Mit diesem Stromer will Mazda in Europa durchstarten
Mazda setzt gern auf Eigenheiten wie den Wankelmotor oder auf Modelle wie den elektrischen MX-30, der mit bewusst begrenzter Reichweite auf den Markt kam. Auch beim neuen CX-6e bleibt sich die Marke treu und geht einen eigenen Weg bei Design und Ausstattung: Der vollelektrische SUV basiert auf der chinesischen Elektroplattform des Mazda 6e, ist aber gezielt an europäische Erwartungen angepasst.
Technologie aus China – modifiziert in Deutschland
Weil Mazdas eigene Elektroplattform noch in Arbeit ist und erst 2027 bereitstehen soll, nutzt der Hersteller erneut die Architektur des chinesischen Partners Changan. Die Basis ist die der Limousine 6e, doch Mazda betont, dass wesentliche Elemente wie Fahrwerk, Software, Bedienstruktur und Assistenzfunktionen am deutschen Entwicklungsstandort Oberursel überarbeitet wurden.
Christian Schulze, Vizechef des dortigen Technikzentrums, begründet den Ansatz mit einem klaren Ziel: «Unsere Kunden legen mehr Wert auf Design und Komfort, die wollen nicht in Formel-1-Manier über die Landstrasse hetzen.» Statt vieler Varianten gibt es daher nur eine Motorisierung mit 190 kW (258 PS) und einen Heckantrieb. Allrad- oder Performance-Optionen sind nicht vorgesehen.
78-kWh-Akku, 484 Kilometer Reichweite
Mazda setzt auf eine 78 Kilowattstunden grosse LFP-Batterie. Die verspricht eine Reichweite von bis zu 484 Kilometern. Der WLTP-Verbrauch ist mit 18,9 bis 19,4 kWh/100 km vergleichsweise hoch.
Geladen wird wahlweise mit 11 kW Wechselstrom oder bis zu 195 kW an Gleichstrom-Säulen. Der Ladevorgang von zehn auf 80 Prozent soll etwa 24 Minuten dauern.
Design mit Zurückhaltung
Mit einer Länge von 4,85 Metern und einem Radstand von 2,90 Metern gehört der CX-6e zur Mittelklasse. Im Design setzt er sich deutlich von anderen Mazda-SUVs ab und spielt vor allem hier seine Eigenheiten aus: flacher, breiter, mit glatten Flächen und schmalen Lichtbändern. Serienmässig ist ein 1,05 Quadratmeter grosses, nicht zu öffnendes Glasdach mit integriertem Rollo.
Geräumiger Innenraum, durchschnittlicher Kofferraum
Im Innenraum bietet der CX-6e dank flachem Boden und langem Radstand gute Platzverhältnisse, vor allem im Fond. Die Rückseiten der Vordersitze sind so geformt, dass sie mehr Knieraum ermöglichen. Fondpassagiere können Temperatur, Lüftung, Sitzheizung und Sonnenschutz über ein separates Touchpanel steuern. Fahrer und Beifahrer hören über Bluetooth-Lautsprecher in den Kopfstützen auch getrennt Musik. Der Kofferraum fasst 484 Liter, der Frunk unter der Fronthaube bringt zusätzlich 83 Liter.
Mazda orientiert sich im Innenraum an der japanischen «ma»-Philosophie, die den leeren Raum zwischen Dingen betont. Sichtbare Technik tritt zurück, matte Oberflächen und ein minimalistischer Aufbau bestimmen das Erscheinungsbild, das ein wenig an eine Designerwohnung erinnert. Ein klassisches Kombiinstrument gibt es nicht mehr: Informationen wie Geschwindigkeit, Navigation oder Assistenzmeldungen erscheinen ausschliesslich im Head-up-Display.
Der Bildschirm ist König
Zentrales Bedienelement ist ein 26 Zoll grosser, breiter Touchscreen, der sich in zwei Funktionsbereiche für Fahrer und Beifahrer teilen lässt. Ergänzend bietet Mazda eine Gesten- und Sprachsteuerung an. Wer etwa eine Faust zeigt, aktiviert das Navigationssystem zur Arbeitsadresse. Für einzelne Befehle gibt es mechanische Tasten am Lenkrad, etwa für Licht oder Lautstärke.
Optional – im rund 2800 Franken teuren Takumi-Plus-Paket – gibt es erstmals digitale Aussenspiegel mit Kamerabild sowie einen digitalen Rückspiegel mit einem neun Zoll grossen Display. Solche Lösungen sind in der Branche nicht neu – und auch nicht immer eine Verbesserung im Alltag, wie Tests mit anderen Fahrzeugen zeigten.
Komfortfunktionen für den Alltag
Neben den gewohnten Fahrmodi «Normal» und «Sport» bringt der CX-6e auch spezielle Komfortprogramme mit: Ein Waschstrassenmodus schliesst Fenster und Spiegel, ein «Tierprogramm» stellt eine passende Innenraumtemperatur bei wartenden Haustieren sicher. Der Wagen kann zudem externe Verbraucher mit bis zu 3,5 kW versorgen.
Die Anhängelast beträgt bis zu 1'500 Kilogramm. Über eine App und einen digitalen Schlüssel können sich drei Nutzer den Wagen teilen.
Assistenzsysteme überarbeitet
Mazda hat nach eigenen Angaben viel Arbeit in die Fahrwerksabstimmung und die Optimierung der Assistenzsysteme gesteckt. Frühere Kritik am 6e – etwa in Bezug auf den zu sensiblen Spurhalteassistenten – habe man sich zu Herzen genommen. Lenkkräfte, Tempomat und Kamera-Radar-Abstimmung wurden angepasst, um auf europäischen Strassen besser zu funktionieren. Auch Federung, Dämpfer und Bremsverhalten sollen gezielter auf europäische Anforderungen abgestimmt sein.
Der Marktstart ist für den Sommer 2026 vorgesehen, der Einstiegspreis liegt bei rund 49'000 Franken.
Verwendete Quellen:
- Mit Material der Nachrichtenagentur SP-X
- heise.de: Vorstellung Mazda CX‑6e: E‑SUV als Rettungsanker

