DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Apples Lightning-Buchse droht das Aus: Die EU will ein einheitliches Ladekabel für Smartphones, Tablets und andere Geräte.
Apples Lightning-Buchse droht das Aus: Die EU will ein einheitliches Ladekabel für Smartphones, Tablets und andere Geräte.
Bild: Shutterstock

Schluss mit Kabelsalat: Bald kommt das einheitliche Ladekabel für Handys, Tablets und Co.

Die EU-Kommission schlägt USB-C als den neuen Standard für Handys und andere mobile Elektronikgeräte vor. Das dürfte sich auch in der Schweiz durchsetzen.
Cet article est également disponible en français. Lisez-le maintenant!
23.09.2021, 13:5924.09.2021, 08:56
Remo Hess, Brüssel / ch media

Es ist die Paradedisziplin der EU-Funktionäre in Brüssel: Standardisierungen für den gemeinsamen Binnenmarkt. Hier können sie sich austoben. Hier fühlen sie sich wohl.

Mitunter treibt der Drang zur europaweiten Vereinheitlichung aber auch skurrile Blüten. Legendär ist zum Beispiel die (später abgeschaffte) Regulierung über die Gurkenkrümmung oder der (später zurückgezogene) Vorschlag für standardisierte WC-Spülungen.

Jetzt aber macht sich die EU-Kommission daran, eine Vereinheitlichung zu schaffen, die für den Konsumenten einen echten Mehrwert bringen könnte: Das Ende des Kabelsalats.

Handy, Tablets, Lautsprecher: Ein Kabel, um sie alle zu laden

Künftig sollen Handys, Tablets und andere elektronische Geräte wie Lautsprecherboxen oder Digitalkameras nur noch via den USB-C-Standard geladen werden. Micro-USB oder auch die Apple-Lightning-Buchse, der Exot unter den Ladekabel, sollen der Vergangenheit angehören.

Geht alles glatt im Gesetzgebungsprozess mit dem EU-Parlament und den Mitgliedsstaaten könnte das Einheitskabel schon ab 2024 kommen. Neue Geräte sollen ab dann nur noch mit USB-C-Anschluss verkauft werden. Ersatzkabel für bereits gekaufte Geräte mit alternativen Anschlüssen könnten freilich weiter erhältlich bleiben.

Apple hängt an seinem Exoten-Status

Wenig Freude haben dürfte Apple, welches sich vor Jahren schon gegen eine Vereinheitlichung mit Verweis auf die Innovationsfreiheit gewehrt hatte. Kritiker vermuten aber, dem US-Konzern gehe es vielmehr darum, sein abgeschlossenes Geräte-Universum zu schützen.

Auf dem Weg zum Ende des Kabelsalats ist man schon einen weiten Weg gekommen: Vor rund 10 Jahren gab es noch 30 verschiedene Ladeanschlüsse. Heute sind es hauptsächlich noch drei: USB-C, Micro-USB und Apples Lightning.

«Die europäischen Konsumentinnen und Konsumenten haben sich lange genug über inkompatible Ladegeräte, die sich in ihren Schubladen anhäufen, geärgert.»
EU-Kommissionsvize Margrethe Vestager

Laut Berechnungen der EU-Kommission geben die europäischen Konsumenten pro Jahr rund 2.4 Milliarden Euro für Ladegeräte aus. 11'000 Tonnen an Kabel-Schrott fallen jährlich an. Dieser Berg soll durch die Standardisierung um mindestens 1000 Tonnen oder 250 Millionen ungebrauchter Ladegeräte verkleinert werden. Die Wahl ist auf USB-C gefallen, weil dieser die beste Ladeleistung aufweisen soll und bereits breit verwendet wird.

Auch in der Schweiz künftig nur noch USB-C?

Der neue Standard dürfte sich in Zukunft auch in der Schweiz durchsetzen: Unabhängig davon, ob die Schweiz die EU-Regulierung nachvollziehen würde, scheint es kaum vorstellbar, dass Produzenten von Elektrogeräten extra für den Schweizer-Markt alternative Lösungen anbieten würden. Anders dürfte es aussehen für von ausserhalb der EU in die Schweiz importierte Geräte.

Logischerweise unberührt von den neuen Regeln bleiben Geräte, welche über eine Qi-Station kabellos («Wireless charging») geladen werden. (aargauerzeitung.ch)

Neue Geräte ohne Ladegerät
Die EU-Kommission schlägt vor, dass Konsumentinnen und Konsumenten neue Geräte in Zukunft ohne Ladegerät kaufen können müssen, denn schliesslich liegen in den meisten Haushalten ohnehin Netzteile herum. Auch soll die Schnelllade-Technologie in allen Geräten vereinheitlicht werden. (sda)
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Beispielfotos mit dem Fairphone 3 Plus: Das kann die Kamera

1 / 20
Beispielfotos mit dem Fairphone 3 Plus: Das kann die Kamera
quelle: watson
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

80 Rappen inklusiv Versand für ein Ladekabel aus China

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Analyse

Threema ist das neue WhatsApp – und schlägt die Konkurrenz um Längen

Wer hätte gedacht, dass die weltbeste Messenger-App nicht aus dem Silicon Valley kommen würde, sondern vom Zürichsee. Eine persönliche Analyse.

Seit acht Jahren befasse ich mich mit dem sicheren Schweizer Messenger Threema. Den ersten Artikel dazu publizierte ich im Dezember 2012. Titel: «Die Schweizer Antwort auf WhatsApp». Die damalige erste App gab's nur fürs iPhone, und sie war zum Start gratis. Im Interview versprach der Entwickler, Manuel Kasper, die baldige Veröffentlichung einer von vielen Usern geforderten Android-Version. Und:

Er hielt Wort. Im Gegensatz zu WhatsApp.

Einige dürften sich erinnern, dass es ein gleiches …

Artikel lesen
Link zum Artikel