bibel gibt in vielen religiösen und weltlichen Fragen den Tarif durch. Manche Anweisungen sind derart anachronistisch, dass selbst die Fundis sie nicht einhalten können, weil sie sich sonst strafbar machen würden. Wenn sie zum Beispiel eine Frau steinigen würden, die fremdgegangen ist, wie es im Buch Mose beschrieben wird. (Jesus «begnadigte» später zwar eine solche Frau, mahnte sie aber, nicht mehr zu sündigen.)

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