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Sie prangerte Polizei-Gewalt in Rio an – am nächsten Tag wurde Marielle Franco erschossen

16.03.18, 11:32 16.03.18, 11:54


epa06606719 Citizens participate in a tribute to the Brazilian Councilor Marielle Franco organized by the Socialism and Freedom Party (PSOL) in the Chamber of Deputies in Brasilia, Brazil, 15 March 2018. Marielle Franco, a well-known human rights activist who had become a harsh critic of the Army's intervention in the security of Rio de Janeiro, was shot and killed while traveling in her vehicle after a political event on 14 March.  EPA/JOEDSON ALVES

Grosse Trauer um Marielle Franco Bild: EPA/EFE

Aus Protest gegen den Mord an der linken Kommunalpolitikerin Marielle Franco in Brasilien sind zehntausende Menschen in verschiedenen Teilen des Landes auf die Strasse gegangen. Eine riesige Menschenmenge zog am Donnerstag durch die Innenstadt von Rio de Janeiro.

Mit weit mehr als 10'000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern war es eine der grössten spontanen Demonstrationen in der Stadt seit Jahren. Viele Teilnehmer trugen schwarze Kleidung und riefen Slogans gegen die Polizei wie «Genug Tötungen, Zeit zu reagieren!», wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichteten.

Die Demonstrantin Ana Paula Brandao sagte, Franco habe «alles Neue repräsentiert, auf das die Menschen hoffen konnten - eine schwarze Frau aus den ärmlichen Gegenden, die dahin gelangte, wo sie uns repräsentieren konnte und für all die grossen Dinge kämpfte».

epa06606510 Thousands accompany the arrival of the coffin of the Brazilian councilor Marielle Franco at the gates of the Municipal Chamber of Rio de Janeiro, Brazil, 15 March 2018. Marielle Franco, a well-known human rights activist who had become a harsh critic of the Army's intervention in the security of Rio de Janeiro, was shot and killed while traveling in her vehicle after a political event.  EPA/Antonio Lacerda

Bild: EPA/EFE

Auch in São Paulo gingen rund 10'000 Menschen auf die Strasse. Proteste gab es auch in der weit entfernten Amazonas-Stadt Belém.

Im Auto erschossen

epa06606166 A handout photo made available by CMRJ dated on November 23, 2017 shows Councilwoman Marielle Franco. Amnesty International (AI) called on the Brazilian State to guarantee 'an immediate and rigorous investigation' for the assassination of Councilwoman Marielle Franco, which took place last night in Rio de Janeiro. Franco, who was the fifth most voted in the 2016 elections for the Council of Rio de Janeiro, was shot while traveling in her vehicle on a street in the center of the city on Wednesday night, after having participated in a political act.  EPA/Mario Vasconcellos HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Marielle Franco Bild: EPA/CMRJ/EFE

Die 38-jährige Marielle Franco war am Mittwoch in Rio de Janeiro im Auto erschossen worden. Franco sass für die linke Partei Sozialismus und Freiheit (PSOL) im Stadtrat von Rio de Janeiro. Als Politikerin kritisierte sie das Vorgehen der Polizei in den Favelas und die Anordnung von Präsident Michel Temer, die Armee zur Bekämpfung der Gewalt in Rio einzusetzen.

Temer bezeichnete den Mord an Franco als «Angriff auf die Demokratie und die Rechtsstaatlichkeit». Er versprach volle Unterstützung durch die Bundesbehörden.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International forderte eine umfassende Untersuchung «der Hintergründe, des Motivs und der Verantwortlichkeit». Die Hilfsorganisation Brot für die Welt erklärte, der Mord zeige, «dass der Einsatz für Menschenrechte und Gerechtigkeit in Brasilien immer gefährlicher wird». (sda/afp)

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!

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7Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Oberon 16.03.2018 14:46
    Highlight So ein schönes Land, nur von Korruption und Habgier getrieben.
    43 4 Melden
  • Waedliman 16.03.2018 14:13
    Highlight Massive alltägliche Gewalt, enorme Umweltzerstörung mit staatlicher Billigung. Es gibt auch hier Gründe, Brasilien als Reiseland zu meiden.
    44 4 Melden
  • Valentin Möller 16.03.2018 12:49
    Highlight Wer die Zustände in den Favelas gsehen hat, wird für die eingesetze Mittel verstädnis zeigen.
    13 44 Melden
    • Herr Gabi 16.03.2018 15:33
      Highlight Voll nöd!
      15 8 Melden
  • Juliet Bravo 16.03.2018 12:19
    Highlight Brasilien unter den Putschisten. Himmeltraurig.
    35 12 Melden
    • CASSIO 16.03.2018 12:35
      Highlight Brasilien unter den Putschisten ist in dieser Hinsicht Brasilien vor den Putschisten. Da hat sich nichts verändert...
      7 3 Melden
    • DerHans 16.03.2018 13:42
      Highlight Unter Dilma und Lula war ja alles Friede, Freude, Eierkuchen!
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