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Kunststofffolie aus Zellulose und Chitin. bild: Allison Carter / Georgia Tech

Forscher entwickeln abbaubare Frischhaltefolie aus Krabbenschalen

30.07.18, 07:58


Wer Lebensmittel aufbewahren will, greift häufig zur Plastikfolie. Das ist nicht sehr ökologisch, denn Plastik wird in der Natur nicht abgebaut.

Nun haben Forscher des Georgia Institute of Technology eine Kunststofffolie aus Krabbenschalen und Pflanzenfasern entwickelt, die eines Tages die Frischhaltefolie ersetzen könnte, berichtet Spiegel Online. Pflanzliche Zellulose aus Pflanzenfasern ist die häufigste organische Verbindung der Erde, gefolgt von Chitin, das vor allem in Krabbenschalen und Käferpanzern vorkommt. Eigentlich erforschten die Wissenschaftler Chitin in einem ganz anderen Zusammenhang – dann fiel ihnen auf, dass der Stoff zur Verpackung von Nahrungsmitteln dienen könnte.

Die Wissenschaftler schreiben im Fachblatt ACS Sustainable Chemistry and Engineering, die Folie sei 67 Prozent weniger durchlässig für Sauerstoff als manche handelsübliche Folie aus PET. «In der Theorie heisst das, die Folie könnte Nahrungsmittel sogar noch länger frischhalten», sagt Carson Meredith, ein Autor der Studie.

Ansonsten unterscheidet sich das neue Produkt kaum von den bisher bekannten Versionen: Die Bio-Folie ist nur zwei Mikrometer dick, durchsichtig und extrem elastisch. Für die Verbraucher ergibt sich bei der Nutzung also keine grosse Umstellung.

Kostengünstige Produktion nötig

Die für die Folie benötigten Rohstoffe sind in grossen Mengen vorhanden. So gehen die Forscher etwa davon aus, die Abfälle der Schalentierindustrie für die Gewinnung von Chitin nutzen zu können. Damit die neue Folie wirklich mit herkömmlicher Frischhaltefolie konkurrieren kann, muss aber erst einmal ein Weg gefunden werden, das Material kostengünstig zu produzieren. Zudem sind die Methoden zur Massenproduktion von Chitin noch nicht ausgereift, und das Material ist noch recht durchlässig für Wasserdampf.

Die Forscher sind aber überzeugt, dass ihre Kunststofffolie langfristig eine kompostierbare Alternative zur Frischhaltefolie werden könnte. (kün)

35 Prozent der gefangenen Fische werden verschwendet

Video: srf

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Charly Otherman, 5.5.2017
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    Alle Leser-Kommentare
  • trishi 30.07.2018 10:03
    Highlight Warum auch Chitin-Folie nicht nachhaltig ist? Denkt mal, was neben den eigentlichen Rohstoffen noch verbraucht wird, bis die Folie hergestellt und im Laden verfügbar ist: Energie, Transport etc.....
    2 0 Melden
    • Paddiesli 30.07.2018 11:12
      Highlight Eins nach dem anderen. Wenn das Zeug biologisch abbaubar ist, haben wir schon viel erreicht, um die Umwelt zu schonen.
      0 0 Melden
  • trishi 30.07.2018 10:02
    Highlight Es geht auch ganz ohne Frischhaltefolie! Lebensmittel einfach in eine Schüssel, dann Deckel drauf. Statt Plastikdosen: runde Schüssel aus Glas oder Keramik, Teller als Deckel verwenden. Für kleinere Portionen: Einmachgläser. Ganz simpel!

    Apropos lange Haltbarkeit: Ich gehe nur 1x wöchentlich einkaufen, klappt wunderbar auch ohne Folien oder andere Plastikverpackungen. Schnell Verderbliches wird einfach zuerst gegessen oder durch Kochen länger haltbar gemacht.
    4 0 Melden
    • Paddiesli 30.07.2018 11:09
      Highlight Das Problem ist ja nicht, dass es keine Alternative gäbe, selbst wenn die Grossisten nicht mitziehen. Die meisten scheuen den Mehraufwand und die Umstellung.
      Eigentlich dürfte man gar keine industriel hergestellte Nahrungsmittel mehr konsumieren. Täte mit Sicherheit auch der Gesundheit gut.
      0 0 Melden
  • w'ever 30.07.2018 09:39
    Highlight ich glaube, dass es schon sehr viele lösungen gibt, die unseren Alltag erleichtern und die ökologie schonen würde, aber die industrie bleibt bei dem was sich ja gut verkauft. warum auch sein business zerstören. #aluhut
    5 0 Melden

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