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President Donald Trump talks about the attack in Syria during a news conference with Jordan's King Abdullah II, Wednesday, April 5, 2017, in the Rose Garden of the White House in Washington. (AP Photo/Susan Walsh)

«Eine ganze Reihe von Linien überschritten»: US-Präsident Donald Trump droht mit Vergeltung. Bild: Susan Walsh/AP/KEYSTONE

Trump nach Giftgasangriff: «Meine Einstellung zu Syrien und Assad hat sich sehr verändert»



Die USA haben der Regierung von Baschar al-Assad die Schuld für den Giftgasangriff in Syrien gegeben und einen möglichen Alleingang angedeutet. «Für mich sind eine ganze Reihe von Linien überschritten worden», sagte US-Präsident Donald Trump und drohte mit Vergeltung.

Trumps UNO-Botschafterin Nikki Haley sagte fast zeitgleich am Mittwoch im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in New York, Staaten seien beim Scheitern der Weltgemeinschaft manchmal «zu eigenen Massnahmen gezwungen».

Der UNO-Sicherheitsrat ging nach einer Sitzung zum Thema Giftgas ergebnislos auseinander. Zur Abstimmung über eine von den USA, Frankreich und Grossbritannien eingebrachten Resolution kam es nicht. Mit der zweiseitigen Resolution sollte der mutmassliche Angriff scharf verurteilt und eine rasche Aufklärung gefordert werden.

Russlands stellvertretender UNO-Botschafter Wladimir Safronkow griff seinen britischen Amtskollegen Matthew Rycroft direkt an:

«Haben Sie überhaupt geprüft, was Sie geschrieben haben? Dieser Entwurf wurde hastig vorbereitet und überhaupt nicht gründlich.»

Russischer UNO-Botschafter Wladimir Safronkow

Sanktionen sah der UNO-Resolutionsentwurf nicht vor, forderte für Untersuchungsteams der Organisation für ein Verbot der Chemiewaffen (OPCW) aber detaillierte Angaben über Lufteinsätze des syrischen Militärs sowie Zugang zu relevanten Militärflugplätzen. Erst im Februar hatten Russland und China mit ihrem Veto Sanktionen gegen die syrische Regierung wegen dessen Chemiewaffeneinsätzen verhindert.

Russland hält Syriens Regime die Treue

Moskau erklärte, Assad ungeachtet westlicher Vorwürfe des Angriffs weiter zu unterstützen. «Russland und seine Streitkräfte unterstützen weiterhin die Anti-Terror-Operation der syrischen Armee zur Befreiung des Landes», sagte der Sprecher von Präsident Wladimir Putin, Dmitri Peskow, in Moskau.

Das Aussenministerium in Moskau nannte Vorwürfe gegen die syrische Luftwaffe wegen des Giftgasangriffs eine Fälschung («Fake»). Der Iran kritisierte politisch motivierte Schuldzuweisungen wegen der Giftgastoten.

Trump: Einstellung zu Assad verändert

In den USA liessen Trump und Haley offen, ob und welche Konsequenzen nun folgen würden. Trump erklärte aber, seine Einstellung zu Assad habe sich verändert. Die syrische Regierung werde «auf jeden Fall» ein Zeichen erhalten. Dieser «Affront des Assad-Regimes gegen die Menschlichkeit kann nicht toleriert werden», sagte Trump. Der Angriff am Dienstag auch auf Frauen, Kinder und Babys sei entsetzlich und furchtbar.

Die Lage in Syrien ist kompliziert, die Mittel der USA und ihrer Verbündeten sind begrenzt. Washington kann kaum militärisch gegen Assad vorgehen, ohne sich damit unmittelbar gegen Moskau zu stellen, das wie der Iran die syrische Regierung unterstützt.

Bei dem vermuteten Giftgasangriff in Chan Scheichun in der Provinz Idlib waren am Dienstag Aktivisten zufolge mindestens 86 Menschen getötet worden. Nach Angaben aus Moskau traf der Angriff syrischer Kampfjets eine Werkstatt, in der die Opposition Giftgasmunition herstellt. Assad-Gegner nannten dies eine Lüge.

Ärzte ohne Grenzen: Chemiewaffen eingesetzt

Die Symptome der Bomben-Opfer lassen auch nach Angaben der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) auf einen Chemiewaffen-Einsatz schliessen.

Die Berichte der Experten aus dem Land würden nahelegen, dass die Zivilisten mindestens zwei verschiedenen Arten von Nervengas ausgesetzt gewesen seien, teilte die Organisation in Genf mit. Bei dem jüngsten Angriff sei vermutlich ein Wirkstoff wie das Nervengas Sarin sowie Chlor eingesetzt worden.

In Syrien herrscht seit gut sechs Jahren Krieg. Mehr als 400'000 Menschen sind nach UNO-Schätzungen bislang gestorben, Millionen sind auf der Flucht.

Milliarden-Hilfsgelder zugesagt

Auf der internationalen Geberkonferenz in Brüssel für die notleidenden Menschen und Flüchtlinge in den Nachbarländern sagten Vertreter aus rund 70 Staaten – darunter die Schweiz – für das laufende Jahr insgesamt 5,6 Milliarden Euro (6 Milliarden Dollar) an Hilfsgeldern zu.

Bundesrat Didier Burkhalter gab an der Konferenz in Brüssel bekannt, dass sich die Schweiz mit 66 Millionen Franken für die Verbesserung der humanitären Lage der Menschen beteiligen wolle. Ausserdem würden 7,5 Millionen Franken zur Friedensförderung eingesetzt. (sda/dpa/reu/afp)

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    Alle Leser-Kommentare
  • rodolofo 06.04.2017 07:02
    Highlight Highlight Vielleicht ist ja das "Orange Riesenmeerschweinchen" doch noch lernfähig?
    In diesem Zusammenhang ärgere ich mich immer darüber, dass sein Vorgänger, Barak Obama, als mitschuldig am Syrischen Bürgerkrieg bezeichnet wurde, weil er eine "Rote Linie" bezeichnet hatte, die bei Überschreitung Konsequenzen nach sich ziehen würde.
    Russland hat mit seiner Intervention die Verantwortung übernommen, dass dessen Schützling Assad und sein Régime sein Giftgas-Arsenal verschrottet und unschädlich macht!
    Wie wir heute wissen, war das nur eine Finte...
    Putin-Russland und Assad-Syrien sind skrupellose Nazis!
    • blaubar 06.04.2017 12:52
      Highlight Highlight @rodolofo: Wir wissen überhaupt nichts. Bei diesen Quellen ist keine Information vertrauenswürdig.
  • FrancoL 06.04.2017 01:58
    Highlight Highlight Bei solchen Aussagen frage ich mich: Wo sind die die HC als die Kriegstreibern hingestellt haben und versichert haben, dass Trump nicht in gleicher Art vorgehen würde?
    • Dong 06.04.2017 08:32
      Highlight Highlight Hallo FrancoL: Ich denke nach wie vor, dass das unter HC wohl noch direkter zur Sache gegangen wäre, das ist alles.
      Der Umstand, dass für mich einer wie der in gewissen Angelegenheiten das kleinere Übel ist, ist auch mir nicht entgangen, das zeigt in etwa den Stand meiner Desillusioniertheit...
  • Pasch 06.04.2017 01:43
    Highlight Highlight Fuchs Nachrichten
  • Stoli49 06.04.2017 01:05
    Highlight Highlight Gewalt ist sicher die richtige lödung. Wissen wir ja mitlerweile.
    Seit wann interessiert eigentluch jemand menschenleben?
  • batschki 06.04.2017 00:07
    Highlight Highlight Chemische Kampfgase geht gar nicht!
    Nur scheusslich.
    Es gefällt mir, dass Unternehmer Trump das auch so sieht.
    Vergifter gehören wegen Massen Mordes angeklagt. Wenn Justiz nicht hilft, dann eben Gegengewalt
    • blaubar 06.04.2017 12:49
      Highlight Highlight Nein, eben nicht. Gewalt mit Gewalt bekämpfen??? Da gehört die UNO hin.
  • blaubar 06.04.2017 00:02
    Highlight Highlight Ist es eigentlich wichtig für so einen Angriff der USA, ob Assad tatsächlich schuld an diesem Giftgasangriff ist, oder ist das nicht so extrem wichtig? Peanuts? Irgendwie klingelt es bei mir im Kopf, mich dünkt, so ähnliches hätte ich schon ein paar Mal erlebt. In Lybien, im Irak und in Vietnam. Bin mal gespannt, ob das Buebetrickli immer noch funktioniert.
  • mogad 05.04.2017 23:54
    Highlight Highlight Glaube kaum, dass Trump die angekündigte Einzelaktion gegen Assad ausführen wird. Denn wie würden Russland, China und der Iran darauf reagieren? Zu riskant für die USA. Immerhin hat Trump diesmal seinen Zorn zumindest verbal an die richtige Adresse, Assad, gerichtet.
    • FrancoL 06.04.2017 01:56
      Highlight Highlight An die richtige Adresse? Ist das SOOO klar, dass der Giftgas-Angriff von Assad kam?
    • mogad 06.04.2017 11:38
      Highlight Highlight Nein ist es nicht. Hätt mich präziser ausdrücken sollen: Jetzt beschimpft er mal einen wirklich Bösen ders verdient hat.
    • blaubar 06.04.2017 21:25
      Highlight Highlight Die Quellen für den Giftgasangriff sind ein Ex-Rebell (Syrische Beob.stelle) und ein paar Halsabschneider (White Helmets).
      Also KEINE Quelle. Unbrauchbar. Höchst tendenziös, verlogen und manipulativ! Nachweislich.
  • Majoras Maske 05.04.2017 23:06
    Highlight Highlight Sollte Trump in Syrien militärisch gegen Russland und Iran vorgehen, wird er wohl auch die anderen westlichen Länder mit einer "Präsenz" in Syrien mit in den Konflikt reissen, also UK, FR und DE. Und aus dem Stellvertreterkrieg könnte ein echter werden. Und das Anliegen der ursprünglichen und vermutlich längst toten Demonstranten bleibt noch immer unerfüllt, nämlich die Demokratie.
    • Enzasa 06.04.2017 03:41
      Highlight Highlight Trump schwenkt sich auf Clinton Linie ein
  • Scaros_2 05.04.2017 22:47
    Highlight Highlight Und Tillersonnsagte vir kurzem noch das Syrische Volk solle entscheiden.
    • Scaros_2 06.04.2017 08:52
      Highlight Highlight In diesem Krieg kann man so oder so nicht mehr differenzieren ob so ein Angriff jetzt wirklich von Der Regierung oder sonstigen Leuten gekommen ist. Für mich ist es unmöglich zu beurteilen was richtig ist.

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