International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

Madeleine Henfling mit Sohn Joshua im Thüringer Landtag.

#Babygate in Deutschland – Politikerin aus Ratssaal geschmissen, weil sie Baby dabei hatte



Madeleine Henfling ist 35 Jahre alt und sitzt für die Grünen im Parlament des Bundeslandes Thüringen. Henfling hat einen neugeborenen Sohn und wie wohl ein, zwei andere deutsche Mütter kann es vorkommen, dass sie mal über keinen Babysitter verfügt. Deshalb hat die Politikerin ihren sechs Wochen alten Joshua mit in den Plenarsaal in Erfurt genommen – «der Kleine hat eh in seiner Babytrage gepennt, ich wusste, dass er niemanden stört» begründet die Abgeordnete.

Mit der Anwesenheit des Säuglings nicht einverstanden war Landtagspräsident Christian Carius von der CDU – er warf Mutter und Kind kurzerhand raus. Dass nun die Diskussion um eine familienfreundliche Arbeitswelt neu entbrannt ist, versteht sich von selbst.

Sohn Joshua sah den Thüringer Landtag ziemlich bald von innen.

Rausschmeisser Carius begründete seinen Entscheid gemäss Süddeutsche Zeitung mit der Geschäftsordnung des Landtags, diese erlaube keinerlei Besuch. Zudem ist der Landtagspräsident der Meinung, dass Henfling das Kindeswohl gefährde. Die Mutter ärgert sich tierisch über Carius' Argumentation: «Das ist schon starker Tobak – krass, dass man sich sowas anhören muss.» Unterstützung erhielt die 35-Jährige von der rot-grünen Regierungskoalition, worauf Carius die Sitzung unterbrach und den Ältestenrat um seine Meinung bat. Dieser sprach sich in der Folge zwar nicht für ein generelles Baby-Verbot aus, entschied aber auch nicht gegen die Meinung des Präsidenten. Nach einer halben Stunde wurde weiter debattiert – ohne Madeleine und Joshua Henfling.

Bundestag grosszügiger

Fakt ist in Deutschland: Mitglieder des Bundestags und auch der Landtage haben keinen Anspruch auf Elternzeit, diese Regelung wurde vom Bundesverfassungsgericht bestätigt. Nach dem Mutterschaftsurlaub von acht Wochen haben Mütter wieder zu arbeiten. Henfling nahm ihren Sohn ziemlich bald wieder in den Thüringer Landtag und sieht darin auch keine Probleme: «In dem Alter schlafen die eh meistens und wenn er doch mal weint, gehe ich eben schnell raus zum Stillen oder Wickeln.» Bislang habe sich an dieser Praxis niemand gestört.

Etwas innovativer unterwegs als das Bundesland Thüringen ist das deutsche Parlament, der Bundestag. Dort wird gemäss «Süddeutsche Zeitung» ein Spielzimmer getestet, ausserdem sind Mütter mit ihren Babys gestattet. Henfling erwähnt auch weitere Bundesländer, in welchen die Regelungen familienfreundlicher sind – «andere Parlamente sind da viel weiter und wir diskutieren seit vor der Sommerpause, ob ein Kind mal kurz zur Abstimmung mit rein darf».

Dass die Stimme Henflings nicht ganz unwichtig ist, zeigt ein Blick auf die Sitzverteilung im Thüringer Landtag. Linke, SPD und Grüne verfügen über 46 Sitze und damit eine hauchdünne Regierungsmehrheit, die Oppositionsparteien CDU und AfD kommen auf 42 Sitze, dazu gib es drei fraktionslose Abgeordnete.

Die 35-jährige Politikerin hat sich nun aber organisiert, ihre eigene Mama passt auf den kleinen Joshua auf, sodass Madeleine Henfling ganztägige Plenumssitzungen nicht mehr verpasst. Sie selbst sagt – wohl auch ein wenig in Richtung CDU-Landtagspräsident Christian Carius – «Ich will einfach meine Arbeit machen.» (rst)

Thema Familie: Von SP bis FDP wollen alle «Vereinbarkeit»

Wenn sich Kleinkinder vor Gericht selbst verteidigen müssen

abspielen

Video: watson

Das könnte dich auch interessieren:

Poulet sollte man waschen? Kaffee ist ungesund? 11 Food-Mythen im Faktencheck

präsentiert vonMarkenlogo
Link zum Artikel

Der Impeachment-Krieg ist da – so stehen Trumps Chancen

Link zum Artikel

«Dort wo ich wohne, braucht man ein Auto» – so denken Erstwähler über Politik

Link zum Artikel

Den Grün-Parteien könnte es ergehen wie der SVP vor vier Jahren

Link zum Artikel

Jetzt kommt die E-ID – und darum laufen Netz-Aktivisten dagegen Sturm

Link zum Artikel

Die chinesische Hype-Firma Xiaomi kommt in die Schweiz – 7 Dinge, die du wissen musst

Link zum Artikel

Die 21 Ladys für den Bachelor sind da: Eine von ihnen muss er nehmen ...

Link zum Artikel

Wohin steuert der Kapitalismus?

Link zum Artikel

23 vernichtende Cartoons, die Trumps «Verrat» an den Kurden perfekt auf den Punkt bringen

Link zum Artikel

Die neue Bedrohung – wer sind die Incels und woher kommen sie?

Link zum Artikel

Elizabeth Warren landet nächsten Treffer gegen Zuckerberg – mit genialem Facebook-Post

Link zum Artikel

Armuts-Studien: Der Wirtschafts-Nobelpreis geht an ein Trio

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Das könnte dich auch interessieren:

Poulet sollte man waschen? Kaffee ist ungesund? 11 Food-Mythen im Faktencheck

66
Link zum Artikel

Der Impeachment-Krieg ist da – so stehen Trumps Chancen

67
Link zum Artikel

«Dort wo ich wohne, braucht man ein Auto» – so denken Erstwähler über Politik

123
Link zum Artikel

Den Grün-Parteien könnte es ergehen wie der SVP vor vier Jahren

113
Link zum Artikel

Jetzt kommt die E-ID – und darum laufen Netz-Aktivisten dagegen Sturm

148
Link zum Artikel

Die chinesische Hype-Firma Xiaomi kommt in die Schweiz – 7 Dinge, die du wissen musst

144
Link zum Artikel

Die 21 Ladys für den Bachelor sind da: Eine von ihnen muss er nehmen ...

52
Link zum Artikel

Wohin steuert der Kapitalismus?

86
Link zum Artikel

23 vernichtende Cartoons, die Trumps «Verrat» an den Kurden perfekt auf den Punkt bringen

96
Link zum Artikel

Die neue Bedrohung – wer sind die Incels und woher kommen sie?

376
Link zum Artikel

Elizabeth Warren landet nächsten Treffer gegen Zuckerberg – mit genialem Facebook-Post

61
Link zum Artikel

Armuts-Studien: Der Wirtschafts-Nobelpreis geht an ein Trio

9
Link zum Artikel

Das könnte dich auch interessieren:

Poulet sollte man waschen? Kaffee ist ungesund? 11 Food-Mythen im Faktencheck

66
Link zum Artikel

Der Impeachment-Krieg ist da – so stehen Trumps Chancen

67
Link zum Artikel

«Dort wo ich wohne, braucht man ein Auto» – so denken Erstwähler über Politik

123
Link zum Artikel

Den Grün-Parteien könnte es ergehen wie der SVP vor vier Jahren

113
Link zum Artikel

Jetzt kommt die E-ID – und darum laufen Netz-Aktivisten dagegen Sturm

148
Link zum Artikel

Die chinesische Hype-Firma Xiaomi kommt in die Schweiz – 7 Dinge, die du wissen musst

144
Link zum Artikel

Die 21 Ladys für den Bachelor sind da: Eine von ihnen muss er nehmen ...

52
Link zum Artikel

Wohin steuert der Kapitalismus?

86
Link zum Artikel

23 vernichtende Cartoons, die Trumps «Verrat» an den Kurden perfekt auf den Punkt bringen

96
Link zum Artikel

Die neue Bedrohung – wer sind die Incels und woher kommen sie?

376
Link zum Artikel

Elizabeth Warren landet nächsten Treffer gegen Zuckerberg – mit genialem Facebook-Post

61
Link zum Artikel

Armuts-Studien: Der Wirtschafts-Nobelpreis geht an ein Trio

9
Link zum Artikel

Abonniere unseren Newsletter

42
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
42Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Sama 03.09.2018 09:32
    Highlight Highlight Einem 6 Wochen slten Kind ist es doch egal, wo es ist, hauptsache zusammen mit einer Bezugsperson. Wo soll Kindswohlgefährdung sein?
    Meine Kolleginnen haben auch schon ihre Kinder mitgebracht. Im Büro stört das doch niemanden.
  • lilie 01.09.2018 09:02
    Highlight Highlight Ich finde es übertrieben, dass die Mutter mit ihrem Baby raus musste, obwohl das Kind ruhig geschlafen hat und es keinerlei Probleme gab. Es war ja eine Notlage, da wäre ein bisschen Kulanz und Flexibilität angebracht gewesen, Regel hin oder her ("Besuch"?!).

    Trotzdem finde ich, dass man sich Gedanken machen muss, ob man Kinder am Arbeitsplatz akzeptieren soll. Denn wenn man es einer Person erlaubt, muss man es ja wohl allen erlauben. Da stellen sich so Fragen wie, bis zu welchem Alter sollen Kinder mitgebracht werden dürfen.

    Ein Neugeborenes kann aber hier wohl kaum ein Problem darstellen.
  • no-Name 31.08.2018 18:33
    Highlight Highlight Ich stell mir vor wie Patienten im Spital reagieren wenn ich als Mann mit Baby am Bauch ans Bett komme.... 😂😂
    • max power 31.08.2018 19:27
      Highlight Highlight Ja klar, bei einer solchen Einstellung. Oder wie Alice im Wunderland schon sagte: Das ist unmöglich… Hutmacher: Nur, wenn man nicht daran glaubt!
    • loquito 31.08.2018 19:35
      Highlight Highlight Warum lachen? Eigentlich ist es zum weinen, denn es scheint für die meisten hier selbstverständlich zu sein, dass Vatersein ein Feierabendjob Muttersein aber lebenslange Aufgabe ist... Hmm
    • M. mit P. 31.08.2018 21:53
      Highlight Highlight Und ich stelle mir vor wie einer Äpfel mit Birnen vergleicht... 😂😂😉
    Weitere Antworten anzeigen
  • Yorik2010 31.08.2018 18:23
    Highlight Highlight Das zeigt wieder einmal wie manche Politiker ticken!
    Wasser (Familienschutz etc.) predigen aber Wein trinken! Idiotischer geht wohl kaum noch!
  • price02 31.08.2018 18:00
    Highlight Highlight Hätte sie doch bloss ihr Baby nicht dabei gehabt!
    Na, liebes watson-Team, klingelts? Noch vor ein paar Wochen war das eure phantastische Methode, um zu behaupten, gewisse Medien würden aus Opfern Tätern machen.
    Mein Englisch-Lehrer pflegte zu sagen: „Think before you speak!“...
  • kafifertig 31.08.2018 17:53
    Highlight Highlight Es weiss doch jeder, dass er sein Hobby nicht am Arbeitsplatz pflegen kann!
  • piatnik 31.08.2018 17:46
    Highlight Highlight ist irgentwie verständlich
  • Cmo 31.08.2018 17:30
    Highlight Highlight Come on!
    Der Bauarbeiter nimmt seinen Nachwuchs auch nicht mit zur Arbeit. Und kommt mir nicht mit, das ist nicht dasselbe. Sonst sag ich nur #Diskriminierung.
    • Flötist 31.08.2018 18:11
      Highlight Highlight Es ist tatsächlich nicht dasselbe.
    • phreko 31.08.2018 18:17
      Highlight Highlight #whatever

      Wie willst du denn den Job auf dem Bau mit umgehängtem Kind erledigen? Aber habe tatsächlich schon Hunde auf Baustellen angetroffen. Auch falsch?
    • no-Name 31.08.2018 18:34
      Highlight Highlight Definitiv hat ein Hund auf einer Baustelle nichts verloren.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Gummibär 31.08.2018 17:22
    Highlight Highlight Jesses, wo sind wir denn ? Im 19.Jahrhundert ? In Afghanistan ?
    • Caturix 31.08.2018 17:36
      Highlight Highlight Nö 21. in Thüringen nicht weit von Sachsen. Nicht besser.
    • no-Name 31.08.2018 18:35
      Highlight Highlight War das Bild der Stillenden Mutter während der Uni-Abschlussprüfung nicht aus einem Islamischen Staat?
    • loquito 31.08.2018 19:37
      Highlight Highlight Sry Noname, hab dich geblitzt, aber ja islamische Staaten sind nicht perse rückständig...
  • Frances Ryder 31.08.2018 17:18
    Highlight Highlight Ach die lieben Eltern, irgendwie sind dann doch immer die Anderen schuld wenn man selber die Organisation komplett verhaut und dann das Baby an die unangebrachtesten Orte anschleppt.
    • M. mit P. 31.08.2018 17:59
      Highlight Highlight Das Baby ist 6 Wochen alt (!) und keine 16! Wohin soll der Säugling denn? Sie stillt das Baby doch noch und es hat geschlafen! Staatsgeheimnisse wird der Kleine wohl keine ausplaudern...
    • amazonas queen 31.08.2018 18:15
      Highlight Highlight Ich hoffe, wenn sie mal Pflege benötigen, hören sie diesen Spruch, wenn sie sich eingenässt haben und bleiben dann mal liegen...
    • Ylene 31.08.2018 18:31
      Highlight Highlight Ich vermute, du und deine 'Herzer' habt alle keine Kinder oder seid nicht noch gleichzeitig berufstätig. Falls doch, solltet Ihr eigentlich wissen, dass man rasch mal in der Klemme steckt, wenn die Betreuungsperson für diesen Tag unplanmässig ausfällt. Nicht jeder hat Grosseltern in der Nähe. Ich arbeite für eine Bank und es haben schon mehrere Arbeitskollegen die Kinder mal ins Büro mitgebracht für ein paar Stunden, wenn es wirklich nicht anders ging. War bisher nie ein Problem und hat soweit mir bekannt auch keinen gestört. Aber Hauptsache chli motze, gäu.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Ökonometriker 31.08.2018 17:17
    Highlight Highlight Ich nimm mein Baby auch mal mit ins Büro und mach einen Aufstand wenn's Probleme gibt.
    • Rittiner Gomez (1) 31.08.2018 17:44
      Highlight Highlight Vielleicht gibt es gar keine Probleme.
    • Ylene 31.08.2018 18:20
      Highlight Highlight Bei uns gab's bisher nie Probleme, wenn einer mal kurz das Kind mitnehmen muss. Und ich arbeite für eine Bank.
    • no-Name 31.08.2018 18:38
      Highlight Highlight Ylene:
      Sehr erfreulich, aber kaum als Standard zu erwarten.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Hecate 31.08.2018 17:15
    Highlight Highlight Nichts, aber nichts darf unser heiliges Patriarchat stören... Mütter und Babies wollen jetzt dort sein, wo bis vor kurzem nur alte Männer schwere Entscheidungen treffen mussten, also wirklich! Bald werden sie noch in aller Öffentlichkeit stillen wollen! Blasphemie!
    • no-Name 31.08.2018 18:39
      Highlight Highlight Hallo, Kontext?
  • chrisdea 31.08.2018 17:08
    Highlight Highlight Der Typ scheint die letzten 15 Jahre oder das Internet verpennt zu haben, sonst hätte er sich denken können, dass der Schuss nach hinten losgeht.
  • M. mit P. 31.08.2018 17:01
    Highlight Highlight Da es um eine Abstimmung ging, kam ihm der Rauswurf wohl sehr gut zupass... Hat Carius damals nicht seine Geliebte in seinem Ministerium untergebracht? Schön, dass die CDU weitermacht und sich immer weiter ins Aus manövriert!
  • Vertigo 31.08.2018 16:44
    Highlight Highlight Und das will die Partei sein die sich “Schutz der Familie” auf die Fahnen schreibt. Pfui!

Millionen-Gewinn im Flüchtlings-Business: Asylfirma ORS legt erstmals Zahlen offen

Jahrelang hat sich die Flüchtlingsbetreuungsfirma ORS gegen Transparenz gewehrt. Jetzt gibt sie erstmals Geschäftszahlen preis.

Wie viel Geld die ORS Service AG verdient, beschäftigt seit Jahren Medien, das Parlament, den Bundesrat: Die Firma betreibt primär für die öffentliche Hand über 100 Asylunterkünfte mit fast 90'000 Schlafplätzen. Obwohl das Geld zu grossen Teilen vom Staat stammt, veröffentlichte ORS nie Gewinnzahlen. Die Firma gehört einer Beteiligungsgesellschaft in London. Die Schlagzeilen waren entsprechend: Von «verstecktem Profit auf dem Buckel von Flüchtlingen» oder «Profiteuren des Elends» war die Rede.

Nun …

Artikel lesen
Link zum Artikel