Hochnebel-1°
DE | FR
30
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
International
Afghanistan

Die Taliban köpfen Schaufensterpuppen

Die Taliban köpfen jetzt Schaufensterpuppen – denn diese seien Götzenbilder

04.01.2022, 15:5704.01.2022, 17:08

In Afghanistan haben die regierenden islamistischen Taliban erneut strenge Vorschriften verhängt und nun Modegeschäfte im Westen des Landes aufgefordert, Schaufensterpuppen zu köpfen.

Denn Schaufensterpuppen seien Götzenbilder und somit unislamisch, sagte Asisul Rahman, ein Provinzvertreter des neu geschaffenen Ministeriums zur Erhaltung der Tugend, der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag. «Sie müssen beseitigt werden», erklärte Rahman. Zunächst solle es jedoch genügen, dass die Schaufensterpuppen enthauptet werden.

Burka-wearing Afghan women walk past a clothing shop, in Herat, Afghanistan, Tuesday, Nov. 23, 2021. (AP Photo/Petros Giannakouris)
Sind diese Schaufensterpuppe bald kopflos? Herat am 23. November 2021. Bild: keystone

Menschen haben andere Sorgen als Schaufensterpuppen

Der Chef der zuständigen Handelskammer in der Provinz Herat, Abdul Wadud Faissada, beklagte die neue Anweisung. Die Ladenbesitzer hätten viel Geld für die Schaufensterpuppen ausgegeben. Die Wirtschaft in Afghanistan befindet sich im freien Fall, Millionen Einwohner leiden an Hunger.

Die Mannequins seien ausserdem keine Götzenbilder, sondern würden zum Präsentieren von Kleidung aufgestellt. «Das gibt es in allen islamischen Ländern in den Geschäften», so Faissada. In den sozialen Medien kursieren unterdessen Videos, die zeigen, wie Köpfe von Schaufensterpuppen abgesägt werden:

Bereits in den vergangenen Wochen hatten die Taliban immer strengere Vorschriften für das öffentliche Leben erlassen. Zuletzt etwa wurden Autofahrer angewiesen, im Fahrzeug keine Musik abzuspielen. Zudem sollen Frauen ohne männliche Begleitperson nicht weiter als 45 Meilen (etwa 72 Kilometer) reisen dürfen.

Immer noch sind die meisten weiterführenden Schulen für Mädchen geschlossen. Frauen können in vielen Fällen nicht mehr zurück an ihre Arbeitsplätze. Viele flohen seit der Machtübernahme der Islamisten im August 2021 aus dem Land.

epa09593217 Afghan boys pose for a photograph as the world observes Universal Children's Day in Kabul, Afghanistan, 20 November 2021. The serious economic crisis in Afghanistan is forcing an increasin ...
Sie sind bereits kopflos: Mannequins auf einem Markt in Kabul, 20. November 2021.Bild: keystone

(yam/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Vom Minirock zur Burka – Frauen in Afghanistan

1 / 13
Vom Minirock zur Burka – Frauen in Afghanistan
quelle: laurence brun /gamma-rapho via getty images
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

«Vergesst Afghanistan nicht» – die Situation junger Frauen in Afghanistan

Video: watson

Das könnte dich auch noch interessieren:

30 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
LURCH
04.01.2022 19:55registriert November 2019
Dies scheint ja ein Alleinstellungsmerkmal der Taliban zu sein.
Im Gegensatz zu den Saudis und des ISIS köpfen sie vorerst nur Puppen und keine Menschen.
Die Taliban köpfen jetzt Schaufensterpuppen – denn diese seien Götzenbilder\nDies scheint ja ein Alleinstellungsmerkmal der Taliban zu sein.
Im Gegensatz zu den Saudis und des ISIS köpfen sie vorerst  ...
861
Melden
Zum Kommentar
avatar
LURCH
04.01.2022 17:46registriert November 2019
Dies scheint ja ein Alleinstellungsmerkmal der Taliban zu sein.
Im Gegensatz zu den Saudis und den ISIS köpfen sie vorerst nur Puppen und keine Menschen.
Die Taliban köpfen jetzt Schaufensterpuppen – denn diese seien Götzenbilder\nDies scheint ja ein Alleinstellungsmerkmal der Taliban zu sein.
Im Gegensatz zu den Saudis und des ISIS köpfen sie vorerst  ...
840
Melden
Zum Kommentar
30
«Furchterregend»: Neuseelands grösste Stadt Auckland unter Wasser

Nach massiven Regenfällen mitten im neuseeländischen Sommer stehen weite Teile der grössten Stadt Auckland unter Wasser. Die Bürger der Metropole auf der Nordinsel mit 1.6 Millionen Einwohnern wurden vom Zivilschutz aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen.

Zur Story