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Verbände drängen Apple, seine umstrittenen Foto-Scan-Pläne zu stoppen

Apple will Geräte der User überwachen und auf Kindesmissbrauchs-Fotos prüfen.
Weltweit herrscht Besorgnis, weil Apple auf den Geräten der Kundinnen und Kunden einen Überwachungs-Mechanismus einführen will.Bild: Eletronic Frontier Foundation (EFF)

Der Druck wächst: 90 Verbände drängen Apple, seine umstrittenen Foto-Scan-Pläne zu stoppen

19.08.2021, 11:0519.08.2021, 11:18
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Mehr als 90 Verbände und Menschenrechtsorganisationen fordern Apple in einem offenen Brief auf, von den Plänen für eine neue Scan-Option bei den Fotos abzulassen.

Zwar sei das Ziel, Kinder zu schützen und die Verbreitung von Kinderpornographie einzudämmen, doch herrsche die Sorge, die Funktion könne für Zensur missbraucht und zur Gefahr für die Privatsphäre und Sicherheit von Menschen weltweit werden und «desaströse Folgen für viele Kinder» haben. Das geht aus einem von den Gruppen gemeinsam verfassten Schreiben an Apple hervor, in das Reuters Einblick nehmen konnte.

Das gemeinnützige Zentrum für Demokratie und Technologie (CDT) in den USA hat die Federführung bei der Kampagne. Unterschrieben wurde sie unter anderen auch von Verbänden in Deutschland, Indien, Brasilien und Ghana.

Apple verteidigt sich

Es sei enttäuschend, dass Apple dies tue, weil sie in der Vergangenheit ein entschiedener Verbündeter hinsichtlich der Verschlüsselung von Daten gewesen seien, sagte CDT-Co-Direktorin Sharon Bradford Franklin. Ein Apple-Sprecher wies darauf hin, dass der iPhone-Konzern bereits aufgezeigt habe, warum die Scan-Software nicht unterwandert werden könne.

Der Präsident der unabhängigen Internet Society in Brasilien, Flavio Wagner, sagte, die Hauptsorge sei, wie der Mechanismus auf andere Situationen und Unternehmen ausgeweitet werden könne. Das sei eine ernsthafte Schwäche der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.

Die Ankündigung von Apples neuer Kinderschutzfunktion, die das Erkennen illegaler Bilddateien auf iCloud-Fotos vorsieht, vor zwei Wochen sorgte für einen Aufschrei unter Datenschützern, aber auch viel Applaus von Opferverbänden.

Neben der Scan-Funktion will der US-Konzern beim eigenen Messenger-Dienst «Nachrichten» (ehemals iMessages) die Möglichkeit einführen, dass bei Familien-Konten Nacktfotos erkannt und unscharf gemacht werden. Dies, um Sexualverbrechern die Kontaktaufnahme mit Kindern zu erschweren. Fachleute bezeichnen dies als Cyber-Grooming.

Wer hat den offenen Brief unterzeichnet?

Es sind überwiegend Nicht-Regierungs-Organisationen aus englischsprachigen Ländern, allen voran die USA, Kanada und Australien, aber auch aus Latein- und Südamerika sowie Europa, darunter Grossbritannien und Staaten in Afrika. Alle Unterzeichnenden sind im offenen Brief (PDF) aufgelistet.

Quellen

(dsc/sda/awp/reu)

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