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Energie

Klimaprotest: Deutsche Lokalpolitikerin klebt sich am Rednerpult fest

Aussergewöhnliche Situation im Kölner Stadtrat: Stadträtin Nicolin Gabrysch (Klimafreunde) hat sich am Rednerpult festgeklebt, um ein Zeichen für den Klimaschutz zu setzen. (Dezember 2022)
Die Kölner Lokalpolitikerin Nicolin Gabrysch sorgt mit einem ungewöhnlichen Auftritt im Parlament der deutschen Grossstadt für Aufsehen.Screenshot: Twitter

Deutsche Lokalpolitikerin klebt sich am Rednerpult fest – und hält flammende Rede

Der Klimaprotest hat das Kölner Stadtparlament erreicht. Die Oberbürgermeisterin reagierte gelassen.
09.12.2022, 09:04
Ein Artikel von
t-online

Während der Kölner Parlamentssitzung hat sich eine Abgeordnete am Rednerpult angeklebt. Nicolin Gabrysch, Ratsfrau der Klimafreunde, sprach am Donnerstagabend zum Thema Hitzeaktionsplan der Stadt Köln und klebte sich an ihrem Redeende fest. Die Politikerin erklärte:

«Es kann und darf kein Weiter so geben. Deswegen sorge ich jetzt dafür, dass es zumindest hier und jetzt nicht wie üblich weitergeht, sondern wenigstens ein kleines bisschen anders läuft als sonst»

Als «Politikerin, Mutter und Lebewesen auf diesem Planeten» sei sie «sehr verzweifelt», sagte Gabrysch weiter.

Da die Ratsmitglieder zu diesem Zeitpunkt schon mehrere Stunden tagten, habe ihre Rede zunächst wenig Aufmerksamkeit bekommen. Auch sei niemandem aufgefallen, dass sie während ihrer Worte eine kleine Tube mit Sekundenkleber öffnete und den Inhalt auf ihrer linken Hand verteilte.

Die Aktionen der «Klimakleber» seien nicht radikal oder kriminell, erklärte Gabrysch, sondern ein «legitimes Mittel des demokratischen Protests». Die «Untätigkeit und Verweigerung der Politik» sei angesichts der dramatischen Gefahren des Klimawandels unverantwortlich. Sie wolle deshalb an dieser Stelle ein Zeichen setzen, «dass es hier nicht wie üblich einfach weitergeht».

Kölner Oberbürgermeisterin reagiert souverän

Wie die Klimaliste Deutschland mitteilte, habe sie «in Solidarität mit Klimaaktivist:innen insbesondere denen der Letzten Generation» gehandelt. Gabrysch scheidet aus dem Kölner Stadtrat freiwillig aus. Weil die Mitglieder der Gruppe Klimafreunde in ihren Ämtern rotieren wollen, trat Gabrysch am Donnerstag zum letzten Mal ans Rednerpult.

Als sich Gabrysch festgeklebt hatte, verwies Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) darauf, dass ein zweites Rednerpult zur Verfügung stehe. Nach Angaben eines Stadtsprechers ist die Sitzung kurzzeitig unterbrochen worden. Gabrysch sei Lösungsmittel gereicht worden. Nach einigen Minuten habe sie wieder auf ihrem regulären Platz gesessen und die Sitzung sei weitergegangen.

Die AfD-Fraktion kritisierte Reker nach der Unterbrechung heftig. Sie warf Reker vor, als Sitzungsleitung über den Vorfall hinweggegangen zu sein und forderte ein Ordnungsgeld oder einen Ordnungsruf zu verhängen. Reker verwies auf die Geschäftsordnung und setzte die Sitzung fort.

Quellen

(dsc/t-online.de)

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Faktencheck: Die 9 beliebtesten Aussagen der Klimaskeptiker

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28 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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leed
09.12.2022 09:55registriert Januar 2016
Gut finde ich, dass sie den richtigen Ort für Ihre Forderungen gewählt hat. Die Kleberei finde ich hingegen sinnlos, es wird die Gegner nie überzeugen, es schmälert höchstens die Unterstützer. Am Ende führt es nur dazu, dass überall mehr Lösungsmittel bereit steht, um diese Alibiübungen zu stoppen. Ja die Politik muss handeln, nein es werden nie alle am gleichen Strick ziehen. Es gilt die Mehrheit zu überzeugen... nicht zu drangsalieren.
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Der Buchstabe I (Zusammenhang wie Duschvorhang)
09.12.2022 09:33registriert Januar 2020
Dass der Protest legitim ist, bestreite ich ja gar nicht. Es geht mir persönlich eher um die Frage, ob es der richtige Weg ist, den Leuten, die du als Aktivist eigentlich auf deine Seite ziehen möchtest auf den Sack zu gehen. Der Protest müsste anders ausgerichtet sein, sodass es den Firmen und den Politikern auf die Nerven geht, nicht der Bevölkerung. Auf diese Art bläst man m.M.n. nur Wind in die Segel der rechten Politik.
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Seard neute
09.12.2022 09:48registriert Februar 2019
Ich halte solche Aktionen für ausgesprochen kindisch und kontraproduktiv.
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