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Razzia bei brasilianischem Milliardär in Korruptionsskandal

11.09.17, 16:24 11.09.17, 17:16


epa06197750 (FILE) - Joesley Batista (C) and two informers of private investment holding company J&F arrive to testify at the Public Prosecutor's Office in Brasilia, Brazil, 07 September 2017 (issued 11 September 2017). Joesley Batista, owner of world's largest meatpacker company JBS, and company executive Ricardo Saud turned themselves in to police on 11 September 2017. Batista is involved in various bribery allegations, including the Operation Car Wash (Lava Jato) scandal and yearlong payments of bribes to Brazilian president Lula, Rousseff and Temer.  EPA/Joedson Alves

Joesley Batista Bild: EPA/EFE

Überraschende Wende im Korruptionsskandal um den brasilianischen Milliardär Joesley Batista: Mehrere Monate nach dessen Vergleich mit der Justiz wurde nun sein Haus von der Polizei durchsucht, wie zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen am Montag sagten.

Eine Razzia habe es auch in der Zentrale von Batistas Holdinggesellschaft J&F Investimentos in Sao Paulo gegeben. J&F ist die Firma, über die der Unternehmer und sein älterer Bruder Wesley den weltgrössten Fleischproduzenten JBS kontrollieren.

Ferner sei das Haus des früheren Staatsanwalts Marcelo Miller in Rio de Janeiro durchsucht worden. Miller solle Joesley Batista bei dem im Mai erzielten Vergleich im Strafverfahren geholfen haben.

Die Brüder hatten im Mai gestanden, massenweise Politiker bestochen zu haben. Im Gegenzug wurde das Strafverfahren gegen sie eingestellt. Der Konzern JBS akzeptierte eine Milliardenstrafe.

Am Sonntag allerdings wurde Joesley Batistas Immunität aufgehoben, der Oberste Gerichtshof billigte seine Festnahme. Daraufhin stellte er sich der Polizei. Sowohl er als auch der JBS-Manager Ricardo Saud wurden vorerst festgenommen, wie das Portal «O Globo» berichtete.

Wichtige Informationen ausgelassen

Zuvor hatte Generalstaatsanwalt Rodrigo Janot Anklage gegen sie erhoben. Die Untersuchungshaft wird damit begründet, dass beide zwar mit der Justiz kooperiert und umfassend ausgesagt haben, aber wichtige Informationen ausgelassen hätten. Damit hätten sie gegen die Bedingungen für eine mögliche Straffreiheit verstossen.

Batista hatte sich zudem zu einem Vergleich über 110 Millionen Reais (33 Millionen Franken) bereit erklärt, um einer Gefängnisstrafe zu entgehen.

Der Fall ist politisch äusserst brisant, denn die Batistas haben Brasiliens Präsidenten Michel Temer schwer belastet. Er hatte der Justiz Mitschnitte eines Gesprächs mit Temer übergeben. Diese legen den Verdacht nahe, dass ein Mitwisser von Schmiergeldgeschäften, Ex-Parlamentspräsident Eduardo Cunha, mit Geldzahlungen von Enthüllungen abgehalten werden sollte.

Der Präsident hat die Beschuldigungen wiederholt zurückgewiesen. Dennoch stand Temer am Rande des Rücktritts, eine Anklage scheiterte aber am Veto des Abgeordnetenhauses in Brasília. (sda/reu/dpa)

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