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Kleinstwagen in der Krise: Verkaufszahlen brechen dramatisch ein

Kleinstwagen verschwinden zusehends aus dem Strassenbild.
Kleinstwagen verschwinden zusehends aus dem Strassenbild.Bild: Shutterstock

Kleinstwagen in der Krise – darum brechen die Verkaufszahlen ein

Der Kleinwagen stirbt leise. Das Symbol erschwinglicher Mobilität verschwindet aus den Verkaufslisten. Was steckt dahinter?
20.01.2025, 10:4720.01.2025, 12:32
Markus Abrahamczyk / t-online
Ein Artikel von
t-online

Die Tage des Kleinstwagens sind gezählt – zumindest vorerst. Seine Verkaufszahlen sind bis 2024 dramatisch eingebrochen – und die Autohersteller ziehen sich zunehmend aus dem Segment zurück. Ein Blick auf das Ende einer Ära.

Zahlen, die für sich sprechen

Die Neuzulassungen von Kleinstwagen sind in Deutschland, Europas grösstem Automarkt, regelrecht eingebrochen. Laut Statistik des deutschen Kraftfahrt-Bundesamts wurden 2024 nur noch 80'319 Fahrzeuge verkauft – ein Rückgang um 43 Prozent gegenüber den knapp 141'000 im Vorjahr. Besonders hart traf es den Dezember: Mit einem Minus von 59 Prozent markierte er den Tiefpunkt.

Diese Modelle sind schon weg

Volkswagen lässt den Kleinwagen VW Up wegen strengerer Cybersicherheitsvorschriften auslaufen.
Volkswagen liess den Kleinwagen VW Up wegen strengerer Cybersicherheitsvorschriften auslaufen.Bild: Uli Sonntag/epa/volkswagen

Hauptgrund für den Rückgang: die schwindende Modellvielfalt. Beliebte Fahrzeuge wie der VW Up, der Renault Twingo oder der Smart Fortwo sind längst aus den Showrooms verschwunden. Nachfolgemodelle? Meist Fehlanzeige. Die Hersteller haben es nicht eilig, ihr Angebot zu erneuern.

Zwar wird es künftig zum Beispiel einen elektrischen Twingo geben. Der Zwerg ist 3,75 Meter lang. Doch er wird mit rund 20'000 Franken teurer als das Vorgängermodell mit Verbrennungsmotor – und er kommt nicht vor 2026.

Der kleine, elektrische Twingo von Renault kommt erst 2026.
Der kleine, elektrische Twingo von Renault kommt erst 2026.

Warum ziehen sich die Hersteller zurück?

Die Erklärung ist ernüchternd: Es lohnt sich nicht. Kleine Autos werfen wenig Gewinn ab, gleichzeitig steigen die Kosten für Entwicklung und Produktion durch strengere Sicherheits- und Umweltauflagen. Ausserdem wächst – befeuert durch die Werbung der Hersteller – das Interesse der Käufer an grösseren, profitableren Autos. Kurzum: Die Margen im Kleinstwagensegment sind vielen Herstellern einfach zu gering.

Eine Branche im Wandel

Das Ende des Kleinstwagens ist nicht nur eine wirtschaftliche Randnotiz, sondern spiegelt den Wandel in der Automobilindustrie wider. Offen ist, was die Lücke füllen wird: kompakte Elektroautos für deutlich mehr Geld, Carsharing oder andere Mobilitätslösungen?

Elektroauto

Klar ist: Mit dem Ende des Kleinstwagens löscht die Branche ein Segment aus, das über Jahrzehnte vielen Menschen den bezahlbaren Einstieg in die individuelle Mobilität ermöglicht hat.

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