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Russische Hooligans decken einen Engländer am Samstagabend in Marseille mit Faustschlägen ein.
Russische Hooligans decken einen Engländer am Samstagabend in Marseille mit Faustschlägen ein.Bild: Thanassis Stavrakis/AP/KEYSTONE

Russischer Hooligan Wladimir: «Auf eine solche Möglichkeit habe ich zehn Jahre lang gewartet»

15.06.2016, 06:0615.06.2016, 07:50

Viel wurde in den vergangenen Tagen über die Ausschreitungen in Marseille zwischen englischen und russischen Hooligans berichtet. Kaum ein Medium, das das Thema nicht aufgriff – zahllose Experten äusserten ihre Meinung zum Thema. Auch die Politik mischte sich ein und die UEFA sprach gestern für den russischen Verband einen Ausschluss auf Bewährung aus. 

Nun hat sich erstmals ein Direktbeteiligter geäussert. Wladimir, so will er genannt werden, ist russischer Hooligan und war am Samstag und Sonntag dabei, als sich in den Gassen und im Stadion Marseilles kriegsähnliche Szenen abspielten. Im Interview mit der französischen Nachrichtenagentur AFP gibt er zu Protokoll, dass er zehn Jahre lang auf eine solche Chance gewartet habe. «120 Russen haben 2000 Engländer in die Flucht geschlagen, und die ganze Welt hat es gesehen»,  sagt der zweifache Familienvater stolz. 

«Die Engländer sagen immer, dass sie die grössten Fussballrowdys sind», so Wladimir weiter. «Aber wir sind hingegangen und haben gezeigt, dass die Engländer Mädchen sind». Als Dokument dafür haben die russischen Hooligans, die Kampfszenen gefilmt und ins Internet gestellt. 

GoPro-Aufnahmen zeigen die Schlägereien aus Sicht der russischen Hooligans.
YouTube/Times Mine

«Nichts wird uns aufhalten!»

Mit Hass habe der Angriff nichts zu tun gehabt, meint der Fan von Lokomotive Moskau. «Wir wollten nur zeigen, dass wir die stärksten sind.» Die Engländer seien nur Blender, meint Wladimir. «Sie sind nicht bereit, mit ihren Fäusten zu kämpfen, das können sie nicht. Wir haben gewonnen.» Er und seine Kollegen hätten im Gegensatz zu den Engländern keine Flaschen und Stühle geworfen, erklärt Wladimir.

Um zu unterstreichen, dass er die Engländer nicht aus Hass angegriffen hat, hält Wladimir fest: «Danach würde ich mich mit Vergnügen mit einem Engländer, den ich gerade noch verprügelt habe, in eine Bar setzen, ein Bier trinken und über Politik reden.»

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Russische Anhänger stürmen den englischen Fanblock
quelle: x01095 / kai pfaffenbach
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Apropos Bier: Die Engländer seien ziemlich betrunken gewesen. «Das sind dicke alte Männer, die viel Bier trinken.» Vladimir und seine Kumpels seien hingegen relativ nüchtern, gut vorbereitet und trainiert gewesen. «Die meisten von uns betreiben Kampfsportarten.»

Mittlerweile befindet sich Wladimir wieder in Moskau, für die kommenden Spiele erwartet er keine grösseren Ausschreitungen mehr. «Ich gehe erst wieder nach Frankreich, wenn Russland im Endspiel steht.» Angesprochen auf den angedrohten Ausschluss des russischen Teams seitens der UEFA, meint Wladimir: «Nichts wird uns aufhalten!» (cma)

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59 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Scaros_2
15.06.2016 07:21registriert Juni 2015
"Wir wollten zeigen das wir die stärkeren sind"..... Come on guys! Wegen so Blödsinn wie "ehre" und "Bestätigung" verwüstet man eine Stadt? Warum trefft ihr euch denn nicht irgendwo? Z.b. 20km ausserhalb der Stadt in so einer Wald/Wiesenkreuzung 120 Russen vs. 2000 Engländer - erlaubt sind nur die Hände. Muss schon lachen wenn das ganze nur wegen der Sucht nach Bestätigung stattfinden soll. Vollidioten.
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bobi
15.06.2016 08:24registriert Oktober 2015
Wir haben nur mit Fäusten gekämpft. Sieht man sehr toll auf dem Video 😂

Auf Personen einzuschlagen. Die am Boden liegen, ist eine enorme Machtdemonstration.

Schade. Diese sinnlose Gewalt. Fussball sollte Länder verbinden!
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Töfflifahrer
15.06.2016 08:43registriert August 2015
Wir sind die stärksten ...., na was wohl? Die stärksten Vollidioten, nicht mehr!
Echt da wartet einer 10 Jahre drauf um anlässlich eines Fussballmatches auf Engländer loszugehen? Mann haben die einen an der Klatsche!
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