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Sam Pepper gegen Anonymous: Ein Social-Media-Krimi in Echtzeit

Sam Pepper hat in der Internet-Community viele Feinde: Unter anderem ist auch sein Umgang mit weiblichen Fans höchst umstritten.
Sam Pepper hat in der Internet-Community viele Feinde: Unter anderem ist auch sein Umgang mit weiblichen Fans höchst umstritten.

Anonymous vs. YouTuber Sam Pepper – ein packender Social-Media-Krimi in Echtzeit 

Das Hacker-Kollektiv Anonymous gab YouTuber Sam Pepper 24 Stunden Zeit, um ein geschmackloses Video vom Netz zu nehmen. Der umstrittene Internet-Star liess die Frist verstreichen. Nun bekommt Pepper den Zorn von Anonymous zu spüren. Und der ist heftig.
02.12.2015, 10:1203.12.2015, 10:06
Corsin Manser
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Er hat es also gewagt. YouTuber Sam Pepper legt sich mit dem Hacker-Kollektiv «Anonymous» an.

Nachdem der Internet-Star vergangenen Sonntag ein Video veröffentlicht hat, in dem einem jungen Mann bei versteckter Kamera die Ermordung seines besten Kumpels vorgetäuscht wird,  (watson berichtete) gab ihm Anonymous 24 Stunden Zeit, um den Clip wieder zu entfernen. Das Video sei krank und verstörend, twitterte das Hacker-Kollektiv. 

Tatsächlich scheint Sam Pepper in der Internet-Community sehr umstritten zu sein. Bereits haben empörte YouTube-User eine Online-Petition lanciert, die die Schliessung von Peppers YouTube-Channel verlangt. Rund 150'000 Personen haben diese bereits unterschrieben. Seine «Pranks» gehen oft einen Schritt zu weit. So schreibt zum Beispiel watson-User «Schreiberling»: 

Sam Pepper ist die Hassfigur YouTubes. Das ist nicht das erste Mal, dass er mit einem «Prank» die Grenzen klar überschreitet. Zudem soll er seinen damaligen Ruhm ausgenutzt haben, einige seiner weiblichen Fans sexuell zu missbrauchen. Seither beachtet ihn eigentlich kaum jemand mehr. Er wurde von der Community ausgeschlossen.
watson-User «Schreiberling» über «YouTuber» Sam Pepper

Heute morgen ist die 24-Stunden-Frist von Anonymous abgelaufen. Sam Pepper liess sich nicht einschüchtern und hat das Video, welches bereits knapp vier Millionen Mal angeschaut wurde, online gelassen. Anonymous kündigte an, dass der YouTuber in diesem Fall den «Zorn» des Kollektivs zu spüren bekomme.

Was das heisst, kann man momentan in Echtzeit auf Twitter mitverfolgen. So sieht der Angriff von «Anonymous» aus:

Doch das soll erst der Anfang sein. «Anonymous» hat angekündigt, dass die Show erst begonnen habe.

Kritik an Anonymous

Wie lange Sam Pepper dem Druck von Anonymous standhalten kann, wird sich zeigen. Sicher ist bereits, dass die Hacker mit der Veröffentlichung von persönlichen Daten das Leben des YouTubers ziemlich auf den Kopf stellen können.

Findest du es okay, wie Anonymous Sam Pepper an den Pragner stellt?

Das Vorgehen von «Anonymous» ruft nicht nur positives Feedback hervor. So meint zum Beispiel watson-User «nix»:

«Hatte sich ‹Anonymous› nicht mal gegen jede Form von Zensur eingesetzt?»
watson-User «nix»

Diese Aussage hat es tatsächlich einmal gegeben, doch wie watson-User «maddiepilz» und «eragon272727» festhalten, kann jeder Anonymous sein. 

«‹Anonymous› als festen Verein o.ä. gibt es nicht, daher die widersprüchlichen Aussagen.»
watson-User «maddiepilz»

Der Fall von Sam Pepper verdeutlicht, dass wir es mit einer komplett neuen Art von Überwachung zu tun bekommen; nichtstaatlich und dezentral organisiert.

Über deren Folgen werden wir in den nächsten Stunden definitiv mehr erfahren. 

Fortsetzung folgt

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35 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Sir Jonathan Ive
02.12.2015 10:26registriert Januar 2015
Anonymous spricht sich gegen Zensur bei der übergabe von Informationen aus. Nicht bei geschmacklosen Videos.
Sie gehen parallel ja auch gegen Kinderporno etc. vor.
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Ehringer
02.12.2015 11:04registriert Februar 2015
Website und Twitter anzugreifen sehe ich nicht als all zu grosses Problem. IP-Adresse und Telefonnummer kann man als ultimative Strafe noch vertreten. Gefährlich wird es aus meiner Sicht wenn es um die Adresse geht. Bei einem Youtuber mit dieser Grösse (und dem Hass der ihm momentan entgegenschlägt) kann das sehr schnell ungeahnte Folgen haben.
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kunubu
02.12.2015 11:33registriert August 2015
Ich finde Selbstjustiz in dieser extremen Form (Veröffentlichung der Telefonnummer und sogar der Adresse) darf nicht sein. Zumal in diesem Fall ja keine Straftat vorliegt. Man stelle sich vor wohin das führt, wenn verschiedene Gruppierungen plötzlich beginnen ihre persönlichen Moralvorstellungen mit Gewalt durchzusetzten (z.B. religiöse). Ich finde die Idee hinter dem Video auch abscheulich, aber anstatt Selbstjustiz zu üben muss in einer funktionierenden Demokratie der Staat sich dieser Aufgabe annehmen, oder der Betreiber der Plattform Verantwortung übernehmen!
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