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Nicaraguaner fliehen vor Schlägertrupps und Polizei

Nicaraguaner fliehen vor Schlägertrupps und Polizei nach Costa Rica

26.06.2018, 05:5326.06.2018, 06:50

Mehrere tausend Nicaraguaner sind vor der eskalierenden Gewalt in ihrer Heimat nach Costa Rica geflohen. Rund 4000 Menschen aus dem lateinamerikanischen Land campten am Montag (Ortszeit) vor dem Migrationsamt in der costa-ricanischen Hauptstadt San José.

Dies, um Schutz zu ersuchen, wie die Tageszeitung «La Nación» am Montag berichtete.

An injured demonstrator receives first aid after being injured by a shotgun blast during clashes with the police, as he was protesting against Nicaragua's President Daniel Ortega, in Managua, Nic ...
Die Polizei und regierungsnahe Schlägertrupps gehen mit aller Härte gegen Demonstranten vor. Der Verwundete im Bild wurde von einer Schrotflinte getroffen.Bild: AP/AP

Es gebe jedoch noch keinen Einwanderungs-Notfall, erklärte der Regierungssprecher Alexander Rivera der Nachrichtenagentur DPA. Bei den Nicaraguanern handele es sich auch um Menschen, die bereits seit längerem in Costa Rica wohnten und arbeiteten, so Rivera.

Sie warte seit Sonntag vor dem Amt, erklärte eine Nicaraguanerin «La Nación». Sie sei aufgrund der schwierigen Lage in ihrem Heimatland nach Costa Rica geflohen.

Seit Mitte April der Konflikt zwischen der Regierung des autoritären Präsidenten Daniel Ortega und einer zivilen Oppositions-Allianz begann, sind in dem lateinamerikanischen Staat nach Angaben von Menschenrechtsgruppen mehr als 200 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 1000 wurden demnach verletzt und rund 500 festgenommen.

Die Proteste in Nicaragua hatten sich an einer geplanten Sozialreform entflammt. Die Regierung zog diese zurück, seither demonstrieren die Menschen jedoch für einen Rücktritt Ortegas und dessen Ehefrau, der Vizepräsidentin Rosario Murillo. Ein von der katholischen Kirche vermittelter Friedensdialog brachte keinen Erfolg.

Die Regierung lasse die Proteste mit massiver Gewalt von Polizisten und regierungsnahen Schlägertrupps niederschlagen, berichtete die Interamerikanische Kommission für Menschenrechte. (sda/dpa)

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