DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Der erfahrene Schweizer Diplomat Christian Dussey ist seit April 2022 Direktor des Nachrichtendienstes des Bundes (NDB).
Der erfahrene Schweizer Diplomat Christian Dussey ist seit April 2022 Direktor des Nachrichtendienstes des Bundes (NDB).Bild: keystone

Das sagt der Chef des Schweizer Geheimdienstes zur Bedrohung durch Russland

Der Kreml hat mehrere Dutzend Offiziere in Genf stationiert, darunter viele Spione, sagt NDB-Chef Christian Dussey. Und er warnt vor der wachsenden Bedrohung durch russische Cyber-Attacken.
27.06.2022, 07:5827.06.2022, 08:04

Die Bedrohung durch russische Spionage in der Schweiz hat in den letzten Jahren laut Geheimdienstchef Christian Dussey stetig zugenommen. Sie sei daher seit langem ein Hauptaugenmerk des Nachrichtendienstes des Bundes (NDB).

Wo ist es am schlimmsten?

Genf sei nach wie vor das Herzstück der Spionage in der Schweiz, sagt Dussey in einem Interview mit den Tamedia-Zeitungen (vom Montag). Und der NDB wisse, dass dort in den diplomatischen und konsularischen Vertretungen Russlands mehrere Dutzend Offiziere aktiv seien.

Was sind die konkreten Gefahren?

Während der NDB seit Beginn des Ukraine-Krieges laut Dussey keine Veränderung der Bedrohung durch «verbotene Informationen aus Russland» in der Schweiz festgestellt hat, sei die Cyberbedrohung «gestiegen und sehr real».

Warnte der Geheimdienst vor der Invasion?

Seit Ausbruch des Ukraine-Krieges am 24. Februar sei der NDB öffentlich kritisiert worden, dass er wie der Gesamtbundesrat von den Ereignissen überrumpelt wurde, schreibt tagblatt.ch. Der Schweizer Geheimdienstchef wolle entsprechende Kritik aber nicht gelten lassen:

«Die Behauptung, der NDB habe die russische Invasion in der Ukraine nicht kommen sehen, ist falsch.»
Christian Dussey

Der NDB habe in seinen Berichten an den Bundesrat und die politischen Entscheidungsträger bereits Mitte Januar auf die «hohe Wahrscheinlichkeit eines solchen Angriffs innerhalb eines Zeitfensters von etwa einem Monat nach dem Ende der Olympischen Spiele in Peking am 20. Februar» hingewiesen.

Die interne Krisenorganisation sei laut dem NDB-Chef bereits Ende Januar einsatzbereit gewesen.

«Im Dienst für Freiheit und Sicherheit unseres Landes»: So präsentiert sich der NDB bei YouTube:

Kommuniziert der NDB mit den Russen?

Ob sich der Schweizer Geheimdienst mit den russischen Geheimdiensten austauscht, darf der NDB-Chef laut eigenen Angaben nicht sagen. Der Nachrichtendienst informiere nur die Schweizer Verteidigungsministerin Viola Amherd, den Gesamtbundesrat und die entsprechenden Aufsichtsorgane über seine «Kontakte mit Partnern» (im Ausland).

Und die Islamisten?

Auch die terroristische Bedrohung durch den Islamischen Staat (IS) und seine Unterstützer sei nach wie vor hoch. Ebenso bleibe die Bedrohung durch die Al Kaida aktuell. Diese Bedrohung werde jedoch immer diffuser, da sie seit 2020 immer mehr auf Einzelpersonen beruhe, die isoliert handelten.

Der NDB wird heute Montag über den eigenen Geschäftsbericht informieren, weiss die Nachrichtenagentur Keynote-SDA.

Quellen

(dsc/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

So hörte die CIA über eine Schweizer Firma 100 Staaten ab

1 / 12
So hörte die CIA über eine Schweizer Firma 100 Staaten ab
quelle: wikicommons/gemeinfrei
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Wie Putin-Kritiker Babtschenko seinen Tod inszenierte

Video: srf

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

25 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
25
Apple bringt die Akku-Prozentanzeige zurück
Apple hat eine neue Betaversion seines kommenden mobilen Betriebssystems iOS 16 veröffentlicht. Darin gibt es eine langersehnte Funktion zur Akkuanzeige.

In seiner neuen Betaversion von iOS 16 hat Apple eine von Nutzern oft gewünschte Funktion eingefügt: die Batterieanzeige in Prozent im Akku-Icon auf dem Home-Screen. Das berichtet unter anderem das Magazin 9to5mac. Mit der Veröffentlichung des iPhone X und der Notch genannten Aussparung am oberen Rand seiner iPhones hatte Apple die Prozentanzeige dort entfernt.

Zur Story