International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa06006989 Chief Executive Officer (CEO) of Live Nation GSA Marek Lieberberg (C-L) and Police officers give a statement after evacuation of the 'Rock am Ring' festival after a terrorist threat warning at the Nuerburgring circuit in Nuerburg, Germany, 02 June 2017. The festival has been suspended. Over 80,000 people attended to the festival, which was due to run to 04 June. Security of the festival was increased in the wake of the Manchester concert bombing on 22 May.  EPA/RONALD WITTEK

Noch am Freitagabend wurde eine Presse-Konferenz durchgeführt. Bild: RONALD WITTEK/EPA/KEYSTONE

«Rock am Ring»-Fans dürfen trotz anhaltender Terror-Ermittlungen weiterfeiern

Die knapp 90'000 Besucher des Musikfestivals «Rock am Ring» können nach einem Terroralarm weiterfeiern. Die Polizei gab am Samstagvormittag nach der Durchsuchung des Geländes am Nürburgring Entwarnung. Der Veranstalter kritisierte die Behörden.



Es seien keine verdächtigen Gegenstände entdeckt worden, gab die Polizei von Koblenz am Samstag bekannt. Drei Verdächtige aus Hessen, die Zugang zum Sicherheitsbereich des Festivals hatten, seien am Morgen freigelassen worden. Zuvor waren Ermittlungen wegen Vorbereitung eines Sprengstoffanschlags eingeleitet und die Wohnungen der drei Männer durchsucht worden.

Der Terrorverdacht war der Polizei zufolge entstanden, weil Zugangskarten für das Personal nicht mit registrierten Namen übereinstimmten. Bei einer Person habe es Hinweise auf Verbindungen zur islamistischen Terrorszene gegeben.

Nach ersten Erkenntnissen hatte mindestens einer der Männer über eine der eingesetzten Firmen Zugang zu sicherheitsrelevanten Bereichen. Die Polizei fand bei ihren Durchsuchungen der Bühnen- und Eventbereiche aber keine verdächtigen Gegenstände. Die Ermittlungen dauerten am Samstag an.

Fans mit Anti-Terror-Parolen

Die Polizei lobte die Rockfans, die den Bereich an der Bühne sehr diszipliniert verlassen hätten. «Ich unterstütze ausdrücklich das, was skandiert wurde: Terror ist Sch...!», sagte der Polizei-Präsident von Koblenz, Wolfgang Fromm.

Das dreitägige Festival war am Freitagabend wenige Stunden nach dem Auftakt unterbrochen worden. Zehntausende Fans wurden per Lautsprecherdurchsagen aufgefordert, das Gelände zu verlassen. Die Räumung des Geländes verlief problemlos. Die «Rock am Ring»-Konzerte sollen am Samstag nach dem Terroralarm ohne Verspätung beginnen.

Ob einige Bands, die am Freitagabend nicht spielen konnten, noch auftreten können, wird demnach geprüft. «Wir werden sehen, ob wir Möglichkeiten haben, Auftritte nachzuholen», sagte Festival-Veranstalter Marek Lieberberg. Unter anderem der Auftritt von Rammstein, einer der Topacts des Festivals, war ausgefallen.

Unzufriedener Veranstalter

Veranstalter Marek Lieberberg kritisierte das Vorgehen der Behörden. Es seien 1200 Polizisten vor Ort. Wenn das nicht ausreiche, um ein Gelände für sicher zu erklären, dann frage er sich, warum Fussball-Länderspiele bei derartigen Verdachtsmomenten stattfinden könnten. «Warum sind wir die Prügelknaben für die Situation?»

Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz verteidigte seine Entscheidung, das Musikfestival wegen Terrorgefahr zu unterbrechen. «In einer solchen Bewertungssituation dürfen wir keine Risiken einbauen», sagte er.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière hatte sich in der Nacht hinter Lewentz' Entscheidung gestellt. «Für diese schwierige wie verantwortungsvolle Entscheidung hat er meine volle Unterstützung. So bitter es ist, die Sicherheit der Festivalbesucher muss an erster Stelle stehen.»

Schweizer Veranstalter verbietet Taschen

Das Sicherheitskonzept des Festivals war nach dem Terroranschlag auf ein Konzert in Manchester vor anderthalb Wochen mit mehr als 20 Toten überprüft worden. Beim parallel in Nürnberg stattfindenden Zwillingsfestival «Rock im Park» waren die Konzerte am Freitagabend ohne Probleme weitergegangen.

Einer der grössten Konzertveranstalter der Schweiz reagierte am Freitag. Er verbietet grosse Rucksäcke und Taschen. Nur Bauchtaschen und Handtaschen bis zur Grösse A5 seien noch zugelassen. Betroffen vom Verbot durch abc Production sind Konzerte von Konstantin Wecker (6. Juni) im Kongresshaus Zürich sowie Justin Bieber (15. Juni) und Céline Dion (15. Juli) im Stade de Suisse in Bern. (sda/dpa/reu)

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Flugzeug bei Landung in Indien verunglückt

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

3
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • sheimers 03.06.2017 11:43
    Highlight Highlight Reicht nun die Verwandtschaft mit einem Verdächtigen (nicht mal mit einem Verurteilten) schon für eine Verhaftung? Einfach krank!
    • Angelo C. 03.06.2017 13:28
      Highlight Highlight Also lieber Tote als eine taugliche Prophylaxe?

      Solch verschrobene Meinungen wie die deine, werden zum Glück zunehmend unpopulärer, dies nicht nur bei weitblickenderen Linken, sondern vor Allem bei brutal Betroffenen, die ihre Lieben europaweit bei blutigen Attentaten verloren haben...

      Blosses Sofafurzen ist als Konsequenz entschieden zu wenig 🙄!

    • sheimers 06.06.2017 10:44
      Highlight Highlight Leute ohne konkreten Verdacht zu verhaften, nur weil sie mit einem Verdächtigen verwandt sind, ist keine taugliche Prophylaxe, das ist Sippenhaft, und das gibt es in einem funktionierenden Rechtsstaat nicht. Es gab keinen geplanten Anschlag am Rock-am-Ring. Es wurde ein Unschuldiger verhaftet ohne, dass etwas gegen ihn vorliegt, und dem Veranstalter ein grosser finanzieller Schaden zugefügt. Ich denke, das wird noch ein juristisches Nachspiel haben.

10 Jahre Loveparade-Katastrophe: Ein Trauma und viele offene Fragen

Am 24. Juli 2010 ereignete sich in Duisburg eine der grössten Katastrophen der deutschen Nachkriegsgeschichte. Zehn Jahre danach bleibt vieles ungeklärt – und die Erinnerung daran verblasst.

«Das Vergangene ist nicht tot; es ist nicht einmal vergangen.» Dieses Zitat des US-Nobelpreisträgers William Faulkner hängt auf einer Gedenktafel im Karl-Lehr-Tunnel in Duisburg . 21 junger Menschen wird dort gedacht, die am 24. Juli 2010 starben, als sie bei der 19. Loveparade das Leben feiern wollten. Sie kamen aus Australien, China, Deutschland, Italien, den Niederlanden und Spanien. Mehr als 650 weitere Menschen wurden verletzt, unzählige Teilnehmer der Party haben bis heute seelische …

Artikel lesen
Link zum Artikel