International
Afrika

Mehr als 40 Tote bei Angriff auf Flüchtlingslager im Sudan

FILE - Sudanese soldiers from the Rapid Support Forces unit, led by Gen. Mohammed Hamdan Dagalo, the deputy head of the military council, secure the area where Dagalo attends a military-backed tribe&# ...
Soldaten der sudanesischen Rapid Support Forces, angeführt von General Mohammed Hamdan Dagalo. (Symboldbild)Bild: keystone

Mehr als 40 Tote bei Angriff auf Flüchtlingslager im Sudan

12.08.2025, 14:5012.08.2025, 14:50

Bei einem Angriff der RSF-Miliz auf ein Flüchtlingslager in der sudanesischen Region Nord-Darfur sind verschiedenen Berichten zufolge mehr als 40 Menschen getötet und zahlreiche verletzt worden.

Das Militär sprach von einem Grossangriff der Miliz von mehreren Seiten, der schliesslich abgewehrt worden sei. Nach Angaben von Aktivisten, die in dem Lager Selbsthilfe organisierten, wurden einige Menschen in ihren Häusern getötet. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen.

Experten des Humanitarian Research Lab der Yale Universität, die seit Beginn des blutigen Konflikts im Sudan Satellitenaufnahmen analysieren und Social-Media-Beiträge aus dem Konfliktgebiet verifizieren, bestätigten, dass auf Aufnahmen mehr als 40 Fahrzeuge im Nordwesten des Flüchtlingslagers nahe der Provinzhauptstadt El Fascher zu sehen seien. Auch eine Blockade der Fluchtwege aus El Fascher sei zu sehen.

Schon zuvor Angriffe auf Flüchtlingslager

Die RSF, deren Führer Mohamed Hamdan Daglo seit April 2023 mit dem sudanesischen De-facto-Machthaber Abdel-Fattah al-Burhan um die Macht in dem afrikanischen Land kämpft, hatte bereits im Frühling das Flüchtlingslager Samsam nahe El Fascher angegriffen und zerstört.

In dem Lager lebten zu dem Zeitpunkt mehrere hunderttausend Menschen. El Fascher selbst wird seit Mai vergangenen Jahres von der RSF belagert. Durch den Konflikt sind nach UN-Angaben mehr als zwölf Millionen Menschen auf der Flucht.

Hunger in belagerter Stadt

In der letzten noch unter Regierungskontrolle stehenden Stadt Nord-Darfurs herrscht nach UN-Angaben eine katastrophale Ernährungslage, da Nachschubwege abgeschnitten sind. Nach Angaben des Welternährungsprogramms (WFP) kosten Grundnahrungsmittel wie Sorghumhirse oder Weizen, aus denen traditionelles Fladenbrot und Brei gemacht werden, in El Fascher bis zu 460 Prozent mehr als im Rest des Sudan, da keine Lebensmittel in die Stadt geliefert werden können.

Augenzeugenberichten zufolge ernährten sich einige Familien von Tierfutter und Lebensmittelabfällen, um zu überleben. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Massenproteste im Sudan: Präsident al-Baschir verhaftet
1 / 14
Massenproteste im Sudan: Präsident al-Baschir verhaftet
Ein Bild steht für den Widerstand gegen Langzeit-Diktator Omar al-Baschir. Die 22-jährige Alaa Salah peitscht die Demonstranten an.
quelle: lana haroun/@lana_hago
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Sie ist das Gesicht von Sudans Revolution
Video: srf
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Ex-Premierminister Israels spricht von «jüdischem Terrorismus» im Westjordanland
Datenanalysen des «Guardian» in Zusammenarbeit mit einer israelischen NGO zeigen, dass israelischen Siedlern und Militärs bei Gewaltakten im Westjordanland kaum juristische Konsequenzen drohen. Sogar ehemalige Regierungsvertreter sowie Militärangehörige Israels sprechen dabei von «jüdischem Terrorismus».
Israelische Siedler und Soldaten sind gemäss einer Statistik der UN seit 2020 für den Tod von mindestens 1100 palästinensischen Zivilistinnen und Zivilisten im Westjordanland verantwortlich. Rund ein Viertel der Todesopfer sollen Minderjährige gewesen sein. Mithilfe von öffentlich zugänglichen Daten und Gerichtsurteilen untersuchte nun die britische Zeitung «Guardian» in Zusammenarbeit mit der israelischen Menschenrechtsorganisation «Yesh Din», zu wie vielen Verurteilungen durch israelische Gerichte die Todesfälle führten.
Zur Story