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epa08413193 Employees queue for a coronavirus test at a testing station on the factory premises of the Westfleisch meat processing company in Hamm, Germany, 10 May 2020. A large-scale corona test was started in Hamm on more than 1,000 'Westfleisch' employees. The reason for the action by the city of Hamm was the reports from the cities of Coesfeld and Oer-Erkenschwick, where hundreds of employees of 'Westfleisch' slaughterhouses were infected. The German Government and local authorities had recently relaxed measures which should have curbed the spread of the coronavirus SARS-CoV-2, which causes COVID-19 disease.  EPA/FRIEDEMANN VOGEL

Anstehen für einen Corona-Test in Deutschland. Bild: EPA

Reproduktionszahl in Deutschland steigt: Was man daraus ableiten kann – und was nicht

In Deutschland herrscht seit dem Wochenende grössere Aufregung um eine mögliche zweite Welle. Denn die Reproduktionszahl stieg wieder über 1. Was bedeutet das?



Das deutsche Robert-Koch-Institut betonte in den vergangenen Wochen immer wieder: Um die Corona-Epidemie abflachen zu lassen, muss die Reproduktionszahl unter 1 gedrückt werden. Diese Zahl R zeigt, wie viele Menschen eine infizierte Person im Durchschnitt ansteckt. Steht sie bei unter 1, wird weniger als eine Person angesteckt – die Fallzahlen sinken. Steht sie drüber, nehmen die Fälle zu.

Schauen wir auf die R-Zahl in Deutschland seit dem 6. März:

Reproduktionszahl für Deutschland:

Bild

Die aktuellste Schätzung vom Sonntag betrifft den 6. Mai. quelle: Robert-koch-institut

>> Coronavirus: Alle News im Liveticker

Die Entwicklung zeigt: Seit dem 22. März lag R praktisch immer unter der magischen Grenze von 1. Aber: In den letzten beiden Tagen stieg sie erst auf 1,10, dann am Sonntag auf 1,13 an.

Jetzt in Panik zu verfallen, wäre falsch. Es gibt einige wichtige Punkte zu beachten, wie das RKI schreibt:

Was der Anstieg aber gemäss dem RKI auf jeden Fall bedeutet, ist: «Der Anstieg des geschätzten R-Wertes macht es erforderlich, die Entwicklung in den nächsten Tagen sehr aufmerksam zu beobachten.»

Tägliche Neuinfektionen kurzzeitig wieder über 1000

Vom 6. bis 8. Mai wurden an drei Tagen in Folge wieder mehr als 1000 Neuinfektionen gemeldet, was die Unsicherheit zusätzlich schürte. Zuletzt sank allerdings auch dieser Wert wieder unter 1000. Auch hier zeigt sich: Schwankungen kann es geben, vor allem am Wochenende, da dann grundsätzlich weniger gemeldet wird.

Tägliche Neuinfektionen in Deutschland

Bild

Am Mittwoch informierte Bundeskanzlerin Angela Merkel, dass ab dem 11. Mai weitere Lockerungen in Kraft treten. So können unter anderem Läden und Gastrobetriebe mit Schutzkonzepten öffnen. Wie sich diese Lockerungen auf die Entwicklung der Fallzahlen auswirken, werden wir frühestens wieder in 10 bis 14 Tagen wissen.

Den ersten Lockerungsschritt machte Deutschland am 20. April. Damals durften kleine und mittlere Läden wieder öffnen.

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36Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • ChiliForever 11.05.2020 18:28
    Highlight Highlight Man muß dazu wissen, daß es in einem mittlerweile geschlossenen Schlachtbetrieb in der Zeit mehrere hundert Corona-Fälle gab. Das verfälscht die Statistik.
    Deshalb verfällt in Deutschland auch niemand in Panik, weil das sehr lokal und eingrenzbar ist.

    Ganz im Gegenteil läßt das sogar hoffen, daß sich dadurch mal die Arbeitsbedingungen in Schlachthöfen (mit meist osteuropäischen Subunternehmen) dauerhaft ändern lassen. Denn die sind unter aller Sau....
  • Joe Smith 11.05.2020 17:14
    Highlight Highlight Ich weiss ja nicht, wie es heute ist, aber früher leitete man aus einer steigenden Reproduktionszahl vor allem ab, dass das Fernsehprogramm schlecht war.
    • Mathis 13.05.2020 04:36
      Highlight Highlight Stromausfall
  • Locutus70 11.05.2020 17:08
    Highlight Highlight Alles zusperren und am besten bis Ende Jahr. Vielleicht begreifen es dann auch die letzten, das man zwar das Virus nicht ausrotten kann, sehr wohl aber Wohlstand und Existenz von Millionen Menschen. ^^
    • Pafeld 11.05.2020 17:16
      Highlight Highlight So einen Blödsinn kann man auch nur verzapfen, wenn man dem Irrtum erlegen ist, persönlich in der Krise nur einen materiellen Schaden zu erleiden.
    • Och 11.05.2020 17:27
      Highlight Highlight Offenbar ist unser Wohlstand schon gefährdet, wenn wir 50 Rappen für eine Maske zum Schutz unserer Mitreisenden in vollen Zügen aufbringen müssten. So gesehen gefährdet wohl jede noch so kleine und sinnvolle Massnahme unsere Wirtschaft dermassen, dass diese in spätestens ein paar Monaten von der 2. Welle weggespült wird! Danke an alle, die am richtigen Ort sparen!
    • Franz v.A. 11.05.2020 18:19
      Highlight Highlight Und der Wutbürger, der es besser weiss hat gesprochen!
    Weitere Antworten anzeigen
  • Dr. Unwichtig 11.05.2020 16:48
    Highlight Highlight "Jetzt in Panik zu verfallen, wäre falsch..." Aber dafür, einen Artikel zu verfassen, reicht es offenbar...

    Interessant ist alleine, dass sowohl in DE, als auch in CH die Nettoreproduktionszahl vor dem weitreichenden Lockdown wesentlich stärker absank, als danach.
  • Der Kritiker Bernd 11.05.2020 16:41
    Highlight Highlight Es ist bedenklich wie in unserem Nachbarland mit dieser GESCHÄTZTEN!! Zahl umgegangen wird.. Steigende TagesZahlen werden medial sofort verbreitet.. Obwohl man weiss dass es die Vergangenheit abbildet und ungenau ist.. Wasser auf die Mühlen der Verschwörungstheoretiker..
    • tellmewhy 11.05.2020 17:28
      Highlight Highlight Darum wird ja ein Nowcasting - Trend - berechnet und mehrere Kennzahlen beachtet.

      Ich suche ähnliche Kennwerte - Schätzungen - vergeblich in der Schweiz, da diese ja den aktuellen Trend bestmöglich abbilden.
    • Kritisch Hinterfragen 11.05.2020 17:34
      Highlight Highlight Das dumme ist, dass jede von der Regierungsmeinung abweichende Meinung sofort und systematisch den Verschwörungstheoretikern zugeschrieben wird.

      Es wäre möglich, verschiedenste März- und April-Prognosen mit der eingetretenen Situation zu vergleichen. Nüchtern und ergebnisoffen.

      Das kann jeder für sich machen, aber es wäre die Aufgabe der Politik, um die Massnahmen zu bewerten und für die Zukunft zu lernen.

      Ideologie und Angst sind schlechte Ratgeber.
    • andy y 12.05.2020 07:57
      Highlight Highlight J@ Bernd
      Das ist ja in der Schweiz gaaaaanz anderst, oder?
  • Bivio 11.05.2020 16:26
    Highlight Highlight Weiss jemand etwas mehr, wie die Zahlen in D generell zustande kommen?
    Ich habe mal gelesen, dass das RKI den grossen Teil der Zahlen nicht von den Spitälern etc. direkt erhält, sondern dies grösstenteils auf Hochrechnungen basieren.
    Könnte es nicht sein, dass es dort zu Fehlern gekommen ist. Das RKI war in letzter Zeit oft in den Schlagzeilen, wegen falschen Zahlen.
    Weiss jemand mehr darüber?
    • COVID-19 ist Evolution 11.05.2020 16:45
      Highlight Highlight Immer wenn ich etwas von der Reproduktionszahl des RKI höre denke ich mir: wer hat heute wohl das Glücksrad gedreht?

      Das RKI hat mehrfach versucht die Herleitung zu erklären, aber nie geschafft verständlich zu erläutern wie diese Zahl geschätzt(!) wird.

      Schaut man sich die publizierten Fallzahlen an ist es nicht verständlich wie die R0 Zahl jetzt wieder ansteigen kann.

      Es bleibt die Vermutung: die R0 Zahl ist hochgradig ein politisches Instrument.
    • lilie 11.05.2020 17:08
      Highlight Highlight @Bivio: Ich bin ehrlich gesagt auch misstrauisch. Tatsächlich kann ich dir die Frage nicht beantworten. Aber im folgenden Paper der ETH wird erklärt, wie sie gerechnet haben:

      https://bsse.ethz.ch/cevo/research/sars-cov-2/real-time-monitoring-in-switzerland.html

      Demnach kann man Re aufgrund der Neuinfektionen, der Hospitalisationen oder der Todesfälle berechnen. In der Schweiz kommt da fast das Gleich dabei raus, aber woanders kanns ja anders sein!

      Dann berechnet die ETH Re nur bis 10 Tage zurück (wegen der Inkubationszeit), das RKI aber bis 5 Tage.

      Mich überzeugt die ETH mehr. 🤔
    • genauleser 11.05.2020 17:16
      Highlight Highlight Die Zahlen der bestätigten Fälle gehen von Spitälern etc. gemäss Infektionsschutzgesetz an die Gesundheitsämter und von dort ans RKI.
      Für andere Angaben (z.B. Reproduktionszahl) werden weitere Quellen und auch Hochrechnungen hinzugezogen.
      Das RKI informiert dazu sehr transparent:
      https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Projekte_RKI/Projekte.html
      Das ist teils aber schon "höhere Epidemiologie", was evtl. in Missverständnissen oder Misstrauen resultiert.
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