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So kannst du mit Twint an der Ladenkasse schneller zahlen

So funktioniert das Bezahlen per Twint-Widget
Twint-Widget auf dem iPhone: Das Bezahlen an der Kasse soll so bequemer werden.Bild: twint

Twint hat über 5 Millionen User – nun soll das Bezahlen an der Ladenkasse einfacher werden

Die Bezahl-App der Schweizer Banken bleibt auf Wachstumskurs. Nun soll das Bezahlen an der Supermarktkasse schneller und bequemer werden, aber die wohl beste Lösung fehlt weiterhin.
22.01.2024, 07:0222.01.2024, 18:05
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Ob im Online-Shop oder an der Ladenkasse, in der Tiefgarage fürs Parkticket oder bei Geldüberweisungen zwischen Privatpersonen: Die Bezahl-App der Schweizer Banken ist für viele zum festen Bestandteil des Alltags geworden. Aus dem Mauerblümchen Twint wurde mit weit über fünf Millionen Usern eine der beliebtesten Apps der Schweiz.

2023 wurde 590 Millionen Mal getwintet (+204 Millionen gegenüber 2022), teilte das Unternehmen am Montag mit. Bereits 72 Prozent davon waren Zahlungen im Handel (65% im Jahr 2022). Diese kommerziellen Transaktionen, die in Form von Gebühren für die Händler das Geld in die Kasse von Twint bzw. der Banken spülen, sind also weiter stark gewachsen. Nur noch 28 Prozent waren Überweisungen zwischen Privatpersonen (35 % im Jahr 2022).

2023 wurden 590 Millionen Transaktionen mit Twint getätigt. 72 Prozent davon waren Zahlungen im stationären oder Online-Handel.

Twint in Läden auf dem Vormarsch

Besonders wichtig für Twint: An den Ladenkassen wurde fast doppelt so häufig mit Twint bezahlt als noch im Vorjahr. Das ist auf den ersten Blick erstaunlich, da andere kontaktlose Bezahloptionen an den Kassenterminals bequemer und zuverlässiger funktionieren.

Auf den zweiten Blick ist die zunehmende Twint-Nutzung in Supermärkten wenig erstaunlich. Bei Coop und Migros sowie zahlreichen anderen Händlern können Twint-User während der Bezahlung ohne Kramen im Portemonnaie Treuepunkte sammeln, wenn die Kundenkarte in der App hinterlegt ist. Dies wird offenbar immer häufiger genutzt.

Schneller bezahlen an der Ladenkasse

2024 soll das Bezahlen an der Kasse einfacher werden. Hierfür werden im Laufe des Jahres schrittweise für weitere Twint-Apps Twint-Widgets eingeführt. Dadurch sollen bald mehr Nutzerinnen und Nutzer in der Lage sein, «an der Kasse in Sekundenschnelle direkt vom Homescreen oder gar vom Sperrbildschirm ihres Smartphones aus zu bezahlen», sagt Twint.

Ist das Bezahlen-Widget installiert, wird mit einem Tippen auf dem Sperrbildschirm direkt der QR-Scanner der Twint-App geöffnet.

So funktioniert das Bezahlen per Twint-Widget

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iOS-Nutzer können per Twint-Widget auf dem Sperrbildschirm den QR-Scanner öffnen und direkt bezahlen.gif: watson / quelle: twint

«Für zahlreiche Versionen der Twint-App sind die Widgets für iOS jetzt schon verfügbar. Für einige weitere Versionen der App erscheinen sie im Laufe der nächsten Monate», stellt das Unternehmen in Aussicht.

So installiert man das Twint-Widget zum Bezahlen
So wird das Bezahlen-Widget auf dem iPhone-Sperrbildschirm eingerichtet.Bild: twint

Für Android-Smartphones bietet Twint das Bezahlen via Sperrbildschirm bislang nicht an: «Lockscreen-Widgets sind auf Android-Geräten leider generell nicht verfügbar», sagt Twint auf Anfrage. Allerdings ist es mit einigen Twint-Apps möglich, auf dem Homescreen eine direkte Verknüpfung zum QR-Code-Scanner der Twint-App zu erstellen. Liegt diese Verknüpfung auf dem Startbildschirm, reicht ein Tippen auf das Icon, um zu bezahlen.

Was Twint Android-Usern rät:

«Um die Geschwindigkeit bei der Bezahlung auf Android-Geräten weiter zu erhöhen, empfiehlt es sich, von PIN-Entsperrung auf Fingerabdruck oder Face ID umzustellen und die Betragsgrenze für die automatische Freigabe von Zahlungen hochzusetzen. Zudem kann man sich mit vielen Versionen der Twint-App auch auf dem Android-Homescreen einen Shortcut direkt zum QR-Code-Scanner erstellen. Hierfür drückt man lange (long press) auf das App-Symbol der eigenen Twint-App. Im Menü erscheint dann ein Button, der direkt zum QR-Code-Scanner führt. Diesen kann man wiederum direkt auf den Homescreen ziehen, und man gelangt anschliessend vom Homescreen aus mit einem Klick zum QR-Code-Scanner der Twint-App.»
Twint

Wann kommt das Bezahlen per NFC?

Das Bezahlen per QR-Code ist zweifellos überall dort praktisch, wo es kein NFC-Terminal gibt, etwa in einem Hofladen. An der Ladenkasse würden sich aber wohl die meisten bequemes Bezahlen per NFC von Twint wünschen, wie man es von kontaktlosen Karten kennt. Bislang war dies auf dem iPhone nicht möglich, da Apple die NFC-Schnittstelle für Bezahl-Apps von Dritten blockierte, um Apple Pay vor Konkurrenz abzuschirmen.

Doch nun kommt Bewegung in den jahrelangen Streit. Am Freitag wurde bekannt, dass Apple auf Druck der Wettbewerbshüter der EU erstmals anderen Entwicklern von Zahlungsdiensten Zugang zum NFC-Chip seiner Geräte fürs kontaktlose Bezahlen geben wird. Apple droht wegen des Vorwurfs der Abschottung seiner Bezahlplattform eine hohe Wettbewerbsstrafe der EU.

Wegen Apples Blockade und des hohen iPhone-Marktanteils in der Schweiz war Twint gezwungen, den Umweg über Bluetooth bzw. QR-Codes zu gehen. Die Bezahl-App bietet allerdings auch auf Android-Geräten kein bequemes Bezahlen per NFC an, obwohl Google dies nicht blockiert. Ein Grund dafür könnte sein, dass Twint nicht zwei verschiedene technische Lösungen für Android und iOS entwickeln und unterhalten wollte.

So oder so: Twints Begründung für die fehlende NFC-Funktion, sprich Apples Blockade der NFC-Schnittstelle, zieht künftig nicht mehr. Wird das Bezahlen also bald genauso bequem wie mit Google Pay oder Apple Pay?

Seitens Twint heisst es hierzu: «Die Geschwindigkeit einer Zahlung mit dem Twint-iOS-Widget steht einer NFC-Zahlung in nichts nach. Sollten sich neue Möglichkeiten zur Nutzung technischer Schnittstellen ergeben, werden wir selbstverständlich dennoch prüfen, ob sich dadurch Vorteile für unsere User ergeben.»

Im Klartext: Twint setzt bis auf Weiteres auf QR-Codes, schliesslich ist man damit gut gefahren. Zwar ist nicht ganz ausgeschlossen, dass wir bald mit einer bequemeren NFC-Lösung beglückt werden. Doch vielleicht kommt diese auch nie, schliesslich eilt die Schweizer Bezahl-App auch ohne NFC von Jahr zu Jahr zu neuen Rekorden. Zudem sollte man Apples Einlenken im NFC-Streit vorderhand nicht blind vertrauen. Es wäre nicht das erste Mal, dass mächtige Tech-Konzerne bei drohenden Kartellverfahren teils einlenken, nur um sogleich andere Barrieren für Rivalen aufzubauen. Das weiss auch Twint.

Wie oft nutzt du Twint?
Zahlen zu Twint
– Über fünf Millionen User
– 590 Millionen Zahlungen im Jahr 2023
– 72 % kommerzielle Transaktionen, 28 % zwischen Privaten
– Von 77 % der Geschäfte und 76 % der Online-Shops in der Schweiz angeboten
– 98 % Bekanntheitsgrad bei Menschen über 16 Jahren
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223 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Geff Joldblum
22.01.2024 07:32registriert August 2019
Naja, da sind sie einfach late to the party. Mit der Debitkarte in Google Pay bezahle ich innert 1-2 Sekunden, da brauche ich dann auch kein Twint. Aber definitiv ein Gamechanger ist Twint in Sachen Parkgebühren oder schnellem Schuldenbegleich. 🥳
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PrinzessinPeach
22.01.2024 07:26registriert November 2020
Bin ich die einzige die es fragwürdig findet, Twint auf dem Sperrbildschirm zu verlinken, um ohne Entsperren des Geräts bezahlen zu können?
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Zürcher_
22.01.2024 07:27registriert März 2023
Leider werden die hohen Gebühren von Twint für die Läden nicht thematisiert. Diese liegen über den Gebühren für Kreditkarten und beispielsweise Applepay.
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