International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Army soldiers wearing protective suits spray disinfectant to prevent the spread of the coronavirus in front of a branch of the Shincheonji Church of Jesus in Daegu, South Korea, Sunday, March 1, 2020. The coronavirus has claimed its first victim in the United States as the number of cases shot up in Iran, Italy and South Korea and the spreading outbreak shook the global economy.(Lee Moo-ryul/Newsis via AP)

Soldaten mit Desinfektionsmitteln vor dem Sitz der «Shincheonji Church of Jesus» in Daegu. Dort hat ein grosser Teil der Infektionen in Südkorea ihren Ursprung. Bild: AP

Die Superspreader: An diesen Events gingen Corona-Bomben hoch

Wissenschaftler haben diverse Ereignisse und Orte identifiziert, die die Corona-Pandemie massiv beschleunigt haben dürften. Dazu gehören ein Fussballmatch, ein Skiresort und religiöse Feiern.



Das Coronavirus hat sich weltweit ausgebreitet. Verantwortlich dafür dürften auch so genannte Superspreader sein. Gemeint sind Infizierte, die ungewollt eine überdurchschnittlich grosse Zahl ihrer Mitmenschen anstecken. Häufig ist dies zu Beginn einer Pandemie der Fall, wenn das Risiko noch unterschätzt wird. Auch im Fall des Coronavirus gibt es Verdachtsfälle.

Die Wissenschaft hat mehrere Ereignisse und Orte ausgemacht, die vermutlich besonders stark zur Ausbreitung des Virus beigetragen haben. Nicht in allen Fällen ist die Beweislage lückenlos. «Es ist aber wahrscheinlich, dass einzelne Vorkommnisse mit vielen Infizierten die Pandemie regional beschleunigt haben», schreibt der «Spiegel». Ein Überblick:

Fussball

Bergamo ist der «Ground Zero» der Corona-Pandemie in Europa. Hunderte sind in der Stadt bis heute an Covid-19 gestorben. Nun steht ausgerechnet das grösste Fussballfest in der Geschichte Bergamos unter Verdacht, als eine Art Brandbeschleuniger gewirkt zu haben. Oder als «biologische Bombe», wie der Bürgermeister Giorgio Gori meinte.

Gemeint ist der Champions-League-Achtelfinal vom 19. Februar zwischen Atalanta Bergamo und dem FC Valencia, der aus Kapazitätsgründen im Giuseppe-Meazza-Stadion in Mailand stattfand. 44'000 Fans waren in engem Kontakt, auch auf der Hin- und Rückreise. Die Beweislage ist nicht lückenlos, aber der Match dürfte zur prekären Lage in Bergamo beigetragen haben.

Das Rückspiel fand am 10. März in Valencia vor leeren Rängen statt. Danach wurden 35 Prozent der Mitarbeiter des FC Valencia positiv auf das Coronavirus getestet. Unter Verdacht steht in diesem Fall auch der Liga-Match gegen Deportivo Alaves vom 6. März. Er fand in Vitoria im Baskenland statt, einem Corona-Hotspot im ebenfalls stark betroffenen Spanien. Dort wiederum haben sich 60 Teilnehmer einer Trauerfeier infiziert.

Après-Ski

epa08293578 (FILE) - Tourists enjoy a sunny winter day in front of a restaurant at a ski resort in St. Anton am Arlberg, Austria, 12 January 2012 (reissued 14 March 2020). According to reports, the Austrian government has put popular touristic areas, Heiligenblut am Grossglockner, Paznautal, including Ischgl, and St. Anton under quarantine amid the ongoing Coronavirus crisis.  EPA/STR AUSTRIA OUT

Ischgl wurde zum Seuchennest. Bild: EPA

Zu den Pandemie-«Hochburgen» gehört auch der Tiroler Ferienort Ischgl, in dem sich in jedem Winter Zehntausende Touristen aus ganz Europa zum Skifahren und Abfeiern treffen. In den Fokus geriet Ischgl, dessen Skigebiet mit jenem von Samnaun verbunden ist, am 29. Februar: In Island wurden 15 Corona-Fälle in einer aus dem Tirol zurückgekehrten Reisegruppe entdeckt.

Die Behörden in Ischgl reagierten nicht, mit fatalen Folgen. Am 7. März wurde ein Barmann eines populären Après-Ski-Lokals positiv auf das Coronavirus getestet. Solche Serviceleute sind perfekte Superspreader, und tatsächlich wurden 24 Personen aus dem Umfeld des Barmanns später ebenfalls positiv getestet. Dennoch wurde die Skisaison in Ischgl erst am 14. März beendet.

Vermutet wird, das Hunderte Skitouristen das Virus in ihren Heimatländern weiterverbreitet haben. Die österreichische Regierung stellte das Paznauntal, in dem sich Ischgl befindet, und schliesslich am 18. März das gesamte Bundesland Tirol unter Quarantäne. Die Staatsanwaltschaft ermittelt, ob die Behörden die Corona-Gefahr aus wirtschaftlichen Gründen vertuscht hatten.

Kirchgemeinden

epa08280503 The Free Church 'La Porte ouverte chretienne' is closed in Mulhouse, France, 09 March 2020. At least 21 members of the congregation have reportedly tested positive for the COVID-19 disease caused by the SARS-CoV-2 coronavirus. All schools and kindergartens in the eastern French region of Alsace are closed amid fears of contagion. According to the European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC), France has so far reported 1,126 confirmed cases of the coronavirus and a death toll of 19.  EPA/PATRICK SEEGER

Die Freikirche «La Porte ouverte chrétienne» in Mulhouse. Bild: EPA

Religiöse Zeremonien sind ebenfalls ein guter Nährboden für die Verbreitung von Krankheiten. In zwei Fällen gibt es klare Belege, dass dies beim Coronavirus der Fall war. Vom 17. bis 21. Februar fand in der Freikirche «La Porte ouverte chrétienne» in Mulhouse eine so genannte Fastenwoche mit rund 2000 Teilnehmern statt. Dort soll es zu zahlreichen Infektionen gekommen sein.

Seither hat sich das Elsass zum Zentrum der Krise in Frankreich entwickelt. In den dortigen Spitälern herrschen dramatische Zustände. Corona-Patienten wurden mit einem umgebauten TGV in andere Regionen des Landes verlegt oder von Spitälern in Deutschland und der Schweiz aufgenommen. Auch Schweizer Teilnehmer des Freikirchen-Treffens haben sich angesteckt.

Besonders krass ist die Situation in Südkorea. Mehr als 60 Prozent der dort nachgewiesenen Infektionen stehen in Verbindung mit der Sekte «Shincheonji Church of Jesus» in der Stadt Daegu. Als Superspreaderin wurde eine aus China angereiste Frau identifiziert, die an mindestens vier Gottesdiensten der Sekte teilgenommen hatte, bevor sie positiv auf das Virus getestet wurde.

Erschwerend kam hinzu, dass die Sekte sich gegenüber der Öffentlichkeit abzuschotten pflegt und entsprechend unkooperativ gegenüber den Bestrebungen der Behörden verhielt, die Infizierten durch das in Südkorea sehr wichtige Contact Tracing aufzuspüren. Auch in der Stadt Seongnam wurden Mitglieder einer anderen Kirchgemeinde positiv auf den Erreger getestet.

Partys

Cece Guida, 19, top, of New York City, pushes on Sam Reddick, 20, of Evansville, Ind., as spring break revelers look on during a game of chicken fight on the beach, Tuesday, March 17, 2020, in Pompano Beach, Fla. As a response to the coronavirus pandemic, Florida Gov. Ron DeSantis ordered all bars be shut down for 30 days beginning at 5 p.m. and many Florida beaches are turning away spring break crowds urging them to engage in social distancing. (AP Photo/Julio Cortez)

Feiern trotz Corona: Springbreaker in Pompano Beach (Florida). Bild: AP

Junge Menschen tendieren dazu, das Coronavirus zu unterschätzen, weil sie sich nicht betroffen fühlen. Wohin das führen kann, zeigt sich in Belgien. Bevor am 14. März landesweite Ausgangsbeschränkungen in Kraft traten, fanden an verschiedenen Orten sogenannte Lockdown-Partys statt. Nun befinden sich zahlreiche Teilnehmer auf den Intensivstationen der Spitäler.

Als «Virenschleudern» könnten sich auch die Spring-Break-Partys erweisen, zu denen im März Zehntausende junge Amerikanerinnen und Amerikaner ins Rentnerparadies Florida reisen. Sie wollten sich dieses Vergnügen trotz klarer Warnungen vor dem Coronavirus auch dieses Jahr nicht nehmen lassen. Bereits wurden diverse Teilnehmerinnen und Teilnehmer positiv getestet.

Auch private Partys können verheerend wirken. Unter Verdacht steht etwa eine Frau, die am 5. März in Westport im US-Bundesstaat Connecticut ihren 40. Geburtstag mit etwa 50 Leuten gefeiert hatte. Ein Fünftel aller Corona-Fälle in Connecticut entfallen inzwischen auf Westport, obwohl dort nicht einmal ein Prozent der Bevölkerung des Bundesstaats an der Ostküste lebt.

Weltweit dürfte es zahlreiche ähnliche Fälle geben. In der Schweiz konnte bislang kein solcher Event und auch kein Superspreader nachgewiesen werden. Allerdings gibt es bislang auch kaum Bestrebungen, die Fälle zurückzuverfolgen und so ihren möglichen Ausgangspunkt zu ermitteln.

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Nicht mehr anzeigen

Smartphone-Tracking in Pandemie-Zeiten

Geisterorte während Coronakrise in Drohnenbildern

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

74
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
74Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • doomsday prophet 30.03.2020 11:37
    Highlight Highlight der superspreader in der schweiz dürfte die fasnacht in bellinzona gewesen sein. rund 150‘000 besucher und dieses jahr besonders viele aus italien, da dort die carnevali schon abgesagt waren.
  • Bivio 29.03.2020 16:52
    Highlight Highlight Was mir hier fehlt ist das grosse Dim Sum Festessen in Wuhan mit 40'000 Leuten, welches trotz Wissen des neuen Virus durchgeführt wurde.
    Sowiso kommt mir China ein bisschen zu gut weg. Ein Grund warum wir eine weltweite Pandemie haben ist die verlogene Kommunikationspolitik der chin. Regierung. Dass das Virus in China seinen Ursprung hat ist auch nicht weiter verwunderlich, wenn man an die katastrophalen Zustände in den Wet-Markets denkt. So haben nebst nCoV-19 auch SARS, die Vogelgrippe und zig andere Krankheiten ihren Ursprung in China. Hier muss ein Umdenken stattfinden.
  • Hans12 29.03.2020 13:00
    Highlight Highlight 😊
    Benutzer Bild
  • Booker 29.03.2020 08:37
    Highlight Highlight Das zeigt wieder mal wie gefährlich die Zusammenkünfte und Vereinigungen von religiösen Gemeinschaften sind. Leider sind Freikirchen und Sekten immer beliebter und was dabei so rauskommt sieht man ja auch jetzt.
    • p4trick 29.03.2020 17:03
      Highlight Highlight Fussball und Eishockey sind auch eine Art Sekte...
  • Musikuss 29.03.2020 06:55
    Highlight Highlight Aus dem Bericht geht klar hervor, dass die Superspreader vor allem junge Leute u40 sind. Konsequenz der Politik: die Alten, die meist ohnehin isoliert leben, werden einsperrt, mit dem scheinheiligen Vorwand, sie „schützen“ zu wollen. Was dieser Schutz wert ist, zeigt sich in Frankreich: kranke ü75 werden nicht mehr behandelt und ihrem Schicksal überlassen. Real-Satire pur, wenn es nicht so traurig wäre.

    • Juliet Bravo 29.03.2020 14:36
      Highlight Highlight Das war eine Falschmeldung, dass im Elsass ü75 nicht mehr intubiert würden! Das Alter ist nicht der ausschlaggebende Faktor. Leider kursieren in diesen Tagen besonders viele Falschmeldungen und werden ungeprüft weitergereicht. Wie ein Virus.
  • baumi92 28.03.2020 21:43
    Highlight Highlight Von unserer Stadtpolizei weiss ich, dass seit unserem Lockdown innerhalb der Polizeisektionen (Abteilungen) kein Personal mehr ausgetauscht wird. Bevor das so beschlossen wurde sind Polizeidepartemente wie auch die Armee ebenfalls ein Risikoherd gewesen. Auch wenn das Personal dort nicht die Mannstärke einer Universität erreicht.
  • Gast-Arbeiter 28.03.2020 20:22
    Highlight Highlight Was in der Liste noch fehlt: Die chinesische Textilindustrie in Italien.

    „Potentiell könnten die Fabriken in und um Prato Mitschuld an der Verbreitung des Virus tragen. Denn die Menschen leben, arbeiten, schlafen dort auf engstem Raum sklavenartig unter katastrophalen Bedingungen – Krankheitsübertragungen könnten schnell möglich sein.“

    Aber auch: „Gleichzeitig gibt es dafür zur Zeit keine medizinischen Beweise! Und dennoch bestehen diese Fabriken in dieser Art und Weise weiter. Ohne Konsequenz.“ „Das befeuert Fremdenfeindlichkeit.“

    https://peppermynta.de/fair-fashion/fair-fashion-made-in-italy-sweatshops/
    Play Icon
  • derWolf 28.03.2020 19:09
    Highlight Highlight Ich muss das BAG loben. Als Hochrisikopatient, nach den allg. Kriterien, hadert man natürlich naturgemäss eher kritisch mit den Verantwortlichen. Ich bin nicht mit allem Einverstanden was aus Bern kommt, aber wann ist man das schon? Ohne Erfahrung hat man wohl tatsächlich den "Schweizer Weg" gefunden, auch wenn es noch immer Vollidioten mit Familienpicknick gibt. Auch ist immer deutlich angekommen um was es geht. Auch das wohl fast jeder irgendwann infiziert ist bis die Impfung kommt. Wenn ich andere Länder beobachte muss ich einfach zufrieden sein, egal wie mein pers. Schicksal aussieht ...
    • Bambusbjörn aka Planet Escoria 28.03.2020 21:20
      Highlight Highlight Du bist echt ein Hochrisikopatient?
      Schau bitte gut zu dir.
      Du bist zumindest jemand der nicht oft meiner Meinung ist, mir aber geistig gewachsen.

      Ein wirklich guter Beitrag von dir. Wirklich gut geschrieben.
    • redeye70 29.03.2020 08:42
      Highlight Highlight Schau zu dir, Wolf. Es erwischt auch Menschen die scheinbar keine Vorerkrankungen haben. Wir wissen immer noch zu wenig über SarsCov2, daher ist Vorsicht mehr als angebracht.
    • Bambusbjörn aka Planet Escoria 29.03.2020 13:53
      Highlight Highlight @Martin
      Süß.
      Bist du Hellseher dass du dir ein urteil über mich erlaubst?
      Im Gegensatz zu dir ist mir der wolf geistig gewachsen und hält einen gewissen grundsätzlichen Anstand ein.

      Was dein beitrag über dich sagt, was du bist, behalte ich für mich. Der Kommentar würde dann nicht mehr veröffentlichungsfähig sein.

      Ich fetze mich äußerst gerne mit dem Wolf wenn ich in Stimmung bin und es mir gut geht. Er gehört zu denen die argumentieren können, weshalb es mir Spaß macht. Und zwar gerade weil seine Meinung in der Regel das Gegenteil meiner ist.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Maracuja 28.03.2020 19:04
    Highlight Highlight @Peter Blunschi

    Also hatte der Bundesrat doch Recht, als er sehr früh Massenveranstaltungen über 1000 Personen verbot. Schrieben Sie damals nicht, das wäre willkürlich? Leider folgten nicht umgehend weitere Massnahmen wie Appell an Wirtschaft und Ausbildungsstätten falls möglich schnell auf Homeoffice/Homeschooling umzustellen. Zum Glück preschten dann einzelne Kantone vor. Seit dem Lockdown agiert die Regierung m.E. wieder gut.
    • redeye70 29.03.2020 08:46
      Highlight Highlight Ich gehörte auch zu denen die das Virus anfangs unterschätzten. Wie viele andere auch. Mittlerweile hat es die Mehrheit gecheckt. Wenn dies vorbei ist müssen wir aber schonungslos aufklären und aus den Fehlern lernen. Mit dem Bundesrat und dem BAG bin ich aber jetzt zufrieden. Die machen eine gute Arbeit
  • soulpower 28.03.2020 18:17
    Highlight Highlight Also mal von politischen Zankereien abgesehen: Dass 70'000 Grenzgänger täglich ins Tessin kamen, nachdem Norditalien schon total infiziert war...das war auch nicht gerade hilfreich...da hat sich alleine die Wirtschaft durchgesetzt. Ich mag einfach nicht wenn man mit dem Finger nur auf die Fehler anderer Länder hinweist, es ist nicht fair.
    • Gast-Arbeiter 28.03.2020 20:34
      Highlight Highlight Die Schweizer Spitäler im Tessin können nur dank den italienischen Mitarbeitern betrieben werden. Zumindest diese Grenzgänger muss man auch in diesen Zeiten arbeiten lassen!
    • soulpower 28.03.2020 22:46
      Highlight Highlight Gast-Arbeiter: das seh ich auch so, das waren aber nicht 70'000...
    • Barracuda 29.03.2020 11:31
      Highlight Highlight Zum x-ten mal... Es arbeiten nur 3-4 Prozent der italienischen Grenzgänger im Gesundheitswesen. Natürlich hätte man die weiter reingelassen. Aber dass sich ALLE frei bewegen durften, war in der Tat ein sehr grosser Fehler, den jetzt das Tessin ausbaden muss!
  • Clank 28.03.2020 18:01
    Highlight Highlight Sorry aber nein!
    Bei dieser "Fingerzeig-Sündebock" Polemik mach ich nicht mit. Das ist schlicht und einfach unwissenschaftlich und hilft auch keinem irgendwo.
    Auf sachlicher wissenschaftlicher Ebene sind das alles nur Hypothesen, die zwar auf ein paar Indizien beruhen, aber faktisch alles andere bewiesen und wahr sind. Dafür gibt es zu viele Gegenbeweise, wo es nicht zutrifft.
    • Jein 28.03.2020 18:32
      Highlight Highlight Das sind keine Hypothesen da in Südkorea und auch in Europa anfangs Fälle sehr genau auf den Ursprung zurückgeführt wurden, z.B. war Patient 1 im Baselland auf den französischen Patient 0 in Mulhouse zurückzuführen. In Südkorea wurde sogar noch säuberlicher die Bewegungen und Kontakte festgehalten. Das ist kein Fingerzeig oder eine Beschuldigung sondern es geht darum die Ausbreitung besser zu verstehen.
    • Clank 28.03.2020 19:09
      Highlight Highlight Doch, das sind sehr wage Hypothesen!!
      Gerade in Europa ist das Tracking komplett gescheitert (auch logisch ohne jeglich Einreisekontrollen und -einschränkungen). Von Beginn an, konnte wir nur mutmassen, wo sich jemand angesteckt hat. Diese Mutmassungen sind aber nur so aussagekräftig, wie die Dunkelziffer. Doch die war hier von Beginn an vorhanden und hoch.
      Nachträglich ist es natürlich einfach einem Spiel x-unerklärte-Infizierte zuzuschreiben. So ist das Tracking auf Papier erfüllt. Dabei hätten die sich genauso im Flughafen oder am Bahnhof anstecken können.
    • Clank 28.03.2020 19:11
      Highlight Highlight Hätte nämlich das Tracking effektiv geklappt, wären heute diese drastische Massnahmen überall in Europa nicht notwendig.
    Weitere Antworten anzeigen
  • JoJodeli 28.03.2020 17:58
    Highlight Highlight Und wieso redet niemand über die 500’000 chinesischen Gastarbeiter in den Modefabriken in Norditalien welche aus Visa Gründen alle drei Monate ausgetauscht werden nur dass auf der Jeans “made in italy” steht? Also nicht aufs Mal ausgetauscht werden, sondern täglich gestaffelt 😉
    • Gast-Arbeiter 28.03.2020 20:25
      Highlight Highlight „Prato ist eine hübsche Stadt mit schmalen Gassen, einer Stadtmauer aus dem 14. Jahrhundert und einem Dom mit weiß-grüner Marmorfassade. Seit dem Mittelalter werden hier Stoffe hergestellt.“

      „Von rund 190.000 Einwohnern sind 34.000 Migranten. Knapp die Hälfte von ihnen kommt aus China, so die offizielle Statistik. Die Zahl der nicht angemeldeten Einwanderer ist allerdings weit höher.“

      https://www.zeit.de/2014/30/chinesen-italien-textil-industrie
    • Gast-Arbeiter 28.03.2020 20:29
      Highlight Highlight „Die Chinesen arbeiteten schnell und billig.“ „Auf Abruf werden innerhalb kürzester Zeit große Mengen an Kleidungsstücken minderer Qualität herstellt. Dass diese Kleidung das Etikett "Made in Italy" tragen darf, ärgert viele Einheimische.“ „Die Vorwürfe haben mit den Zuständen in den etwa 3000 von Chinesen geführten Bekleidungsfabriken zu tun. Oftmals wohnen die Arbeiter in denselben Hallen, in denen sie bis zu 18 Stunden täglich im Akkord arbeiten.“ „Stundenlohn von nur einem Euro oder weniger. Ein großer Teil ist Schwarzarbeit“

      https://www.zeit.de/2014/30/chinesen-italien-textil-industrie
    • redeye70 29.03.2020 08:48
      Highlight Highlight Lustig dabei ist dass diese unhaltbaren Zustände auch für Herrn Salvini offenbar kein Thema sind. Mafia eben …
  • Salvatore.tsch 28.03.2020 17:51
    Highlight Highlight Alle die sagen, der Bund hätte zu langsam reagiert, sollen schauen wie schnell die Bevölkerung (vorallem die jungen Leute, welche sich z.B. in Zürich in Sicherheit gewogen haben) die Massnahmen ernst genommen haben...
    Und jetzt lasst es blitzen😘😇🤡
  • Turnbeutelvergesser 28.03.2020 17:50
    Highlight Highlight Universitäten müssten definitiv auf dieser Liste zu finden sein (auch UZH). Extrem viele Personen pro Vorlesung, keine festen Klassen und teilweise erfolgt Klassenzimmerwechsel im ÖV. Dazu sind viele Pendler, Teilzeitarbeitende und Wochenaufenthalter. Ich gehe sehr davon aus, dass diese Wissenschaftler selbst aus dem Universitären bereich stammen und einen Interessenkonflikt haben
    • Shabaqa 28.03.2020 18:08
      Highlight Highlight Hast du irgendwelche Hinweise, dass an einer Universität in der Schweiz das Virus massenhaft weitergegeben wurde wie an den oben beschriebenen Orten? Oder betreibst du hier nur Kaffeesatzlesen?
    • P. Meier 28.03.2020 20:18
      Highlight Highlight Gibt es irgend eine Statistik über die Ansteckungen im ÖV oder ist dieser einfach ein geeignetes Ziel für Behauptungen?
  • Arbo Retum 28.03.2020 17:13
    Highlight Highlight In Ischgl in besagter Zeit Skifahren, im Kitzloch abfeiern, dann kurz nach Mailand fahren und Atalanta beim CL-Match zuschauen und sich doch nicht infizieren ... ob es solch eine Person gibt? Die dürfte wahrlich glücklich schätzen.
  • Hans Franz 28.03.2020 16:41
    Highlight Highlight Belgien - Lockdown Partys... wenn man das schön nur hört..
    • MaskedGaijin 28.03.2020 23:17
      Highlight Highlight Gab es hier leider auch. Vielleicht nicht gerade Lockdown Parties aber Leute die noch am letzten Abend extra in die Bars, Pubs und Beizen strömten.
  • elco 28.03.2020 16:38
    Highlight Highlight Ich würde mir wünschen, wir könnten mal nach vorne schauen. Wir wissen es jetzt...
    • bokl 28.03.2020 17:17
      Highlight Highlight Wenn man deine Kommentare verfolgt, haben es eben noch nicht alle begriffen.
    • elco 28.03.2020 17:22
      Highlight Highlight @bokl, was hast du noch nicht begriffen?
    • bokl 28.03.2020 17:41
      Highlight Highlight Wie man so ignorant sein kann wie Sie.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Ueli der Knecht 28.03.2020 16:38
    Highlight Highlight Die meisten infizierten schweizer Rückkehrer aus Italien waren nicht am Fussballspiel sondern an der Milano Fashion Week. Dort wurden auch generell mehr Hände geschüttelt.
  • Jacques #23 28.03.2020 16:38
    Highlight Highlight Es werden sich ja an Ostern die Trump Jünger alle zum Gottesdienst versammeln.

    Ob es wohl jemand schafft, Ihnen glaubhaft zu machen, dies bleiben zu lassen?

    ... Wo kann man auf welche Schuldzuweisung Trumps Wetten abschliessen?
    • redeye70 29.03.2020 08:54
      Highlight Highlight Mike Pence wird für sie beten und gut ist
  • MartinZH 28.03.2020 16:37
    Highlight Highlight Was in der Liste noch fehlt: Der Kreis Heinsberg in NRW. Sie ist die Erstregion in Deutschland – von hier aus lassen sich wichtige Erkenntnisse für die gesamte BRD (neben München) ableiten: Während hier in der Schweiz die Absage der Fasnacht (v.a. in Basel) für grossen Unmut gesorgt hat, haben die Narren in DE noch gefeiert.

    Und für die Welt: Die CISM World Games in Wuhan, vom 18. bis 27. Oktober 2019:
    https://www.vtg.admin.ch/de/organisation/kdo-ausb.detail.news.html/vtg-internet/verwaltung/2019/19-10/vorbericht-der-7--cism-world-games-2019-in-wuhan--chn-.html

    Die globale Initialzündung? 🤔
    • mycredo 28.03.2020 19:36
      Highlight Highlight Und das US-Team hatte als Erstes Symptome? Hört doch bitte auf mit dieser Verschwörungstheorie, echt. Diese Games waren viel zu früh.
    • Beat_ 29.03.2020 12:35
      Highlight Highlight Zur Klarstellung bezüglich Fasnacht: auch in der Schweiz fand die Fasnacht fast überall "im gewohnten Rahmen" statt. Die Basler Fasnacht hat die Besonderheit, dass sie in der Woche nach Aschermittwoch stattfindet, während in den meisten anderen traditionellen Fasnachts-Orten diese sich vor allem auf die Woche vor Aschermittwoch (Schmutziger Donnerstag bis Güdis-Dienstag) konzentriert.
      Insofern ist vermutlich viel Glück dabei, wenn es an der Fasnacht keine Ansteckungen gab...
    • MartinZH 29.03.2020 13:20
      Highlight Highlight @mycredo: Das hat rein-gar-nichts mit "Verschwörungstheorien" zu tun, sondern mit Ursachenforschung! Die CISM World Games passen ideal in die Zeitachse mit Inkubationszeit und Ansteckungsqutoten. Hätte China in den ersten Wochen nicht alles unter den Teppich gekehrt, dann wäre es dem Regime vielleicht gelungen, die Ansteckungskette zurück zu verfolgen. Und: Die ersten Patienten weltweit hatten schon merkwürdige Lungenentzündungen, bevor China die Städte völlig abgeriegelt hat. So ist es völlig logisch, dass Corona bereits weltweit unterwegs war.

      Sicher haben sie eine viel bessere Erklärung...
    Weitere Antworten anzeigen
  • El Vals del Obrero 28.03.2020 16:32
    Highlight Highlight So hart es war, zum Glück wurde die Fasnacht in Basel abgesagt. Sonst stünde sie wohl auch auf dieser Liste.
    • gotthelf69 28.03.2020 16:44
      Highlight Highlight Auf jeden Fall!
    • MontyCat 28.03.2020 17:54
      Highlight Highlight Yep, ganz klar. Bin froh darum😌
    • ast1 29.03.2020 09:51
      Highlight Highlight Jap. Auch der Autosalon war bitter, aber im Nachhinein absolut nachvollziehbar. 600‘000 Besucher aus aller Welt innert zwei Wochen wäre zu diesem Zeitpunkt katastrophal gewesen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Perspektivenwechsel 28.03.2020 16:27
    Highlight Highlight Die Corona Krise lässt sich nur mit Ruhe und intensivem Nachdenken lösen. Dafür sind jedoch Informationen vom Mainstream Journalismus momentan nicht hilfreich, da es dort nur eine einzige Meinung gibt. Echte wissenschaftlich fundierte Informationen, Daten und Analysen, welche zu anderen Daten in Bezug gesetzt und von den Journalisten dargestellt werden sollten, gibt es nicht. Das ist meiner Meinung nach sehr gefährlich.
    • Beggride 28.03.2020 17:45
      Highlight Highlight Vor allem watson hat in den letzten Wochen zahlreiche, verschiedene Statistiken rausgehauen. Im Vergleich zu anderen Krankheiten, weltweiter Vergleich, schweizer Vergleich, etc.
      Zudem kann kein wissenschaftlich fundierte Statistik veröffentlicht werden, da überall anders getestet wird und nach wie vor nicht alles über den Virus bekannt ist.
      Und welche Meinung neben der Mainstream willst du denn gerne vertreten sehen, wenn ich fragen darf? (ps Blick, 20min,watson,nzz haben oder hatten übrigens alle eine andere Meinung zu Covid19)
    • bbelser 28.03.2020 17:52
      Highlight Highlight Welche weltbewegende Einzelmeinung eines Abseits-Wissenschaftlers wurde unterschlagen?
      Auf Youtube sollte doch jedes noch so unmassgebliche Genörgel der vernachlässigten Genies zu finden sein. Und wenn nicht dort: der Donald wird es sicher demnächst noch rausposaunen.
    • Gummibär 28.03.2020 19:33
      Highlight Highlight Wer auf dem Geleise sitzt und den nahenden Zug bemerkt, kann in aller Ruhe überlegen welche kinetische Energie verbleibt nachdem der Lokomotivführer die Notbremsung eingeleitet hat und sich auf Statistiken besinnen in denen analysiert wie gross die Überlebenschancen bei ähnlichen Zwischenfällen waren.
      Man kann aber auch das Naheliegenste tun :
      Aufstehen und Davonrennen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Lowend 28.03.2020 16:01
    Highlight Highlight Wenn man sich anschaut, wie schnell, der Bundesrat reagiert hat, als es schon am 28. Februar die besondere Lage ausrief und Versammlungen über 100 Personen verboten hat, darf man sagen, dass die Schweiz zum Glück für einmal zu den schnelleren gehörte.

    Ich kann mich noch gut erinnern, wie komisch es sich anfühlte, als plötzlich Geisterspiele im Eishockey stattfanden und Fussballmatches abgesagt wurden, während in Deutschland und auf europäischer Ebene noch ganz normal weitergespielt wurde, aber rückblickend gesehen war dieses stufenweise herauffahren der Massnahmen sehr weise und goldrichtig.
    • 7immi 28.03.2020 16:55
      Highlight Highlight @lowend
      das ist so. Viele behaupten ja, der Bund habe zu lang gewartet. dabei wurden die Grossanlässe, die einen riesigen Einfluss gehabt hätten, früh abgesagt: Engadin Skimarathon, Basler Fasnacht, Autosalon, lokale Weinmessen, uvm.
    • aglaf 28.03.2020 17:03
      Highlight Highlight Das mit dem Versammlungsverbot kam erst später. Am 13. März waren jedenfalls gemäss BAG noch 1000 Personen erlaubt. Nur vereinzelte Kantone und Städte unterschritten die Zahl mit 50 bzw. 150.8Aber ja, du hast schon Recht, schrittweises Vorgehen sehe ich rückblickend auch die richtige Entscheidung. Erinnert man sich ans Zürcher Seeufer müsste man allerdings sagen, hätten die Schritte auch in kürzeren Abschnitten kommen können. Erstaunlich ist bloss, wie weit weg einem das ganze erscheint.
    • Lowend 28.03.2020 17:20
      Highlight Highlight Stimmt, am Anfang waren es wirklich noch Veranstaltungen mit 1000 Menschen und nur einige Kantone, haben weitergehende Massnahmen beschlossen.

      Kann man sich heute kaum mehr vorstellen, aber ich bleibe dabei, der Bund hat gut und schnell reagiert, auch wenn heute viele Sofaexperten alles besser wissen wollen.
    Weitere Antworten anzeigen

Nach 2 Monaten in Isolation: Wie mein Omi ihren Lebensmut verloren hat

Ein Sturz zwang meine 86-jährige Grossmutter in den verhassten Rollstuhl und ins Altersheim. Nachdem sie ihr Leben lang für ihre Selbstständigkeit gekämpft hat, bedeutete das die ultimative Kapitulation. Dann kam der Lockdown.

Ich mache mir Sorgen.

Ich mache mir Sorgen um meine Grossmutter und um ihre Generation. Um fast 100’000 Personen in der Schweiz, die derzeit in einem Alters- oder Pflegeheim leben. Die rund um die Uhr betreut werden, weil die Beine nicht mehr richtig wollen, das Aufstehen Mühe bereitet. Und der Kopf auch. Weil die Erinnerungen kommen und gehen, wie sie wollen.

Seit dem 16. März befinden sich diese Menschen in Isolation. Sie gelten in der Coronakrise als besonders gefährdet. Dringt das Virus in …

Artikel lesen
Link zum Artikel