Fussball
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Mit dieser genialen Idee kontern St.-Pauli-Fan-Frauen sexistische Dresden-Banner 

Arne Siegmund / watson.de



Zerstörte Sanitäranlagen im Gästebereich, Bierbecherwürfe auf Polizisten und frauenfeindliche Banner.

Fans von Dynamo Dresden haben sich am Samstag während des Auswärtsspiels beim FC St.Pauli (1:1) nicht gerade mit Ruhm bekleckert.

Der Sachschaden der zerstörten Toiletten liegt laut einer ersten Schätzung bei 10'000 Euro. In den Bierbechern, die die Dynamo-Fans schmissen, soll teilweise Urin gewesen sein. Die Banner waren mehr als geschmacklos.

Besonders dieses üble Spruchband der Gästefans in Richtung der Pauli-Anhänger war beschämend:

Bild

Bild: Screenshot Facebook Anna Gallina

St.-Pauli-Fan Nancy Messina war am Samstag nicht im Stadion. Seit sie von Lüneburg ins Oldenburger Land gezogen ist, habe sie nicht mehr so oft die Gelegenheit, zu St.Pauli-Spielen zu gehen, sagt sie im Gespräch mit watson.

Die sexistischen Banner der Dresden-Fans hat die 36-Jährige, die seit 13 Jahren zu St.Pauli hält, erst im Nachhinein gesehen. Freunde, die am Samstag im Millerntor-Stadion waren, hätten ihr davon erzählt und Bilder geschickt – Nancy war geschockt von den Spruchbändern.

Wäre sie im Stadion gewesen, ihre Kinnlade wäre wohl auf die Betonstufen der Tribüne geknallt: «Mich hat das angewidert, das hat mir die Sprache verschlagen. Und obwohl ich nicht einmal im Stadion war, habe ich mich durch diese Sprüche aus der Ferne persönlich angegriffen gefühlt.»

Beim Spiel in Dresden sollten nur Frauen im St.-Pauli-Gästeblock stehen

Dann sei ihr ein «Blitzgedanke» gekommen, wie sie sagt. Ihre Idee: Beim St.-Pauli-Auswärtsspiel in Dresden sollten nur Frauen im Gästeblock stehen – «als Antwort auf diese sexistischen Banner und als Zeichen für alle Frauen, die gerne ins Stadion gehen».

Am Sonntag nach dem Spiel gründete Nancy sofort eine entsprechende Facebook-Gruppe, um auf ihre Idee aufmerksam zu machen: »FCSP – der DD Gästeblock für unsere Frauen! ☠️❤️🤘🏻"

Dynamo-Fans vs. weibliche St.-Pauli-Fans – das hat traurige Tradition

Die Spruchbänder vom vergangenen Samstag waren nicht die ersten frauenfeindlichen Botschaften von Teilen der Dynamo-Fans an die weiblichen St.-Pauli-Fans: 

- In der Saison 2016/2017 hiess es auf einem Banner: «Burka-Pflicht für USP-Frauen – Euch will keiner sehen!»

- 2011/2012 zeigten sie ein Transparent mit der Aufschrift: «USP-Frauen aus dem Gästeblock, damit die Küche lebt.»

vice sports

«Ich kann gar nicht einschätzen, ob wir das durchsetzen können, aber es ist natürlich ein grosser Traum. Ich hoffe, dass das klappt, ich brenne dafür», meint Nancy. 

Wie kann die Umsetzung gelingen?

Es hänge nun davon ab, inwiefern sie von den Ultras unterstützt werden, mit ihnen soll es bald ein Gespräch über die Idee geben. «Natürlich hoffen wir auch sehr auf die Unterstützung unserer Männer», sagt Nany.

Die Resonanz auf Facebook ist jedenfalls gross: Innerhalb der ersten zwei Stunden hatte die Gruppe bereits über 150 Mitglieder, am Montagmittag waren es schon mehr als 400.

Bild

Bild: Screenshot Facebook

Als Gründerin der Gruppe und Ideengeberin will Nancy in den kommenden Tagen eine Art Organisationsteam zusammenstellen, das die Sache vor Ort ins Rollen bringt. 

Falls es mit einem reinen Frauen-Gästeblock nicht klappen sollte, werde es aber zumindest andere Aktionen geben, die auf die sexistischen Banner der Dresdner Bezug nehmen sollen. «Wir haben ganz viele kreative Köpfe im Verein. Ich denke, da wird's schon eine gute, lustige Aktion geben».

«Ich muss heut' nicht kochen – das macht bei mir der Jochen!»

Idee für ein St.-Pauli-Spruchband in Dresden

Die Einfälle in Nancys Facebook-Gruppe sind schon mal ziemlich gut: Ein Mitglied schlägt vor, dass alle – Männer und Frauen – in Dresden mit Kochschürzen bekleidet im Block stehen könnten. Jemand anderes bringt weibliche «Capos» ins Spiel. Auch der Vorschlag für ein Banner mit der Aufschrift «Ich muss heut' nicht kochen – das macht bei mir der Jochen» wurde innerhalb der Gruppe ins Spiel gebracht.

Zuspruch und Solidarität sind gross

Auch die Solidarität männlicher Fans ist gross: So hat ein St.-Pauli-Anhänger in der Gruppe schon angeboten, einer Frau fürs Dresden-Spiel seine Auswärts-Dauerkarte zu sponsern.

Nancy will mit der Aktion mindestens ein Zeichen setzen: «Wir wollen zeigen, dass wir Frauen auch ein grosser Bestandteil im Fussball sind und dass solche minderbemittelten Banner nichts in Stadien zu suchen haben – wir leben im Jahr 2018!»

Deswegen will sie auch spätestens bei der Auswärtspartie in Dresden wieder mal im Stadion dabei sein. Ob dann nur Frauen oder auch Männer im Gästeblock stehen, das sei zweitrangig...

Dynamo Dresden hat sich von den Ausschreitungen distanziert

«Es sind in Hamburg im Zusammenhang mit einigen Anhängern im Gäste-Block verschiedene Dinge vorgefallen, die wir zutiefst ablehnen und verurteilen, weil sie menschenverachtend sind und die Werte unserer Sportgemeinschaft mit Füssen treten», sagte Dynamos kaufmännischer Geschäftsführer Michael Born am Sonntag in einer Vereinsmitteilung.

dpa

(as/sid/dpa)

Frauen dürfen asiatischen Champions-League-Final besuchen

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Video: srf

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18
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18Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • feuseltier 04.12.2018 09:06
    Highlight Highlight Einmal mehr : St. Pauli pisst zurück! :))
  • Nelson Muntz 03.12.2018 22:49
    Highlight Highlight Ein Konter in den Medien anzukündigen ist etwas von doofsten, was die Dame machen konnte. Statt Medien und FB gäbe es sicher privatere Kanäle um den reinen Frauenblock hinzubekommen.
  • Seebube91 03.12.2018 22:10
    Highlight Highlight Ihr Spruch wäre aber doch auch sexistisch...
  • sweeneytodd 03.12.2018 22:01
    Highlight Highlight Die Konterideen von dieser Gruppe sind der deutschen Ultras nicht würdig.
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 03.12.2018 21:42
    Highlight Highlight Sind das die selben Fans, die gegen Dynamo Dresden
    das Spruchband "Schon eure Großeltern haben für Dresden gebrannt" aufgezogen haben?
    Mein Humor kommt mit menschenverachtenden Sprüchen durchaus klar, doch es ist einfach nicht wirklich ernst zu nehmen, wenn man zuerst den Zweihänder auspackt und sich dann belkagt, tun die Anderen das selbe.
    • nine 03.12.2018 22:36
      Highlight Highlight Finde dein Vergleich eher Apfel und Birne. Bei DD ist die Fanszene als Rechtsextrem bekannt. Diese dann mit ihren eigenen Mittel (Eure Grosseltern...) zu schlagen ist absolut gelungen. Ganz anders ist es, wenn mit dem Banner von DD eigentlich sämtliche weibliche Fussballfans diffamiert werde.
    • raues Endoplasmatisches Retikulum 04.12.2018 11:22
      Highlight Highlight Starben in Dresden nur die Grosseltern von Rechtsextremen?
      Natürlich werden diese sich dadurch besonders angegriffen fühlen, weswegen es auch eine gute Punchline ist.
      St. Pauli ist als linker Club mit einer linken Fankultur bekannt, diese reagieren meist besonders sensibel auf sexistische Sprüche, dementsprechend ist das eine gute Punchline, weil es St. Pauli besonders aufregen wird.
    • nine 04.12.2018 14:07
      Highlight Highlight während sexismus, rassismus, faschismus keine meinung, sondern ein verbrechen ist, ist der widerstand notwendig gegen eben diese. vielleicht solltest du dir dies bzgl. mal gedanken machen.
  • Beat Galli 03.12.2018 21:28
    Highlight Highlight Oder wie es Blick, 20min und Watson so schön sagt: Die Planung geht gerate Viral durch die decke....
    Was auch immer dies heisst?
    Haben die dafür jetzt 20 Likes bekommen, oder wurde dies auf der ganzen Welt gelesen. Aber halt nicht von vielen???

    Egal.
  • Gzuz187ers 03.12.2018 21:12
    Highlight Highlight Die Antwort für „Schon eure Grosseltern haben für Dresden gebrannt-gegen den doitschen Opfermythos“ ich selber bin auch St. Pauli Fan aber Spruchbänder sollen nun mal provozieren und ich glaube auch nicht dass die USP und Warriorz den Frauen nur wegen einer Facebookseite den kompletten Block überlassen. Ich hoffe eher darauf dass sie mit einem guten Spruchband kontern.
  • Knety 03.12.2018 20:47
    Highlight Highlight Man sollte solche Deppen einfach ignorieren und nicht noch auf so Quatsch einsteigen.
  • Mia_san_mia 03.12.2018 20:44
    Highlight Highlight Also die kontern leider noch gar nichts...
  • Max Dick 03.12.2018 20:33
    Highlight Highlight Ganz geil man plant den „Konter“ in aller Öffentlichkeit.
    • felixJongleur 03.12.2018 20:51
      Highlight Highlight #Hashtag
  • Sauäschnörrli 03.12.2018 19:56
    Highlight Highlight Also wenn ich das richtig interpretiere wurde bis jetzt noch gar nichts gekontert, man befindet sich erst in der Planungsphase für einen allfälligen Konter, von dem man noch gar nicht weiss, ob er so stattfinden wird.
    • Mia_san_mia 03.12.2018 20:44
      Highlight Highlight Ja leider...
    • äti 03.12.2018 21:16
      Highlight Highlight ... alles Geniale fängt ganz klein an ...

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