DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

«Julien» hat auf YouTube rund 1,3 Millionen Follower.
screenshot: Juliensblog

«Yo, was geht ab, ihr Schamlippen?!» Deutscher YouTuber (mit 1,3 Millionen Follower) verurteilt



Das Erfolgsrezept scheint einfach: Man nehme einen Vollpfosten, der irgendwelchen provokativen Schwachsinn von sich gibt – und schon ist ein YouTube-Star geboren. Neuestes Beispiel: YouTuber «Julien». Seinem Account «JuliensBlog» folgen rund 1,3 Millionen User, auch seine Videos werden regelmässig über eine Million Mal angesehen. 

Das verwundert, denn der Deutsche labert in seinen Videos nur kompletten Unsinn. Seine Zuschauer begrüsst er wahlweise mit einer der folgenden vier Anreden: 

Nur um dann in gleich niederer Sprache fortzufahren: 

Wenn du dir die Visage des Unsympathen ansehen möchtest und dich auch mal nett von ihm begrüssen lassen willst, voilà: 

abspielen

Juliens Begrüssung zeigen wir dir, wenn du dir den übrigen Schwachsinn ansehen willst, du findest ihn auf YouTube.
streamable

So, und wieso tun wir dir, lieber User, das überhaupt an? Weil dieser Kerl jetzt nämlich verurteilt wurde. Und zwar wegen «Volksverhetzung». Wie ist es so weit gekommen? 

Vergangenen Mai produziert der selbsternannte «Videokünstler» in seinem Wohnort Westerkappeln ein Video, in dem er massiv gegen die lokale Gewerkschaft der Lokführer schiesst. «Vergasen sollte man die Mistviecher», fordert der Social-Media-Star in seinem Beitrag. Grund für diesen Ausraster: «Julien» regt sich über die Streiks der Lokführer auf. 

Doch damit nicht genug, hier die nächste verbale Entgleisung des YouTubers im gleichen Video: 

«Wisst ihr noch, wie die Juden mit Zügen nach Auschwitz transportiert wurden ? Man sollte die Zugführer da hinbringen. Ich fahr den Zug und zwar umsonst. Und ohne zu streiken.»

«Julien» hetzt gegen die Lokführer in Westerkappeln

Diese Anspielung auf die Nazizeit ist die eine Provokation zu viel: Wie die Zeitung «Westfälische Nachrichten» schreibt, ist der 27-Jährige nun von einem Gericht im deutschen Tecklenburg zu acht Monaten Haft, die zu drei Jahren auf Bewährung ausgesetzt wird, und einer Busse von 15'000 Euro verdonnert worden.

Wenn er für 1000 Klicks von YouTube einen Euro erhält, muss «Julien» jetzt 15 Millionen User auf seinen Account locken, bis er wieder auf Null ist. Und wir lernen: Grenzenlos Provokationen ins Netz zu ballern ist vielleicht doch keine so gute Idee, ganz so einfach wird man doch nicht ein gut verdienender YouTube-Star.

Das Internet eine rechtsfreie Zone? Nope!

Anonymous hackt «IS»-Profile. Statt Propaganda gibt's jetzt Gay Pride und Schwulen-Pornos

Link zum Artikel

Antifeminist am Facebook-Pranger: Wirklich gefährlich ist Anonymous, nicht Roosh V

Link zum Artikel

Anonymous vs. YouTuber Sam Pepper – ein packender Social-Media-Krimi in Echtzeit 

Link zum Artikel

Ex-Anonymous-Hacker: «Wir wollen neue Attentate verhindern, statt nur ‹IS›-Webseiten lahmlegen»

Link zum Artikel

Trittbrett-Fahrer: Wer Anonymous liken will, landet plötzlich bei Pegida. So geht's richtig

Link zum Artikel

Anonymous enttarnt IS-Aktivisten in Europa, die Terroristen rekrutieren sollen

Link zum Artikel

Anonymous prangert an: Macht eine US-Firma die Webseiten des IS unverwundbar?

Link zum Artikel

«Was wollen sie hacken?» – so reagiert der IS auf Anonymous' Kriegserklärung

Link zum Artikel

Anonymous-Hacker greifen den Ku-Klux-Klan an: Der Auf- und Abstieg der rassistischen Kapuzenmänner

Link zum Artikel

ISIS im Schritt – wie Anonymous und die Twitter-Gemeinde die Islamisten aufs Korn nehmen

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Interview

«Über Social Media tragen Rechtsextreme ihre Ideologien in die Mitte der Gesellschaft»

Andre Wolf ist Faktenchecker bei der österreichischen Rechercheplattform Mimikama. In seinem Buch «Angriff auf die Demokratie» schreibt er über die Gefahren rechtsextremer Netzwerke, die das Internet unterwandern.

Herr Wolf, in Ihrem Buch schreiben Sie, dass seit Beginn der Pandemie intensiver Fake News verbreitet werden und der Hass im Netz zugenommen haben. Warum?Andre Wolf: Dieses Phänomen kann man immer dann beobachten, wenn etwas passiert, das viele Menschen betrifft und das Thema stark medial aufgegriffen wird. Im Fahrwasser der Berichterstattung tauchen dann viele Falschmeldungen auf. Das passierte schon 2015 bei der Flüchtlingskrise. Oder immer, wenn es islamistisch-motivierte Terroranschläge …

Artikel lesen
Link zum Artikel