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Die App sieht harmlos aus, und demonstriert eine gefährliche Schwachstelle. SCREENSHOT: ITUNES.APPLE.COM

Was deine iPhone-Fotos (ungewollt) über dich verraten

Die Gratis-App «DetectLocations» saugt Metadaten aus iPhone-Fotos und zeigt, welche Hintertür bei Apples mobilem Betriebssystem iOS offen steht.



Alle iPhone-User tun es, doch die wenigsten sind sich bewusst, welche Folgen ein Klick auf «OK» haben kann.

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bild: watson

Wer einer App Zugriff gibt auf die gespeicherten Fotos, lässt die Hosen herunter. Und zwar bis zu den Knöcheln.

Mit der im App Store verfügbaren Gratis-App «DetectLocation» findet man heraus, was die eigenen Fotos verraten. Entwickelt hat sie der österreichische iOS-Experte Felix Krause, der früher bei Twitter arbeitete und nun für Google tätig ist.

Ich mache die Probe aufs Exempel und installiere die kleine Anwendung (0,4 Megabyte) auf meinem iPhone.

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Keine Sekunde später erscheint dieser Screen:

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screenshot: watson

Die App hat in 0,62 Sekunden auf 8077 «Standorte» zugegriffen. Das sind Standorte, an denen ich mich in den letzten Jahren aufhielt und mindestens ein Foto mit dem iPhone knipste.

Bei der folgenden Auswertung zeigt die App ziemlich genau an, wo ich in den letzten Jahren hingeflogen (und hingefahren) bin ...

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screenshot: watson

Eher skurril ist die Erkenntnis, dass ich mein schnellstes Foto bei Tempo 524 km/h über Deutschland schoss...

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Wenn das iPhone ein Foto schiesst, speichert es in der Bilddatei eine Vielzahl von aktuellen Informationen (EXIF) ab. Anhand der Metadaten lässt sich erschreckend viel herausfinden.

Hintertür schliessen!

Beunruhigend: Alle Apps, die auf die Fotomediathek des iPhones zugreifen dürfen, könnten blitzschnell alle EXIF-Daten zu den gespeicherten Bildern auslesen (und auswerten):

Felix Krause betont, dass er seine App als «Proof of Concept» veröffentlicht habe, um auf eine Schwachstelle in Apples mobilem Betriebssystem aufmerksam zu machen. Ihm gehe es darum, dass die Hintertür geschlossen und der Datenschutz verbessert werde. Die User sollten bessere Kontrolle über die Bilder-Metadaten erhalten. Denn mit den gespeicherten Informationen liessen sich ziemlich private Dinge herausfinden, wie:

«Weiterführend denkbar ist auch eine Verknüpfung dieser Informationen mit Gesichtserkennung. So könnte man den Beziehungsstatus des Nutzers herausfinden oder Partner, Familie und Freunde identifizieren. Auch Wohnort, Umzüge und andere Informationen lassen sich potenziell über die Bilder gewinnen.»

quelle: derstandard.de

Was nun?

In der Einstellungen-App > Datenschutz > kann man kontrollieren, welche Apps auf die Fotos etc. zugreifen dürfen. Aber ...

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Das Dilemma: Wenn ich zum Beispiel WhatsApp den Zugriff auf meine Fotomediathek gestatte, weil ich in Gruppenchats Bilder posten möchte, dann kann ich nicht verhindern, dass die Facebook-Tochter auch alle Metadaten abgreift.

In seinem Github-Projekt zur «DetectLocations»-App schlägt Felix Krause vor, dass es bei den sensiblen User-Daten (wie eben EXIF-Daten) separate Zugriffsrechte bräuchte. Sprich: Apple sollte das System der iOS-Berechtigungen verfeinern.

Krause hat gestern Mittwoch über das Fehlermelde-Werkzeug Open Radar einen entsprechenden Antrag formuliert.

Apples Position

Apple hat kürzlich seine Webseite zum Datenschutz aktualisiert. Dort heisst es: «Wir verlangen von App-Entwicklern, dass sie strengen Richtlinien zum Schutz deiner Daten zustimmen. Wenn wir erfahren, dass eine App gegen diese Richtlinien verstösst, muss der Entwickler das Problem lösen oder die App wird aus dem App Store entfernt. Wenn eine App, die du auf deinem Gerät installiert hast, auf deine persönlichen Daten wie Fotos oder Kontakte zugreifen möchte, wirst du immer zuerst um Erlaubnis gefragt. Du kannst diese Zugriffsrechte jederzeit ändern.» Das ungelöste Problem: Man kann Apps den Zugriff auf die Fotomediathek nur erlauben oder verweigern, differenzierte Zugriffsrechte gibts (noch) nicht.

PS: Wer vor dem Teilen von iPhone-Fotos die EXIF-Daten entfernen will, kann dies zum Beispiel mit der ViewEXIF-App tun. In diesem älteren Beitrag von CNET wird erklärt, wie's geht.

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35Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Theiss 29.09.2017 13:14
    Highlight Highlight “It took 0.79s to access 0 locations”... Eigentlich sollte ich ja froh sein über dieses Resultat, bin gleichzeitig aber enttäuscht weil ich gerne meine eigene Fotomap gehabt hätte🙈
  • DasMarc_ 29.09.2017 08:21
    Highlight Highlight Das ganze ist so genau, dass man sogar den Anflug auf nen Flughafen, in meinem Fall auf Los Angeles, komplett nachsehen kann. Erschreckend, aber faszinierend.
    Benutzer Bild
    • Sir Jonathan Ive 29.09.2017 12:08
      Highlight Highlight So faszinierend ist das mittlerweile schon gar nicht mehr.
      Das System das dazu verwendet wird (GPS) ist schon über 40 Jahre alt.
  • ben_fliggo 28.09.2017 20:46
    Highlight Highlight @Schurter:
    Ein Workaround für Whatsapp & co auf iOS: Zugriff auf Photos für App deaktivieren, teilen eines Fotos dann via Share-Icon in der von Photos App. So wird das Bild in der App geöffnet, ohne dieser Zugriff auf alle Fotos gewähren zu müssen.
    • @schurt3r 29.09.2017 08:18
      Highlight Highlight Sehr gut, danke.
  • URSS 28.09.2017 20:25
    Highlight Highlight Ja was nun?
    Soll ich jetzt mein ok nicht mehr geben wenn eine App fragt ob sie zugreifen darf?
    Andererseits, ist es mir eigentlich egal ob irgendwer meine Daten absaugt.
    Da ich kein Mörder bin oder ein Stalker, nun, was soll’s.
    Oder bin ich zu naiv?
    • Sharkdiver 28.09.2017 21:09
      Highlight Highlight Zu naiv weil erstens man so manipulierbar wird und 2. ältere Semester können sich noch gut an die fischenafäre erringen und das war noch harmlos da gabs die heutigen Möglichkeiten noch nicht. Und in einem Land wo jemand wie Erdogan oder Putin regiert kann so was auch mal in die Hosen gehen
    • Electric Elefant 28.09.2017 23:06
      Highlight Highlight @URSS: Um es kurz zu machen und auf Deine Frage zu antworten: Definitiv!
  • G.Oreb 28.09.2017 20:21
    Highlight Highlight Das ist alles korrekt so. War ja schon immer so, viel mehr aber würde mich interessieren:

    Wenn ich bei Whatsapp ein Foto verschicke, werden die Exif mitgeschickt?

    Dem Artikel nach scheint es bei Android ja nicht so zu sein. Wie wurden da die diffenrenzierbaren Zugriffsrechte implementiert?

    PS: Meine Oma hat das vor 50 Jahren schon gemacht. Hinten auf jedem entwickelten Foto hat sie Datum und Ort notiert 🙂
    • G.Oreb 02.10.2017 09:51
      Highlight Highlight @schurt3r gibts noch eine Antwort dazu?

      @SilentSpeaker Ja. Mache ich. Das Bewegungsprofil von FB kann keiner mit dem ich kommuniziere einsehen, die Exif der Bilder die ich jemandem schicke schon. Das BigBrother Problem kann ich nicht verhindern, bei heiklen Fotos die Exif wegstrippen bevor ichs schicke allerdings schon. Deshalb die Frage. Auch bei iMessage würds mich interessieren :)
    • @schurt3r 02.10.2017 10:09
      Highlight Highlight Geduld ist eine Tugend! ;-)

      Also: Beim Versenden von Fotos via WhatsApp werden die EXIF-Daten entfernt. Habs grad getestet.
  • derEchteElch 28.09.2017 18:45
    Highlight Highlight Hallo Watson,
    Wenn ich beim Datenschutz die Ortungsdienste für Kamera und Fotos deaktiviere, werden keine Positionsdaten in den EXIF-Daten gespeichert.

    Die App fand bei mir nur 29 Standorte trotz 2000 Fotos. Die kommen von Apps wie Instagram oder Twitter, wo ich Bilder und Standort teilte.

    Wäre erwähnenswert im Artikel 😉

    Liebe Grüsse vom Elch

    Benutzer Bild
    • @schurt3r 28.09.2017 19:33
      Highlight Highlight Danke, lieber Elch.
      Das ist schon so, aber ich will ja die Positionsdaten bei meinen Fotos. Sind ziemlich praktisch.

      Ich möchte nur nicht, dass Dritt-Apps alle entsprechenden Metadaten aus meiner Fotomediathek auslesen können.
    • derEchteElch 28.09.2017 20:06
      Highlight Highlight Da hast du natürlich recht. In diesem Fall hilft nur Krauses Vorschlag.
    • John Joe 29.09.2017 16:16
      Highlight Highlight EchterElch, dein Input ist definitiv relevant. Ich verstehe die "Obsession" mit diesen Geolokationsdaten nicht. Wieso muss mein Iphone diese Daten überhaupt speichern? Ich sollte doch wissen wo ich ein bestimmtes Foto aufgenommen habe. Ich habe die Ortungsdienste für Fotos noch nie aktiviert und bisher auch nie vermisst. Remember: Der einzige Weg, Silicon-Valley-Firmen vom Gebrauch persönlicher Daten abzuhalten ist, diese Daten gar nicht erst zu erfassen. Alles andere ist höchst naiv...
  • Reto König 28.09.2017 18:45
    Highlight Highlight Ein gutes OS ist für mich eines, welches mir die Möglichkeit gibt, meinen Datenschutz selber zu konfigurieren. In iOS fragt Fotos beim erstmaligen Starten ob es auf deinen Standort zugreifen darf. Auch nachher kann diese Einstellung jederzeit mit nur 4 Bildschirmberührungen (für zukünftige Bilder) vorgenommen werden.

    Ich finde den Artikel deshalb etwas gar einseitig und negativ gegenüber Apple.

    Meiner Meinung nach müssten die Benutzer die Meldungen etwas genauer lesen und sich auch persönlich um den eigenen Datenschutz kümmern. Die tägliche Angstmacherei finde ich den falschen Ansatz.
    • @schurt3r 28.09.2017 19:36
      Highlight Highlight Genau, bin deiner Meinung.
      Also nicht wegen des «gar einseitigen Artikels» :)

      Man sollte die Datenschutz-Einstellungen weiter verfeinern. Felix Krause formulierts so:

      There should be a clear separation of

      - `Saving a photo` (e.g. a 3rd party camera app wants to save a photo you just took)
      - `Selecting a photo` (e.g. you want to upload an existing picture to Instagram)
      - `Granting full access to the photo library
    • DailyGuy 28.09.2017 19:46
      Highlight Highlight Schurter ist tendenziell Apple kritisch. Daran habe ich mich schon gewöhnt.

      Jedoch gebe ich recht, dass die Datenschutzeinstellungen besser angepasst werden müssen. Dabei darf aber die Usability nicht vergessen werden. Ich wage zu behaupten, dass 70-80 Prozent nur Zugriff geben wollen auf die Fotos. Dabei wollen sie sich nicht mit solchen Begriffen auseinandersetzen. Und dann geben sie dem App nicht genug rechte, und zack funktioniert das App nicht mehr wie gewollt. Das kommt sehr schlecht an. Mehr Einstellungen ja, aber es ist nicht so einfach wie beschrieben.
    • @schurt3r 28.09.2017 20:07
      Highlight Highlight @DailyGuy:
      Hey, als Journalist muss ich kritisch sein.

      Ich schreibe aber auch, wenn mich ein Produkt – von wem auch immer – überzeugt/begeistert ;-)

      PS: Apple ist aus meiner Sicht Technologie-Führer bei den Smartphone-Herstellern, da darf man besonders hohe Anforderungen stellen.
  • zeromg 28.09.2017 18:28
    Highlight Highlight Was ist daran so erschreckend? Jede neuere Spiegelreflexkamera speichert META Daten zum Foto ab inkl. GPS Koordinaten. Darum gibt es auch Programme die diese Daten löschen wenn man diese Daten nicht weiter geben will. Aber was hat dieser Artikel jetzt speziell mit dem iPhone zu tun?
    • ml63 28.09.2017 18:43
      Highlight Highlight Meine Spiegelreflexkamera hat aber keinen Internetzugang. Der Vergleich passt nicht ganz.
    • DailyGuy 28.09.2017 18:45
      Highlight Highlight Dies ist genau so. Bei jedem Android-Gerät ist dies auch so.
      Natürlich nicht optimal, und sicherlich auch keine schöne Sache, sollte aber eine App diese Daten missbrauchen, ist diese App sowieso nicht gut.
    • @schurt3r 28.09.2017 19:21
      Highlight Highlight Erschreckend ist dein Kommentar ;-)

      PS. Steht alles im Artikel...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Gegu 28.09.2017 18:22
    Highlight Highlight lieber Daniel Schurter
    reisen geht auch ökologisch, überdenk doch mal dein Flugverhalten...
    • @schurt3r 28.09.2017 19:22
      Highlight Highlight ...
      Benutzer Bildabspielen
    • Sir Jonathan Ive 29.09.2017 12:20
      Highlight Highlight @real oz
      Zugegeben, nach Norditalien zu fliegen ist natürlich nicht dringend nötig und sollte wenn möglich vermieden werden.
      In die USA ist aber gar keine andere Möglichkeit da. Ein Zug fährt da nicht hin und das Schiff ist noch schlimmer auf den ökologischen Fußabdruck.
  • Charlie Brown 28.09.2017 18:17
    Highlight Highlight Spannend. Was passiert, wenn ich mit dem iPhone ein Foto in den Kommentaren bei watson hochlade; gehen da die Metadaten auch mit? Und sind die dann für versierte user der Plattform greifbar oder nur für watson?
    • @schurt3r 28.09.2017 19:24
      Highlight Highlight Danke für die Frage.
      Reiche ich gleich an unsere IT-Leute weiter ;-)
    • ARoq 28.09.2017 19:25
      Highlight Highlight Wenn du ein Foto hochlädst, kann ich es dir sagen ...
      Die GPS-Koordinaten sind in den EXIF-Daten der Fotos gespeichert und lassen sich von jedermann auslesen. Ich finde diese oft in Fotos von Freunden oder auch bei Fotos in Internetforen, allerdings nur wenn die Fotos unverändert sind, z.B. wenn ich sie per E-Mail erhalte, bei manchen Imagehoster oder über Cloud-Dienste.
      Facebook beispielsweise schneidet die EXIF-Daten weg. Ich nehme an die Metadaten gehen bei der Konvertierung bei Watson auch verloren.
    • ralck 28.09.2017 21:21
      Highlight Highlight @helios: Facebook entfernt die Daten? Trotzdem liest Facebook diese aus, er schlägt dir ja den Aufnahmeort und die Zeit beim Beitrag vor...
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