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Die Apple Watch Series 2 und die Samsung Gear S3 Frontier. 
Die Apple Watch Series 2 und die Samsung Gear S3 Frontier. 
bild: watson

Besser als die Apple Watch? Das taugt die Top-Gun-Uhr von Samsung

Als begeisterter Apple-Watch-User war ich gespannt, wie sich Samsungs Vorzeige-Smartwatch, die Gear S3, in meinem Alltag (mit dem iPhone) bewährt. Es gab einige Überraschungen.
26.02.2017, 16:5727.02.2017, 10:56

Nachdem ich viele Jahre mit «nacktem» Handgelenk durch die Gegend lief und mich ans iPhone-Zombie-Dasein gewöhnt hatte, probierte ich 2015 mein erstes «Wearable». Seither trage ich die Apple Watch täglich – im Alltag und in den Ferien. 

Auf die erste Generation folgte die Apple Watch Series 2. Der Hersteller ist mittlerweile Marktführer bei den Smartwatches – und wie bei den Smartphones zeichnet sich ein Zweikampf mit dem grossen Rivalen aus dem Android-Lager ab.

Dies zeigt auch eine Anfrage bei der Digitec Galaxus AG. Die Smartwatch-Verkaufsrangliste der letzten zwei Monate wird laut Alex Hämmerli von Samsung und Apple angeführt:

  1. Samsung Gear S3
  2. Apple Watch Series 2
  3. Huawei Watch
  4. Fossil Q Marshal
  5. Sony SmartWatch 3

Im Januar registrierte der Schweizer Online-Händler bei den Smartwatch-Verkäufen eine Zunahme um 114 Prozent im Vergleich mit dem Vorjahr (Januar 2016). Dies sei vor allem auf eine starke Nachfrage nach der Gear S3 zurückzuführen. «Seit Februar ist nun auch die Apple Watch Series 2 gut verfügbar.»

Da hängen sie: Herausforderer und Smartwatch-Königin 

bild: watson

Interessanterweise setzt Samsung bei seinen Gear-Smartwatches nicht mehr auf das von Google entwickelte Android Wear, sondern auf das freie Linux-Betriebssystem Tizen. Und seit Anfang Jahr ist die Gear S3* auch mit dem iPhone kompatibel. Höchste Zeit also für einen direkten Vergleich ...

* Samsung Schweiz stellt dem watson-Redaktor eine Gear S3 Frontier zu Testzwecken kostenlos zur Verfügung. Von Apple kommt eine Apple Watch Series 2 als langfristige Leihgabe.

Der erste Eindruck

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gif: giphy

Pilotenuhr trifft Mini-iPhone

bild: watson

Die «Frontier»-Edition ist – wie es der Name vermuten lässt – nichts für zarte Handgelenke und Testosteron-Allergiker

«85 Prozent unserer Smartwatch-Käufer sind Männer», sagt Alex Hämmerli von der Digitec Galaxus AG.
«85 Prozent unserer Smartwatch-Käufer sind Männer», sagt Alex Hämmerli von der Digitec Galaxus AG.
bild: watson

Oder etwa doch? Samsung sieht es jedenfalls so ...

bild: samsung

Ganz wichtig: watson kommt auf jeden Fall scharf rüber ...

bild: watson

Starkes Display

Auch bei viel Sonnenschein besticht der Touch-Screen der Gear S3 mit guter Lesbarkeit und verblüffend satten Farben. Und dank Always-On-Display muss man (nicht wie bei der Apple Watch) das Handgelenk drehen, um nur schnell die Uhrzeit abzulesen

bild: watson

Die Gretchenfrage: Rund oder eckig?
Antwort: Es ist kompliziert

Zifferblätter sind traditionell rund – entsprechend gut wirken denn auch digitale Zifferblätter mit praktischen Komplikationen.

bild: watson

Bei längeren Text-Mitteilungen wird das Ende abgeschnitten ...

Bild: watson

Was bei der eckigen Apple Watch nerven kann: Wenn man die Hand anwinkelt, wird ungewollt der seitliche Knopf (digitale Krone) gedrückt und Siri gestartet. Bei der Gear S3 passiert das nicht

bild: watson

Die Lünette ist extrem praktisch

Der gerippte Kranz ums Zifferblatt erleichtert die Navigation ungemein. Links oder rechts drehen, schon werden wichtige Infos angezeigt. Und man muss nicht mal die Handschuhe ausziehen

Bild: watson

Telefonieren mag ich weder mit der Apple Watch, noch mit der Gear S3 – ausser auf dem Skilift 

Weil ich (am Liftbügel hängend) nicht auch noch fotografieren konnte, gibt's an dieser Stelle einfach ein Winter-Themenbild von meiner geliebten Rigi 😍

bild: watson

Wie bei der Apple Watch muss auch bei der Gear S3 das Smartphone gekoppelt und in Bluetooth-Reichweite sein. Dann lässt sich relativ gut verständlich telefonieren, wobei das Rauschen bei starkem Wind oder Verkehr den Gesprächspartner stört.

Ach ja: Bevor man über die Gear S3 telefonieren kann, muss man die Smartwatch ein zweites Mal mit dem iPhone koppeln. Grund: Die Erstverbindung erfolgt nur im Bluetooth-Low-Energy-Modus, der nicht für Telefonate taugt

Bild: watson

Die Apple Watch ist ein Porsche, die Gear S3 ein Jeep Cherokee

Beide Smartwatches sind mehr als ausreichend «motorisiert». Was das Chassis betrifft, geht's um schlank-eckig vs. klobig-rund

bild: watson

Die Gear S3 ist extrem robust, staub- und wasserdicht (IP68) und Hunde lieben sie 🐶

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gif: watson

Im Gegensatz zur Apple Watch sollte man mit der Gear S3 keine Schwimmtrainings absolvieren. Ein klarer Minuspunkt

Bild: watson

Davon würde ich abraten ...

Für Apple Watch und Gear S3 gilt: Apps sind nebensächlich, wichtig sind einzelne Features, die den Alltag bereichern

Was die App Stores betrifft, ist Apple haushoch im Vorteil. Für Tizen gibt's eine sehr beschränkte Auswahl, ob Tools oder Games. Die wichtigsten Funktionen sind aber eh schon an Bord

bild: watson

Als Fitness-Trainer und unbestechlicher Motivator ist die Gear S3 relativ gut zu gebrauchen. Die Bewegungsdaten, Kalorienverbrauch etc. werden nach dem Registrieren eines Samsung-Kontos über die S-Health-App gespeichert

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Wie bei der Apple Watch kann man sich automatisch (und sanft) daran erinnern lassen, dass zu langes Sitzen ungesund und rückenschädigend ist

bild: watson

Was die Gear S3 nicht kann – und meistens ist Apple schuld

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gif: watson

Was ich beim Tragen der Gear S3 im Büroalltag schmerzlich vermisse, ist die Möglichkeit, das Macbook automatisch zu entsperren. Wenn ich die Apple Watch trage, muss ich jeweils nur den Deckel des Geräts öffnen bzw. durch einen Klick den Ruhezustand des Systems beenden, schon erfolgt das Login.

Weitere Mängel, aus Sicht des Apple-Users:

  • Kein Apple Pay (Samsung Pay ist hierzulande nicht verfügbar – und die App würde mit dem iPhone nicht funktionieren)
  • Kein automatisches Synchronisieren von Einstellungen, wie zum Beispiel das Aktivieren der «Nicht stören»-Funktion, zwischen dem iPhone und der Smartwatch.
  • Grundlegende Funktionen wie Stoppuhr oder Timer fehlen, bzw. sind nicht vorinstalliert, sie müssen noch über Samsungs App Store heruntergeladen werden.
  • Keine brauchbare Navigationslösung (analog Apple Maps)

Die «Gear S»-App fürs iPhone lässt (noch) zu wünschen übrig

Solche Fehlermeldungen ist man sich als iPhone-User nicht gewohnt. Nun ja, es gibt Schlimmeres ...

Bild: watson

Die App dreht öfters am Rad ...

Bild: watson

Auf dem iPhone (ohne Jailbreak) auf einen «fremden» App Store zugreifen. Ein zunächst ungewohntes Gefühl. Das Sortiment ist (abgesehen von vielen Ziffernblättern) bescheiden

Bild: watson

Die Sprachsteuerung funktioniert nicht – kein grosser Verlust

Ich bleibe bei dem, was ich schon beim Apple-Watch-Review feststellte: Mit dem Handgelenk zu reden, mag für «Knight Rider» David Hasselhoff passen. Für mich ist es nichts, darum stört mich auch nicht, dass weder Samsungs «S Voice» noch Siri über die Gear S3 funktionieren.

Bild: watson

Akkuleistung: Bei beiden gut, die Gear hält länger durch

Zwei Tage draussen, unterwegs mit viel Sport: Kein Problem für die Samsung-Smartwatch. Dank grösserem Akku lässt sie die Apple Watch hinter sich. Die muss definitiv früher «tanken»

Bild: watson

Die Ladestation ist praktischer als bei der Apple Watch

Die Gear S3 passt perfekt auf ihren «Thron», dank LED-Licht kennt man auch unabhängig vom Display den Ladezustand

Bild: watson

Die Apple Watch dockt magnetisch an eine relativ kleine runde Scheibe an, das ist ziemlich wackelig und wenig elegant 

Bild: watson

Das Fazit

Hardware und Design hui, Software ... pfui stark steigerungsfähig! Dies gilt vor allem aus Sicht der iPhone-User. Die Gear S3 richtet sich an Liebhaber robuster Pilotenuhren und vermag durch ihre Outdoor-Qualitäten zu gefallen. Leider ist sie nichts für Schwimmer. Die Apple Watch bleibt aus meiner Sicht Smartwatch-Königin. Aber Samsung bietet – zumindest für Männer – eine starke Alternative.

Ich schliesse mich dem Urteil dieser deutschen Blogger-Kollegen an: 

«Noch bleiben die Tizen-Smartwatches in Sachen Apps, Funktionen und vor allem Integration in das Betriebssystem und das Ökosystem deutlich hinter der Apple Watch zurück, die schlicht perfekt mit dem iPhone verbunden ist. Die Grundfunktionen macht aber auch die Gear S3 ordentlich mit, und das wird vielen Nutzern auch ausreichen.»

Hier gibt's einen ausführlichen (deutschsprachigen) Video-Review

Samsung Gear S3 (Frontier) vs. Apple Watch Series 2 (42mm)

Display: 1,3 Zoll (rund, AMOLED, optional Always-On)
Auflösung: 360 x 360 Pixel (278 ppi)
Gehäuse: Edelstahl
Gewicht: 62 Gramm
Akku: 380 mAh / mind. 48 Stunden
Wasserdicht: ja, aber nur begrenzt, nicht zum Schwimmen geeignet (IP68)
Speicherplatz: 4 Gigabyte (GB)
Sensoren: GPS, Barometer, Pulsmesser, Gyroskop, Accelerometer
Software: Tizen
(Samsung)
Preis: ab 396 Franken (Microspot)
Smartphone: Android (ab 4.4) oder iPhone (iOS 9)

Display: 1,65 Zoll (viereckig, OLED)
Auflösung: 312 x 390 Pixel (303 ppi)
Gehäuse: Aluminium
Gewicht: 34,2 Gramm
Akku: 334 mAh / mind. 18 Stunden
Wasserdicht: Ja, zum Schwimmen in Pools und im Meer geeignet
Speicherplatz: 2 GB (Musik)
Sensoren: GPS, Barometer, Pulsmesser, Gyroskop, Accelerometer
Software: watchOS (Apple)
Preis: 449 Franken (Apple Store)
Smartphone: iPhone 5 und neuer

Die Apple Watch 2 (mit Nike+) im Test

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Die Apple Watch 2 (mit Nike+) im Test
quelle: watson / daniel schurter
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