International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Schlammlawine nach Dammbruch in Brasilien:

65 Tote, 279 Vermisste: Hoffnung auf Überlebende nach Dammbruch in Brasilien schwindet



Nach dem Dammbruch an einer Eisenerzmine schwinden die Hoffnungen, noch Überlebende in den Schlammmassen zu finden. Die Rettungskräfte konnten am Montag nur Leichen bergen. Die Zahl der Toten stieg auf 65, wie der Zivilschutz mitteilte. 279 Menschen wurden vermisst.

Die Zahl der Todesopfer dürfte demnach noch steigen. «Leider ist es sehr unwahrscheinlich, noch Überlebende zu finden», sagte der Feuerwehrsprecher Pedro Aihara im Fernsehsender Globo News. Die letzten Überlebenden waren am Samstagmorgen geborgen worden. Der Damm an der Mine des brasilianischen Bergbaukonzerns Vale war am Freitag gebrochen. Eine Schlammlawine war über Teile der Anlage und benachbarte Siedlungen hinweggerollt.

Golan Vach, Israeli chief commander who came to help with rescue missions, boards a helicopter at the site where a dam collapsed in Brumadinho, Brazil, Monday, Jan. 28, 2019, as more than 100 Israeli specialists equipped with specialized rescue technology join Brazilian firefighters. Brazilian firefighters on Monday carefully moved over treacherous mud, sometimes walking, sometimes crawling, in search of survivors or bodies, four days after a dam collapse buried mine buildings and surrounding neighborhoods with iron ore waste. (AP Photo/Andre Penner)

Golan Vach Bild: AP/AP

Unterstützt wurden die lokalen Rettungskräfte von 136 israelischen Soldaten, die an die Unglücksstelle gereist waren. Sie brachten unter anderem Geräte zur Ortung von Handysignalen im Schlamm mit. Die Gegebenheiten im Katastrophengebiet, seien «sehr schwierig und sehr gefährlich», sagte der Leiter der israelischen Mission, Oberst Golan Vach. Während der Schlamm langsam trocknete, kämpften sich die Einsatzkräfte an bislang unzugängliche Stellen vor. Mit Stäben sondierten sie den Untergrund und gruben nach Verschütteten.

Wie es genau zu dem Unfall kam, war zunächst unklar. Der TÜV Süd hatte die Dämme im vergangenen Jahr geprüft, wie das Unternehmen in München auf Anfrage bestätigte. «Wir werden die Ermittlungen vollumfänglich unterstützen und den Ermittlungsbehörden alle benötigten Unterlagen zur Verfügung stellen», teilte der TÜV Süd mit.

Suche nach Verschütteten:

abspielen

Video: srf

Vale-Aktienkurs eingebrochen

Vale-Präsident Fábio Schvartsman sprach von einer «fürchterlichen Tragödie». Die Staatsanwaltschaft leitete eine Untersuchung ein, um die Verantwortlichen für das Unglück zu ermitteln. Das Umweltministerium kündigte eine Strafe in Höhe von umgerechnet 66 Millionen Franken (250 Millionen Reais) gegen den Konzern an. Insgesamt blockierte die brasilianische Justiz Vermögenswerte von Vale in der Gesamthöhe von 2.9 Milliarden Franken, um die Finanzierung der Aufräumarbeiten und Schadensersatzzahlungen abzusichern.

epa07328189 Israeli soldiers work in the search and rescue of victims after the breakage of a mine's dam, in Brumadinho, Brazil, 28 January 2019. The 130 Israeli soldiers who arrived in Brazil to help reinforce the rescue efforts of the victims after the mining tragedy that occurred on Friday in Brazil will focus their initial work on the search for survivors. The death toll rose from 58 to 60 as opposed to the number of people missing, which went down from 305 to 292 according to Civil Defense Spokesman, lientenant-colonel Flavio Godinho.  EPA/ANTONIO LACERDA

Israelische Soldaten unterstützen die Bergungsarbeiten.  Bild: EPA/EFE

Am ersten Handelstag nach dem Unglück brach der Aktienkurs von Vale am Montag um 24 Prozent ein. Damit büsste der Bergbaukonzern umgerechnet knapp 19 Milliarden Franken an Marktkapitalisierung ein. Das war nach einem Bericht des Nachrichtenportals G1 der schwerste Verlust, den ein Unternehmens an einem einzigen Tag am brasilianischen Aktienmarkt hinnehmen musste.

Im Jahr 2015 gab es in Minas Gerais schon ein ähnliches Unglück. Bei der «Tragödie von Mariana» kam es in einem Eisenerzbergwerk zu einem Dammbruch an einem Rückhaltebecken. Seinerzeit kamen 19 Menschen ums Leben. Das damalige Betreiberunternehmen Samarco gehörte ebenfalls Vale sowie dem australisch-britischen Konzern BHP. Eine riesige Welle mit Schlamm und schädlichen Stoffen ergoss sich in angrenzende Ortschaften und kontaminierte den Fluss Rio Doce auf rund 650 Kilometern Länge. Bis in den Atlantik floss die braunrote Brühe. (sda/dpa)

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Über 700 Infizierte im Kanton Aargau – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

F/A-18-Absturz: Fehler von Flugverkehrsleiter

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Goldabbau gefährdet Indigene in Brasilien:

abspielen

Video: srf

Abonniere unseren Newsletter

1
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen

Ein Paar in Brasilien pflanzte 20 Jahre lang Bäume – und lebt jetzt in einem Wald

Es ist eines der grössten Aufforstungsprojekte der Welt: Das Ehepaar Salgado pflanzte in 20 Jahren einen 68 Millionen Quadratmeter grossen Wald. Sie haben bewiesen, dass der Klimawandel nicht nur gestoppt, sondern auch rückgängig gemacht werden kann.

Anfang der 90er-Jahre wurde der brasilianische Fotografjournalist Sebastiao Ribeiro Salgado nach Ruanda geschickt, um über den schrecklichen Völkermord zu berichten. Das vor Ort Erlebte traumatisierte ihn schwer. 1994 kehrte Salgado in seine Heimat zurück. Er hoffte zu Hause in Minas Gerais, wo er von einem üppigen Wald umgeben aufgewachsen war, Ruhe und Erholung zu finden.

Statt des Waldes aber fand er kilometerweit staubiges und karges Land vor. In wenigen Jahren fand in seiner Heimatstadt …

Artikel lesen
Link zum Artikel