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The maypole is raised as part of midsummer festivities, in Sahl, Sweden, Friday, June 19, 2020. Sweden’s public mid-summer festivities are subdued this year as large social gatherings are banned due to the ongoing COVID-19 pandemic. Instead of large crowds dancing around the maypole, people have been encouraged to remain with family and close friends, picnicking and playing games. (Ulf Palm/TT News Agency via AP)

Das «Midsommar»-Fest am 19. Juni wurde in diesem Jahr wegen Corona im eher bescheidenen Rahmen gefeiert – sonst gab es kaum Einschränkungen in Schweden. Bild: keystone

Schweden scheint das Coronavirus in den Griff zu bekommen

Schweden wählte in Sachen Pandemiebekämpfung einen Sonderweg und verpasste es, einen Lockdown zu verhängen. Nach einer verhältnismässig starken Welle scheint sich die Situation aber langsam zu stabilisieren.



Schweden hat zwar Grossveranstaltungen abgesagt und setzt auf freiwillige Disziplin in Sachen Abstand halten und Hygiene. Anders als im restlichen Europa wurden Schulen, Restaurants und Geschäfte zu keinem Zeitpunkt geschlossen.

>> Coronavirus: Alle News im Liveticker

Die hohen Todeszahlen, die Schweden wegen dem Coronavirus zu verzeichnen hat, sprechen nicht für die lockere Strategie, die die Skandinavier fahren. Mit 54,1 Todesfällen pro 100'000 Einwohnern liegt Schweden deutlich über Nachbar Norwegen (4,7) und auch über der Schweiz (20,0).

Ein Grossteil der Verstorbenen sind ältere Menschen. So konnte das Virus beispielsweise schon Mitte April in einem Drittel aller Altersheime in Stockholm nachgewiesen werden – trotz Besuchsverbot.

Tote pro 100'000 Einwohner

Schweden im Vergleich zu Schweiz und Norwegen

Bild: watson

Doch inzwischen zeigt die Kurve der täglichen Todesfälle in Schweden deutlich nach unten. In der letzten Woche meldete Schweden im Schnitt knapp 15 Todesfälle am Tag. Ende April waren es durchschnittlich über 100.

Tägliche Todesfälle in Schweden

Todesfälle in Schweden

Bild: watson/ecdc

Auch die Fallzahlen, die noch vor einem Monat deutlich in die Höhe geschnellt sind, gehen inzwischen zurück. Im Schnitt haben sich die letzten Tage jeweils rund 400 Menschen mit dem neuen Virus infiziert. Ein Teil des Anstieges Anfang Juni lässt sich mit dem erhöhten Testvolumen erklären: Die Schwedische Regierung investierte zusätzlich fast 6 Millionen Kronen (rund 624'000 CHF) ins Testen.

Schweden ist mit 10 Millionen Einwohnern etwas grösser als die Schweiz. Mit durchschnittlich etwa 100 neuen Fällen steht die Schweiz allerdings im direkten Vergleich noch immer deutlich besser da.

Tägliche Fallzahlen in Schweden

Fallzahlen Schweden

Bild: watson/ecdc

Noch vor einem Monat sah die Situation ganz anders aus:

Getestet wird zurzeit übrigens ziemlich genau gleich viel in beiden Ländern: Sowohl in der Schweiz als auch in Schweden wird in diesen Tagen rund eine Person pro 1000 Einwohner auf das Coronavirus getestet.

Täglich durchgeführte Tests pro 1000 Einwohner

Tests Schweden und Schweiz

Anmerkung zur Schweiz: Für die letzten Tage fehlen noch einige Meldungen zu Tests. Bild: watson

Als möglichen Grund für den Rückgang trotz fehlendem Lockdown nennen Experten oft den beginnenden Sommer: Weniger Menschen sitzen auf engem Raum in geschlossenen Büros. Ausserdem werden Menschen in Alters- und Pflegeheimen immer besser gegen das Virus geschützt. Johan Carlson, Direktor des schwedischen Gesundheitsamtes, sieht auch das «Aufrechterhalten des Social Distancing» als Grund für die rückläufigen Zahlen.

Man kann also von einer Stabilisierung der Lage in Schweden sprechen. Und diese führte unter anderem dazu, dass Deutschland Schweden am 14. Juli von der Liste der Risikoländer strich. So müssen also deutsche Feriengäste nach ihrer Rückkehr aus Schweden nicht mehr in Quarantäne.

In der Schweiz bleibt Schweden vorläufig auf der Risikoliste und die 10-tägige Quarantäne ist Pflicht.

Auch wenn die Zahlen aus Schweden besser aussehen als vor wenigen Wochen, ist zu viel Optimismus nicht angebracht. So warnt beispielsweise die Schwedische Gesundheitsministerin Lena Hallegren letzte Woche: «Die Gefahr ist nicht vorbei» und Schweden bereite sich wie viele andere Länder auf eine zweite Welle vor – eine Situation, die man mit der ursprünglich angestrebten Herdenimmunität eigentlich vermeiden wollte.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Victor Paulsen 16.07.2020 19:56
    Highlight Highlight Gleichzeitig rät Schweden ihrer Bevölkerung von Reisen in die Schweiz anhand der aktuellen Situation ab
  • Joe Meier 16.07.2020 16:49
    Highlight Highlight Schweden hat eines deutlich besser gemacht.. Sie haben die Menschen nicht durch den Staat bevormundet.. Jeder konnte das Risiko selbst abschätzen.. Das nennt man Freiheit und Demokratie.. Zwei Worte die in anderen Ländern in den letzten Monaten mit Füssen getreten wurden.. Ja.. Ältere Leute sterben.. Und oft als letzte Konsequenz an einem Virus.. Ob Corona, Influenza oder sonst ein Virus.. Auch ältere Menschen haben ein Recht auf Eigenbestimmung.. Und Einsperren für ein paar Lebensmonate mehr ist niche jedermanns Wunsch..
    • Topfuel 17.07.2020 10:32
      Highlight Highlight Diese Art von Sarkasmus beschleunigt die Ablehnung der Schweden generel.
      Andere meinungen als die Libertären seht ihr sowieso nicht. Freiheit und Demokratie wird so hoch gehalten und die schwedischen Modelle und Lebensart verteidigt das man alte Menschen und Asylanten(Somalier etc.) schlicht ermordet.
    • Stinkstiefel 17.07.2020 11:08
      Highlight Highlight @Topfuel
      Könntest du bitte erklären, wo du Sarkasmus entdeckt haben willst? Auch der Rest des Kommentars ist ziemlich wirr.

      Es ist nicht gleich Libertär, wenn man Grundrechtseinschränkungen in ihrer Verhältnismässigkeit kritisiert, wenn sich zeigt, dass das zu Beginn erklärte Ziel auch mit weniger Einschränkungen zu erreichen gewesen wäre. Im Übrigen ist das sozialdemokratisch und grün regierte Schweden vom libertären Staatsideal so weit entfernt wie kaum ein anderes Land.
      Dass du dann noch den Bogen zu Asylanten schlägst, weist vielmehr auf eine ideologische Verbissenheit deinerseits hin.
  • COVID-19 ist Evolution 16.07.2020 12:08
    Highlight Highlight "Mit durchschnittlich etwa 100 neuen Fällen steht die Schweiz allerdings im direkten Vergleich noch immer deutlich besser da."

    Das werden wir dann im Herbst sehen, ob wir mit dieser Strategie wirklich besser dastehen. Im gleichen Sinne fehlt in diesen Satz ein "momentan":

    "Mit 54,1 Todesfällen pro 100'000 Einwohnern liegt Schweden deutlich über Nachbar Norwegen (4,7) und auch über der Schweiz (20,0)."
  • De-Saint-Ex 16.07.2020 11:07
    Highlight Highlight Wäre ja wünschenswert. Nur haben das andere Länder auch schon gedacht und waren oder sind zurück im zumindest partiellen Lockdown. Was am „Experiment“ Schweden schade und vielleicht auch etwas erschreckend ist: die anvisierte „Durchseuchung“ (gibt‘s nicht einen etwas weniger Umpfff-Ausdruck hierfür?) wurde nicht mal annähernd erreicht.
    • COVID-19 ist Evolution 16.07.2020 12:12
      Highlight Highlight Schweden ist kein Experiment, wir machen das Experiment.

      Schweden hat sich genau an die Europäischen Vorgaben im Falle einer Pandemie gehalten, sich dann nur gewundert warum die anderen Staaten ungeprüft auf das chinesische Modell des Lockdown umgeschwenkt sind.
    • cheeky Badger 16.07.2020 12:41
      Highlight Highlight Geschätzt wird dass in Schweden 10 bis 15% bereits infiziert waren (radio srf4). Das ist zwar noch weit von den nötigen 60% weg, aber falls die Impfung auf sich warten lässt, wird uns der Virus noch Jahre begleiten. Dann werden sie schon irgendwann 60% erreichen.
    • De-Saint-Ex 16.07.2020 13:41
      Highlight Highlight „ ungeprüft das chinesische Modell des Lockdown “
      Ärgerlich immer wieder solchen Unfug lesen zu müssen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Erklärbart. 16.07.2020 11:00
    Highlight Highlight Wäre hoch interessant zu wissen, wie die Corona Krise verlaufen wäre, wenn man wirklich nur die vulnerablen Personen geschützt hätte. Klar, da gibt es auch die mit Vorerkrankungen und so. Aber mittlerweile kann man ja wirklich sagen und es ist ja auch belegt, dass über 90% der Corona Toten über 70 oder 80 sind.

    Was wenn man nur Altersheime geschlossen und dort keine Besuche erlaubt hätte? Klar, man hätte auch Zeitfenster/Orte schaffen müssen, wo sich auch ältere Menschen an der frischen Luft bewegen können oder ihre Einkäufe erledigen können.

    Wäre das günstiger gewesen?
    • wilhelmsson 16.07.2020 12:31
      Highlight Highlight Viele Bewohnerinnen würden sehr darunter leiden keinen Besuch mehr zu erhalten, deshalb barucht es eine solidarischen Kompromiss.
    • Not, Sure 16.07.2020 12:53
      Highlight Highlight 20 Prozent der Bevölkerung habe ein erhöhtes Risiko, bei einer Infektion an einem schweren COVID-19 Verlauf zu erkranken:

      "About one in five individuals worldwide could be at increased risk of severe COVID-19"

      https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2214109X20302643?via%3Dihub

      Wie wäre der Plan, diese 20% zu schützen?
    • just sayin' (beleidigende user werden ignoriert) 16.07.2020 14:13
      Highlight Highlight @Erklärbart

      "Wäre hoch interessant zu wissen, wie die Corona Krise verlaufen wäre, wenn man wirklich nur die vulnerablen Personen geschützt hätte..."

      "Klar, da gibt es auch die mit Vorerkrankungen"

      alle menschen in der schweiz, welche an diabetes, bluthoch-/tiefdruck, imunschwäche (hallo randständige und drögeler) etc. etc. leiden, opfern?

      wow!

      "..es ist ja auch belegt, dass über 90% der Corona Toten über 70 oder 80 sind."

      und nicht alle 70jährigen sind im altersheim!
    Weitere Antworten anzeigen
  • neutrino 16.07.2020 09:53
    Highlight Highlight Ich verstehe nicht, dass Schweden immer so als Sonderfall bezeichnet wird. Unter dem Strich steht Schweden zwar schlechter da als Schweiz oder Österreich, aber man ist in Europa besser als bspw. Italien oder Spanien. Klar, man hätte vieles besser machen können, aber das Schlusslicht ist man definitiv nicht - weltweit betrachtet schon gar nicht.
    • Erklärbart. 16.07.2020 11:04
      Highlight Highlight Finde ich auch. Ich glaube es gibt nicht DEN Weg die Krise zu meistern.

      Schweden ist einen anderen Weg gegangen und steht eigentlich gar nicht so schlecht da.

      Klar, man könnte Schweden unterstellen, dass womöglich weniger Menschen gestorben wären. Und vielleicht bin ich diesbezüglich etwas kaltherzig - aber das Sterben gehört zum Leben dazu.

      Ich kann mir vorstellen dass die Langzeitfolgen für Schweden weniger schlimm/hart sein werden als für Länder die komplett dicht gemacht haben. Vor allem Punkte wie Arbeitslosigkeit, steigende Armut, etc. - bin gespannt wie Schweden da stehen wird.
    • Rheinpfeil 16.07.2020 11:53
      Highlight Highlight Allerdings darf man Schweden nicht direkt vergleichen mit Ländern wie Italien oder Spanien, die es in der allerersten Welle erwischt hat, ohne jegliche Vorbereitungszeit. Schweden muss sich an der Schweiz oder Deutschland messen lassen – und steht da, trotz einer wesentlich besseren Struktur (Bevölkerungsdichte, nur eine Großstadt mit mehr als einer Million Einwohnern) deutlich schlechter da
    • Kruk 16.07.2020 15:38
      Highlight Highlight Rheinpfeil, ich denke sogar Schweden sollte man mit den Ländern dieser Region vergleichen umd nicht mit der Schweiz.
  • Glenn Quagmire 16.07.2020 09:49
    Highlight Highlight Denke ob der schwedische oder der schweizerische Weg „besser“ war, wird man frühestens in 5 Jahren beurteilen können.
  • KoTaMo 16.07.2020 09:07
    Highlight Highlight Ich könnte mir vorstellen, dass die Gefahr einer zweiten Welle (was das auch immer sein soll) in Schweden deutlich kleiner ist im Vergleich zu anderen Ländern. Grund: Schweden hat bereits eine höhere Herdenimmunität.
    Und zu den Todesfällen: Da alte Kranke nur einmal sterben können, könnte ich mir auch da vorstellen, dass die Zahlen über einen längereren Zeitraum nicht schlechter abschneiden.
    • Martel 16.07.2020 09:27
      Highlight Highlight Das mit der Herdenimmunität gegen Corona wurde nun schon von diversen Studien widerlegt. Es gibt sie nicht.
    • Fairness 16.07.2020 09:30
      Highlight Highlight Wohl kaum Herdenimmunität, wenn alle mit schweren Symtonen gestorben sind, die es braucht um immun zu werden.
    • bbelser 16.07.2020 09:36
      Highlight Highlight Mit 10-15% "Herdenimmunität" ist Schweden noch nirgendwo angekommen. Zudem ist bisher völlig unklar, ob und wie lange Immunität bei Personen mit durchgemachter Infektion bestehen bleibt. Mit diesem Virus haben wir alle noch lange zu tun.
      Ach ja: auch Alte sterben übrigens gerne später als früher... 😉
    Weitere Antworten anzeigen
  • CalibriLight 16.07.2020 08:52
    Highlight Highlight Die sogenannte "Herdenimmunität" beträgt in Schweden laut einem Beitrag von Radio SRF von gestern morgen (keine Quelle, da gehört), höchstens 10-15 Prozent. Die Herdenimmunität war das angestrebte Ziel von Tegnell, das leider verpasst wurde.
    Schwedens Wirtschaft geht es schlecht und Auflagen wie Versammlungsverbote von grösseren Menschenansammlungen haben sie auch.
    Aber sie konnten immer in Geschäfte und Restaurants und können soweit ich weiss ohne Masken ÖV fahren.
    Wenn das die Toten denn wert ist...
    • Das etwas 16.07.2020 10:09
      Highlight Highlight nicht ganzr ichtig.
      schwedens innen wirtschaft geht es gut nur der export und tourismus sind zusammengebrochen, das aber wegend em lockdown anderer länder.

      dazu hat schweden nicht x-milliarden schulden aufgenommen umden lockdown zu finanzieren. schweden hatte im ersten quartal sogar ein wirtschafts wachstum im vergleich zu den lockdownstatten die deutliche rückgänge vermelden.
    • Junge mit Früchtekorb 16.07.2020 14:40
      Highlight Highlight @das etwas: Klar hatten sie im 1. Quartal Wachstum, das Virus kam ja erst kurz vor Ende des Quartals in Schweden an.
  • Holunder 16.07.2020 08:50
    Highlight Highlight Ich bin gespannt, ob man jemals einen Konsens finden wird, welche Strategie nun die bessere war.
    • invisible 16.07.2020 09:05
      Highlight Highlight wohl kaum
    • Gurgelhals 16.07.2020 09:20
      Highlight Highlight Nein, weil es den Köppels und übrigen menschenverachtenden Egoisten, die hier zeitweise auf den Schweden-Zug aufgesprungen waren, ja einen ganz anderen Massstab dafür haben, was als bessere Strategie gilt.

      Für den anständigen Menschen ist die bessere Strategie die, welche die meisten Menschenleben schützt und am wenigsten Tote produziert.

      Für narzisstische Egoisten ist die bessere Strategie die, welche ihnen selbst am wenigsten Verzicht abfordert und ihnen, in welcher Form auch immer, letztlich am meisten nützt. Der Rest, inkl. Tote, ist ihnen egal.

      Konsens ist da kategorisch unmöglich.
    • bbelser 16.07.2020 09:43
      Highlight Highlight Wird kaum sinnvoll möglich sein, da Schweden doch recht starke Trittbrettfahrereffekte mitnehmen konnte. Auch wird Schweden nicht auf wundersame Weise nur für sich die Weltwirtschaft wieder ankurbeln können.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Martin59 16.07.2020 08:45
    Highlight Highlight Nur die Toten zählen ist unsinnig! Spätfolgen dieser Krankheit kommen immer mehr ans Tageslicht. Ein Land mit vielen langzeit Geschädigten hat dann auch sehr lange mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen. Das ziel muss weniger Kranke sein und nicht einfach Tests und Tote zählen.
    • GSatiFan 16.07.2020 11:40
      Highlight Highlight Richtig!
      Diese anonymisierte Zahl von Toten zeigt nicht die Realität.

      Viele junge Nicht-Risikopersonen sind Monate nach der Erkrankung in einem miserablen Zustand.

      Was das Gesundheits-Personal durchmacht ist auch nicht ein Thema. Gerade vor ein paar Tagen hat Amnesty Int. ein Bericht herausgegeben. Schockierend! Tote, fehlende Ausrüstung, Inhaftierung, Attacken...
      Niemand interessiert sich für sie. Einwenig klatschen hat also gereicht?
    • Lavamera 17.07.2020 10:36
      Highlight Highlight @GsatiFan das ist aber nicht coronabedingt sondern systembedingt. Jetzt während der Coronazeit fällt es nur mehr auf und wird ausnahmsweise durch die Medien geschleift. Diese Probleme warem schon immer da.
  • Random Striker 16.07.2020 08:42
    Highlight Highlight Danke für das Update. Ein neutraler Untertitel wäre: Schweden wählte in Sachen Pandemiebekämpfung einen liberaleren Weg und hat darauf verzichtet, einen Lockdown zu verhängen.
    • Fairness 16.07.2020 09:32
      Highlight Highlight Und die Wirtschaft hat genauso gelitten.
    • elco 16.07.2020 09:59
      Highlight Highlight @Fairness, fairer Weise müsste man sagen, weil alle anderen Länder durch die Lockdowns ihre Wirtschaft abgewürgt haben und die Schweden somit auch darunter leiden, Stichwort Weltwirtschaft...
  • IsThatReallySo 16.07.2020 08:33
    Highlight Highlight Habe von Schweden gehört, dass die Infektionen vor allem bei Ausländern grassierte, die sich nicht an die lokalen Weisungen hielten. Viele von den arbeiten dazu noch in Altersheimen - deshalb wurden so viele Betagte angesteckt, trotz Besuchsverbot. In Stockholm haben sie übrigens noch immer 2m-Abstand, und social distancing ist auch völlig normal. Plus, das Misstrauen und Argwohn gegenüber dem Landsmann der keine Maske trägt ist nicht so krass wie in der Schweiz...
    • Glenn Quagmire 16.07.2020 09:52
      Highlight Highlight Immer die bösen Ausländer. Ein Schwede mit Wikingerblut würde nie andere anstecken...
      Benutzer Bildabspielen
  • Nony 16.07.2020 08:18
    Highlight Highlight Wenn man bedenkt wie wenig Menschen in Schweden pro km2 leben, die Zahlen nach wie vor vernichtend. Aber egal. Soll sich doch jeder sein Lieblingsszenario selbst zusammenbasteln.
    • flugsteig 16.07.2020 08:57
      Highlight Highlight Das ist aber eine ziemliche „Milchbüechlirechnig“. Der grösste Teil von Schweden ist sehr dünn besidelt, der Süden dafür recht stark.
    • Nony 16.07.2020 10:35
      Highlight Highlight Ich sag ja .... soll sich jeder sein eigenes Szenario zusammenrechnen.
  • Dr. Unwichtig 16.07.2020 07:49
    Highlight Highlight Nochmal: Der "Sonderweg" der Schweden ist der eigentlich normale Weg für eine westliche Demokratie: Einschränkung der Bevölkerung nur so weit wie nötig und nachvollziehbar zu begründen. Der "Covid-Sonderfall" ist die Tatsache, dass sich der grösste Teil der westlichen Demokratien an der Bekämpfungsstrategie von totalitären Staaten orientiert hat. Und spätestens mit dem Sündenfall, das nicht mehr die Belastung des Gesundheitswesens im Vordergrund steht sondern die Prämisse, jede Infektion zu vermeiden, stellt sich die Frage: Wie kommen wir das wieder raus?
    • FrancoL 16.07.2020 08:57
      Highlight Highlight Da muss man doch anfügen, dass Schweden eine geographische Sonderlage darstellt und dass zB die Lockdowns in den Nachbarländern auch zu einer faktischen Schliessung der schwedischen Grenzen führte.
      Wir kommen da wieder raus indem wir die Vorgaben einhalten.
      Zu Schweden möchte ich noch anfügen, aus Erfahrung mit meinen schwedischen Verwandten, dass sie sehr wohl sich an Vorgaben gehalten haben und staunen wie wir annehmen können, dass sie nicht reagiert haben, aber der Staat in Schweden hat einen höheren Stellenwert als in Mitteleuropa. Vorgaben werden als Auflagen interpretiert.
    • Dr. Unwichtig 16.07.2020 09:19
      Highlight Highlight FrancoL: Ja, Schweden befindet sich in einer Sonderlage. Ebenso wie die Schweiz, der - im Gegensatz zu allen anderen Ländern in Westeuropa - wirklich grosse Ballungszentren wie Stockholm oder Göteborg fehlen.

      Ich habe Freunde in Schweden, die ebenfalls nicht der Meinung sind, dass sie "nicht reagiert" hätten. Sie waren aber sehr erstaunt darüber, weshalb ein nationaler Lockdown verhängt wird, wenn eine Bedrohungslage gar nicht realistisch eingeschätzt werden kann.

      Wir können uns noch so sehr an die Vorgaben halten - das Virus wird nicht verschwinden. Und das muss es auch nicht...
    • Fairness 16.07.2020 09:33
      Highlight Highlight Vergessen zu erwähnen, dass die Wirtschaft genau gleich gelitten hat oder leidet wie überall.
    Weitere Antworten anzeigen
  • P. Meier 16.07.2020 07:47
    Highlight Highlight Den Lockdown haben die Schweden nicht verpasst. Sie haben eine andere Strategie gewählt. Das Hauptziel aller Länder, die Überbelastung des Gesundheitswesens zu verhindern, haben die Schweden ebenfalls erreicht. Über die weiteren positiven/negativen Auswirkungen der beiden Strategien gehe ich nicht ein, da diese noch nicht abschliessend vergleichbar sind.
    • Ana64 16.07.2020 09:05
      Highlight Highlight Überbelastung vom Gesundheitswesen zu vermeiden? Wozu haben wir dann Gesundheitswesen überhaupt? Um nur auserwählte zu behandeln? Um nur " interessante " Fälle zu behandelt? In Schweden ist das schon lange der Fall.. ich weiss nicht ob ich sowas bei uns haben möchte. Die gut versicherte schnell behandeln, rest kann warten. Das ist die Staatsmedizin von der viele hier immer noch träumen.
    • Gregor Hunziker 16.07.2020 09:06
      Highlight Highlight Genau so ist es!
    • Raffaele Merminod 16.07.2020 09:14
      Highlight Highlight Wenn man bedenkt dass Schweden nur 2 Millionen mehr Einwohner wie die Schweiz hat, haben sie dafür einen wesentlich höheren Preis bezahlt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • soulpower 16.07.2020 07:16
    Highlight Highlight Anscheinend wurden leider von Anfang an die Alters- und Pflegeheime zu wenig geschützt, und so erscheint die Gesamtstrategie des Landes ohne Lockdown eher negativ in Erinnerung zu bleiben. Hätten sie diesen Aspekt besser im Griff gehabt könnte die no-lockdown Strategie vielleicht zur Zeit in einem besseren Licht erscheinen und als mögliche Alternative zum Lockdown in Erwägung gezogen werden. Aber ich denke, dass die meisten im Moment bei Schweden wohl eher an die doch recht vielen Toten denken und an ein "gescheitertes Experiment".
    • wilhelmsson 16.07.2020 07:35
      Highlight Highlight Die Frage ist, wie gut man das im Griff haben kann? Schliesslich braucht escä immer Pflegepersonal, das mit Infizierten in Kontakt steht und den Virus in die Pflegeheime bringt.
    • soulpower 16.07.2020 07:54
      Highlight Highlight wilhelmsson okay, aber im Artikel steht ganz klar:

      "Ausserdem werden Menschen in Alters- und Pflegeheimen immer besser gegen das Virus geschützt."

      In andern Worten, es gibt anscheinend schon Potenzial um die älteren Menschen in einer no-lockdown Strategie besser zu schützen...

    • Leary Bants 16.07.2020 08:09
      Highlight Highlight Ich denke auch, dass es noch zu früh ist um ein abschliessendes Urteil über Schwedens Weg zu fällen. Allerdings waren mehr als die Hälfte (53% gem. meiner Quelle) der Corona-positiv getesteten Verstorbenen auch in der Schweiz BewohnerInnen von Alters- und Pflegeheimen. Der Schutz hat anscheinend auch hier nicht funktioniert. Weiss man, wie gross dieser Prozentsatz in Schweden ist?
    Weitere Antworten anzeigen
  • cool zurich boy 16.07.2020 07:11
    Highlight Highlight Die Alten und die Gefährdeten sterben lassen. Schweden ist ein Geburtsland der Eugenik und scheint wieder traditionsbewusst geworden zu sein.
  • Theor 16.07.2020 06:54
    Highlight Highlight "Ein Grossteil der Verstorbenen sind ältere Menschen."

    Zynische Menschen könnten nun sagen, Schweden hat die Coronakrise dazu genutzt, ihr Sozialwesen zu sanieren.
    • lilie 16.07.2020 07:41
      Highlight Highlight @Theor: Ich verstehe diese Argumente bis heute nicht. Auch bei uns sind fast ausschliesslich ältere Personen gestorben. Auch das Argument, die Hälfte der schwedischen Todesfälle stammten aus Altersheimen, was beweise, dass diese zu wenig geschützt worden seien, ist falsch - auch bei uns stammt die Hälfte der Todesfälle aus Altersheimen.

      Was den schwedischen Weg fragwürdig macht, ist, dass unnötig viele Leute sterben mussten und unnötig viele krank wurden, mit wer weiss wie vielen Folgeschäden.

      Mit nur wenigen Korrekturen hätte der schwedische Weg ein Erfolgsmodell werden können.
    • MGPC 16.07.2020 07:43
      Highlight Highlight Zynisch? Ist ja nur die Wahrheit. Schweden hat gar nichts verpasst, die haben die Gelegenheit genutzt und den Jungen Platz gemacht.
    • soulpower 16.07.2020 07:57
      Highlight Highlight Gott sei Dank gehen mir keine solch zynischen Gedanken durch den Kopf, und diese dann noch zu posten...
    Weitere Antworten anzeigen
  • mille_plateaux 16.07.2020 06:38
    Highlight Highlight Merci für die Übersicht.

    Kleiner Hinweis: Da stimmt was nicht beim Wechselkurs.
    «Die Schwedische Regierung investierte zusätzlich fast 6 Millionen Kronen (rund 624 Millionen CHF) ins Testen.»
    • Reto Fehr 16.07.2020 08:05
      Highlight Highlight Danke, du hast natürlich recht. Ist angepasst.
  • elco 16.07.2020 06:34
    Highlight Highlight Mehr Schweden, weniger China.
  • Baumi72 16.07.2020 06:31
    Highlight Highlight „ Schweden scheint das Coronavirus in den Griff zu bekommen“

    Was macht denn Schweden seit Kurzem anders als zu Beginn?

    Titel sollte heissen:
    Die Natur scheint das Coronavirus in den Griff zu bekommen
    • Peter Vogel 16.07.2020 08:45
      Highlight Highlight DAs Coronavirus ist auch ein Stück Natur wenn wir schon am klugscheissen sind.
  • Fakten 16.07.2020 06:25
    Highlight Highlight Wow Watson, jetzt habt ihr aber viele Sympathie-Punkte bei mir geholt - endlich mal kein Schweden bashing 😍 ich sagte von Anfang an, Schweden macht es richtig.
  • Thomas G. 16.07.2020 06:23
    Highlight Highlight 3x mehr Todesfälle!
    • Tschowanni 16.07.2020 08:18
      Highlight Highlight Bis dato,ja. Auch ihnen sollte klar sein das dies lediglich eine Zwischenbilanz sein kann. Es ist noch lange nicht vorbei, schon gar nicht bei uns
    • Fakten 16.07.2020 08:25
      Highlight Highlight Welche wir im Herbst nachholen, ganz einfach 🤷‍♂️
    • mae 16.07.2020 08:31
      Highlight Highlight Im Sinne der Gesamtsterblichkeit macht dies keinen Unterschied, denn diese ist auf lange Sicht immer 100%. Wir überleben als Menschheit nur, weil wir Kinder in die Welt stellen.
    Weitere Antworten anzeigen

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