DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
E-Autos können künftig als Stromspeicher genutzt werden und so Tagesspitzen in der Stromproduktion glätten.
E-Autos können künftig als Stromspeicher genutzt werden und so Tagesspitzen in der Stromproduktion glätten. Bild: shutterstock

Der Schweiz droht eine Stromlücke – so könnten ausgerechnet E-Autos Teil der Lösung werden

E-Autos erhöhen den Strombedarf und sind zugleich Teil der Lösung, wenn sie in grossem Stil als Stromspeicher genutzt würden. Allerdings gibt es noch Hürden.
13.11.2021, 10:55

Forscher haben das Einsparpotential importierter Treibhausgasemissionen berechnet, wenn Elektroautos als Stromspeicher genutzt würden. Demnach liessen sich diese Emissionen so im optimistischsten Szenario im Jahr 2050 um rund 35 Prozent reduzieren.

Solarstrom besitzt einen entscheidenden Makel: Im Sommer und über die Mittagszeit gibt es zu viel Strom, in den Abendstunden und im Winter zu wenig. Steigt die Schweiz aus der Atomenergie aus und baut die Erneuerbaren im grossen Stil aus, werden sich die bereits bestehenden tages- und jahreszeitlichen Schwankungen verstärken.

Gleichzeitig waren in der Schweiz im Jahr 2020 fast 20'000 Elektrofahrzeuge registriert - und die Zahl nimmt rasant zu. Laut Prognosen werden bis Mitte des Jahrhunderts zwischen 1.4 und 3.5 Millionen E-Autos auf den Schweizer Strassen herumkurven.

Ein Team um den Doktoranden Loris di Natale von der Empa und der ETH Lausanne (EPFL) hat nun das Potenzial von Elektroautos als Stromspeicher unter die Lupe genommen. Dadurch soll in der Schweiz produzierter Strom hier gehalten und gleichzeitig weniger Strom importiert werden müssen. Für den Klimaschutz ist letzteres insbesondere dann wünschenswert, wenn importierter Strom aus emissionsintensiven Quellen wie Kohle- oder Gaskraftwerken stammt.

E-Autos glätten Tagesspitzen

Resultat der Studie, die im Fachmagazin «Energies» erschienen ist: Im Jahr 2050 liessen sich die importierten Treibhausgasemissionen um rund 35 Prozent reduzieren, wenn Elektroautos als Stromspeicher genutzt würden. In Kombination mit Speicherseen und Pumpspeicherkraftwerken könnte gar eine Reduktion von 60 Prozent erreicht werden. Dabei würden Elektroautos insbesondere die täglichen Spitzen glätten, die Wasserspeicher die saisonalen Spitzen.

Die Forscher betonen jedoch, dass die Schweiz selbst bei vollständiger Ausschöpfung des Elektroauto-Speicherpotenzials die Schwankungen nicht vollständig ausgleichen können wird. Die Schweiz bleibe im Winter ein Nettoimporteur, im Sommer ein Nettoexporteur, schreiben sie. Um die verbleibenden Überschüsse im Inland zu nutzen, brauche es insbesondere für die saisonale Speicherung neue Technologien, etwa Wasserstoff oder synthetische Treibstoffe.

Lebenszeit der Batterien

Zudem brauche es genügend Elektroautos, genügend Lade- und Entladestationen sowie die rechtlichen Grundlagen, um Strom aus den Elektrofahrzeugen ins Netz einspeisen zu können, sagte Di Natale im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

«Gemäss unseren Berechnungen erreichen wir bereits mit dem kleinen Szenario von 1.4 Millionen Fahrzeugen einen deutlichen Stromspeicher-Effekt», so der Forscher. Dabei sei allerdings eine zusätzliche Abnutzung der Batterien spürbar. Ab 1.4 Millionen Fahrzeugen nehme die zusätzliche Alterung der Batterien jedoch immer mehr ab, da sich die Ausgleichsströme auf mehr Fahrzeuge verteilen würden. «Beim Szenario mit 3.5 Millionen Fahrzeugen ist keine zusätzliche Alterung mehr nachweisbar», so Di Natale.

(oli/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Tesla enthüllt Super-Batterie

1 / 16
Tesla enthüllt Super-Batterie
quelle: x03007 / patrick t. fallon
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Strom soll durch eigenen Verkauf günstiger werden

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Daniele Ganser bietet Verschwörungstheorien im Jahresabo – und wirbt für Ungeimpfte
Der Verschwörungsideologe wirbt für Ungeimpfte und baut ein neues Geschäftsfeld auf. Dazu doziert er von Plakatwänden. Wer sich hinter der Aktion verbirgt, will er allerdings nicht offenlegen.

Die Plakate sind nicht zahlreich. Doch an prominenten Stellen in den Bahnhöfen von Basel, Bern und Zürich blickt Daniele Ganser auf die Passanten. In Rednerpose gibt sich der prominente Vertreter der Verschwörungs- und Querdenker-Gemeinde versöhnlich:

Zur Story