International
China

China verschärft Exportkontrollen für seltene Erden

China verschärft Exportkontrollen für seltene Erden

09.10.2025, 08:0409.10.2025, 08:48

China hat neue Exportkontrollen für Technologien im Bereich der seltenen Erden eingeführt. Die Massnahme gilt sofort, wie das Handelsministerium am Donnerstag mitteilte.

Demnach dürfen Technologien und Fachwissen zur Gewinnung und Verarbeitung seltener Erden künftig nur noch mit Genehmigung weitergegeben werden. Das betrifft unter anderem Know-how zum Abbau, zur Verarbeitung und zum Recycling der Metalle.

Auch Software, technische Pläne und Unterlagen für Wartung oder Reparatur fallen unter die neuen Regeln. Damit könnte es ausländischen Firmen schwerer fallen, selbst eine unabhängige Verarbeitung ausserhalb Chinas aufzubauen.

Peking begründete den Schritt mit Sicherheitsbedenken. Einige ausländische Organisationen hätten kontrollierte Materialien oder Produkte chinesischer Herkunft in sensiblen Bereichen wie dem Militär verwendet, was eine potenzielle Bedrohung für die nationale Sicherheit darstelle, erklärte ein Sprecher des Ministeriums.

Grösster Produzent

Zudem werden erstmals auch Produkte ausserhalb Chinas erfasst, die seltene Erden aus China enthalten oder mit chinesischen Verfahren hergestellt wurden. Unternehmen, die solche Waren in andere Länder exportieren, müssen dafür nach den Plänen ab dem 1. Dezember eine Genehmigung der chinesischen Behörden beantragen. Exporte, die für militärische Zwecke bestimmt sind oder an Armeen gehen, sollen nach Regierungsangaben grundsätzlich nicht genehmigt werden.

Beobachter sehen die neuen Bestimmungen vor dem Hintergrund wachsender Spannungen im Technologiewettbewerb mit den USA. Die Ankündigung kommt kurz vor einem erwarteten Treffen zwischen Staats- und Parteichef Xi Jinping und US-Präsident Donald Trump am Rande des anstehenden APEC-Gipfels in Südkorea.

Zollstreit schwelt weiter

Die USA haben China schon eine Weile mit weitreichenden Exportbeschränkungen für Hochleistungschips belegt. Zudem schwelt zwischen beiden Seiten ein Zollstreit.

Seltene Erden sind 17 Metalle, die für viele moderne Produkte gebraucht werden - etwa für Elektromotoren oder Windräder. China ist der weltweit grösste Produzent und verarbeitet einen Grossteil der globalen Mengen. Vor dem Hintergrund des Handelsstreits mit Washington hatte Peking bereits im April den Export bestimmter seltener Erden und Magnetprodukte begrenzt. (awp/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Putin verteilt Staatsbudget neu und deutet so neue Mobilisierung an
Kiew warnt seit Wochen vor einer neuen Mobilisierung. Nun will Russland seine Militärausgaben 2027 deutlich stärker erhöhen als bisher geplant. Gleichzeitig hebt Putin erneut die vorgesehene Truppenstärke an.
Russland hat seine geplanten Militärausgaben für das kommende Jahr drastisch nach oben gesetzt. Für 2027 sollen 17,1 Billionen Rubel in die Verteidigung fliessen, umgerechnet etwa 178 Milliarden Euro. Das geht aus russischen Haushaltsunterlagen hervor, die der Nachrichtenagentur Reuters vorliegen. Noch im vergangenen Jahr waren für 2027 lediglich 13,5 Billionen Rubel vorgesehen. Die neue Planung liegt damit rund 27 Prozent darüber und auf dem höchsten Stand seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine.
Zur Story